Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 36 (9.9.1898)
- Date
- 1898-09-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 668 Vr. Vloch's Wochenschrift Nr. 35 Al. M. In der Notiz „aus Scandalizien" präsentirt sich das Bergamblatt als Entschuldigungsorgan für Mörder. Es meint, „der Mörder einer ganzen Familie in Jamna „rechtfertig t" seinen Blutdurst damit, daß der Jude ihn bei der Rechnung begaunerte und ihm anstatt acht, zehn Gläser Bier anrechnete und daß er dem Juden 90 fl. schuldig war." Wem das nicht einlenchtet, daß hiedurch ein mehrfacher Mord g e r e ch t f e r t i g t ist, ist entweder ein Jude oder ein Judenknecht. Ebenso richtig als geistreich ist auch die Bemerkung, daß diese Blutthat nicht geschehen wäre, „wenn esn wachsames Auge der Behörde auf dieses jüdische Wirthshaus gelenkt wäre." Wenn das „Deutsche Volksblatt" früher erschienen wäre, so hätte es so manchen Mörder „rechtfertigen" können; es hätte sich vielleicht von Hugo Schenk inspiriren lassen und wäre officiöses Organ Schlossareks geworden. Gareon. Die antisemitischen Candidaten für die neue Genossenschastsvorstehung der Gastwirthe sind: Johann Sauer, Besitzer des M i ch a e l e r B i e r h a u s e s, I., Michaelerplatz 6, und Wenzel Kuhn, Gastwirth „zur weißen Rose", XIX., Nußdorferplatz 8. Wünsche wohl zu speisen! Anonymer Einsender, Poststempel X. Bezirk. Man sieht aus Ihrer Schreibweise, daß Sie in den antisemitischen Versammlungen Stammgast sind. Sie beherrschen die dort übliche Sprache vollkommen und haben begründete Aussicht auf EarriLre in der antisemitischen Partei. Besuchen Sie Herrn S t r o h b a ch und lassen Sie sich von einem Eomfortablekutscher eine Empfehlung an ihn geben. F. in B. Machsorim und Andachtsbücher sowie Esrogim erhalten Sie in der Buchhandlung, Wolf Bandler, I.. Am Bergl 2, bei I. M. Belf, I., Seitenstettengasse 8. Die bekannte Papier- und Drucksortenfirma Carl Pick, Wien, Taborstraße 8, bringt als besondere Neuheit :»iesen- Postkarteu mit Abbildungen der Wiener Tempel nebst Gratulationen in künstlerischer Ausiührung, geeignet für Roschaschonoh- Karten.___ Coneurs. lu der israelitischen Caitusgemeiude za Piesling in Mähren ist die Stelle eines Cantor«, welcher auch Koreh und Schachet sein muss, sofort zu besetzen. Mit dieser Stelle ist inclusive Sch’chitah ein fixer Jahresgehalt von 900 Kronen, freier Wohnung und 3 Klaflter Holz, wie auch die üblichen Emolumente verbunden. Bewerber habeu. auf Verlangen einen Probevortrag zu halten und werden nur dem Acceptirten die Reisespesen vergütet. Die documentarisch belegten Gesuche sind bis zum 15. Sep-, tember d. J. beim gefertigten Vorstände einzubringen. Ledige Bewerber werden bevorzugt. Piesling, am 4. September 1898. Oer CllltUSVOrstaild _vr. Bix._ Eiiss Herz’sche Hsiratsausstattyngs-Stiftumi Aus der Elise Herz’schen Ausstattungsstiftnng für Bräute ist ein Platz im Betrage von fl. 410 zu verleihen. Die Bewerberinnen haben durch Zeugnisse n&chzuweisen, dass sie moralisch untadelhafte, dürftige und verwaiste Tächter jüdischer Eltern und in Böhmen oder Wien geboren sind und sich im Brautstande befinden. Das Zengniss über den Brautstand ist vom Bräutigam eigenhändig zu unterzeichnen und von zwei Zengen zu bestätigen. Die ungestempelten Gesuche sind bis längstens 18 October 1898 im Eiureichuug8protokolle der israelitischen Gulturgemeinde I, Seitenstetteugasse 4, 1. Stock, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstanden von 9—12 Uhr Vormittags unentgeltlich zu beheben sind, -zu überreichen. Auf nicht gehörig belegte oder verspätet einfangende Gesuche kann keine Rücksicht genommen werden. Wien, am 1. September 1898. Der Vorstand __d-r israelitischen Cultnagemeinde Reizende Neuheit! G PAtulations-üarten mit «Iganem Portrait nach jedem Visit- oder Cabinet-Bilde 12 Stflck .............. 