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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-09 · 49 (9.12.1898) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
49 (9.12.1898)
Date
1898-12-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Blvch's Wochenschrift. einzelnen Todesfällen und unterstützt schließlich den Antrag Stiaßny. Derselbe wurde einstimmig angenommen. Der Präsident kais. Rath Heinrich K l i n g e r spricht dem Referenten kais. Rath Moriz Hirsch für seine außerordentliche Mühewaltung, seinen emsigen Fleiß den Dank der Collegen aus. (Lebhafter Beifall.) Referent kais. Rath Moriz H i r s ch bittet die Collegen, ihrerseits zu verhüten, daß Ueberschreitungen des Budgets stattfinden. Darin werde er den schönsten Dank der Collegen erblicken. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident kais. Rath Klin g er erklärt hienach die öffentliche Sitzung für geschlossen. Wien. Der Einzelverband „Zion" im X. Bezirk hielt Donnerstag den 1. December in Oczcret's Gasthaus eine größere Sitzung ab, an welcher nebst vielen Anderen auch der dortige Rabbiner Herr D. Löwy theilnahm und bei der es an Ausfällen gegen Sie und die „Oesterreichische Wochenschrift" seitens des Präsidenten Dr. Max Rosenthal nicht fehlte. Schon wollte ich dem Herrn Präsidenten diesbezüglich meine Meinung freimüthig sagen, als sich ein Herr Namens Jac. S. Straßberg _ zum Wort meldete und gegen jene Ausfälle energisch protestirte, indem er darauf hinwies, welche Verdienste sich Herr Dr. Bloch und die „Oesterreichische Wochenschrift" um das Judenthum erworben haben. Redner gebrauchte auch einen drastischen Beweis, da er meinte, daß, als Herr Dr. Herzl noch nicht wußte, daß er einen so langen Bart bekommen werde, schon Herr Dr. Bloch als Vorkämpfer für die gute Sache des Judenthums in den ersten Reihen ruhmvoll gestanden habe. Außerdem suchte der Redner mit Bezugnahme auf das zionistische Programm nachzuweisen, daß die Juden, wenn sie, statt sich dem Handel zuzuwenden, Ackerbauer würden, nicht erst nach Palästina gehen müßten, sondern dies auch in den Ländern thun könnten, wo sie sich befänden. In Palästina wären weder Garantien noch Aussichten auf solche vorhanden, vielmehr ist zu besorgen, daß die Juden, nachdem sie im Schweiß ihres Angesichtes den harten Boden urbar gemacht, wieder aus Palästina vertrieben würden — nach der heutigen Sachlage. 'Als nun Herr Straßberg unter lebhaftem Beifall seine Auseinandersetzungen beendet hatte, ging ich meines Weges. Für die Wahrheit des Obgefagten verbürgt sich ein langjähriger Abonnent Ihres Blattes. L. A. Anmerkung der Redaction: Herr Jacob S. Straßberg ist Vorstandsmitglied des Zion-Vereines. Floridsdorf. Am 27. d. M. fand unter dem Vorsitz Seiner Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners Dr. M. Rosenmann die Religionslehrer-Conferenz der Bezirks-Cultusgemeinde Floridsdorf statt. Der Herr Vorsitzende begriißte Herrn Obmann Max 'Neumann als Vertreter der Gemeinde und die vollzählig erschienenen Lehrkräfte, worauf als erster Punkt der Tagesordnung der neu vorgelegte Religionslehrplan für Volksschulen in Verathung gezogen und nach beendigter Debatte, an welcher sich die Herren Löw, Ehrenfest scn. u. jun., Eigner, Ritter, Zelinka und Loinger betheiligten, an folgenden Leitsätzen festgehalten wurde: 1. Als minimale Unterrichtszeit werden 2 Stunden für die Woche angesetzt. 2. Um. das Hebräisch-Lesen in der Volksschule zu erleichtern, ist daselbst die Bedeutung des dagesch i'orte, ebenso die des Nanek kleb, wie auch der Unterschied zwischen Schwa movens und Schwa quiescens, wenn sie allein in der Mitte des Wortes stehen, nicht zu berücksichtigen. 3. Der Geschichtsunterricht in der Volksschule muß sich bis zur Neuzeit erstrecken. Bei demselben ist der Hanptnachdruck aus folgende Punkte zu legen: Geschichte der Patriarchen, Aufenthalt in Egypten, Gesetzgebung, Zug durch die Wüste, Eroberung des Landes, David, Salomo, Theilung des Reiches, Untergang des 1. und 2. Reiches, Rückkehr aus dem Exyl, Zerstörung des Tempels durch Titus, Makkabäer, Zerstreuung, Neuzeit. Das Mittelalter und die Neuzeit sind genau durchznnehmen; jedoch haben die Namen der verfaßten Werke zu entfallen. 5. Die Morallehre hat sich an die Geschichte und an das Gebetbuch anzuschließen. 0. Die Elementarbegriffe der Grammatik sind nur im Anschluß an die Übersetzung zu lehren. «eite 90i Als Lehrbuch dient dem Geschichtsunterricht die biblische Geschichte von I. Mautner und S. Kohn nach den vorgenommenen Kürzungen und Streichungen, namentlich in der Periode der Richter, der Könige und des babylonischen Exils. 