Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 25 (24.6.1898)
- Date
- 1898-06-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 492 Dr. Bloch's Weckenschrifi »r. 25 „Mein allerguädigster Herr und Kaiser! kann mir alleröchstdero römische Majestät meinen Fehltritt vergeben?!" Der unglückselige echte Oberamtmann warf sich auf beide Knieen und stieß mit seinem -Kopfe aus das Erdreich, das nur so der Staub aufwirbelte, und sich fein gepudertes Haupt von dem Ackerboden schön gelblich färbte, und dabei schrie er fortwährend : „Ich allerunglücklichster aller Sterblichen, o! hätte sich die Muttererde geöfflret und hätte mich formidablen Dummkopf verschlungen wie Korach mit seiner bösen Rotte, bevor mir dieses unermeßliche Unglück paflirte — warum hat mein viehisch dummes Auge nicht erkannt, daß aus diesen Zügen bie Majestät des Gottgesalbten Monarchen strahlt! — o! wäre ich me geboren worden, oder wäre gleich nach der Taufe gestorben! — Zehn Jahre meines Lebens gäbe ich darum, wenn ich vor einer Viertelstunde stumm geworden wäre, und mein Mund nicht die wahnsinnigen, vatermörderischen Worte gegen den Gesalbten des Herrn gestammelt, — o! Wehe, siebenfaches Wehe über mich verrückten Hochverräter — ich möchte Staub und Asche auf mein unglückseliges Haupt streuen, das doch so dem Henkerbeile verfallen ist! — Strafen mich Euer Majestät barmherzig mit keinem gar zu gräßlichen Tode für meine Crimena majestatis!" (Fortsetzung folgt.) Eitel Goldschmidt’sclies Stipendium für einen Techniker des Baufaches Dar Vorstand der israelitischen Cnltusgemeinde gibt bekannt dass der Zinsenbetrag obiger Stiftung per o W. fl. 400 für das’ Jahr 1898 an einen der israelitischen Confession angehörigen Techniker des Baufaches, der seine Studien am k. k. Wiener polytechnischen Institute mit Auszeichnung absolvirt bat znm Behufe seiner höheren, technischen Ausbildung an einer vorzüglichen auswärtigen Fachanstalt oder zu einem Reisestipendinm zur Verleihung kommt. Dieser Betrag wird im Auslände an jenen Orten ausbezablt werden, wohin sich der Betheilte zu dem angedeuteten Zwecke begibt. Die gehörig belegten Gesuche sind bis 31. Juli 1898 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeirde, woselbst auch Gesuchs bl an q nette während der Amtsstunden von 9— 12 Uhr unentgeltlich ausgefolgt werden, einzureichen. Nach dem Termine einlaufende oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. WIEN, den 15. Juni 1898. Der Vorstand der israelitischen Cultuegemeinde. Briefkasten. Abonnent Dr. L—l. Danken für den Ausschuitt. Wäre übrigens von unserem „Freund Argus" auch nicht übersehen worden: Am 15. d. M. brachte die „Deutsche Zeitung" die aufsehen erregende Mütheilung von der Verwendung des Zitterrochens als Ersatzkabel. Vor etwa drei Wochen stand die Geschichte in der „Ostdeutschen Rundschau". Nun druckte die „Deutsche Zeitung" die Geschichte vom „Fische als Ersatzkabel" nach. Das ist der neueste Reinfall der „Deutschen Zeitung". Die „Ostdeutsche Rundschau" vom 16. d. M. freut sich, daß der „Deutschen Zeitung" die „Fische als Ersatzkabel" gar so gut gefallen haben und daß uns die gute Collegin so gründlich aufgesessen ist. Für den aus dem Aufsitzer resultirenden. nicht im „birelektrischen" Wege erzeugten Katerstrom empfiehlt sie der „Deutschen Zeitung" die in „jenen Gewäffern am Meeresgründe zahlreich vorkommende Seegurke (Helothurioides). „Büh«enfeeund Wien". Nachdem die