Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 5 (3.2.1899)
- Date
- 1899-02-03
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 104 Dr. Bloch'» lVochrnschrist Nr. 5 anderen Volksstämme fremder Zunge, mit welchen der Ungar seine Freiheit theilte, deren Söhne er aus der Hörigenschaft befreite und auf seinem Boden zu Herren machte, die Waffen gegen Ungarn erhoben, brachte der hebräische Stamm der ungarischen Nation Gut und Blut, sein Vermögen und seinen Geist zum Opfer für die Bertheidigung der verfaffungmäßigen Freiheit; jener hebräische Stamm, welchen die Gesetzgebung allein außerhalb der Schanzen der Verfassung vergessen hat, jenes jüdische Volk, welches allein kein Bürgerrecht, keine Gleichheit unter den Millionen dieses Vaterlandes erhalten hat, welches aber dennoch sein Vaterland liebte. Die zahlreichen Daten dieser bewundernswerthen Vaterlandsliebe finden wir in diesem Buche gesammelt. Ich, der ich die glorreichen und traurigen Ereignisse dieser lehrreichen Vergangenheit in der unmittelbaren Nähe der damaligen leitenden Kreise miterlebt Habe, kann nur bezeugen, daß diese Daten wahr sind. Die Geschichtsliteratur schuldet der Hand, welche sie gesammelt und gesichtet hat, Dank. Das ungarische Publicum wird viele beherzigenswerthe Lehren aus ihnen ableiten. Den ungarischen Juden aber wird das befolgenswerthe Beispiel ihrer Altvordern wie die biblische Feuersäule voranleuchten. Heil dem Leser!" Da das Werk in kurzer Zeit auch in deutscher Sprache erscheinen wird, wären dem Versaffer noch unberücksichtigt gebliebene Daten sehr erwünscht. Briefkasten. A. H. (ll. Bez.). Auf die Leute, von denen Sie sprechen, paßt das Wort Lichtenderg's, als wäre es eigens für sie gemünzt : „Der Mensch ist ein solches Wunder von Seltsamkeit, daß ich überzeugt bin, es gibt Leute, die oft meinen, sie glaubten etwas und glauben's doch nicht, die sich selbst belügen, ohne es zu wissen, und Dinge einem Anderen nachzumeinen und nachzufühlen glauben, die sie ihnen blos nachsprechen." Arthur B. Sie construiren einen Zusammenhang zwischen den zwei Thatsachen, daß die Parteifieunde G r e g o r i g's und Pursch t's, denen die französische Sprache womöglich noch fremder als die deutsche ist, zu den Verehrern der Madame G Y p zählen, die Romane veröffentlichte, die von haarsträubenden Zoten strotzen. Wir können Ihnen nicht widersprechen. Abonnent. Die Wiener Antisemitin Frau Platter war es, die eine geharnischte Rede gegen Zola hielt, aber wir wissen platterdings nicht, wie diese Dame über die Moralhelden in dem eigenen Parteilager denkt. M. B. Der Pfarrer D i t t r i ch, von dem man sich die curiosesten Geschichten in der Leopoldstadt erzählt, ist längst von Berga n i abgefallen. Mit dem Dittrich hatte der Herausgeber des „Deutschen Volksblatt" jedenfalls mehr Glück im II. Bezirk, als ohne ihn. G. B. Der betreffende Spaß, daß Wolf schon darum nach P e n i z e k greifen wollte, weil das Wort „Penizek" so viel wie „Kleingeld" bedeutet, wurde in Abgeordnetenkreisen colportirt. Anton B. (Gymnasial schüler). An die harmlose Neigung des Herrn Bergan i, „ohne" den Dativ regieren zu lassen, haben wir uns bereits gewöhnt. Solche kleine Freiheiten darf sich ein deutscher „Schriftleiter" von der Bedeutung Vergani's schon gestatten. A. N. Sie ftagen, wieso es denn käme, daß ein so gelehrter Mann, wie Dr. S i l b e r st e i n es war, derlei crasse Unrichtigkeiten über das alte Testament niederschreiben konnte. Nun, Silberstein gehörte zu den vielen Gelehrten jüdischer Abstammung, die auf vielen Gebieten des menschlichen Wissens zu Hause waren, die aber mit dem Judenthum, seiner Religion und seiner Geschichte sich nicht beschäftigten. n. Lord Beaconsfield hat sich stets seiner Abstammung gerühmt und es ist keine Legende, daß er einem adelsstolzen Lord im Parlamente zurief: „Meine Ahnen" waren hohe Priester im Tempel zu Jerusalem, als die Eueren noch als Wilde in den Wäldern hausten. A. H—k. Die Deutschnationalen, die allem Jüdischen aus dem Wege gehen wollen, folgen nur ihren berufensten geistigen Führern, wenn