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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-04-07 · 14 (7.4.1899) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
14 (7.4.1899)
Date
1899-04-07
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 276 Vr. Bloch's Wochenschrift Nr. u S. Sch ytte „auswendig" begleitet, besser gesagt, mitempfunden. Der Beifallsjubel des zahlreich erschienenen Publicums wollte nicht enden, und erst nach vielen Zugaben leerte sich der Saal langsam. Fräulein Petersen erhielt zahlreiche Blumenspenden und Herr Schytte einen prächtigen Lorbeerkranz. Baden. (Baronin ClaraHirsch.) Beim Eintreffen der betrübenden Nachricht des Hinscheidens der unvergeßlichen Philantropin Baronin C l a'r a Hirsch widmete unser Rabbiner Sr. Ehrwürden Herr Wilhelm Reich derselben bei der Maskir-Predigt einen der Hingeschiedenen würdigen Nachruf. Grotz-Enzersdorf. (M i l i t ä r v e r p f l e g u n g.) Anläßlich des Peffachfestes wurden auch in diesem Jahre nach eingeholter Bewilligung beim k. u. k. Militärstations-Commando die der hiesigen Garnison angehörende Mannschaft mosaischer Consession vom Minjan-Vereine über die ersten zwei Pessachtage mit rilueller Kost versehen. Cantor und Religionslehrer Herr Sam. Eigner gab für sie den Seder in traditioneller Weise. Den Wein stellten in freigiebigster Weise Herr Obmann Josef Winkler und Herr Beirath Leopold Rosenbaum bei. Außerdem hat Herr Joses Winkler, so wie alljährlich, auch in diesem Jahre, um das Vereinsbudget nicht zu sehr zu belasten, die hiesigen Armen aus Eigenem mit Mazzes versehen. — Es muß hier anerkennend hervorgehoben werden, daß der Minjan-Berein in Groß-Enzersdorf trotz seiner kleinen Mitgliederzahl und seiner beschränkten Mittel eine sehr lobenswerthe Thätigkeit in seinem Wirkungskreise zur Förderung religiöser, gemeinnütziger und humaner Zwecke entfaltet. Friedek. Am 3. April beging in ungebrochener geistiger und körperlicher Frische der Fabrikant und langjährige Vorsteher der Cultusgemeinde Friedek-Mistek, Herr Hermann L ö w, die Feier seines 70. Geburtstages. Prag. In Nepomuk ist Herr Sigmund W e i ß k o p f im 57. Lebensjahre während des Gottesdienstes am ersten Osterfeste im Tempel gestorben. Prag. Herr Josef Uib er all wurde zum Rabbiner der Cultusgemeinde in Netschetin ernannt und hat sein Amt bereits angetreten. Pilse«. (I s r. K r e u z e r v e r e i n.) Der Kreuzervereiu zur Erziehung armer israel. Waisen hielt seine Generalversammlung ab. Die Zahl der Mitglieder beträgt etwa 500, deren Beiträge die Höhe von 395 fl. erreichten. Die Gesammteinnahmen betrugen 3223 fl. Es wurden 21 Waisenkinder verpflegt. Der Vermögensstand des Vereines beläuft sich auf 28.643 fl. In den Vereinsvorstand wurden gewählt: Dr. Rudolf Duschner, Ferdinand Löwy, Simon H o fm ann, Alfred R e ch t, Herrm. S t r a u ß, Moritz Auer, Dr. S a b a t h, Hugo R u d i n g e r. Brün«. (Spenden von Landtagsdiäten.) Handelskammerpräsident Herrenhausmitglied Julius Ritter v. Gomperz hat seine diesjährigen Landtagsdiäten im Betrage von 302 fl. 75 kr. der außerordentlichen Unterstützungscasse der Arbeiter-Pensions-Witwen- und Waisencasse der Schafwollwaarenfabriken und Lohn - Etabliffements in Brünn gewidmet. Brünn. (Ehrenbürger-Ernennung.) Der Gemenideausschuß der israelitischen Gemeinde Mährisch-Weißk i r ch e n hat den hiesigen Advocaten Herrn Dr. Sigmund Wolf, einen gebürtigen Weißkirchner, wegen seiner humanitären Bestrebungen einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. Prerau. Fräulein Camilla Tauber, Tochter des Gelehrten Herrn Dr. Jacob Tauber, Rabbiner in Prerau, hat sich, mit dem k. u. k. Feldprediger Herrn Dr. Josef Burstyn, Rabbiner in Ungarisch-Hradisch, Sohn des bekannten Oberrabbiners P. Burstyn, verlobt. Protznitz. Gleich nach dem Bekanntwerden des Ablebens der unvergeßlichen Wohlthäterin und Menschenfreundin der Frau Baronin Hirsch wurden auf allen öffentlichen Gebäuden und den humanitären Vereinslocalitäten Trauerfahnen gehißt und von der Gemeindevorstehung und den Vereinsvorständen Condolenztelegramme an die Hinterbliebenen nach Paris abgesandt. Sonntag den 9. d. M. stndet im hiesigen Tempel eine solenne Trauerseier statt, an welcher die Gemeindevertretung, die sämmtlichen Vereine und die Schuljugend theilnehmen werden. Hekmanmestee, 1. April. Unsere Cultusgemeinde ist von einem schweren Schicksalsschlage