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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-01-06 · 1 (6.1.1899) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
1 (6.1.1899)
Date
1899-01-06
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. i Vr. Vloch's Wochenschrift. Seite iS Dr. Hoffmann, welche Jung und Alt in jenen Räumen vereinigte. Aus den begeisterten Worten der vielen Redner des Abends klang die Freude über das Erreichte heraus und die Dankbarkeit und Ehrfurcht gegenüber den Größen des Geistes, welche zum Segen des Judenthums am Seminar wirkten. London. Die irdischen Ueberreste des Barons F. v. Rothschild wurden am 22. December an der Seite seiner Gattin in dem Mausoleum des Weft-Stam-Friedhofes zur ewigen Ruhe bestattet. Die Leiche war in einem Oraun aus eichenem Holz. Der Trauerzug verließ das Schloß des Verstorbenen, Piccadilly 143, ungefähr um 9 Uhr 15 Min. Vormittags. Seitens der Familie waren alle Vorbereitungen getroffen, um die religiösen Vorschriften in gewissenhafter Weise zu vollziehen, so daß das große Publicum keine Kenntniß davon hatte, zu welcher Stunde die Beerdigung stattfinden würde. Der Leichenwagen war ein einfacher, geschloffener Wagen, ohne prunkvolle Ausstattung und ward von Pferden gezogen. Die Trauernden versammelten sich in der Bibliothek und verließen das Haus in folgender Reihenfolge: Lord Rothschild, Baron Albert v. Rothschild in dem ersten Wagen, Baron Edm. v. Rothschild und Baron George v. Rothschild und Leov. v. Rothschild in dem zweiten Wagen. Baron James v. Rothschild, Lord Battersea und Mr. Goldfchmid in dem dritten Wagen und der Vorsteher und Secretär der Great Portlandstreet Synagoge Cantor Hart und Gordon in dem vierten Wagen. Lord Roseberry folgte in seiner eigenen Eguipage. Eine große Anzahl Equipagen folgten, u. a. Mr. Ascher, erster Präsident des Obersten Gerichtshofes. Die Polizei trug hauptsächlich Sorge dafür, daß sich dem Zeichenzug kein Hinderniß in den Weg stelle; dasselbe verursachte keinerlei Aufsehen. Erst am östlichen Stadtthor hatten sich eine ungemein große Anzahl Menschen aufgestellt, die den letzten Tribut der Hochachtung dem Dahingeschiedenen zollen wollten. Gegen 12 Uhr kam der Zug im Friedhof an, woselbst 40 Polizisten Spalier bildeten. Die Leiche wurde sogleich in die Capelle getragen und auf eine Bahre gestellt, woselbst sich alsdann die functionirenden Beamten Hart und Gordon, sowie sämmtliche Trauerreden, denen sich Herr F. Knollys, als Vertreter des Prince of Wales, Herr C. R. Spencer und Herr E. Hamilton angeschlossen hatten, aufstellten. Nachdem die Gebete gesprochen, wurde der Oraun zum Mausoleum gebracht, wo das Grab hergerichtet worden war. Nachdem die Leiche in die Gruft gesenkt, warfen Lord Rothschild, Baron Albert v. Rothschild, Herr Leop. und Baron Edmund v. Rothschild die ersten Schollen Erde in das Grab. Das Mausoleum, in dem die Leiche ruht, ist ein runder Bau aus weißem Marmor, in der Mitte des Friedhofes, der von korinthischen Säulen überragt wird. Zahllose Blumen, darunter viele, die von wunderbarer Schönheit waren, wurden in 4 Wagen nach dem Friedhofe gebracht. Zwei Kränze, welche die größte Aufmerksamkeit erregten, waren die des Prince of Wales und der Alexandra Princess of Wales. Die Inschrift ihres Kranzes lautete: „Für Baron Ferd. Rothschild, zur Erinnerung an unseren verlorenen theuren Freund." Ein anderer trug die Widmung: „Als ein Zeichen aufrichtiger Freundschaft von Prince und Princeß of Wales." Ebenso sandten der Herzog und die Herzogin von Sutherland, Lord und Lady Feversham, Alexander und Schömberg Mc. Donnell die wunderbarsten Palmen mit den herzlichsten Widmungen. Viele Gesandten, Botschafter, Minister, sowie die gesammte Haute-Finance Londons hatten Blumen, Palmen oder Kränze gesandt. Am Nachmittag wurde in der Hauptsynagoge, Great Portlandstreet, ein Trauergottesdienst abgehalten, dem nicht nur die nächsten Verwandten und die Führer der israelitischen Gemeinde, sondern auch der Prinz von Wales, sowie die erlauchtesten Vertreter des englischen Adels, Mitglieder beider Parlamente beiwohnten. Auf der Galerie saßen Prinzessin Louise, Lady Rothschild und Lady Battersea. Der Prince of Wales saß in der Mitte der Synagoge, an seiner Seite Lord und Baron Albert von Rothschild aus Wien. Zum zweiteni male besuchte der Prince of Wales den Tempel (das erstemal anläßlich der Trauung