Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 13 (31.3.1899)
- Date
- 1899-03-31
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 13 Vr. Vloch'» Wochenschrift Seite 259 Literatur. „Abraham Kohn im Lichte der Geschichtsforschung" ist der stattliche Band betitelt, welcher uns aus der Feder des bekannten polnischen und deutschen Schriftstellers Gottbilf Kohn vorliegt. Dem verklärten Märtyrer für Aufklärung und Fortschritt in Galizien, Rabbiner Abraham Kohn, wird' von seinem Sohne ein würdiges literarisches Denkmal gesetzt. Nicht nur wegen vieler bisher unbekannter Details über das Leben und Sterben Abraham Kohn's, welche mit vielem Fleiß zusammengetragen sind, erweckt das Werk allgemeines Interesse, sondern auch wegen der interessanten Streiflichter, welche der Verfasser auf die Verhältnisse in Galizien von anno dazumal und jetzt wirft. Insbesondere wird Jeder, der die Ereignisse des Jahres 1848 und ihre unmittelbaren Wirkungen auf die galizische Judenschaft studirt, in der jüngsten Arbeit Gotthilf K o h n's einen werthvollen Behelf finden, denn der Verfasser läßt uns bald vergessen, daß es der Sohn ist, der über seinen Vater schreibt, und bemüht sich, von der Person auf die Vorgänge jener Zeit übergehend, wirkliche Geschichte zu schreiben. Das Werk (im Selbstverläge des Berfa s s e r s, Z a m a st y n o w bei Lemberg) hat daher, wie man uns mittheilt, sofort nach Erscheinen berechtigtes Aufsehen in Galizen erregt. Er verräth auch darin den gewandten Schriftsteller, daß er unser Interesse von Anfang an fesselt und bis zum Ende rege erhält. Briefkasten. Dr. G. H. Die „Reichspost" ist wüthend darüber, daß protestantische Pfarrer politische Reden halten. Das ist nämlich ein Recht, welches nur den katholischen Hetzrednern zusteht. I. L—g. Lessing's berühmte Fabel von den drei Ringen ist schon in einem alten hebräischen Geschichtswerke, „Schewet Jehudah", enthalten. M—tt. Die katholischen Kirchenfürsten haben in Oesterreich sehr lange mit wohlwollenden Augen die von Schönerer inscenirte antisemitische Bewegung verfolgt. Die „Los von Rom"-Bewegung ist aber nur eine logische Consequenz. I. H. Die Verwandten können auch im Namen eines Todten eine Klage wegen Verleumdung erheben. Deshalb hat ja Herr Gregorig seine verlogenen Beschuldigungen gegen.den armen Lehrer P e y r l nur an jener Stelle vorgebracht, wo er sich unter dem Schutze der Immunität weiß. I. L. Leute von dem Kaliber Schneider's würden kaum in die Lage kommen, das Zuchthaus zu verlassen, wenn sie für ihre Infamien auch zur Verantwortung gezogen werden könnten. Dr. B—n. Wieso Dr. Pattai, der bei jeder Gelegenheit die gehässige Judenhetze betreibt, zu dem Epitheton Omans eines Salon-Antisemiten, gekommen ist, wissen wir nicht. Seine Hepp- Hepp-Reden passen auch in eine Kneipe. Nemo. Es ist jedenfalls würdiger und logischer, wenn die „Neue Freie Presse" ein antisemitisches Theater ignorirt, als wenn Mitglieder des „Deutschen Volksblattes" den Versuch machen, in der von ihnen stets besudelten „Eoncordia" Aufnahme zu finden. M. N. Heine gibt Ihnen schon die Antwort auf Ihre Bemerkungen. Er sagt an einer Stelle im „Salon": „Sonderbar! Und immer ist es die Religion, und immer die Moral, und immer der Patriotismus, womit alle schlechten Subjecte ihre Angriffe beschönigen." H. F. V e r g a n i empfiehlt die „Deutsche Zeitung", weil er dadurch den Eindruck abschwächen möchte, den die placatirte Empfehlung der „Deutschen Zeitung" seitens der christlich-socialen Parteigrößen hervorbrachte. Hoffentlich kommt die Zeit, wo Vergani und Wahner sich für immer — empfehlen. L. Mn-g. Der öffentliche Bettel für das „Wähner-Blatt" sollte wohl auch beweisen, daß das Blatt mit den Tramway-Pauschalien allein sich nicht fortftetten konnte. Victor Hoffman» Comaron: Der betreffende Direktor ist getauft. I. M. F. in T. O. Mit dem Eingesendeten ist Ihr Abonnement bis 30. September 1898.beglichen. Professor Deutsch in Cincinati. Herzlichen Dank und Gruß. I. L. Ihren Jrrthum zu corrigiren dürfte vielleicht Goethe's Spruch corrigiren: „Zu allen Zeiten sind es nur die Individuen, welche für die Wissenschaft gewirkt, nicht das Zeitalter. Das Zeitalter war's, das den Sokrates durch Gift hinrichtete, das Zeitalter, das Hussen verbrannte; die Zeitalter sind sich immer gleich geblieben." Z—g. Sie vermißten in der Liste der Gönner der en Zeitung" den Namen Putscht. Vielleicht geniren sich die antisemitischen Parteiführer doch, öffentlich neben ihm zu — prangen. Aber, wie sagt Heine: „Wenn wir zu Hanse sind, mein Kind, dann wird sich schon Alles finden. H. P. Die - bissigen Artikel in der elerical-antisemitischen „Reichspost" sollen aus der Feder eines gewesenen Juden stammen. Der Renegaten-Eifer erklärt Vieles. F. Z. Es ist noch immer wahr: „In der Politik ist der schlimmste Entschluß der, keinen Entschluß zu fassen." 8. Scharr: Vielleicht ist ein Leser in der Lage, Auskunft zu geben, ob in Döbling, Dornbach, Hietzing oder in einem benachbarten Vorort jüdische Restaurationen existiren? Danksagung. Für die uns anläßlich unserer Vermälung erwiesenen Aufmerksamkeiten beehren wir uns, allen Freunden und Bekannten, namentlich den geehrten Vorständen der Floridsdorfer Cultusgemeinde und des Floridsdorfer israelitischen Frauenvereines, herzlichen Dank zu sagen. Bezirksrabbiner Dr. M. R o s e n m a n n sammt Frau. Floridsdorf, im März 1899. Für ein junges Mädchen aus besserer jüdischer Familie, die in allen Wirthschattszweigen erfahren ist, auch gut schneidern kann, wird Stellung als Bonne in Wien gesucht. 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