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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-09 · 49 (9.12.1898) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
49 (9.12.1898)
Date
1898-12-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 894 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. ^9 Belovar. Tie hiesige israelitische Cultusgemeinde veranstaltete am 2. Tecember l. I. einen solennen Festgottesdienst, zu welchem als geladene Gäste erschienen: Herr Obergespan Tr. M. v. Kukolievio, Vicegespan Theodor Georgiovie mit sämmtlichen Verwaltungsbeamten, Herr Gerichtshofpräsident Markovec mit sämmtlichen richterlichen Beamten, Herr Bürgermeister BloLcvac mit sämmtlichen Magistratsbeamten, Herr Oberst Esch mit sämmtlichen Officieren des 16. Infanterie- Regiments, Herr Major Coljenak mit sämmtlichen Officieren des hiesigen Landwehr-Bataillons Nr. 25, die Beamten beider Vermögensgemeinden und viele Andere. Ehrwürden Bezirksrabbiner Tauber hielt die Festrede. Tiefe Rührung bemächtigte sich aller Anwesenden, als der Redner des tragischen Endes weiland Ihrer Majestät der Königin gedachte, der es nicht vergönnt war, den heutigen Tag mitzuerleben, um die Freude des erlauchten Gemals git theilen. Vor offener Bundeslade sprach der Rabbiner das Kaisergebet in kroatischer Sprache, und nach Absingen der ersten Strophe der Volkshymne in derselben Sprache war die erhebende Feier beendet. Nach beendetem Gottesdienst empfing der Herr Obergespan die verschiedenen Corporationen und Vereine, darunter auch die Abordnung der israelitischen Cultusgemeinde, geführt von ihrem Rabbiner Herrn Tauber. Czcrrwtvitz. In der Plenarsitzung vom 27. v. M. thejlte der Präses der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde Herr kais. Rath Naftali Tittinger dem Cilltusrath mit, daß die Huldigungsadresse für Se. Majestät den Kaiser bereits nach Wien abgesendet wurde, welche durch die im Reichsrath weilenden Vorstandsmitglieder Tr. Sträucher und David Tittinger behufs Unterbreitung an Se. Majestät den Kaiser der Cabinetskanzlei überreicht werden wird, und ersuchte den Präses-Stellvertreter Herrn Hauptmann Baltinester, den Jnhalt dieser Adresse zu verlesen. Nachdem die Cultusräthe von ihren Sitzen sich erhoben hatten, verlas Herr Baltinester die Adresse. Nach Verlesung der Adresse brachte der Vorsitzende ein dreimaliges Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, welches von der Versammlung begeistert wiederholt wurde. In derselben Sitzung wurden auch folgende Kaiserjubiläums-Stipendien verliehen: Aus Anlaß des 25-, 40- und 50jährigen Regierungs- Jubiläums : 2 Stipendien ä 60 fl. an einen Schüler der landwirthschaftlichen Mittelschule und ein gleiches an einen Handelsschüler; ferner 2 Stipendien ä 75 fl. an zwei hilfsbedürftige Gewerbetreibende, endlich an außerordentlichen Unterstützungen ä 25 fl. an sieben Schüler der mit der hiesigen Gewerbeschule verbundenen Handelsschule. Hierauf wurde für die Jubiläumsfeier folgendes Programm genehmigt: Für den 1. Tecember 4808, Abends 5 Uhr, Festgottesdienst in der Gemeinde-Synagoge. Am 2. Tecember 1898, um 10 Uhr Vormittags, Festgottesdienst im Gemeindetempel und am selben Tage zu verschiedenen Stunden in allen in Czernowitz noch bestehenden 30 Privatbethäusern. Um 2 Uhr Nachmittags Festgottesdienst für die Volks- .schüler und um 3 Uhr Nachmittags für die Mittelschüler im Gemeindetempel. Schließlich wurde auch verfügt, daß um halb 9 Uhr- Morgens für die Häftlinge des hiesigen Strafgerichtes durch Organe der, Gemeinde im Strafgerichts-Betlocale ein Festgottesdienst abzuhalten sei. Czernowitz. Am 1. Tecember, 5 Uhr Nachmittags, wurde rn der großen elektrisch beleuchteten Synagoge ein Festgottesdienst abgehalten. Unter den Anwesenden bemerkte man den Landespräsidenten Baron Vourguignon, Bürgermeister Freiherrn v. Kochanowski, den Rector der Universität Dr. Skeol mrd viele Regierungsbeamten. Rabbiner Weiß hielt die Festrede. Am 2. d. M. um 10 Uhr Vornrittags fand der Gottesdienst im israelitischen Tempel statt. An demselben nahmen theU: Landesregierungsrath Z a ch a r, der gesammte Cultusvorstand, viele jüdische Beamten, Officiere re. Nach Absingung eines Psalmes durch Obercantor Schächter im Verein mit dem Chor hielt Oberrabbiner Dr. Rosenfeld eine von patriotischem Geist