des Barons Leop. Rothschild im Jahre 1881). Oberrabiner Dr. Adler hielt eine kurze Rede, in der er einen ergreifenden, tiefempfundenen Nachruf dem Verstorbenen widmete und ein Bild des Verblichenen entwarf, der sich so ganz seiner Gemeinde hingab. Dr. Adler erinnerte in seinem Nekrologe an eine Preisvertheilung in der Armenschule, woselbst Baron Rothschild den Vorsitz führte und den Kleinen in Begeisterung die Worte zurief: „Vergesset niemals, so lange ihr lebet, daß Ihr Juden und Jüdinnen seid, aber gleichzeitig seid stolz, daß ihr Engländer und Engländerinnen seid, dazu berufen, werth der Freiheiten zu sein, die eure Vater für euch erlangt, und auch derjenigen werth, die den Namen Großbritanniens durch die ganze Welt getragen haben!" Richmond, 14. December 1898. Die vereinigten hebräischen Gemeinden Amerikas hielten hier ihre fünfundzwanzigiährige Wanderversammlung, ihr silbernes Jubiläum ab. Delegaten aus dem kalten Norden, aus dem tropischen Süden, sowie aus den Städten des Ostens und auch der Küste des Stillen Oceans gaben sich hier ein Stelldichein. Wie das hierzulande Sitte ist, wurde die Versammlung vom Mayor, d. i. Bürgermeister von Richmond, Ston. Richard, M. Taylor warm begrüßt. Von den stattgehabten Verhandlungen sei die Ädrschaft des Präsidenten der vereinigten amerikanischen Congregationen Mr. Freiberg Erwähnung gethan. Er sprach: Mit einem Herzen voll des Dankes gegen unseren himmlischen Vater, den Gott Israels, der nicht schläft und nicht schlummert, sondern Wache hält über fein Volk, begrüße ich Euch zu unserem 16. Concilium, zu gleicher Zeit das silberne Jubiläum der Union, und begrüße Euch mit denselben Worten wie am 8. Juli 1873: Gesegnet sind, die Ihr da kommet im Namen des Herrn. 25 Jahre sind verflossen, seitdem die Union der amerikanisch-hebräischen Gemeinden zu Stande kam, beinahe allein zu dem Zwecke, ein Seminar zu schaffen und zu erhalten, worin die Rabbiner erzogen werden sollten, welche die Kanzeln derjenigen Gemeinden ausfüllen sollen, die mr Union gehören. Wir sind heute hier versammelt, die Berichte der verschiedenen Beamten der Union und des Colleges zu empfangen, ferner Berichte der verschiedenen Organisationen, welche unter den Auspicien der Union stehen, und besonders die Feier des silbernen Jnbua.-.ms zu begehen, in Danksagung für all den Segen, den Er gnädig uns bescheert, an uns allen den Nachkommen Abrahams, die da leben in unserem gesegneten Lande und der ganzen Bevölkerung mit dem Segen einer reichen Ernte, mit dem Segen des Friedens, dessen wir uns wieder nach kurzer Unterbrechung erfreuen, und über alles den Segen der religiösen Freiheit, die zu genießen wir fortfahren. Und kein geeigneterer Ort könnte ausgewählt werden, das zu erklären, als der Boden des Staates, der die Heimat der größten Helden der Religionsfreiheit gewesen: George Washington und Thomas Jefferson. ..Das Andenken der Gerechten ist ein Segen." Lasset uns einstimmig wiederholen: „Danket dem Herrn, er ist gütig, denn seine Güte und Barmherzigkeit währet ewig!" Der Redner ergeht sich nun in Details der von der Convention vorzunehmenden Arbeiten. Im weiteren Verlaufe der Arbeit wurde die zionistische Bewegung als gemeinschädlich erklärt und die Frage einem Dreier-Comite übergeben, bestehend aus den Herren Dr. P h i l l i p s o n, Simon Wolf und Dr. Jos. Krauskopf, Männern klaren Kopfes und warmen Herzens für das Judenthum. Wenn ich deren Bericht zu Gesicht bekomme, sollen Sie eine getreue Uebersetzung desselben erhalten. — Erlassen Sie nur die Berichte der großen Festlichkeiten, die zu Ehren der Convention veranstaltet wurden, und auch Auszüge der andere Materien behandelnden Debatten dürsten Ihre geschätzten Leser weniger interessiren. Alles in Allem ist diese Veranstaltung ein Kidush haschem gewesen. Chicago, 16. December 1898. Unsere reichen Israeliten veranstalteten einen Chanukabazar zum Besten des hier neugegründeten Waisenhauses. Der Zweck wurde erreicht: über 100.000 Dollars Reinertrag, die zur Erziehung unserer armen Waisenkinder verwendet werden. St. Louis, 9. December 1898. Die Jsrealiten hiesiger Stadt hielten diese Woche einen Wohlthätigkeitsbazar ab. der einen Reinerttag von etwa 50.000 Dollars einbrachte. Das Geld fällt den vereinigten Wohlthätigkeits-Gesellschaften von St. Louis zu. Gar viele Bedürftige warten aus Hilfe.

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