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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-16 · 50 (16.12.1898) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
50 (16.12.1898)
Date
1898-12-16
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Nr. 5() <öeite 9^4 Dr. Blo^r's Wochenschrift. wurden jedoch in Oesterreich an diesem Tag diele Hunderte überaus vortreffliche Reden gehalten. Eine meisterhafte Predigt ist durchaus kein besonders herauszustreichcNder Ausnahmsfall — glücklicherweise. Die jüdische Kanzel der Gegenwart verfügt über sehr, viele bedeutende Redner. Wollten wir alle diese Predigten — Noch dazu „ungekürzt", wie Sic verlangen — drucken, diese Nummer miißte in mehreren Folio-Bänden erscheinen! „Junger Dichter" in B—a. Ihr Poem wird ja jedenfalls gut gemeint gewesen sein. Wir empfehlen Ihnen jedoch dringend, die Allerhöchste Cabinetskanzlei mit Versen unbehelligt zu lassen, wie: „Heil rufet dem edl'n gut'n Kaiser, Austria, du flechte goldene Lorbeerreiser, Niemals war ein Herrscher edler und weiser Er verdient wahrlich die höchsten — Preiser!" Und wir haben noch nicht die ärgste Strophe herausgehoben! „Preis" in dieser Bedeutung kennt keinen Plural, junger Musensohn! „Mehrere Gymnasiasten." Daß Ihr Herr Director bei seiner Ermahnung an alle Schüler, sich auf dem Weg zum Gotteshaus sittsam zu benehmen, hinzuftigte: „besonders aber die Israeliten", läßt noch nicht unbedingt aus die antisemitische Gesinnung Ihres Lehrers schließen. Es war vielleicht nur nicht taktvoll von ihm, Sie vor den Studiengenoffen anderer Confession zu beschämen! „Eia jüdischer Pole", Brody. Es ist nicht unsere Sache, die Vertheidigung des ehemaligen Abgeordneten Pernerstorfer zu führen, welcher von der Wol,'scheu „Ostdeutschen" wüthend angesallen wurde, weil er an der Mickicwicz-Feier am 8. d. M. in Wien theilgenommen. — Ueber Mickiewicz und die Juden sind in unserem Blatte wiederholt orientirende, literar-historische Arbeiten publicirt worden. „Reu- und Witzbegierig." Die Behauptung, daß die Seligen, derer das Himmelreich ist, zur Erhöhung ihrer Wonnen die Qualen der in der Hölle Verschmachtenden sehen werden, findet sich bei Thomas de Aquino. „Freund des Blattes", Prag. Die Liste der aus Anlaß des Regierun^s-Jubitäums Sr. Majestät ausgezeichneten Glaubensgenossen erhob keinen Anspruch aus Vollständigkeit. Dr. Med. Arthur R Jawohl, der _ Ehren-Obligationär arbeitet jetzt heftiglich in Humanität. Er hat sein Herz für die leidende — Thie.heit entdeckt und läßt jetzt vielspaltige Feuilletons gegen die Vivisection vom Stapel. Aber für das Schußgeld aus Juden seines würdigen Freundes Schneider ist er nach wie vor. „Äbouneut in Paris." „Le Siecle" vom 17. November bringt eine neue (vom Mai bis October d. I. reichende) Sammlung von Witzblatt-Caricaturen über die „Affaire Dreysus" in der geschickt geordneten Zusammenstellung von I. Grand-Carterret, die erkennen läßt, mit welcher Schärfe man in England und Amerika, in Deutschland und Italien, in Russisch-Polen und in Spanien die französische Rechtsbeugung der Lächerlichkeit preisgibt. In der Einleitung heißt es: „Daß in der ganzen Welt nur ein einziges Witzblatt gewagt hat, die Sache des Genermstabs zu verthcidigen, der „Menü" in Wien, „organe anti-semile. judenfresser, mangeur de juil's.“ Ein Kikeriki, nach dem wohl bald kein Hahn mehr krähen wird." Pilse«, Jg. R Erhalten, jedoch zum Abdruck ungeeignet. E. L. VI. Der 17. December 1883 war Montag der 18. Kislev 5644. Billige Silberwaaren. Wie alljährlich veranstaltet der rührige Silberarbeiter Herr Max Schwarz auch heuer in seinen großen Localitäten im 1. S t o ck Mariahilferstraße 29 eine Ausstellung von modernen und billigen Silberarbeiten aller Art von 2—1000 sl. und da auf jedem Stück der Preis ersichtlich gemacht ist, keinerlei Kaufzwang existirt, so verlohnt es sich wohl, einen Blick in diese Ausstellung zu werfen, es wird gewiß Jeder seine vollste Befriedigung finden. