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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-06-24 · 25 (24.6.1898) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
25 (24.6.1898)
Date
1898-06-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 25 Dl*■ Bloch’s Jahrgang XV. Centralorgsn für die grfsmmten Interesten des Iudenthums. ---- Wien, 24. Juni 1898. -- Erscheint jeden Freitag ---» « - Brief-Adreste: Wien, I., Hauptpostamt — Aach. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift Wien. «- --- -- »EjngBprtta für Lrstrrrrtch: Halbjährig 4 fl. --- S £t. Einzelexemplare SL kr. j Für'» Aunland:; halbjährig 4 fl. — 10 Stz. ganzjährig 10 „ 20 „ j Anzeigen: Die 4nal gespaltene Petitzeile 12 kr. * .*■■■= —- S. ft. Poyspsrftassrn-Aml | ClearingverKry r Nr. 810.976. i Lrdsrtton und Ndminiliralion: I KUn , II., Vnlrrr Vugarlruflr. la. {Telephon - Nr. 6535. m - Inhalt. Leitartikel: Die neue Export-Akademie. — Eine Hilfsaction für Galizien. — Eine von den Inden geschaffene Industrie. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Glossen zur Tagesgeschichte. Der Bund der deutschen Landwirthe Böhmens. Zur Judenhetze in Westgalizieu. Ein Erlaß gegen den Antisemitismus in der Schule. Zur Asenlehre. Dr. Eduard Reich über die Juden. Fräulein ordentlicher Professor. Oscar S. Straus. Juden in Abessynien. Das Grab Davids. Eine jüdische Ackerbauschnle. Moritz Jokai. — Correspondenzen: Wien, Krakau, Lemberg, Dukla, Prag, Berichtigung, Olmütz. Kitzbühel, Jerusalem. — Vermischtes: Wien, Austerlitz, Lemberg, Zurawno, Kremsier, Rachod, Retz, Hohenau, Breslau, Jassy, Bialystok. — Feuilleton: Der neue Oberamtmann. — Briefkasten. — Inserate. Wir ersuchen unsere geschätzten •Abonnenten um rechtzeitige Zinsendung der taufenden <Abonnementsgebn.hr; damit die Zusendung des «5Wattes keine Unterbrechung erleide. Die neue Export-Akademie. Vor Kurzem erst ist es uns geglückt, gewissermaßen den Wind abzusangen, bevor er die Segel des Lebensschisfleins unserer Großstadt bläht. Acht Tage vor Errichtung des Wiener städtischen Arbeitsvermittlungsamtes haben wir für eine Arbeitsvermittlung im Kreise der Judenheit plaidirt. Eine ähnliche Genugthuuug bereitet uns ein unscheinbares, aber keineswegs unwichtiges Localereigniß, welches zeigt, daß wir in unserer vorwöchentlichen Nummer auf eine wichtige Zeitströmung aufmerksam gemacht haben. Wir haben unsere Leser auf die Wichtigkeit der Erziehung ihrer Söhne für den Export hingewiesen. Es geschah dies unter dem Eindrücke, welchen das Studium des Protokolls der Export- Enquete und namentlich des darin enthaltenen ausgezeichneten Generalreferates in uns hervorgerufen hatte. Mit Klarheit geht aus diesem Referat hervor, daß ein Mittel zur Befreiung von unseren unerquicklichen wirthschaftlichen und gesellschaftlichen Zuständen auch in der Beseitigung der dem Export entgegenstehenden Hindernisse zu finden ist; jede Hebung des Exports betrachten wir daher auch als ein eminentes Interesse der Judenheit. Es soll allen Bevölkerungsschichten besser gehen, dann wird auch der verbissene Groll gegen das Bischen Mischen Wohlstandes aufhören. Andererseits war es uns sofort klar, daß. das Heer von Agenten, welche sich hier gegenseitig jeden Bissen Brod vor dem Munde wegnehmen, eigentlich nichts ist, als die große Armee, welche unsere Maaren über die Landesgrenzen hinaustragen sollte, aber der nöthigen Vorbildung und des nöthigen Capitales entbehrt. An Exporteuren mangelt es, weil dazu viele und seltene Sprachen- und Sachkenntnisse gehören. Wir glaubten daher, dem jüdischen Vater keinen besseren Rath geben zu können, als daß er seine Söhne ihren Talenten entsprechend für diesen vom patriotischen Standpunkte aus hochwichtigen und zugleich für sie selbst ehrenvollen und gewinnreichen Beruf erziehe. Diese unsere Anschauung scheint nun thatsächlich dem Zeitgeiste abgelauscht zu sein. Soeben ist der Aufruf der neuen Export-Akademie versendet worden, welche in Wien gegründet wird, nachdem eine ganze Reihe ausgezeichneter Männer seit Jahren ihre Zeit und Kraft in den Dienst dieser großen Sache gestellt hat. Wir können unseren Glaubensbrüdern nichts dringender anrathen, als die Unterstützung jedes auf Befreiung von unserer wirthschaftlichen Stockung gerichteten Unternehmens, also auch der neuen Export-Akademie. Natürlich wird diese Unterstützung in dem Maße erfolgm, als die neue Schule sich bewähren wird. Vorläufig bedarf sie nur eines Zuschusses von 20.000 fl., einer Summe, welche mit Leichtigkeit zustande gebracht wird, wenn jeder hervorragende Exporteur, gleichviel ob Jude oder Nichtjude, mit einem anständigen Betrage mitwirkt. Wir wollen freilich schon jetzt nicht verhehlen, daß wir für eine spätere Zeit, wo es sich um Ausgestaltung dieser Anstalt im großen Style handeln wird, während gegenwärtig nur eine Anzahl von etwa 60 Hörem ins Auge gefaßt wird, eine viel großartigere Betheiligung des Judenthums für richtig halten würden. Für Spenden im großartigen Style wird z. B. schon im nächsten Jahre, wo es sich um Eröffnung eines II. Jahrganges und vielleicht auch von Parallelklassen handeln wird, reichlich Gelegenheit geboten sein. Aber schon jetzt wird jeder Vater, welcher in den heutigen schweren. Zeiten seinen Söhnen eine Zukunft sichern möchte, gut thnn, dem überaus zeitgemäßen und praktisch abgefaßten Programm seine Aufmerksamkeit zu schenken. Was uns besonders daran gefallen hat. ist der folgende Passus: „Nach Vollendung der Schulung an der Export-Akademie

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