Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-02 · 48 (2.12.1898) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
48 (2.12.1898)
Date
1898-12-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021223-3021272--08354-3032730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Kr. 48. Dr. Bloch’s Jahrgang Xl W Centralorgan für die gesammtrn Interessen des Iudenthums. -»--R'lX- - - Wien, 2. Derember 1898. fl. f. Postsparcasten-Amt Clearingverkehr Nr. 610.976. Redaction und Administration: Wien ll. Untere Augartenstraße in. lelepkon Nr. 6535. Erscheint jeden Freitag. Brief-Adresse: II., Untere Augarlenstraße 1a. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. Bezugspreis für Oesterreich Halbjährig 4 fl. 8 Äc, Einzel-Exemplare 25 ft. Für's Ausland: Halbjährig L ft. — 10 flr. Ganzjährig 10 — 2V „ Anzeigen: Die 4mal gespaltene Petitzeile 12 kr. Inhalt: Dem Kaiser. — Leitartikel: Arische Talmudjünger. — Zum galizischen Elend. — Die Wahlen in den Wiener Cultusvorstand. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Glossen zur Tagesgeschichte. Oberrabbiner Dr. Adler von England über den Zionismus. Die Reprise eines alten Bubenstückes. Der verschämte Antisemitismus der Jungczechen. Aus dem Leben eines jüdischen Arztes. — Betrachtungen zum Erlaß des Wiener Bezirksschulrathes vom 5>. September 1898. — Correspondenzen: Wählerversammlung des Wahlcomitös des Politischen Bolksvereines und der Tempelvereine, Brünn, Bielitz, Kolomea, Hannover, Paris, Braila. — Vermischtes: Wien, Wien-Mariahilf, Wiener-Neustadt, Prag, Auspitz, Przibram. Temesvar. — Feuilleton: Der Fünf- Sünder. — Briefkasten. — Eingesendet. — Inserate. ifp 1848 ft 2. Derember: ft 1898 —— j|fe Du, ein Jüngling, Deinen Thron bestiegen, Da hat das Reich in seinem Grund erzittert, Zerrissen war's, zerklüftet und zersplittert Zn Bürgerfehden und in Freiheitskriegen. Und als das wilde Aämpfen ausgewittert, Mußt' Oesterreich nach Außen unterliegen, Doch führte Deine Weisheit es zu Siegen, Als Friedensfürst, die Niemanden erbittert. Uns gabst Du wieder heil'ge Menschheitsrechte — Die Sonne brach durch düst'res Nebelgrauen — Du wolltest keine minderwerth'gen Unechte. Und sind der Hölle haßerfüllte Machte Am Werk heut' eifrig gegen uns zu schauen — Wir blicken auf den Uaiser voll Vertrauen l Hl. II NK2 Arische Talmudjünger. „Im Talmud wird die Welt als Eigenthum der Juden, der Besitz der „Gojim" als herrenloses Gut, welches der Jude ohne Serupel fich aneignen darf, erklärt." So lehrt Seine Durchlaucht Prinz Alois Liechtenstein, der ja als ebenso gründlicher Talmudkenner wie Nationalökonom bekannt ist. Auf welche Weise er seine Talmudkenntnisse sich angeeignet hat, ob er als Bachur in einer Jeschuba gesessen oder — Privatunterricht in der Familie seines Schwiegervaters genossen hat, wissen wir nicht; genug, der „illustre Redner" hat es im katholischen Schulverein verkündet, und was er gesagt, muß wahr sein, so wahr, als ob es Herr Vergani oder Herr Wähner selbst gesagt hätte. Das Merkwürdigste bei der Sache ist nur, daß bis jetzt es nicht die semitischen Juden, sondern die arischen Christen waren, welche die Lehre des Talmuds befolgten, ja sie noch treuer befolgten als die Lehren des Evangeliums. Die Juden haben einmal ein kleines Ländchen zwischen Egypten und Syrien besessen, das war mehr als ein Jahrtausend lang ihr eigener Besitz, den haben ihnen zuerst die heidnischen Arier, dann die christlichen Arier weggenommen, später haben Mohammedaner und Christen darum gestritten, und jetzt besitzt es der türkische Sultan, der den Juden sogar den Zutritt verweigert. Sollte einmal Palästina das Schicksal von Serbien, Rumänien oder Bulgarien theilen, so wird wohl zwischen dem halben Dutzend verschiedener Consessionen, deren jede allein im Besitze des echten Christenthums zu sein behauptet, über dessen Besitz wie über Macedonien gestritten werdendes den rechtmäßigen Eigenthümern, den Juden, zurückzugeben, wird Niemandem einsallen, selbst wenn auf noch einem halben Dutzend Zionisten-Congressen noch so schöne Reden gehalten und noch so geheimnisvolle Andeutungen gemacht werden sollten. Ja selbst noch ein Dutzend langweiliger Lustspiele oder kurzweiliger Feuilletons würde den Juden nicht das heilige Land wiederverschaffen, wir fürchten sogar, nicht den Schaden gutmachen, den der Zionismus schon angerichtrt hat. Beiläufig gesagt, ist die Politik der türkischen Regierung, welche den Juden den Eintritt in Palästina verwehrt, dagegen den Russen die Thore weit öffnet, allen russischen Instituten den weitesten Spielraum und die größten Coneessionen gewährt, kaum zu begreifen. In demvor Kurzem erschienenen Berichte eines katholischen italienischen Gelehrten (Graf de Gubernotis) heißt es: »Die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.