Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 47 (25.11.1898)
- Date
- 1898-11-25
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite «68 Dr Bloch'» IVochenschrffl Nr. 47 JosefstädLer Abonnent. Wundern Sie sich doch nur nicht über den neuerbauten „Antisemiten"-Hof des Vergani und daß die Statthalterei, welche erst kürzlich die Benennung „Karmeliter"-Hof untersagte, diese aufreizende jedoch gestattet hat! Freilich wäre O bligationen-Hof weitaus passender gewesen. Der Antisemitismus ist gar ein brillantes Geschäft; vielleicht hören wir demnächst schon von einem Spittelberg-Hof, — Aschanti-Hof, — Soda-Hof. Man darf auf das Mes gefaßt sein. Abonnent in Döbling. Herr Anton I. Nießner in der Kirchengasse im 7. Bez. ist antisemitischer Bezirksausschuß. Damit ist Ihre Abfrage beantwortet. Lazar Mandl, Szenicz. Sie scheinen in dieser theologischen Frage im Rechte zu sein, doch interessieren solche Fachgelehrte und schwierige Dinge unseren Leserkreis zu wenig. Zrabneo. Am Besten, Sie wenden sich an einen Rechtsvertreter in Leipzig. Josef Danzinger in Gleiwitz. Letzte Ziehung 18. März 1899, bisher nicht gezogen. Treuer Leser, IY/2. Sie haben Recht. Die Wiener Gemeinderaths - Majorität mit dem phrasendreschenden „Retter des kleinen Mannes" an der Spitze thut ihr Möglichstes für die heimischen Unternehmungen; sie vergibt die Erdarbeiten an Italiener, vergewissert sich der Gas-Engländer, verberlinert die Tramway, und was das Neueste, sie läßt zur Hebung der zahlreichen ausgezeichneten inländischen Typographien die Jubiläums-Festschrist in — Stuttgart von der Deutschen Verlags-Anstalt Herstellen. Das ist, wie Sie richttg bemerkten, ein — Scandal! Ginge sendet. Euer Wohlgeboren! In Nummer 46 Ihrer Wochenschrift vom 18. d. M. findet sich ein Bericht über die Generalversammlung des Vereines zur Hebung der Gewerbe, welchen ich in folgender Weise richttgzustellen bitte: Iß habe nicht mein Bedauern ausgesprochen, daß Herr Baurath Stiaßny auf Grund unrichtiger Informationen angegriffen worden sei, und daß seitens der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union ungerechtfertigte Beschuldigungen erhoben wurden. Ich habe vielmehr gesagt, daß ich der weisen Mahnung des Herrn Präsidenten Brod bei Beginn der Versammlung folgend, mich in keine Polemik mit den ausgelosten Vorstandsmitgliedern einlaffen will und die Erklärung des Herrn Baurathes Stiaßny, daß er seine Stelle im Bezirksschulrathe nach Austragung der Frage der Trennung der Schulkinder nach Confessionen, niederlegen werde im Einverständnisse mit den anwesenden Mitgliedern des Vorstandes der Union, damtt beantwortet, daß wir nach dieser Erklärung der seinerzeitigen Mandatsniederlegung keinen Grund mehr haben, seine Candidatur noch wetterhin zu bekämpfen, sondern im Gegentheile seine Wiederwahl lebhaft befürworten werden. Eine Aeußerung, daß der Verein Union gegen den Cultusvorstand selbst ungerechte Anschuldigungen erhoben habe, worüber ich mein Bedauern ausdrückte, habe ich nicht gemacht. Für die Richtigstellung im Voraus dankend, zeichne ich hochachtungsvoll ergebenst Wien, 21. November 1898. Wilhelm A n n i n g e r. Der Verein Oesterrerrhisch-Israelttische Union empfiehlt zur Wahl in den Cultusvorstand folgende Herren mit 6jähriger Functionsdaner: Theodor Ritter von Goldfchmidt, k. k. Baurath uud Gemeiuderath. Dr Josef Grünfrld, Docent. Mortz Hirsch, kais. Rath. Arthur Edler von Mises, k. k. Ober-Ingenieur. Dr. Marens Spitzer, Hof- und Gerichts-Advokat. Wilhelm