Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 35 (2.9.1898)
- Date
- 1898-09-02
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 Dr. Vloch's Wochenschrift Seite 651 geeigneten Anknüpfungspunktes, sowie auf die logische Gliederung der Gedanken erstreckt, die Muße fehlt. Nun gibt es aber außerdem nicht wenige jüdische Kreise, wo die lendenlahme Ansicht noch dominant ist, als müßte jede Leichenrede einen Text haben, der noch obendrein gerade aus der laufenden P a r a s ch a h entnommen ist, und als müßte der Redner auf den hebräischen Namen des Verblichenen reflectiren, um ihn unter allerlei Anspielungen mit irgexd einem Namensvetter im jüdischen Schriftthum in Relation zu bringen, mag diese auch an den Haaren herbeigezogen sein. Die Vertreter jener schiefen Ansicht scheinen cs ganz und gar zu übersehen, daß ja dem Redner jener Name gar nicht oder doch erst hart an der Bahre bekannt gegeben wird. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, erscheint die vorliegende Brochnre des in talmudischen Kreisen durch sein vor ungefähr einem Lustrum erschienenes Werk: »Likkute Sch’lomoh« rühmlichst bekannten Verfassers als eine sehr dankenswerthe Gabe, insofern sie nicht blos für alle Wochenabschnitte der Thora und alle Monate des Jahres, sondern auch für die meist gebräuchlichen, hebräischen Männer- und Franennamen. sowie für verschiedene Lebensberufe und Schicksalsfügungen passende Texte und Anknüpfungspunkte darbietet, und sich auf diese Weise zu einem willkommenenOrientierungsschema auswächst. Das handliche Merkchen in der Tasche, kann der telegraphisch berufene Leichenredner ohne Umstände in den nächsten Bahnzug einsteigen, es dann im Coupe hervorholen, einige Minuten darin blättern und der gesuchte Anknüpfungspunkt wird unschwer gefunden sein, und doppelt für jene Fachmänner, die sich auf die Kunst verstehen, auch solche Texte, die ursprünglich einen allgemeinen Sinn haben, durch symbolische oder allegorische Auslegung zu Analogien und zur Anwendung auf specielle Fälle oratorisch zu verwerthen und zwischen Text und Casus einen positiven Zusammenhang herzustellen. Möge darum das reichhaltige und hübsch ausgestattete Buch auf's beste jenen Kreisen empfohlen sein, für die es eben ein »Dakar b’itto« ist, und denen es vorzügliche Dienste zu leisten vermag. Jglau. Rabbiner Dr. Unger. Briefkasten. Pl. in Straßnitz. Das Blatt zu abonniren fällt nns durchaus nicht ein. Solcher antisemitischer Hetzblättchen gibt es sehr viele. Es wäre Sache der Preßbehörden, das Erscheinen solcher strafbarer Hetzartikel zu verhindern und die Autoren zur Rechenschaft zu ziehen. L. S. Wien, II.» Fugbachgaffe. Der 6. November 1823 war am 3. Cheschwon 5584. An die Herren Redacteure des Derganiblattes. — Wir wissen zwar nicht, wie es mit Ihren Kenntnissen hinsichtlich der französischen Literatur beschaffen ist, vermuthen aber doch, daß Ihnen Montesquieu wenigstens dem Namen nach bekannt ist. Ist dem so, so empfehlen wir Ihnen sehr eindringlich die Lectüre des 60. seiner „Pers. Briefe", wie überhaupt die Lectüre sämmtlicher dieser Briefe; wenn schon aus keinem anderen Grunde, so doch, damit sie sich einer eleganteren Schreibweise bedienen. Kohlenhändler K., Innere Stadt. Wir finden es nicht in Ordnung, daß Sie geschwiegen haben. Wenn die Kundschaft Ihnen sagte, daß sie principiell nicht bei Juden kaufe, so hätten Sie sofort sagen sollen, daß Sie Jude sind. Nachdem Sie das nicht gethan, so fragen Sie gelegentlich die Gnädige, ob sie mit den Kohlen zufrieden ist, und im Falle der Bejahung sagen Sie ihr, daß sie bei einen: Juden gekauft hat. Wir find entschiedene Gegner des Versteckenspielens. Declariren Sie sich als Jude und bedienen Sie Ihre Kunden reell und gut — das ist das wirksamste Recept gegen ein blödes Vorurtheil, das man den Leuten in gewissenloser Weise beizubringen sucht. W. —l. Lesen Sie die Antwort an „Kohlenhändler K." In Ihrem