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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-11-25 · 47 (25.11.1898) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
47 (25.11.1898)
Date
1898-11-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 866 Dr. Bloch'» Wochrnschrist. Nr. 47 aus Pietät) fand zu Beginn der Sitzung eine erhebende und würdevolle Trauerkundgebung für die verblichene Kaiserin statt. Der Präsident des Vereines, Herr B. K a n i tz, eröffnete die Versammlung mit nachfolgender Rede, die von den Anwesenden stehend angehört wurde: „Wenn politische Vereine, industrielle Körperschaften und andere Corporationen anläßlich des furchtbaren Schicksalschlages, den unser Kaiserhaus und mit ihm alle Völker der Monarchie ob des jähen, durch ruchlose Mörderhand erfolgten Ablebens unserer geliebten Kaiserin erlitten, sich veranlaßt gesehen haben, mit dem Ausdrucke der tiefsten Trauer die ersten Sitzungen in der Herbstsession zu eröffnen,;fo ist es für die Leitung des Humanitätsvereines „Wohlthätigkeit aus Pietät" sogar ein .tzerzensbedürftckß, jener hohen, unvergeßlichen Frau in wehmuthsvoller Trauer zu gedenken, deren Devise zeit ihres Lebens das Wort gewesen: „Wohlthätigkeit aus Pietät". Wenn auch vielfach schon die hervorragenden Verdienste und das edle Wirken der erlauchten Kaiserin mit beredten Worten hervorgehoben wurden, so bliebe unserer Vereinsleitung noch immer genug übrig, das theuere und geheiligte Andenken unserer edlen Monarchin zu rübmen mrd zu preisen; viel, unendlich viel ließe sich erzählen von dem gottergebenen Leben dieser verewigten Landesmutter, zu welcher nicht nur die Völker Oesterreich-Ungarns, sondern auch die Edlen und Gutgesinnten der ganzen civilisirten Welt nit Bewunderung, Liebe und Ehrfurcht aufgeblickt; viel, unendlich viel ließe sich sagen von dieser seltsamen, ganz eigenartigen Regentin, welche auf dem Gebiete der Humanität, der Gerechtigkeit, der Wahrheitsliebe und der Menschenfreundlichkeit für alle Zeiten ein leuchtendes Vorbild bleibe < wird. Denn bte Verewigte hat selbst in der höchstgestellten Persönlichkeit stets nur denMenschen, im Menschen aber allezeit dasHöchste — das Ebenbild Gottes — erblickt. Doch wozu erst ihr menschenfreundliches Wirken bewundern, ihr vom Glanze der Humanität umstrahltes Leben rühmen i Wer unsere edle Kaiserin gekannt, dem brauchen ihre edlen Thaten, ihr Leben und Streben nicht erst geschildert zu werden. Das Gute, das Heilbringende, das Nützliche, was die verblichene Monarchin für die Menschheit angestrebt, es wird in unvergeßlichem Glanze der Nachwelt erhalten bleiben." Schließlich beantragte der Präsident zum Andenken an die dahingeichiedene Kaiserin aus Vereinsmitteln eine „Kaiserin Elisabeth- Stiftung" im Betrage von 2000 Kronen mit der Bestimmung zu creiren, daß am 10. September — dem Todestage der Monarchin — eines jeden Jahres fünf verarmte Mitglieder des Vereines mit den Zinsen dieser Stiftung betheilt werden. Der Antrag wurde von den Anwesenden einstimmig angenommen. Wie« (Sterbefall.) Am 16. d. M. verschied Herr S. Keßler, Borstandsmitglied des Bethausvereines „Marpe Lauefenk". Derselbe war Mitbegründer des „Witwenuud Waisenfond Marpe Lanefenk", dessen Wohlthateu nur allzufrüh seinen