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Kundmachung. Der vom Cultusvorstande in der öffentlichen Sitzung vom 41 December 1898 festgestellte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Cultusgemeinde, sowie sämmtlicher unter der Verwaltung der Cultusgemeinde stehender Fonde und Anstalten für das Verwalüungsjahr 1899 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Secretariate der Cultusgemeinde, I. Seitenstettengasse 4, II- Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf. Die Gemeiudemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Cultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Wien» 9. December 1898. Der erste Secretär; Der Präsident: Dr. Theodor Lieben. H. Klinger. Für eine Mazzesbäckerei werden zwei jüdische Schlosser acceptirt. Offerte unter Angabe der bisherigen Thätigkeit und Taglohn, unter „A. B.‘, Post Stefaniestrasse. 117 Kundmachung. Jakob Kuffner’sche Stipendiumstiftung flir mittellose Vorzugsschüler an Gymnasien und Hochschulen aus Döbling. Vom Studienjahr 1898/99 an kommen zwei Jakob Kuffnersehe Stipendien, und zwar eines für einen mittellosen vorzüglichen Gymnasiasten christlicher Confession im Betrag von 100 11. und eines für einen mittellosen Hörer mosaischer Confession an Wiener Hochschulen per 150 fl. zur Verleihung. Anspruch auf die vorerwähnten Stipendien haben auf Grund der stiftbrieflichen Bestimmungen, und zwar auf das ersterwähnte: G ymnasiaste n 1. Des Gymnasiums in Ober-Döbling, a) welche früher nach Ober-Döbling zuständig waren, eventuell b) welche im XIX. Bezirk geboren oder dort wohnhaft sind. 2. In Ober-Döbling zuständig gewesene oder im XIX. Bezirk geborene oder daselbst wohnhafte Schüler eines anderen Wiener Gymnasiums. Auf das zweiterwähnte Stipendium Hochschüler 1. welche nach Ober-Döbling zuständig waren, eventuell 2. welche überhaupt im XIX. Bezirk geboren oder daselbst wohnhaft sind. Die Stipendien werden auf die gesetzliche Studiendauer, jedoch mit der Bedingung verliehen, dass die Stipendisten in jedem Schuljahr die im Stiftungsbrief enthaltenen Voraussetzungen nachzuweisen haben. Bewerber um eines dieser Stipendien haben ihre mit den erforderlichen Nachweisen belegten Gesuche bis längstens 25. Decetnber I. J. beim Wiener Magistrate einzureichen. Auf verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Nur die mit einem Armuthszeugnisse versehenen Gesuche sind stempelfrei. W i e n, am 22. November 1898. M “ ' ' äer t L BeichshanDt- Ed Residenzstadt. Josef Spitzer’sche Stiftung. Der Unterzeichnete Vorstand verlautbart hiemit, dass aus den Zinsen der Josef Spitzer’schen Stiftung ein Betrag von zusammen ü. 120 an drei oder vier in Wien wohnhafte arme, des Ernährers beraubte jüdische Familien zur Vertheilung gelangt. Die Bewerber, beziehungsweise Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise darüber, dass der Ernährer, sei es durch Tod oder durch Krankheit oder durch sonstige Umstände der Familie entzogen ist, sowie mit einem Armuthszeugnisse versehenen Gesuche bis 31. December d. J. im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I. Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr zu überreichen. Gesuchsblanquette sind im Einreichungsprotokolle unentgeltlich zu beheben. Auszüge aus den Geburts-, Trainings- und Todesmatrikeln der israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbeilagen nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, ain 1. December 1898. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. CONCURS. Iii der hiesigen Cultusgemeinde ist die Stelle eines Rabbiners und Predigers zu besetzen. Gesuche mit dem erforderlichen Nachweise der allgemeinen Bildung (Maturitätszeugniss, Doctorsdiplom), sowie der specieUen theologischen Vorbildung nach Massgabe der diesbezüglichen besonderen Vorschriften und der'Befähigung zum Religionsunterrichte für Mittelschulen sind bis 1. Februar 1899 an den gefertigten Cultusvorstand einzusenden. Als Gehalt sind mit dieser Stelle fl. 1000 und fl. 400 Wohnungsbeitfag eventuell Naturalwohnung festgesetzt. Es wird noch bemerkt, dass der Rabbiner unserer Gemeinde auch die Obliegenheit hat, sich in Gemeinschaft mit dem bestellten Religionslehrer am Religionsunterrichte an den hiesigen Bürger- und Realschulen zu betheiligen. Cultusvorstand Göding, am 7- December 1898. ns Der Cultusvorsteher: Wilhelm Lechner. Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redacteur: Robert Wolf. — Druck von R. Kamus & Eo., Wien, VI. Theobaldg. 7,

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