'Nach Erledigung der übrigen Programmpunkte wurde beschlossen, daß die Mitglieder zur Abhaltung eines Referates bei der jeweiligen Conferenz verpflichtet sind. Friedek-Mistek. Nach der am 2. d. M. stattgefundenen außerordentlichen Festsitzung des Cultnsausschusses, bei welcher die Absendung eines speciellen Huldigungstelegrammes an Seine Majestät den Kaiser im Wege der Allerhöchsten Cabinetskanzlei beschlossen wurde, begaben sich der Vorsteher und Vorsteherstellvertreter deputativ zu denr Herrn Bürgern!elfter in Friedek, als den Chef der politischen Magistratsbehörde, um persönlich die Glückwünsche mit der Bitte darzubringen, dieselben an die Stufen des Allerhöchsten Thrones gelangen zu lassen. Nachmittags halb3 Uhr fand ein specieller Jugendgottesdienst für sämmtliche Schüler aller llnterrichtsanftalten in Friedek und Mistek statt, bei welchem Se. Ehrwürden Herr- Rabbiner Dr. A. L e i m d ö r f e r eine auf das Gemüth der Schuljugend einwirkende Ansprache hielt: hierauf begab stch die gesammte Schuljugend in das Schullocal, wo auch der Vorstand und der Cultusausschuß, sowie die Leitung des israelitischen Frauen-Wohlthätigkeitsvereines und zahlreiche Damen und Herren sich versammelten; hier wurde nach einerkurzen, patriotischen Ansprache des Herrn Oberlehrers Krauß an sämmtliche Schulkindereine für diesen Festtag erschienene Jubiläumsbroschüre vertheilt und sodann durch den Franen- Wohlthätigkeitsverein alle armen Schüler mit vollständigen Winterkleidern, Wäsche und Beschuhuug reichlich betheilt. Ebenso wurden durch den vorbenannten Verein alle israelitischen Armen im ganzen Sprengel der Cultusgemeinde mit namhaften Geldspenden, sowie mit Kohle und Holz für den Winterbedarf bedacht, welche Wohlthätigkeitsacte durch diesen Verein eine Gesammtsumme von nahe fl. .700 erreichten. Außerdem errichtete in hochherziger Weise die Firma Brüder N e u m a n n eine Kaiser Franz Jofefs-Jubiläum-Armenftiftung im Betrage von 2000 Kronen, deren Zinsen alljährlich am 2. December an vier israelitische Arme zur Vertheilung gelangen. Um dreiviertell Uhr fand im Beisein des Herrn k. k. Bezirkshauptmannes Spengler aus Mistek, des gesummten Magistrates von Friedek, sämmtlicher k. k. Behörden, Gemeindevorstände, Gemeinderäthe und Schulbehörden von Friedek-Mistek und Coloredov, sowie der Veteranen-, Feuerwehrvereine und aller Corporationen beider Schwesterstädte untervollzähliger Betheiligung aller Cultusgemeindemitglieder die feierliche Grundsteinlegung zu dem von der Cilltusgemeinde aus Anlaß dieses Jubiläums zu erbauenden Schul- und Gemeindehanse statt, bei welcher der Vorsteher Herr Hermann Löw alle Erschienenen mit warmen Worten begrüßte und an dieselben eine von innigster Loyalität und wahrhaftem großen Patriotismus durchwehte Ansprache hielt. Hierauf fand in dem festlich erleuchteten und geschmackvoll decorirten israelitischen Tempel der specielle Feftgottesdienft statt, bei dem Herr Obercantor S. Weiß eine Jubelhymne zum Vortrage brachte und Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Tr. Leimdörfer eine erhebende Festpreoigt hielt. In Neu-Sandez hat der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde über Antrag des Vorstehers Herrn Aron Nebenzahl beschlossen, ein neues israelitisches Krankenspital anzukaufen, zu welchem Zwecke fl. 3000 votirt wurden. Am 2. December fand um 8 Uhr Früh ein solenner Gottesdienst in der Hanptsynagoge statt, an welchem die Schüler der Baron H i r s ch-Schule und der Talmud Thora theil» nahmen. Rabbiner Aron H a l b e r ft a m m hielt eine Rede, die auf alle Zuhörer einen erhebenden Eindruck machte. Mit dem Absingen der Volkshymne durch die anwesenden Schulkinder schloß die Feier. Grotz-Enzersdorf Der in Groß-Enzersdorf vom Minjan- Vereine zur bleibenden Erinnerung an das 50jährige Regierungs- Jubiläum Seiner Majestät neuerbaute Tempel wurde am 2. December feierlich eingeweiht; um halb 11 Uhr Vormittags erschienen im Tempel in Vertretung der israelitischen Cultusgemeinde Floridsdorf der Vice- Präses derselben Herr Emanuel Grünwald mit dem Bezirksrabbiner Herrn Dr. M. Rosenmann, der Bürgermeister Herr N. Marcher und mehrere Gemeinderäthe, der k. k. Bezirkerichter Herr Landesgerichtsrath Dr. Solch, der k. k. Bezirksgerichtsadjunct Herr Dr. Reisner, die Vertreter des hiesigen k. u. k. MMärstationsconnnando, Herr Victor

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