1.20 25 ,, 2.— Das eigen« Portrfiit als Briefmarke 25 Stock fl. I ebenso Postkarten, Karten mit Aufschrift, Herzl, Glückwunsch Gruss etc etc. KOLOMAN HÄNDLER, Wien, I., Wollzeile Nr. 21 kauft zu dem höchsten Cassapreis Leopold Samel, Häute- und Felle* «bis Geschäft, Teplitz in Böhmen. AMW Anzeige. Samuel Eisenstädter, Restaurateur Theben-Neudorf (Döveoy üjfaiü) bei Marchegg, empfiehlt seine vorzügliche exquisite PS Küche allen jenen p. t. Brautleuten, die auf ungarischem Boden die civile und coiifessionelle Ehe in kürzester Zeit und mit massigen Kosten einzugehen wünschen. Theben- Neudorf, grosse Bahnstation, I1/, Stunden von Wien. Wagen an der Bahn. Standesamt im Orte neben der Restauration. Rabbinat in Stampfen. Betreffs Decumente, civile und confessionelle Trauung, wende man sieb nur ganz vertrauensvoll an ergebenst Gatertigten, der alle nöthigen Informationen gratis eitheilt und die standesamtliche civile Traung in der gesetzmässlg kürzesten Zeit durchzuföhren sich bestens anempfohlen hält. 54 Samuel Eisenstädter, Restaurateur Theben - Neudorf (Ungarn). ___bei Marchegg. S. M. Klinger’sehe Widmung für jüdische mittellose Wöchnerinnen. Am 10. November d. J. gelangen die Erträgnisse der von Herrn Samuel Klinger zum Andenken an seine Gattin Frau Pauline Klinger errichteten Stiftung an vier arme israelitische Wöchnerinnen im Betrage von je ö. W. fl. 47 zur Verleihung. Die Bewerberinnen haben die mit ihrem Geburts- und Trauu'igsscheine und dem Armuthtzengnlsse versehenen Gesuche bis längstens 30 September 1898 im Einremhaugsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 2, 1. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags, woselbst auch Geeuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, zu überrreichen. Auf mit den oben geforderten Beilagen nicht versehene Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Lina.Stiftung für arme Wöchnerinnen. Vom Vorstande der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wird hiemit zur Keuntuiss gebracht, dass die Zinsen der obigen Stiftung für drei arme Wöchnerinnen der Wiener israelitischen Cultusgemeinde im Betrage ven von je ö. W. fl. 16 zur Verleihung kommen. Bedingungen: 1. Das Kind muss ein ehelich geborenes, lebensfähiges Mädchen sein. 2. Die Ettern desselben sind verpflichtet, dem Kinde nach der bei dem sogenannten „Vorgänge“ der Wöchnerinnen üblichen Weise, an einem Sabbathtage den Namen „Lina“ unter Uinzniügang der Worte: rZum Andenken an die verewigte Frau Lina Mosenthal“ ertheiien zu lassen. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Trauungssoheine und Armuthszeugniose versehenen Gesuche bis 30. September 1898 in dem Einreichung^protokolle der israelitischen Cultusguneinde (I., Seitenstettengasse 2, 1. Stock), woselbst Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, während der Amtsstunden von 9 —12 Uhr zu überreichen. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Qesuohe werden nicht berücksichtigt.__ SnPPPT’PllphpliTld w*rd wit ganzer Verpflegung bei Mtritz upci/t/l vUuiliJÜI5 Grünwald, Floridsdorf, anfgenommen 59 HOCHZEITS-GESCHENKE in echt Silber und Chinasilber Service, Tafelaufsätze, Jardiniöres, Girandols, Essbestecke, Pokale, Thorabehänge etc. etc. in prachtvoller phantasiereichet Ausführung zu reellen Fabrikspreisen. Brüder Goldmann 28 „Zur Brillantenkölligin“ Wien, I., Adlergasse Nr. 3. MJF Herausgeber: Dr. Josef S. »loch. — Verantwortlicher Rebaeteurr «obert Wolf. — Druck von L. Deck & Sohn. Wie». VJIi. 496^6391