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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-07-01 · 26 (1.7.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
26 (1.7.1898)
Date
1898-07-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 26 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 507 jene Raschheit bei Erledigung der Geschäfte zu verleihen, die mir und dem Staatswohle so wünschenswerth ist." Leipnik stand wie eingewurzelt, die märchenhafte Plötzlichkeit, mit der das heiß ersehnte Glück durch Gottes Allgüte über ihn gekommen, machte ihn einen Moment sprachlos, dann aber brach er in überströmendem Enthusiasmus los. „Majestät! Allerhöchdieselben sind mehr, weit mehr noch als ein Kaiser und der mächtigste Monarch der Erde! Allerhöchstdieselben sind ein gottgesandter Engel, die Menschen zu beglücken, die Gebeugten aufzurichten, die Bedrückten zu erlösen!" Das Lob des Juden schien dem Kaiser, wohl berechtigt, ein aufrichtiges, und erfreute ihn mehr als tausend Weihrauchwolken, die täglich von feilen Hofschranzen zu ihm aufstiegen, und er sprach, einen wohlwollenden Blick auf Leipnik werfend: „Das ist in der That mein Bestreben, Gott der Allschauende weiß es; — möge er mir gnädigst Kraft verleihen, mein vorgestecktes Ziel zu erreichen. Leipnik gehen Sie zu Ihrer Familie, die wohl heute durch Ihre Abreise in Trauer versetzt wurde und durch die Wendung der Dinge derselben entrissen werden wird. Leipnik eilte mit sprachlosem Entzücken hinweg. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Bibel und Heidenthum. Heidenbekehrung. Eine Studie von Dr. Adolf Kurrein 1898. Derlug von I. Kaufmann, Frankfurt a. M. (86 Seiten.) Fünf geistreiche Aufsätze, die im vierten Jahrgang der von ihm redigirten: „Jüdische Chronik" erschienen sind, hat der in Fachkreisen best accrcditirte Verfasser in einer Brochüre zusammengefaßt, vermuthlich zu dem Zwecke, um sie übersichtlicher und auch jenen Kreisen zugänglich zu machen, in denen jüdische Zeitschriften nur selten und flüchtig gelesen werden. Die universalistische Tendenz der heiligen Schrift, die bereits von Bunsen (Gott in der Geschichte, Band I, Seite 138, ff. Leipzig, 1857) erkannt und gewürdigt und von Rabbiner Baum (Universalismus der mosaischen Heilslehre, Frankfurt a. M. 1898) mit kritischem Geschicke erhärtet erscheint, wird auch in der vorliegenden Schrift nachdrncksvoll betont und zugleich hervorgehoben: „Daß die heilige Schrift von der ältesten bis zur jüngsten Zeit, von den Büchern Moses bis zu den letzten Propheten nicht erst eine fortschreitende Entwicklung des Gottesbegriffes beurkundet, sondern von allen Anfang den Göttern, insofern ihnen als Thiere, Himmelskörper und Bilder ein körperliches Dasein zukam, keine göttliche Wesenheit, keine Berechtigung zu Gottheiten zugestanden, im Gegentheil stets auf den innern Widerspruch ihrer Bezeichnungen mit ihrem wahren Sein hingewiesen hat, der nur zum Spotte unaufhörlich herausforderte." (Seite 9.) Allem Anscheine nach reagirt hier der Verfasser gegen jene Bibelforscher, die einer a l l m ä l i g e n Entwicklung der Gottesidee in der Bibel das Wort reden und die vornehmlich das e r st e der fünf Bücher Mosis mit mißtrauischem Blicke als das Werk zweier Bearbeiter, des Elohisten und Jehovisten, betrachten, ja Letzterem noch außerdem zwei ältere Urkunden zur Verfügung stellen, die bei Lichte besehen, sich als Phantasiegebild einer schrankenlosen Conjecturalkritik erweisen. (Conf. Knobel, die Genesis, Vorbemerkungen Nr. 6, Leipzig. l860.) Hinsichtlich des Ausdruckes: „Gott der Götter" bemerkt der Verfasser: „Die hebräische Sprache kann in logischer und grammatischer Form das richtige Verhältnis zwischen Gott und den Heidengöttern nicht anders zum Ausdrucke bringen, als: Der Ewige, euer Gott, ist Gott der Götter." (Seite 5.) Unseres Erachtens involvirt gerade dieser Ausdruck die schärf st e Verneinung der Heidengötter, weil dasjenige, was Gott unter geordnet ist, schlechterdings kein Gott sein kann. Der Begriff: „Gott" schließt eben jede wie immer geartete Unterordnung und Abhängigkeit aus. Für die Bibel sind die ctii rnajorurn wie rninorurn gentium ein Unfein g. Sehr beachtenswert sind die Ausführungen des Verfassers über den Götzendienst, als Brutstätte der Unsittlichkeit und mittelbar vielfältiger Seuchen, insbesondere folgende Worte: „Diese strengen Verrichtungs-, Ausrottungs- und Zerstörungsbefehle gegen Götzen, Götzendiener und Götzendienst entsprechen