sie der katholischen Kirche den Rücken kehren. Das „Vaterland" und seine hochmögenden Patrone, die so lange mit vergnügtem Schmunzeln die infame Hetze gegen das Judenthum und seine Religion assistirten, sind jetzt über den Ruf „Los von Rom" entsetzt, aber sie können sich nicht von dem Vorwurfe fteisprechen, daß sie dazu beigetragen haben, auch dieser Strömung die Wege zu ebnen. Albert H. Wie das „Deutsche Volksblatt", welches angeblich gegen die „Schwindelinserate" zu Felde zieht, ein Inserat bringen kann, wonach 100 Liter Wein L 4 fl. 60 kr. zu kaufen sind? Nun, der Wein wird gewiß von der köstlichsten Marke sein, denn Vergani selbst trinkt bekanntlich nur die besten Weine. H. B. in Br. Abonnement bis 30. März 1899 bezahlt. Z. Hammer in Z. Nicht gezogen. Lnd. Negro. Maccabäerbuch. Mehrere Bürger in Innsbruck. Sie meinen, daß der Name des jüdischen Landesschulrathes für Tirol und Vorarlberg bei Ihnen sehr interessiren würde und wollen daraus, daß Sie diesen Namen nicht kennen, deduciren, es sei ein „geheimer" Landesschulrath. Wir empfehlen Ihnen nun, den erstbesten Aiiitskalendcr Ihres Landes in die Hand zu nehmen und Sie werden den Namen erfahren. Er lautet: Dr. S. M. S t e i n a ch, prakt. Ärzt und Cultusvorstand in Hohenems. üttarienbader israel. Curhospital. Bewerber um die Aufnahme in das Marienbader israel. Curhospital während der heurigen Saison haben ihre Gesuche unter Ausweis der Dürftigkeit und ärztlichen Atteste bis SdF” 1. März 1899 an die Direction in Prag zu Händen des Herrn Alfred Bondy, Prag, Bolzanogasse Nr. 3, zu richten. 168 Prag, im Jänner 1899. Das Comite. Concurs. In der Synagoge nach poln.-jüd. Ritus ist die Stelle eines Tenoristen m mit klangvoller und coloraturfähiger Stimme zu beseizen. Bewerber müssen musikalische Bildung besitzen, um gleichzeitig die Stelle eines Chordirigenten ausfüllen zu können. Gehalt nach Uebereinkommen. Nur sohriftliche Offerte mit Zeugnisabschriften, welche nicht rückgesendet werdtn, sind einzusenden an Obercantor Schorr, II., Horminengasse 6. Eine Norddeutsche, Israelitin geprüft als Lehrerin und Schulvorsteherin, ertheilt Unterricht in allen Fortbildungsgegenständen, wie deutsche Literatur, Stil, classische Lectüre, Geschichte, sowie auch in der französischen und englischen Sprache. Auskunft erlheilt gütigst Frau Gäcilie Adler, IX. Bezirk, Wasagasse Nr. 8. g. Gonfirmanden-Unterricht. Der Vorotand bringt zur Kenntnis, dass der alljährlich in den Gemeinde-Tempeln stattfindenden Confitmation der israelitischen Mädjchen ein Confirmanden-Unterricht vorausgeht. Die Tüeil-iahme an diesem Unterricht steht solchen Mädchen frei, welche das 14. Lebensjahr erreicht haben. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden demgemäss eingeladen, ihre Töchter, bezw. Mündel zu veranlassen, sich bei ihrem betreffenden Religionslehrer wegen Theilnahme am Confirmanden-Unterrichte zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Unteirieht gemessen, und über Wunsch der Ettern oder Vormünder confirmirt werden sollen, sind im Secretariate der israel. Cuitusgemeinde bis 20. Februar d. J. anzumelden. Wien, im Februar 1899. Der Vorstand der israelitischen Cuitusgemeinde. . m52pnrhfpn<imprfh f Wer einem streng religiösen, junge t/avumivnswvrtu i Manne die Stelle eines I. Cantors "^l—(womöglich mit Orgel) verschafft erhält nach Unterzeichnung des Contra tes 300 Kronen ö. W. für die Bemühung. Derselbe verfügt über eine herrlich geschulte, ungewöhnliche Barytonstimme, ist bescheidener Componist, und kann auch in einer Hochschule als tüchtiger Oesangsmeister functioniren. — Gefl. Zuschriften sind unter Chiffre „Ober-Cantor 29“ an die Expedition des Blattes zu richten, 172 Zur gefälligen Beachtung. Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten» welche noch mit der Nbonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhrbung derselben von uns versendeten Postausträgr gefälligst honorirrn zu wollen. Die Administration. Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redakteur: Robert Wolf. — Druck von L. Beck # Sohn» Wien VIII,