Falle hätten wir nur speciell zu bemerken, daß Sie beruhigt auf Uebernahme und Bezahlung der Waare klagen können. Treuer Abonnent in Göding. Der Jude Dr. Mandl war einst der intimste Freund des Dr. Lueger. Der derzeitige Antisemitenführer schwärmte damals für „koschere" Küche. Dr. S.» Hofnnd Gerichtsadvocat. Das „Deutsche Volksblatt" hat sich den Fall Tachan „juristisch" beleuchten lassen, und wir Pflichten Ihnen vollständig darin bei, daß der Installateur jener „juristischen Beleuchtung" seine Studien nicht an der Universität, sondern vielleicht bei Herrn Bielohlawek absolvirte. Für uns verlohnt es sich aber nicht der Mühe, den juristischen Unsinn des „Deutschen Volksblattes" neuerdings zu „beleuchten". Notixen. (Wichtig für Gaseonsumenten — das Auerlicht wird billiger!) Wie aus dem heutigen Inserat der Oesterreichischen Gasglüh'licht-Actiengesellschast hervorgeht, läßt dieselbe, um ihre beliebten Fabrikate überall einzubürgern, vom 25. August l. I. ab eine neuerliche Preisermäßigung eintreten. Die Lampe, welche bisher 3 fl. gekostet, wird nunmehr um 2 fl. 25 kr. erhältlich sein; der Glühkörper, dessen bekannt gute Qualität auch weiterhin unverändert bleibt, wird in Zukunft (statt 75 kr.) nur fünfzig Kreuzer kosten. Die Sparlampe, welche ein Liebling der Hausherren geworden ist, wird von nun ab (statt 2 fl. 40 kr.) nur 1 fl. 95 kr., und der Ersatzglühkörper dazu statt 60 kr. blos 40 kr. kosten. Um die Vorzüge des Auerlichtes auch dort, wo auf gediegenere Ausführung weniger Werth gelegt wird, zugänglich zu machen, wird überdies eine i?eue Type, die Volkslamp e, in Verkehr gebracht, welche ebenso wie die bisher eingeführte Larnpe allen Anforderungen einer schönen und zweckmäßigen Beleuchtung entspricht, aber doch nur 1 fl. 80 kr. k o st e t! Zur Bequemlichkeit des Publicums ist eine eigene Abteilung für die prompte k o st e n f r e i e Zustellung der Glühkörper organisirt. Es genügt ein telephonischer Auftrag (Nr. 1063) oder eine Correspondenzkarte, und die Glühkörper werden um den Betrag v o n 50 kr., r e s p e c t i v e 40 kr. noch am s e l b e n T a g e in's Haus geschickt. Die neueste Preisermäßigung, welche allen Gaseonsumenten willkonimen sein wird, ist wohl ein Zeichen der Vortrefflichkeit der Auer'schen Gasglühlichtfabrikate; denn sie stellt sich als Folge der kolossalen Ausbreitung dar, welche dieses unvergleichlich schöne Beleuchtungssystem bisher gefunden hat, und wird gewiß auch die Ursache sein, daß es ein Gemeingut Aller wird. Wie immer, sei auch diesmal die Beachtung der bekannten A u e r's ch e n Schutzmarken empfohlen und vor Ankauf von Lampen und Glühkörpern durch Agenten und Hausirer gewarnt. (Eine neue Musikschule.) Der durch seine bisherige Thatigkeit auf dem Gebiete des Musikunterrichtes bekannte Professor Max Adler hat, dem Ersuchen zahlreicher befreundeter Familien nachkommend, nunmehr eine Musikschule gegründet, welche mit 16. September d. I. eröffnet werden wird. In dieser Schule wird die Ausbildung der Schüler und Schülerinnen in Violine, Viola und Ciavier bis zu den höchsten Stufen erfolgen, und der Name des trefflichen Pädagogen ist genügende Bürgschaft, daß diese Ausbildung in gewiffenhaftester Weise vorgenommen werden wird. Die Schule ist in geräumigen, luftigen Zimmern in der Roßauergasse Nr 4 installirt, im Mittelpunkte des großen Verkehrsnetzes nach der Stadt. Leopoldstadt und dem IX. Bezirke._ Die bekannte Papier- und Drucksortenfirma Carl Pick, Wien, Taborstraße 8, bringt als besondere Neuheit Riesen Postkarte» mit Abbildungen der Wiener Tempel nebst Gratulattonen in künstlerischer Ausführung, geeignet für Rofchaschonoh- Karte».___ 4g HIMZEIT8-6ESHIEME in echt Silber und Chinasilber Service, Tafelaufsätze, Jardiniäres, Girandols, Essbestecke, Pokale, Thorabehänge etc. etc. in prachtvoller phantasiereichei Ausführung zu reellen Fabrikspreisen. 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