nicht einem unberechtigten Fanatismus, einer wilden Feindseligkeit und Gehässigkeit gegen Andersdenkende und Andersgläubige, sondern der Sorge um die Erhaltung Israels durch die reinste und edelste Sittlichkeit," (Seite 18. i Und wenn er rücksichtlich der Bekehrung der Heiden sagt: „Das innige, sittliche Familienleben in Israel wurde zum Bekehrer der Heiden" (Seite 30), so hat er damit einer Thatsache Ausdruck gegeben, deren Streiflichter auch in manchen modernen Vorgängen unverkennbar sind. Durch ihre populäre Haltung und nicht minder durch ihre überaus zahlreichen Belege aus der heiligen Schrift, gewinnt die vorliegende Broschüre trotz ihres bescheidenen Umfanges einen intensiven Werth und wünschen wir darum derselben die wohlverdiente, allgemeine Verbreitung und Würdigung. Jglau. Rabbiner Dr. I. I. Unger. Des Rabbi's Mojfstm 0 Reb Jankel, reb Todres, Chassidim '-) zwei Erzählten sich am Wege Allerlei. Reb Jankel ein Chassid aus Czenstechow, Reb Todres verehft stark den Skotzker Row '). „Erzähl mir ein Mojses", reb Jankel spricht, „Sonst glaube an euren Juden 4) ich nicht. Reb Todres beginnt mit leiser Stimm: „Er lebe hundert Jahr! Und mein Wort vernimm! Mein Rabbi ist fromm, er ist gut und klug Ju Czenstechow gibt es der Fische genug, Der Sabbath ist heilig, das weißt Tu gut. Und fehlte just Fisch', was mein Rabbi da thut? Er steigt hinab in der Mikwat -') Grund, Es spricht heil'ge Worte sein frommer Mund, Worauf bald ein Fisch kommt von tausend Püd') Ihn schneidet in Stücke der gute Jüd .... Er nimmt nur die Mitte, doch Schweif und Kopf Er wieder laßt senken; nun sprudelt der Topf, Gekocht und gebacken gar viel wird da Zum Schalaschseudosfest'). Hallelujah! Dein Mojfes, er klinget gar wunderlich! Doch mehr wirkt mein Rabbi; nun höre mich! Da leider wir Juden im Golus sind So muß sich oft ducken ein jüdisch Kind. Die Prize s) mit Leidenschaft Karten spielt. Es heißt, daß sogar auf den Rabbi sie schielt . . . D'rum oft zum Spiele sie ladet ihn ein; Nun höret den Mojfes, er ist nicht klein! Der Rabbi soll leben, wie ist er so weis'! Ein Mojfes — an ihn kommen stets die Tais '■') Und hat sie von denen, zum Beispiel zwei Ich schwöre darauf, daß er hatte drei! Und kam's just, daß sie hatte derer drei So hat er der Taise stets zweimal zwei .... „Zum Teufel! Es gibt doch nur Taise vier? Latz mir von dem Fisch nach, so ein'gen uns wir." Herm. Wilkowitsch. Briefkasten. M. R. Der 17. Tamus 5589 war am 18. Juli 1829. Eger, Subabonnent. Danken für Mittheilung: In Ausführung des Beschlusses der in Eger stattgefundenen Gremial-Krankencassa- Hauptversammlung vom 6. fe„ M. wurde unter dem 15. Juni den Mitgliedern bekannt gemacht, daß vom t. Juli d. I. an nur die Consultationen deutscher Aerzte (arischer Abkunft) von der Krankenkasse gezahlt werden. Für jene Kosten, die bei der etwaigen Wahl eines anderen Arztes entstehen, hat der Betreffende selbst aufzukommen. Unterzeichnete : Der Obmann: Josef S ch r ö d l. Der Schriftführer : F. I. F i tz t h u m. — Josef S ch r ö d l ist ein großer Kanfmanu, alte Firma, dessen Vater und er selbst, eine große Zahl von jüdischen Kunden in Specerei- und Eisenwaaren des ganzen Egerer Kreises hat. A. M. in K. Sie können beruhigt die Stiftung in Jerusalem bei dem dortigen Hospital creiren. Tie Bedingungen des Stiftsbriefes werden jederzeit gewissenhaft ausgeführt. Ein Wißbegieriger, lieber Wesen und Ziele der Bene Beris darf an dieser Stelle eine Auskunft nicht ertheilt werden. „Citatenfex 109". Wir wollen Ihre Neugierde befriedigen. Der Vers des Abraham Kästner - an Johannes Kepler, den großen Astronomen, gedichtet — lautet vollständig: „So hoch ist noch kein Sterblicher gestiegen Als Kepler stieg und starb den Hungertod, Er wußte nur die Geister zu vergnügen, Drum ließen ihn die Körper ohne Brot." Adolf K. iu L. Ganz richtig. Bürgermeister Lueger hat im vorigen Jahre eine bekannte Tischrede gehalten, welche in 12 Sätzen 18mal das Wort „Ich" enthielt. Max Stifter, der „Jch"-Philosoph, war weitaus übertroffen! K. in L. Bei dem jüngst hier abgehaltenen 75, Jahresfest der Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden erklärten, der „Kreuzzeitung" zufolge, die beiden Missionäre der Gesellschaft, Löwen in Posen und Gottlieb in der Bukowina, daß sie „größere ') Wunder. -) Fromme. ) Rabbi. 4) Guten Juden, Wunderrabbi. ä) Ritualbad. d) Pud, 40 Pfund. ') Drittes Sabbathmahl. 8) Gutsbesitzerin. ,J) As.

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