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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-03-24 · 12 (24.3.1899) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
12 (24.3.1899)
Date
1899-03-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dr. Bloch’s Jahrgang XYI. I Centralorgan für die grsammten Interessen des Iudenthums. *- f jj A. ft. Postfxarrasfrn-Amt ^Clrsringvrrkrhr | Nr. 810.976. i Bei axtton und Administration: ÖPien I XX., Nntrrr Augartenstr. la. | Telephon-Nr. 6535. Wien. 24. Mär; 1899. -... - Erscheint jeden Freitag. - - Brief-Adresse: Wien, H., Untere Augartenstraße I». Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. »rjugsprrt» für Srflrrrrtch: " Hold jährig 4 fl. --- 8 Jh. Einzelrxemplare 25 kr. lür’a Anstand r halbjährig 5 st. « 10 Ar. ganzjährig 10 „ 20 „ Anzeige«: Die 4mal gespaltene Petitzeile 12 kr. Inhalt. Leitartikel: Die Delegirtenconferenz der Zionsverbände in Paris. — Die treue Wacht. — Der „Handel" kommt wieder zu Ehren. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Glossen zur Tagesgeschichte. Eine antisemitische Niederlage. Christliche Lobredner des Alten Testaments. Die Todtenfeier für Ludwig Bamberger. — Professor Haim Steinthal. — Zur Rabbinerwahl in Berlin. — Sederabend. — Correspondenzen: Wien, Budapest, Brünn, Prag, Paris, London. — Vermischtes: Wien, Prag, Pilgram, Waidhofen a. d. Th., Bur-Szt.-Georgen, Hohenau, Reu-Sandec, Mainz, Rom. — Feuilleton: Malta Schwal^enkopf. — Ein Passahfest. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Die Delegirkenronfeven; der Zionsverbände in Paris- Vor der Sitzung. (Von unserem Specialcorrespondenten.) Paris, 17. März. Die vom Centralcomitö der Zionsverbände einberufene Delegirtenconferenz findet endgiltig am 19. d. M. statt. Aus England, Deutschland, Oe st erreich sind bereits Delegirte hier, aus anderen Ländern werden solche erwartet. Ernst, Arbeitskraft und Machtmittel werden bei der Sitzung vertreten sein. Die Förderung der Palästina-Colonisation in großem Maßstab e soll nunmehr vor sich gehen. Schon Paris an und für sich ist der Sitz jener Persönlichkeiten, die Willens sind, die Palästina-Colonisation in großem Maßstabe durchzuführen, und jener Macht, die hiezu nothwendig ist, und die man nicht erst zu suchen braucht. Wir nennen nur in erster Linie den großen Zionssreund: Baron Edmund Rothschild. Die großen Verdienste desselben um die Colonisation Palästinas und seine immensen Opfer sind bekannt. Es ist aber nicht richtig, ihn als bloßen Wohlthäter hinzustellen. Baron Rothschild handelt unter dem Einflüsse eines großen Gedankens, und der ist, die Juden in inimer größeren Massen in das Land ihrer Ahnen zu bringen, um ihnen dort eine Existenzmöglichkeit zu schaffen und sie dort, wie seine Ansprachen an die Colonisten während seines jüngsten Aufenthaltes in Palästina bewiesen, ethisch und ökonomisch zu regeneriren. Allein Baron Rothschild, ein genauer Kenner der türkischen Verhältnisse, hält es nicht für nothwendig, Aufsehen zu erregen und Sensationen zu machen, ihm handelt es sich eben nicht um Reclame, sondern um die T h a t. So z. B. ist er seit längerer Zeit bemüht, den alterthümlichen Hafen in Cäsarea anzukaufen, um denselben neu herzurichten und zum Stapelplatz der jüdischen Einwanderung und des jüdischen Exports zu machen, eine That, deren Wichtigkeit für die Verwirklichung des zionistischen Gedankens geradezu immens ist. Die Sache war beinahe perfect, als die Reise des Deutschen Kaisers dazwischen kam und derselbe vom Sultan Cäsarea als deutsche Kohlenstation verlangte. Dabei werden sich natürlich gewisse Leute nicht nehmen lassen, zu behaupten, daß der Deutsche Kaiser der eifrigste Protector des Zionismus sei. Wir wollen jedoch hoffen, daß es dem Baron, der, unbekümmert um die Anfeindungen von gewisser „zionistischer" Seite, in der Durchführung des großen Werkes fortschreitet, auch gelingen wird, Cäsarea nebst anderen Concessionen, die ihm während seines letzten Aufenthaltes in Constantinopel versprochen wurden, zu erwerben. Baron Rothschild bemüht sich auch nach Möglichkeit, die galizische Colonie „Mach n ajim" zu fördern und er hat auch seinen Neuangestellten Jnspector Mr. Barbier, der in einigen Wochen nach Palästina abgeht, beauftragt, den Kaba'er Boden dieser Colonie in eine Oliven-Baumschule umzuwandeln. Eine zweite eminent wichtige Persönlichkeit ist: Mr. Rarciffe Leven. Seitdem er sowohl Präsidentder „Jewish ColonisationAssociativn" als auch des Centralcomitäs der Zionsverbände ist, hat er die vielfachen Millionen der Gesellschaft in den Dienst der Palästina-Colonisation gestellt. Abgesehen von den zahlreichen Subventionen an die bereits bestehenden Colonien, ist es ihm zu verdanken, daß die Jewish Colonisation Association jüngst 40.000 Dunam in Palästina (Sedzerah) angekauft hat, um dort palästinensische Juden als Ackerbauer anzusiedeln. Auf diesem Grundcomplex ist Platz für 400 Famllien. Soeben sind die Kuschans (Grundbuchs-Uebertragungen) eingelangt. Für die Errichtung der Colonie Sedzerah hat die „Jewish Colonisation Association" vier Millionen Francs bewilligt. Ich will nur noch nennen den Grand Rabbin de France Z a d o c Kahn, der beiden Comitss als Vorstandsmitglied angehört und für die Förderung der Colonisation eintritt, .Prof. Joses H a l 6 v y u. A. Zu diesen Männern werden sich dann bei der Sitzung noch hinzugesellen solche, die durch jahrelange opferwillige

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