getragene Rede, in der er das egensreiche Wirken unseres Kaisers, sowie seine großen Wohlthaten gegen die Juden schilderte. — Im Lauf des Jubiläumstages wurden in 30 jüdischen Bethärrsern Gottesdienste abgehalten. JmSalterischen Bethaus wurde um 5 Uhr Nachmittags ein Festgottesdienst veranstaltet. Rabbinatsbeisitzer Brenner hielt eine schwungvolle Rede. Den israelitischen Sträflingen erklärte Oberlehrer Dubensky die Bedeutung des Jubiläumstages, während Cantor Goldstein den gesanglichen Theil besorgte. Hohenems. In besonders erhebender Weise wurde in der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde das Regierungs- Jubiläum Sr. Majestät des Kaisers gefeiert. .Bereits am Vortag des Festes ward eine von der Vorstehung und den Beamten gefertigte Huldigungsadresse an die k. k. Bezirkshauptmannschaft abgesendet. Am Festtag selbst fand in den festlich decorirten Lehträumen der hiesigen israelitischen Volksschule eine sehr erhebende Schulfeier statt, an der sich auch die Mitglieder des localen Schulrathes und der Beisitzer des Landesschulrathes betheiligten. Herr Oberlehrer Federmann hielt an die -Kinder eilte treffliche Airrede, worauf diese die Volkshymne zum Vortrag brachten. Sodann erhielt jedes der Kinder eine von der Gemeindevorstehung gespendete Festschrift und eine von Frau Franziska Rosenthal gespendete hübsche Medaille zur Erinnerung. Abends fand in der festlich erleuchteten und decorirten Synagoge ein überaus feierlicher Gottesdienst statt, zu dem sich außer der vollzählig versammelten Gemeinde auch die Herren Bürgermeister und Gemeinderäthe, die k. k. Staatsmrd localen Behörden corporativ, sowie ein sehr zahlreiches Herrenmrd Damenpublicum eingefunderr hatte. Herr Rabbiner Dr. Tänzer hielt eine schwungvolle, begeisternde Festpredigt, woran sich ein erhebendes Gebet für Kaiser und Reich schloß. Mit dem Absingen der 'Volkshymne schloß die schöne Feier. — Bei der am 30. November l. I. hier nach denr neuen Gemeindestatut vollzogenen Wahl des Gemeindeausschusses gingerr als gewählt hervor: die Herren Hermamr Hirsch, Anton Roserrthal, Michael Merrz, Jvarr Roserrthal, Leonh. Landauer. Als Ersatzmänner: die Herren Leop. Sinr. Brettauer mrd Theodor Elkarr. Bukarest. Am 2. Tecember farrd im israelitischen Tempel zur Feier des fünfzigjährigen Jubiläums des Kaisers Franz Josef 1. ein Festgottesdienst statt, welchem der österreichisch-ungarische Gesarrdte Baron Aehrenthal, sämmtliche Mitglieder der Gesandtschaft und des Consulats, ein Vertreter des Königs von Rumänierr und die hervorragendsten Angehörigen der österreichisch-ungarischen Colonie beiwohnten. Prediger Dr. Beck hielt eine schwungvolle Ansprache, in welcher er mit begeisterten Worten die Herrschertugenden des edlen Monarchen pries, welcher während seiner ganzen Regierungszeit allen Völkern und allen Confessionen seines Reiches gleiches Wohlwollen entgegenbrachte und dem auch die in fremden Ländern ansässigen Unterthanen der österreichisch-ungarischen Monarchie in Liebe und Verehrung ergeben sind. Nach der erhebenden Feier drückte der Gesandte dem Vorstand und dem Herrn Dr. Beck seine Anerkennung für die bewährten patriotischen Gesinnungen der in Bukarest lebenden Oesterreicher und Ungarn israelitischer Confession aus. Feierliche Grundsteinlegung zum Vau eines Sirchenhaufrs. Donnerstag den 1. Deceniber hat vor erneut nach vielen Hunderten zählenden geladenen Publicum in feierlicher Weife die Grundsteinlegung zu einem Siechenhause stattgefundett, welches die israelitische Cultttsgemeinde anläßlich des Regierungs- Jubiläums Seiner. Majestät des Kaisers errichtet. Um 10 Uhr Vormittags versammelten sich im Betsaal des vor zehn Jahren erbauten Altersversorgungshauses in der Seegasse die Festgäste: der gesammte Cultusvorstand, der Bethausvorstand und die Vorsteher der Tempelvereine aller Bezirke, Frau Baronin Charlotte von Königsw a r t e r, geborene von W e r t h e i m ft e i n, als nahe Verwandte des seeligen Sigmund von W e r t h e i m st e i n (1854 Gründer des ersten Siechenhauses in Wien), Oberbaurath T a u s s i g, die Gemeinderäthe Tagleicht und Z i f f e r e r, Hofrath K a r e i s und viele Andere. Die Feier begann mit Präludium und Chor, Psalm 118, Vers 21—23, einer der schönsten Compositionen weiland Sal.

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