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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-09-16 · 37 (16.9.1898) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
37 (16.9.1898)
Date
1898-09-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 37 Dr. Bloch'» Wochenschrift Seite •'öl gänzlich, im Inneren bis auf einige Ergänzungsarbeiten, deren Fehlen jedoch den Gesammteindruck nicht stört, beendigt. Diese Arbeiten unkfassen: Arbeiten im Aeußeren zur Sicherung und Erhaltung des Tempelgebäudes und der Gemeindehäuser; bei letzteren wurde die vollständige Erneuerung des Fa9adenverputzes, bei ersterem eine durchgreifende Ergänzung, beziehungsweise Erneuerung der schadhaften Steinmetzarbeiten vorgenommen; hiezu kamen die Neuherstellung der Schieferbedachung und der Metallbestandtheile an den Dächern, die Ergänzung der Tischler-, Schlosser- und Anstreicherarbeit im Aeußeren u. s. w. Im Inneren des Tempels wurden neue, stilgerechte farbige Glasoberlichten in der Decke hergestellt. Die größte, wichtigste und am meisten ins Auge fallende Arbeit ist die polychrome Bemalung und die reiche Vergoldung der Decken, der Galerieuntersichten, der sämmtlichen Wände und Säulen im Inneren des Tempels, welche stilgerecht im reinsten maurischen Stile, im Sinne und Geiste der ursprünglichen Erbauer dieses Gotteshauses durchgeführt worden ist. Dieser Bemalung ging die Ergänzung der vorhandenen plastischen Ornamentik und die Herstellung neuer plastischer Decorationen voraus, wie insbeson-' dere die ganze Altarwand mit plastischem, ornamentalen Schmucke versehen, und sodann einer reichen Bemalung und Vergoldung unterzogen worden.ist. Der Altar wurde unter Benützung der vorhandenen Formen in Marmor ueu hergestellt und durch die bis dahin fehlenden Gesetzestafeln gekrönt. Beim Allerheiligsten wurde auch die Stufenanlage in zweckmäßiger Weise erweitert. Unter den anläßlich der Restaurirung durchgeführten constructiven Arbeiten im Inneren bei der Instandsetzung der Tischler- und Schlosserarbeiten sei den Bänken und Betsitzen, sowie der Erneuerung des gesammten Anstriches gedacht. Endlich wurde noch eine große Anzahl von Arbeiten theils zur Instandsetzung der einzelnen Gebäudeconstructionen, theils im Interesse der Bequemlichkeit und der Sicherheit des Publikums vorgenommen. Das Innere des Tempels, welcher nunmehr zu den am sorgfältigsten in Hinsicht auf den Stil, und am reichsten in der inneren Ausschmückung durchgeführten jüdischen Gotteshäusern zählt, gewährt nunmehr einen überaus harmonischen, wolthuenden Eindruck. Bemalung und Vergoldung sind nirgends schreiend, sondern stets maßvoll und decent angebracht. Um die rasche und correcte Durchführung der Arbeiten haben sich außer dem bauleitenden Architecten, Herrn Baurath Stiaßny, die sämmtlichen am Baue beschäftigt gewesenen Firmen und Handwerker verdient gemacht, deren Namen wir in einer der nächsten Nummern bekanntgeben wollen. Wien. Wir erhalten von einer Leserin das folgende Schreiben, dessen Inhalt den Damen zur Berücksichtigung empfohlen sei. „Ueberzeugt davon, daß Ihr geschätztes und weit verbreitetes Blatt die Tendenz verfolgt allem Rechten Bahn zu brechen; will ich Ihnen eine Ansicht äußern, die hoffentlich nicht nur Ihre freundliche Zustimmung, sondern auch die vieler Gleichgesinnter finden dürfte. Wir jüdischen Frauen lieben es unserer Feiertagsstimmung dadurch Ausdruck zu verleihen, daß wir uns nicht nur bester, sondern auch farbenreicher kleiden. Trotz vielfacher Mißdeutungen und Gehäßigkeit, die dies schon erweckt hat, bieten unsere Tempel und Bethauslocale stets eine Augenweite durch die Geschmackentwicklung unserer jungen, ältern und selbst alten Damen. Der unbewußte Grundzug unserer weiblichen Freude an schöner Heller Kleidung kommt eigentlich daher, weil wir lange und viel in Trübsal und dunklen Weh gelebt und geseufzt haben. Das jüdische Weib war jedoch stets bemüht dem Gatten Licht und Freude zu bereiten und er er fand dies auch in seinem noch so engen und dunklen Heim. Die Frau wählte mit Vorliebe helle, lichte Kleidung und es ging auch ein Glanz von ihr aus über die ganze Behausung, die das Herz des Mannes erfreute. Der gemeinschaftliche Gang zur Stätte Gottes entschädigte ihn für alle Entbehrung und Mühsal der Woche. Um den Gatten nicht zu verdüstern, trug die jüdische Frau früher niemals Trauerkleider für Eltern oder Geschwister. Das heurige Neujahrsfest findet uns aber trauernd um unsere geliebte Landesmutter, um unsere verehrte, edle Kaiserin! Lasten wir daher die farbenprächtigen