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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-09-23 · 38 (23.9.1898) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
38 (23.9.1898)
Date
1898-09-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 38 Vr. Vloch's Wochenschrift Sette «»1 Elektrotechniker Gasrc. Installateure Gießer Graveure, Ciseleure Handschuhe- und Bandagenmacher Huf- und Wagenschmiede Hutmacher Juweliere, Gold- und Silberarbeiter Kleidermacher Kürschner Maschinenbauer und Mechaniker - Posamentierer Riemer und Sattler Schilder- und Schriftenmaler Schlosser Schuhmacher Schirmmacher Spengler Stein- und Kupferdrucker Tapezierer Taschner Tischler Uhrmacher Bergolder Zahntechniker Zimmer- und Jndustriemaler Zuckerbäcker Zum Schlüsse haben wir stets die Anzahl der jüdischen Bittsteller angeführt, welche bei den einzelnen Armeninstituten betheilt wurden; die statistischen Jahrbücher des Jahres 1895 und 1896, wiewohl beide an Umfang gewonnen und manche schätzend werthe Bereicherung erfuhren, bringen nicht mehr die Angaben über die Confession der Beschenkten; im Vorworte 1895 war angegeben: die Jndividualangaben der betheiligten Personen seien bedeutend gekürzt, da in Zukunft die weitergehenden Daten, um Raum und Zeit zu ersparen, nur in jedem fünften Jahre bearbeitet und veröffentlicht werden sollen. Wie viel jüdische Bittsteller noch z u r Z e i t U n t erst ü tz u n g e n erhielten, als der Gemeinderath eine liberale Majorität hatte, mag aus den Ziffern ersehen werden, die wir vor zwei Jahren an dieser Stelle brachten, und es läßt sich aus Nachstehendem ermessen, wie die Verhältnisse gegenwärtig sein mögen. Aus dem statistischen Jahrbuche des Jahres 1894 war zu entnehmen, daß unter den im Jahre 1894 bei den Armeninstituten betheilten 53.216 Personen 143 männliche und 113 weibliche Bittsteller Juden waren, und zwar in den Bezirken: 1 3 1 1. Gesammtzahl der Betheilten 902 männliche, jüdische 1 weibliche Betheilte 1 II. 1194 3 7 1 III. 1497 2 — 4 IV. 649 1 1 19 V. 1761 2 — 15 VI. 1064 1 — 7 VII. 1125 1 1 6 VIII. 1070 1 1 8 IX. 1218 — 1 15 X. 803 1 — 6 XI. 197 — — 1 XII. 833 2 1 52 XIII. 547 1 — 30 XIV. 846 — — 1 XV. 720 1 1 29 XVI. 1898 1 1 2 XVII. 1259 1 1 41 XVIII. 811 1 — 4 XIX. 283 — — 48 18 Im Armendepartement des Magistrates wurden st. II. III. IV. V. VI. VII. VW. IX. X. XI. XII. XIII. XIV. XV. XVI. XVII. XVIII. XIX. von 497 Betheilten — männl. und — weibl. 3.342 2.142 842 2.947 717 1.567 1.601 2.187 1.209 152 2.047 1.275 749 834 6.907 8.191 1.836 593 29 3 6 1 1 2 36 1 1 3 1 Im Armendepartement des Magistrates (für außerhalb des Wiener Armenbezirkes wohnhafte Arme) wurden betheilt 9195 Personen, darunter 61 Juden (36 männliche, 25 weibliche). Vom Bürgerspitalfond 1104 Personen, darunter keine Juden, vom Waisenfond 72 Personen, auch keine Juden, von Legaten und Spenden 3310 Personen, darunter 80 Juden (48 männliche, 32 weibliche). Dauernd (mit Pfründen) aus Mitteln der öffentlichen Armenpflege wurden im Jahre 1894 betheilt 21.136 Personen, davon waren 20 männliche und 15 weibliche jüdische Bittsteller, und zwar in den Bezirken: 716 Personen, darunter kein jüdischer Bittsteller, vom Bürgerladfond mit 162, dem Bürgerspitalfond mit 1578 und Landwehrfond mit 3 Personen keiner. Im städtischen Asylhause wurden 1496 ausgenommen 1410 Personen, darunter 11 Juden und 1 Jüdin. Im städtischen Werkhause befanden sich 1896 unter 1246 Arbeitern 13 männliche und 1 weibliche Personen. Im Anschluffe hieran seien auch die Daten über die un entgeltliche Verpflegung im Spitale der Wiener israelitischen Cnltusgemeinde im 18. Bezirk angeführt; es wurden 439 männliche und 313 weibliche Patienten verpflegt und überdies 2813 Personen ambulatorisch behandelt; die Zahl der Verpflegstage betrug 29.258, um 1501 mehr als im Vorjahre, und die Summe der Auslagen im Jahre 1896 65.310 fl. 78 kr., es war dies nach demSpitale derBarmherzigen Brüder der größte Aufwand, welcher von e i n e r P r i v a t a n st a l t gemacht wurde; während aber bei dieser einBerpflegstag auf circa 90 kr. zu stehen kam, kostete in er sterer jederTagüber 2 fl. 20 kr. Bon den aus den Mitteln der öffentlichen Armenpflege bestrittenen Auslagen für Armenkinderpflege außerhalb der Anstalten wurden im Jahre 1896 an Unterstützungsbeiträgen ausbezahlt, an Waisenpfründen 98.877 fl., an Kostgelder für Kinder 162.374 fl. Bezüglich der ersteren zwei Gruppen war aus dem Jahrbuche 1894 ersichtlich, daß unter 5978 unterstützten Personen gar keine jüdischen Kinder sich befanden; ob unter den Kostkindern Juden find, war nicht zu ersehen und deshalb nicht bekannt, ob an der Hauptsumme von 353.876 fl. auch Juden participiren, in diesem Jahre fehlte aber überhaupt die Rubrik über Confession. In der Liste der Privatwaisenhäuser finden wir auch das israelitische Waisenhaus ßür Mädchen im 19. Bezirke, welches 54 Zöglinge mit einem Aufwands von 22.889 fl. erhält, ferner das Waisenhaus der Max v. Springer'schen Sttstung 50 Knaben mit einem Aufwande von 13.727 fl. Unter den sonstigen Anstalten für Armenkinderpflege find das israelitische Taubstummeninstitut in Wien angeführt, welches 31 männliche und 18 weibliche Zöglinge mit einem Aufwande von 22.072 fl. verpflegt, und das israelitische Blindeninstitut, welches 29 männliche und 15 weibliche Zöglinge unentgeltlich verpflegt und im Jahre 1896 25.493 fl. verausgabte. In den städtischen Bersorgungshäusern befanden sich im Jahre 1895 4384 Personen, darunter 28 männliche und 10 weibliche Personen mosaischer Confession; im Altersversorgungshaus der israelittschen Cnltusgemeinde im IX. Bezirke befanden sich 51 Männer, 64 Frauen; die Auslagen ihrer Verpflegung betrugen 28.209 fl. Gerade die letztangeführten Ziffern über die Armenpflege lassen erkennen, daß, soviel auch auf diesem Gebiete gethan werden mag, eine Regelung der Armenpflege dringend noch thut.

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