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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-08-05 · 31 (5.8.1898) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
31 (5.8.1898)
Date
1898-08-05
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 588 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 31 Briefkasten. Emanuel M., Lundenburg. 1. Wir rathen Ihnen davon ab, Ihren Sohn Thierarzt werden zu lassen. 2. Der Bericht „Wucherschwindel" ist ein Zu plumpes Machwerk, als das; man sich die Blühe geben sollte, festzustellen, ob auch nur das Geringste daran wahr ist. Erheiternd ist das Mitleid mit der „spanischen Standesperson", die sich flüchten mutzte. Was immer diese „spanische Standcsperson" gethan haben mag, das hat sie vielleicht doch nicht verdient, vom Purscht — Moniteur bemitleidet zu werden. Steuerträger und Familienvater. Sie dürfen den Zahlungsauftrag nicht in Rechtskraft erwachsen lassen, sondern dagegen sofort Einspruch erheben. Datz in einzelnen Commissionen antisemitische Protectionswirthschaft getrieben wird, ersehen Sie aus einer einschlägigen Zuschrift des „Wr. Tagblatt" im Morgenblatt vom 31. Juli. Alter Wiener. Die Anschuldigung, datz unter Dr. Prix eine Million aus dem Reservefond der Gemeinde „v e r s ch w u n d e n" sei, ist eine wissentliche Lüge des deutschen Volksblattes, und gehört zu jenen mit unglaublicher Perfidie angestifteten Aergernitzen, welche das Leben des Dr. Prix verkürzten. Der Gemeindeobligat i o n ä r von Mühldorf hat cs nothwendig, sich über die communale Vermögensverwaltung des Dr. Prix lustig zu machen. Joachim F., Gastwirth. Die Geschichte vom Gastwirts) Zobel ist so widerlich, daß wir nicht darauf zurückkommen wollen. Er gehört auch zu den Schützlingen der bewußten Partei. Einer, der nie Poker gespielt hat. Sie stellen sich uns als einen Juden vor, der niemals Poker gespielt hat und halten sich über die Behauptung des „Deutschen Volksblatt" auf, datz nur Juden Poker spielen. Entschuldigen Sie, wenn wir an Ihre Zuschrift zunächst aussetzen, daß Sie unrichtig citiren. Wir haben die betreffende Notiz auch gelesen; sie ist viel alberner, als man nach der von Ihnen mitgetheilten Fassung vermuthen sollte. Es heißt da von' den verurtheilten Pokerspielern: „Dieselben sind durchgehends Juden, was nicht zu verwundern ist, da das Pokerspiel nur von derlei Unartenlosen gespielt wird." Bei tausenden „Ariern", die sehr fleißig Poker spielten, solange es all jenen als erlaubt galt, dürfte die Verganische Entdeckung nicht geringe Heiterkeit hcrvorgerufen haben. L. N. in Czeruowitz. Es ist allerdings richtig, datz der betreffende Herr die Aeußerung gethan hat, die wir für unmöglich hielten. Unsere Meinung darüber wollen Sie in den heutigen „Glossen zur Tagesgeschichte" Nachlesen. Frau Eva R. Ihre Mittheilung ist Zur Aufnahme in unser Blatt nicht geeignet. O. H. in Zurawno. Ihre Bemerkungen betreffen specielle, wissenschaftliche Probleme, deren Erörterung nicht in den Rahmen unseres Blattes paffen. B. T. Der moralische Unterschied zwischen der Stöcker-Partei und der Ahlwardt-Partei ist dadurch vollständig beseitigt, daß die Stöckerianer die Wahl Ahlwardt's unterstützten. An Lumpereien ist Ahlwardt seinen Wiener Doppelgängern durchaus ebenbürtig. Ahlwardt ist als Schlepper bei einem Ordensschacher vor Gericht gebrandmarkt worden; vor dem Reichstag ist ihm widerspruchslos bescheinigt worden, daß er keinen Funken von Ehrgefühl im Leibe habe; in dem Judenflintenprocesse wurde er in dem gerichtlichen Erkenntniß als ein Mann characterisirt, der „erwiesenermaßen gewerbsmäßig" beleidige, und der „das öffentliche Interesse, namentlich die Staatssicherheit sehr gefährdet und bewußt gefährdet" habe. Die Amerikareise Ahlwardt's hat selbst viele seiner ftüheren Anhänger stutzig gemacht und manche antisemitische Blätter haben ihren Abscheu über dieses Treiben, diese „Hochstapelei" Ausdruck gegeben. EL wird allseitig als eine Schande empfunden, daß der deutsche Reichstag einen solchen Mann in seiner Mitte zählt. Frl. P. in B. Wir sind nicht in der Lage, Ihrem Wunsche zu entsprechen. Ein jüdischer Dienstmann. Die Absicht, die jüdischen Dienstmänner brodlos zu machen, ist allerdings der Zweck jenes Artikels, in welchem der neugebackene Socialpolitiker Bielohlawek das „Elend der Rothkappen" beklagt. Dieser Mensch will die Nothlage von 1000 Dienstlnännern einfach dadurch beseitigen, daß er 700 andere auf's Pflaster wirst. Wem