Blumen und hellen Kleider unbenützt, und erscheinen wir in dunkler und schlichter Gewandung vor unseren! Gotte, dessen Rathschluß so unerforschlich, dessen Walten oft so unbegreiflich ist! Beugen wir in Demuth unser trauerndes Haupt und sagen uns für diesmal los von dem, was uns sonst Freude macht. Theilen wir auch äußerlich den Schrnerz mit unserem geliebten Monarchen um die erhabene Frau und edle Kaiserin, welche unberührt blieb vom fanatischen, haßerfüllten Vorurtheile, das gleich einem verheerenden Elemente so Viele beherrscht. Dem heimatlosen Heine räumte sie einen Ehrenplatz ein und unser erster Gedanke am Neujahrstage sollte nicht Trauer um die hohe Entseelte sein? Wien, den 18. September 1898. Hochachtungsvoll N. N." Baden. (T r a u e r k u n d g e b u n g.) Unter dem tieferschütternden Eindrücke der Trauernachricht von dem so plötzlichen und unerwarteten Hinscheiden der allgeliebten Landesmutter Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth berief der Cnltusvorsteher, Herr Anton Schneider, den Cultusausschuß für Sonntag, den 11. d. M. 4 Uhr Nachmittag, zu einer feierlichen Sitzung, in welcher derselbe in ergreifenden und tiefempfundenen Worten die Trauer der israelitischen Cultusgemeinde Baden über dieses alle Völker Oesterreichs in tiefste Betrübniß versetzende Ereigniß zum Ausdrucke brachte. Zugleich wurde beschlossen, diese solenne Trauerkundgebung an das Obersthofmeisteramt Seiner k. k. Majestät auf telegraphischem Wege zu richten. Amftetten, 5. September. Sehr geehrter Herr Redacteur Als Beweis des überaus guten Einvernehmens zwischen der hiesigen Stadtgemeinde, den löblichen k. k. Behörden und der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde möge folgender Bericht dienen: Anläßlich des k. k. Jubelfestes, der Erhebung Amstettens zur Stadt und der Einweihung des neuerbauten imposanten Rathhauses, wurde auch unser Bezirksrabbiner Herr Adolf Löwy vom Herrn Bürgermeister Schmidl zur Einladungsfeierlichkeit geladen. Bei seiner* Ankunft im Festsaale wurde er vom Herrn k. k. Bezirkshauptmann Freiherr v. Lederer ehrfurchtsvoll begrüßt und Sr. Excellenz dem Herrn k. k. Statthalter Grafen Kielmannsegg vorgestellt, und von selbem sehr freundlich angesprochen, wobei der Herr Rabbiner, Se. Excellenz im Namen der israelitischen Cultusgemeinde begrüßte. Hochachtungsvoll Mehrere Mitglieder der hiesigen Cultusgemeinde. Carlsbad, 9. September. (König Ale r ander v o n Serbien in der Synagoge.) König Alexander von Serbien besuchte verflossenen Samstag die hiesige Synagoge und stellte bei dieser Gelegenheit einen abermaligen Besuch in Aussicht. Da der König ein lebhaftes Interesse für die Bauart der Synagoge zeigte und den Wunsch aussprach, ein Bild des Gebäudes zu besitzen, überreichte der Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Ludwig Moser, am Donnerstag dem Könige mehrere Abbildungen des Gebäudes. Als heute der übliche Festgottesdienst seinen Anfang nahm, traf der König in Begleitung seiner Adjutanten, ferner des Prinzen und der Prinzessinnen Ghika ein. Der Cnstos der Gemeinde Herr Gütig führte die hohen Herrschaften in die erste Sitzbank, während die Prinzessinnen Ghika sich in die für Damen reservirten Galerien begaben. _ Der König verblieb fast bis zum Schluffe des Gottesdienstes und verfolgte mit besonderem Interesse die vorgetragenen Solorecitationen und Gesänge des Herrn Obercantors T i e g e r und der Solistin Frau Emilie K o h n. Der König sprach dem Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde seine Anerkennung über die Art der Leitung des Gottesdienstes aus, wobei er sich besonders über die Feierlichkeit desselben in lobenden Worten aussprach. Lemberg. Am 24. August erhielt die Cultusrepräsentanz vom Reichsrathsabgeordneten Herrn M. R o s e n st o ck ein Telegramm folgenden Inhalts: „Dr. Emil Byk, - Präses des Cultusgemeinde-Vorstandes Lemberg. Eine schreckliche Feuersbrunst vernichtete die Stadt Skalat und machte einige hundert vorwiegend jüdische Familien, gegen 2000 Seelen, obdach- und brodlos. Schleunigste Hilfe ist nothwendig. Bitte den Vorstand der Cultusgemeinde der Hauptstadt Lemberg um Veranlassung von Sammlungen unter den Glaubensgenoffen. Bitte um Antwort nach Skalat. Bin hier im Jntereffe der Abgebrannten in die Krakauer Assecuranz eingetroffen. Moritz R o s e n st o ck." Der Cultuspräsident, Herr Emil Byk. hielt unverzüglich mit den anwesenden Cultusräthen Dr. Sal. Landesberger und David Maschler eine Berathung ab und berief aus den

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