Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 9 (3.3.1899)
- Date
- 1899-03-03
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 184 Vr. Vloch'r Wochenschrift! Nr. 9 H. P. Man sieht, wie sehr der tugendreine Herr G r e g o r i g Grund hatte, über die Gefahren zu jammern, von welchen arme christliche Mädchen in ihren Lohnplätzen bedroht sind. Freilich, begreift man weniger jetzt, warum G re g o ri g gerade von den jüdischen Lehrherren sprach. S. 8. Das Familienleben soll gewiß als heilig betrachtet werden. Vergessen Sie aber nicht, daß gerade die G r e g o r i g und Putscht es waren, die bei jeder Gelegenheit mit roher Brutalität das Familienleben aller Juden an griffen und besudelten. Das sollte Niemand, am allerwenigsten sollten aber Gesellen, die in einem Glashause sitzen, mit Steinen um sich werfen. H. D. Als Dr. Richter zum Bürgermeister gewählt wurde, veröffentlichte das antisemitische Blatt einen gemeinen, voll beit infamsten Details strotzenden Angriff auf das Familienleben des so ehrenhaften und charaktervollen Mannes. H. M. Die gehässigen, antisemitisch gefärbten Witze und Bilder in den „Fliegenden Blättern" fallen auch Anderen auf. Man kann nicht mehr sagen, daß das harmlose Witze sind, es liegt eine handgreifliche Tendenz darin. Uebrigens, wenn das den jüdischen Lesern und Inserenten des Blattes gefällt — uns gefällt es doch nicht. „Ego." Deroulöde galt immer für einen halbverrückten Gesellen und da war es wohl am Platze, daß er in der Dreyfus- Affaire zu einer führenden Rolle berufen war. M. N. Es wurde seinerzeit darauf hingewiesen, daß von den Haupträdelsführern gegen den Capitän D r e y f u s drei im Irren- Hause endeten. Dr. B. H. Sie brauchen gar nicht darüber zu staunen, daß D r u m o n t, dessen Bild man auch in Wien jetzt so häufig auf Ansichtskarten zu sehen bekommt, einen so prononcirt semitischen Typus verräth. Es ist ja bekannt, daß D r u m o n t jüdischer Abstammung ist. Juda Labiner iu Z. Wir bestätigen Ihnen, daß der Artikel über den verstorbenen Inspektor Landes von Ihnen eingesendet wurde. I. H. Es ist geradezu läppisch, wenn Dr. L u e g e r in demselben Momente, wo er von seiner Objectivität spricht, bekennt, daß er Schönerianer und Socialdemokraten nicht befördere. Ebenso notorisch aber ist es, daß die Juden immer und die Freisinnigen unter den Lehrern fast immer präterirt werden. Da bleibt von der Objectivität des antisemitischen Bürgermeisters nur eines übrig: er befördert die christlich-socialen Lehrer. Das ist wahr. Sie werden sogar befördert, wenn sie nicht die geringste Qualifikation hiezu mitbringen. Adele B. Die von den Antisemiten gemaßregelte Lehrerin Fräulein F. ist keine Jüdin. Allein sie ist eine human gesinnte, für alles Gute und Edle eintretende Dame. Das ist ein nicht viel geringeres Verbrechen. H. M. Der von der Journalistenloge des Gemeinderathes ausgewiesene Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse" ist kein Jude. Derselbe hat sich auch durch eine Reihe historischer Arbeiten, die alle von ruhiger nnd maßvoller. Gesinnung zeugen, ausgezeichnet. Heinrich L—p. Schon ein alter, deutscher Philosoph sagt: „Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gerne für die Religion f e ch t en und so ungern nach ihren Vorschriften leben. N. R. 8. Leider für uns ungeeignet. Kundmachung. Aus der Dr. Anton Bisenz’schen medicin. Facultäts Stiftung sind die aufgelaufenen Interessen per fl. 84 zu gleichen Theilen an zwei österreichische israelitische unbemittelte Doctoranden der Medicin an der k. k. Universität zu Wien zu verleihen. Zum Genüsse dieser Stiftung sind vor Allem Anverwandie der Familie Bisenz und Grünholz, sie mögen wo immer gebürtig sein, beraten. Von den Nichtanverwandten haben die in Nikolsburg, dann die in Mähren überhaupt geborenen Competenten den Vorzug vor Jenen, welche in anderen k. k. Kronländern gebürtig sind. Die Bewerber haben die bei Stipendiumsverleihungen überhaupt vorgeschriebenen Documente und ausserdem eine vom Decan der medicin. Facultät in Wien ausgestellte Bestätigung über die abgelegte erste strenge Prüfung in Betreff des dabei erhaltenen Calculs ihrem Gesuche beizuschliessen und dasselbe beim Wiener medicin. Doctoren-Collegium I., Rothenthurmstrasse 21 —23 bis längstens 15. März d. J. Mittags 12 Uhr zu überreichen. Nur die mit einem legalen Armuthszeugnisse versehenen Bewerbungsgesuche gemessen die Stempelfreiheit. Vom Wiener medicin. Doetoren-Collegium. Wien, am 22. Februar 1899. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Z. 1580 ex 1891h Concurs. In dem .Krankenhause der israelitischen Cultusgemeinde in Wien ist die Stelle eines Secnndararztes zu besetzen. Der Angestellte bezieht nebst freier Wohnung und Ver pflegung ein Jahresgehait von fl. 600. Bewerber müssen Doctoren der gesammten Heilkunde sein, Spitalspraxis nachweisen und dürfen das 40, Lebensjahr nicht überschritten haben. Die näheren Bestimmungen können in der Kanzlei der Cultusgemeinde eingesehen werden. Die mit den entsprechenden Dokumenten belegten Gesuche sind bis 12. März 1899 in dem Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock zu übergeben. Wien, am 26. Februar 1899. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Wien. Bestes israelitisches Kochbuch von.Wwe. Marie Kauders; Prämiirt au! den Kochkunst-Ausstellungen zu Frankfurt a. M., Hannover, Hamburg, Stettin, Prag und Triest, mit gold. und silb. Medail en. Dritte bedeutend vermehrte Auflage, enthaltend 800 Orig -Recepte (darunter viele vorzügl. bewährte Recepte zur Osler-Küche). Preis drosch, fl. — 90, cart. fl. I*—, elegant geh. fl. 110 gegen vorherige Einsendung des Betrages vom Verleger Jak. B. Brandeis m Prag, sowie durch alle Buchhandlungen zu beziehen. 188 -—ir^-r' ■ HOB bv s" . — vorzüglicher Qualität. Weissweine.per Liter 36, 40, 48 und 60 kr. 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Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht ausüben wollen, werden eingeladen, nach § 18 der Gesellschafts-Statuten ihre Aktien mindestens 8 Tage früher, d. i. bis 1. März 1899, bei der Allgemeinen Depositen-Bank in Wien (I. Bez., Schottengasse 1) zu hinterlegen. Der Rechnungsabschluss pro 1893 wird den zur General- Versammlung legitimirten Herren rechtzeitig zugesendet werden. Wien, den 22. Februar 1899. i86 Dei1 Verwaltung sralh. Barmizwah. Jacob Fried, Religionslehrer, und Frau, laden hiemit zu der am 11. März 1899 im Tempel zu Budweis stattfindenden Barmizwah ihres Sohnes Otto ein. 191 Herausgeber: Dr. Josef S. Dloch. — Verantwortlicher Redakteur: Robert Wolf. — Druck von 8. Beck S Sohn» Wien VIII.