Vergani-Srppe das volksthümliche Unternehmen auf dem Kahlenberg glücklich zu Grunde gerichtet hat, vergießt sie noch heuchlerische Irokodilsthränen! Die Wiener Judenblätter schweigen den Fall ausnahmslos todt (oho!) — für sie (?!) hat die Thatsache, daß 50 Menschen, die unter allerlei Vorspiegelungen zum Abschlüsse eines Vertrages mit der Leitung des Kahlenberger Theaters verleitet wurden, nun, da Millionäre nichtim Stande sind, den hungernden Schauspiel ern di e lumpi ge B ette l g a g e zu bezahlen, nicht das geringste Interesse. Aber wenn es nur dies allein wäre! Kein einziges der Blätter hat ein Wort des Tadels darüber, über derartige scandalöse Zustände ..Wir haben Worte des Tadels, der sich aber an die richtige Adresie richtet! Adolf Vraunfeld, Prerau. Daß der Bericht aus Prerau, betreffend die Trauung des Prof. Schmidt aus Göding, sowie der Bericht aus Holleschau betreffend die Wahl des Ortsschulrathes nicht von Ihnen herrührt, bestätigen wir Ihnen über Ihren Wunsch wahrheitsgemäß. Wozu Sie das verlangen, ist unerfindlich? Auch „Faust" und „Don Carlos" sind nicht aus Ihrer Feder. Mr bestätigen das gleich in Einem. Hans W . . . Wien. Wollte der Herr Autor des Artikels „Der Jndenstaat", der sie gar sosehr interessiert, genannt sein, hätte er seinen Namen unterzeichnet. Er schreibt übrigens einen so markanten Schl, daß es der Unterschrift gar nicht bedarf, um ihn — einige Vertrautheit mit den ersten Wiener Feuilletonisten vorausgesetzt — heraus zu erkennen. Wahrung der redactionellen Discretion ist selbstverständlich. Davon kann in keinem, also auch in diesem Falle nicht abgegangen werden. Cantor H. W. Ausgenommen! „Die Abweisung nach dem Zonentarif?" Dieser Witz (?) ist so dunkel, wie die Wege des Herrn Putscht. „M. Schapira", Prag. Wir danken verbindlich für den Ausdruck freundlicher Anerkennung, den Sie dem ArEel „Export und Judenthum" zollen. Ihre „g r o ß e V e f r i e d i g u n g" ist uns um so werchvoller, als sie von Seite eines Fachmannes in der Angelegenheit kommt. ln der Stadt und auf dem Lande. * / Solide ^pirma sucht c,yr trauenswürdige Ver » tretet' auf jeden Platze iur * gangbaren Hausbedarfsartikel „ Höchst lohnender Verdienst. f Anträge erbeten an: Michael Kammholz, Tesjchen (Oesterr.’.Schlesien)! Concurs. Bei der israelitischen Cnltusgemeinde Amstetten (Niederösterreich) gelangt die erledigte Stelle eines geprüft tu Religionslehrers, Schochet und Bodek zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 1200 Kronen, e>n Wohnungsbeitrag von 120 Kronen und den üblichen Emolumenten verbunden. Bewerber um diese Stelle, welche österreichische Staatsbürger s?in müssen, wollen ihre eigenhändig geschriebenen, mit Qualificationszeugniss sowie mit Alters- und Familienstandnachweis belegten Gesuche bis 8 Juli 1898 beim Cultusvorstande in Purgstall a. d Erlaf einreichen, welcher auch über nähere Details schriftliche Auskünfte ertheilt. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Purgstall a. d. Erlaf, im Juni 1898. Der Vorstand. Für die schönen jüdischen Feste empfehle rituelle Palmen Ia. Qualität aus meinen eigenen grossen Culturen in Bordighera, welches bekanntlich für diesen Artikel der erste, wenn nicht der einzige Platz der Welt ist. Andrea Muraglia Bordighera (Italien). Herausgeber n. ver utv. Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck v. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lercheufelderstr. 48.