Sttatzny, k. k. Baurath und Gemeinderath. Emil Horner, Procurist des Bankhauses S.M.v. Rothschild. Julius Rettlinger, Gesellschafter der Firma I. Th Reitlinger & Co. Mit 4jähriger Functionsdaner. David Simon» Bürgerschuldireetor. Dr. Benno Nappaport» k. k. Ober-Finanzrath. HerausgeberV Lr. Josef «. «loch. — Verantwortlicher Redatt An die P- T. Wähler der israelitischen Cultusgemeinde Wien. Das gefertigte Wahlcomite beehrt sich, für die bevorstehenden Ergänzungs- und Neuwahlen in den Cultusvorstand die nachstehenden Herren Candidaten wärmstens zu empfehlen: I. Für die Ergänzungswahlen (blauer Stimmzettel) die Herren: 1. Dr. Benno Rappaport, k. k. Ober-Finanzrath, I., Mölkerbastei 12 (neu). 2. David Simon, Schuldirector, I., Hoher Markt 3 (neu). II. Für die Neuwahlen (weißer Stimmzettel) die Herren. 1. Theodor Ritter v. Gotdschmidt, Baurath, I., Opernring 6. 2. Dr. Josef Grünseld, Universitäts - Docent, I. Schottenring 2. 3. Kais. Rath Moriz Hirsch, Privatier, 1., Reichsrathsstraße l. 4. Emil Horner, Procurist, ll., Praterstraße 47 (neu). 5. Arthur Edl. v. Mises, Ingenieur, I., Friedrichstraße 4. 6. Julius Reitlinger, Fabrikant, I., Rathhausstraße 3 (neu). 7. Dr. M. Spitzer, Hof- und Gerichtsadvocat, I., Maria Theresienstraße 30. 8. Wilhelm Sttatzny, Baurath, I., Rathhausstraße 13. Das Watzlcomtte des Politischen Dolksvereines und der Tempelvereine. PolitischerBolksverein: Dr. Fialla, Präsident; T e m p e lver ein für den VIII. Bezirk: H. Beck, Obmann; Tempelverein für den IX. Bezirk: S. Bettelheim» Obmann; Tempelverein für den II. Be,irk: Mos. Hirschler, Obmann; T e m p e lverein für den II. Bezirk, Leopoldsgasse: S. Meisels, Obmann; T e m p e l v e r e i n für den III. Bezirk: Dr. Ludwig Straßer, Obmann; T e m P e l v e r e i n für den X. Bezirk: Carl Seligmann, Obmann; T e m p e l v e r e i n II., Rembrandtstr.: Wilhelm Ster»; Moritz Baum, Kaufmann; Julius Brecher, Banquier; S. Brod, Vorstandsmitglied des Politischen Volksvereines; Leopold Gold, Vereinsobmann; Dr. Marcell Hoffmann, Schriftführer des Politischen Volksvereines; Ignatz Zolles, Fabrikant; Sig. Kauders, Ortsschulrath, II., Miesbachgasse 7; S. Landau» Hausbesitzer; Benedikt Langbank, Assecuranz-Director; Dr. Johann Lichtenstadt, Schriftsteller; A. Marek» Commercialrath. Die Wahl findet Sonntag den 27. November d. I. zwischen 9-2 tthr statt. * * * Geehrter Herr Redacteur! In einer kürzlich stattgefundenen Gerichtsverhandlung wurde ein Angeklagter auf Grund eines § 303 verurtheilt, welcher Paragraph lautet, daß Beleidigungen einer gesetzlich anerkannten Religionsgenoffenschaft strafbar sind. Wenn nun ein solcher Paragraph existirt, und wie sich zeigt, nicht blos auf dem Papier, warum wenden sich unsere Führer nicht an den Justizminister mit der Bitte, diesen Paragraphen auch zu unseren Gunsten wirken zu lassen. Wenn diese Bitte auch gar keinen effectiven Erfolg haben sollte, so würde wenigstens der Vorthei! daraus erwachsen, daß man an gewissen Stellen nicht etwa glaubt, daß unseren Glaubensgenossen das Geschimpfe gleichgiltig ist. Hochachtungsvollst Albert Mandel bäum. * * * Geehrter Herr Redacteur! Ich bitte zu constatiren. daß der auf einem hier circulirenden Wahlprogramm und auf einer etwaigen Candidatenliste erscheinende Name: Sigmund Kauders keineswegs mit m i r i d e n t i s ch i st. Hochachtungsvoll Sigmund Kauders Ortsschulrath, Wien, 23. November 1898. ll., Miesbachgaffe 7. ir: «obert Wolf. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VUL