heimgcsucht worden. Unser allverehrter und allbeliebter Vorsteher Herr I o s e f R i x ist am Freitag den 31. März zu Grabe getragen worden. Durch 16 Jahre stand er unermüdlich und schaffensfreudig an der Spitze unserer Gemeinde, seine Herzensgüte und seine Sanftmuth errangen ihm die Herzen all' seiner Nebenmenschen. Geehrt und geachtet von Allen, die ihn kannten, wurde er auch durch Wahl als Stadtverordneter und Ortsschulrath, sowie als Präses-Stellvertreter des Handelsgremiums ausgezeichnet. Das Leichenbegängniß des Verewigten legte für die Liebe und Anhänglichkeit, die er genoß, das beste Zeugniß ab. Die hochw. Geistlichkeit, die Stadtvertretung mit dem Bürgermeister an der Spitze, das Handelsgremium, die Feuerwehr, der Verein der Handlungsgehilfen, die Directoren der böhmischen und deutschen Volks- und Bürgerschule, Deputationen der umliegenden Cultusgemeinden, sowie eine unabsehbare Zahl von Freunden und Bekannten von Nah und Fern gaben dem Verewigten das letzte Geleite. Die hiesige Cultusgemeinde wird ihrem unersetzlichen, geliebten Vorsteher ein dankbares Andenken für alle Zeiten bewahren. Aus Szenicz wird uns berichtet, daß am 24. v. M. Frau Leni Breuer im 89. Lebensjahre verstorben; dieselbe hinterläßt 11 Kinder, 76 Enkel, 35 Urenkel, 1 Ur-urenkel. Sarbogard, im März. Der Sohn unseres Ehrwürden Rabbiners I. Löwy, Herr Dr. Gustav Löwy, berühmter ungarischer und deutscher Kanzelredner, wurde in Leutschau (Löcse) einstimmig zum Oberrabbiner gewählt. Der junge Gelehrte ist von väterlicher Seite ein Urenkel des seligen Rabbiners Samuel Kell Halewi, dessen Biographie Herr Dr. Löwy schrieb, Machazith Haschekel und von mütterlicher Seite ein Urenkel des seligen Rabbiners Moses Perls, der Rabbiner in Eisenstadt war. Budapest. (Maler Leopold Horowitz.) Wie die amtliche „Wiener-Zeitung" meldet, hat der Kaiser dem Porträtmaler Leopold Horowitz in Wien das Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft verliehen. Diese hohe Auszeichnung erscheint zunächst als Anerkennung des Kaisers für das gelungene Porträt der Kaiserin, welches in der Jahresausstellung des Künstlerhanses zu sehen ist, und ferner als Belohnung für das langjährige künstlerische Wirken des Herrn Horowitz. Unter den Künstlern, welche dieser Auszeichnung bereits theilhaftig geworden sind, befinden sich die Maler Angeli, Benczur und Munkacsy, die Bildhauer K u n d m a n n, Zumbusch und M y s l b e k in Oesterreich und Ungarn, dann die Maler Ad. Menzel und A. B ö ck l i n. Gologöry. Gelegentlich des 50jährigen Krönungs-Jubiläums hat Sr. Ehrw. Rabbiner Lazar Mischel eine Huldigungsschrift verfaßt und an die Stufen des Thrones gelegt, welche von Sr. Majestät dem Kaiser huldreichst entgegen genommen wurde und dafür zufolge Allerhöchster Entschließung vom 3. März l. I. dem Rabbiner den Ausdruck des Dankes im Wege der hohen k. k. Statthalterei abzustatten geruhte. Bukovar. (Todesfall.) Am 23. v. M. wurde hier Herr Rechtsanwalt. Dr. Salainon Baum im Alter von 42 Jahren zu Grabe getragen, dessen Kanzlei zu den bekanntesten und angesehensten des Landes gehörte. Sämmtliche Honoratioren und alle angesehenen Bürger unserer Comitatsstadt geleiteten den Heimgegangenen zu seiner letzten Ruhestätte. Sein Schwager, Herr Oberrabbiner Dr, Julius Diamant, hielt einen ergreifenden Nachruf, in welchem er die reine Gesinnung, die unerschütterliche Wahrheitsliebe und den lauteren Charakter des Dahingeschiedeuen pries, die ihm die Hochachtung aller Kreise geschaffen. An Kranzablösungen sind circa 500 Kronen wohlthätigen Zwecken zugeführt worden. Lemberg. Auch in diesem Jahre wurde vom hiesigen Cultusvorstande im Vereine »Kundin de Pischa« 300 Centner Osterbrot gratis und in Baarem ca. 5000 fl. an die Armen vertheilt, ebenso wurden während allen Osterfeiertagen und Halbfeiertagen die israelitischen Soldaten der hiesigen Garnison mit ritueller Kost in der Volksküche gespeist und vom Soldatendienste thunlichst befreit. — In der hiesigen Synagoge »KweiKetulaTore« hielt der berühmte Talmudist Aron Lewin, Sohn des Herrn Nathan Lewin, Rabbiner in Rohatyn, und Enkel des Oberrabbiners Herrn Isaak Schmelkes, eine geschichtliche Rede über „Die Nothlage der Juden im Allgemeinen und besonders über die der Juden in Galizien", welche einen tiefen Eindruck auf die große Versammlung geübt hat.

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