die sociale Frage auf solche Art gelöst werden könnte, wäre Herr Bielohlawek der erste Socialpolitiker in Europa. Das Judenthum zweier Eoncessionsinhaber ist für ihn das rothe Tuch, auf das er losgeht; den dritten christlichen Concessionsinhaber verschweigt er. Unter dem Vorwände, „jüdische Ausbeuter" zu treffen, will er den jüdischen Dienstmännern ans Leben gehen. Wir glauben nicht, daß ihm dieser Plan gelingen wird. Neue Licenzen sollten allerdings nicht mehr vertheilt werden, da die Zahl der Dienstmänner den Bedarf allerdings übersteigt. Moriz Goldberger’sche Stiftung für einen zur Anstellung als .. Bei der israelitischen Cultusgemeinde Wien gelangt die oben genannte Stiftung per fl. 300 ö. W. auf ein eventuell zwei Jahre zur Verleihung. Bewerber, welche die Qualification zum Rabbiner besitzen, aber noch nicht in amtlicher Stellung sind, haben ihre entsprechend instruirten Gesuche bis 31. August d. J. im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde (I, Seitenstettengasse 4, 1. Stock) zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. In dem Gesuche ist nebst den Familienverhältnissen des Bewerbers anzugeben, ob derselbe in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. insef und Gäcilia Adler Stiftung für Arme. Am 26. October 1898 gelangen bei der hiesigen isrealitischen Cultusgemeinde die halbjährigen Zinsen der obigen Stiftung in Beträgen von 20 bis 30 fl. an arme Personen israelitischer Religion behufs Bezahlung der Wohnungsmiethe zur Vertheilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armuth versehenen Gesuche bis 30. August 1898 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4,1. Stock) von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. Auf später einlangende Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Arme Verwandte der Stifterin, Frau Cacilia Adler, sodann Witwen mit unversorgten Rindern, ältere hilflose Frauen oder Mädchen, die sich durch Handarbeit ernähren, endlich dem Lehrfache ungehörige Personen werden in erster Linie berücksichtigt . Gesuehsblanquette sind im Einreichungsprotokolle I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben. Adam Herzfeld’sche Ausstattungs-Stiftung. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntniss, dass die Zinsen der von dem Herrn Adam Herzfeld begründeten Ausstattungsstiftung im Betrage (ö. W. fl. 120) Hundertzwänzig Gulden an ein mit dem Stifter verwandtes, armes, sittsames Mädchen israelitischer Gonfession zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre, mit einem Armuths- und Sittenzeugnisse und dem authentischen Nachweise ihrer Verwandtschaft mit dem Stifter und dass sie sich im Brautstande befinden, versehenen Gesuche bis 31. August 1898 im Einreichungsprotokolle der hiesigen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock) zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. Clara Krasnopolski’sche Gebet- und Wohithätigkeitsstiftung. Am 14. October d. J. als dem Sterbetage der Frau Clara Krasnopolski gelangen die halbjährigen Zinsen obgenannter Stiftung im Betrage von fl. 58 ö. W. unter mehrere Arme israelitischer Religion zur Vertheilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armuth versehenen Gesuche bis 31. August d. J. im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, zu überreichen. Arme Verwandte der Stifterin, Frau Clara Krasnopolski, werden in erster Linie berücksicht. Heinrich S. Reitliuger’sche 'Wohithätigkeitsstiftung. _ Am 12. October 1898 als dem.Sterbetage des seligen Herrn Heinrich 8. Reitlinger gelangen die Zinsen aus obiger Stiftung im Betrage von ö. W. fl. 104 an eine „verarmte würdige israelitische Familie, die in Wien wohnhaft ist und in deren Mitte Sinn für die Religion herrscht“ zur Verleihung. Bewerber um diese Stiftung haben ihre mit einem Armuthszeugnisse belegten Gesuche bis längstens 31. August 1898 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse Nr. 4, 1. Stock zu überreichen, woselbst auch Gesuehsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags unentgeltlich zu beheben sind. Auszüge aus der Geburts-, Trauungs* und Todtenmatrik der Wiener israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, am i. August 1898. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde, Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redacteur: Robert Wolf. — Druck von 8. Deck & Sohn, Wien, Vm. 2584 6470343397599

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