Hinterbliebenen zum ersten Male seit Bestehen letzterer Institution zutheil wurden. Am Grabe hielten Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Fried mann und im Namen des Vorstandes Herr Wilhelm Morgenstern ehrende Nachrufe dem Verblichenen. Unter den zahlreich erschienenen Trauergästen bemerkte man auch den Obmann des „Witwen- und Waisenfond", Herrn Leopold Schelmejy. Wien. Samstag den 26. November, Abends halb 8 Uhr, findet im Saale zum „Kaiserhof", I., Reichsrathsstraße, die erste ordentliche Generalversammlung des Vereines „Kinderheim" statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Proponenten; 2. Wahl eines Vorsitzenden und eines Stellvertreters; 3. Wahl von 15 Vorstandsmitgliedern; 4. Eventuelle Anträge. Wie«. (Spendenau.sweisfürdenBrigittena ü e r T e m p e l b a u.) H. W. fl. 3.—; Beck & Comp. fl. 2. —; Brüder Fischl fl. 2.—; Brüder Polizer fl. 3.—; L. fl. 3.—; B. fl. 2.—; D. fl. 2.—; L. K. fl. 5.—; Herm. Pollak's Söhne fl. 5.—; Winter & Adler fl. 10.—; Jos. Krön fl. 5.—; S. Neutra fl. 5.—; Ostreicher fl. 2. —; Weiß 2.—; Guth fl. 3.-; E. Fischl fl. 3.-; A. Sachs fl. 2.-; Jg. Kontor fl. 5.—; Theodor Kontor fl. 10.—; I. Politzer fl. 2.—; Jaques Feßler fl. 5.—; A. H. fl. 2.—; I. L. fl. 2.—; fl. 2.—; Rumpler fl. 2; Hirsch u. Comp. fl. 5.—; zusammen fl. 94.—. Bereits ausgewiesen fl. 18.016.—, Summe fl. 18.110.— Wien. (Commissionelle Besichtigung.) Am 21. November erschien die Marktcommission in der neueröffneten Fleischbank des Herrn Armin Bla u,Döblinger Hauptstraße 77, und sprach sich überaus lobend über die neuartigen und sehr zweckinäßigen Einrichtungen aus. Wiederholt bemerkten die Herren: „Ausgezeichnet, einzig in seiner Art!" Wien. (S e l t e n e E h r n n g.) In Ausführung des im Juli l. I. von der medicinischen Facultät in Wien einstimmig gefaßten Beschlufies, dem rühmlichst bekannten Arzt und Philantropen Dr. Adolf H o f f m a u n zu dessen 50jährigem Doctor-Jubiläum sein Diplom zu erneuern, erschien am 20. d. M. der Decan der genannten Facultät in der Wohnung des Jubilars, um demselben das ihm verliehene, erneuerte Doctordiplom in feierlicher Weise zu überreichen. Die goldene Ehrenkette um den Hals und begleitet vom Ober-Pedell, der den goldenen Universitätsstab, das. Symbol der alma mater bei Verleihung ihrer höchsten Würde, ihm vorantrug, hielt der Decan eine ebenso feierliche als schwungvolle Ansprache an den Jubilar, in der er die vielen und glänzenden Verdienste hervorhob, die sich derselbe in den seit seiner ersten Promotion abgelaufenen 50 Jahren durch Gründung und Förderung großartiger humanitärer Institutionen um seine Mitmenschen erworben hat. — Nach diesem in so erhebendender Weise vollzogenen Promotionsacte übergab der Decan dem Jubilar außer dem Diplom auch ein äußerst schmeichelhaftes Schreiben des Rector magnificus, in welchem derselbe sein Fernbleiben von dieser Feier damit entschuldigte, daß er einer dringenden Sitzung in Anktssachen gerade in dieser Stunde anwohnen müsse. Da Herr Dr. Adolf Hoffmann, dem wir unsere Werthschätzung in unserem Blatte auszusprechen wiederholt schon freudigen Anlaß nahmen, in derselben Woche auch seinen 35. Hochzeitstag feierte, so entbieten auch wir ihm zu dieser Doppelfeier unsere herzlichsten Glückwünsche. Wien. (Chewra - Kadischa.) Der Vorstand dieses Vereines hat einstimmig beschlossen, für eine erledigte Vorstandsstelle Herrn Baurath Wilhelm Stiaßny zu cooperiren. Wie wir vernehmen, hat derselbe erklärt, die ihn ehrende Bernfung erst dann anzunehmen, wenn er durch Zurücklegung anderer Aemter freie Zeit gewonnen haben wird. Wien. An Spenden für die armen Tallisweber in Kolonien sind uns zugekommen: von Herrn Massin Hahn in Karbitz 3 fl. Wien. Für die kranke blinde Witwe sind uns zugekommen von Frau A. G. in Nachod fl. 2.— Salzburg. (L e i ch e n b e g ä n g n i ß.) Donnerstag den 10. d. M. fand hier das Leichenbegängniß des in Lomna (Galizien) geborenen Arbeiters Meier Stark statt, der seit Jahren in der Keller-Battington'ichen Cellulose-Fabrik in Hallein als Maurergeselle in Arbeit stand, bis er in den Wellen der Salzach eine,) frühzeitigen Tod fand. Der Verunglückte war der einzige Jude in Hallein, woselbst er sich durch seine Ehrlichkeit und Arbeitsamkeit die Liebe und Achtung einer weiten Umgebung in einem Maße erwarb, das man im Hinblick auf seine untergeordnete Stellung ein geradezu beispielloses nennen darf. Die Theilnahme seiner Vorgesetzten, wie auch seiner Kameraden äußerte sich denn auch in einer Weise, die nicht nur für die Pflichttreue des Verstorbenen, sondern auch für die Menschenfreundlichkeit seiner Vorgesetzten erhebendes Zeugnis gab. Durch den Herrn Director der genannten Fabrik von der Auffindung des Leichnams verständigt, begab sich der Vorsteher unserer Chewra-Kadischa, Herr D. B o n y h a d i, in Begleitung des Herrn Schwarz nach Hallein, um die rituellen Waschungen an dem Todten vorzunehmen und die Ueberführung der Leiche nach Salzburg zu erwirken. Besonderen Dank verdient nun der genannte Herr Director sowie Herr Ingenieur Johann P o k ö s ch n i g für ihre hiebei geleistete werkthätige Mithilfe, sowie auch Herr Maurermeister Josef B a t os ch e r, der in Begleitung des Arbeiters Herrn Rudolf C h i t i l die Leiche bis hieher begleitete und auch dem Leichenbegängnisse hier beiwohnte. Beide letzteren waren des Lobes des Verunglückten voll und konnten ihn, nicht genug Schönes und Ehrenhaftes nachsagen. Wir erfüllen somit eine Ehrenpflicht, wenn wir allen diesen Herren für ihre Menschenfreundlichkeit unseren herzlichsten Dank aussprechen. Skole. Auf Anregung des Herrn Hersch Liebesmann wurden im Vereinslocale gelegentlich der Thora-Vorlesung am 19. d. M. Gebete für die Gesundheit der erkrankten Baronin Hirsch-Gereuth veranstaltet. Bielitz. In Anwesenheit der Familienangehörigen, der Mitglieder des Vorstandes der Cultusgemeinde, des Lehrkörpers der israelitischen Schule und mehrerer Anverwandten und Freunde des Verstorbenen wurde jüngst, am 80. Geburtstage, auf dem Grabe des verstorbenen Cultuspräses Adolf Brüll der Grabstein unter den üblichen lithurgischen Ceremonien ausgerichtet und von dem Rabbiner Dr. Steiner eine Gedächtnißrede gehalten. Olmütz. Die neugewählte Repräsentanz der hiesigen Cultusgemeinde vollzog nunmehr ihre Constituirung. Sie wählte Herrn Eduard Hamburger neuerdings zum Vorsteher, Herrn Dr. Eben zum Vorsteher-Stellvertreter, und zu Beiräthen die Herren Josef L o e w, Sigmund Zweig und Josef G r o a k.

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