Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 23 (10.6.1898)
- Date
- 1898-06-10
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3021223-3021247--07918-3032269- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 456 Nr. 23 Dr. Bloch's Wochenschrift Briefkasten. Dr. A.: Dem neuen italienischen Kabinet gehört als Finanzminister L u z z a t t i an, der bekanntlich Jude ist und diesen Posten schon wiederholt bekleidet hat. Moritz Weißmann: Der 3t. Mai des Jahres 1892 war der 5. Siran 5652. Rabbiner R. in P.: Wenden Sie sich an den Vorstand der Wiener Cultusgemeinde. Wie». „4l. Bauer." Die Unio cattolica von Dr. Max Anton L ö' w würdig vertreten, ist in ihrem Proceß gründlich durchgefallen und mußte doch für den bestrittenen Schaden aufkommen. Diese „racenreine" Feuerversicherungs-Gesellschaft macht doch die sonderbarsten Schwierigkeiten! Weil ein Object unbewohnt ist, halt sie die Gefahr für erhöht — sonst gelten gewöhnlich bewohnte Objecte, wo doch mtt Licht und Feuer hantiert wird, für die gefährlicheren. Wenn die schwanen Herren zahlen sollen, werden sie eben scharfsinnig! Patientin aus Rußland. Wenden Sie sich, wenn Sie keinen Juden wollen, an Dr. Caspar Schwarz. Das ist ein „christlicher" A^t. Sie werden nicht zu klagen haben. Er besorgt das selbst. Herr» A. H. -r. III. Mit dieser traurigen Sorte von Witzblatt — „Kikeriki" — können wir aus Reinlichkeitsgründen uns nicht befaßen. Sommerfrischler. Sie theilen mit, daß das Stiftungshaus XIII., Auhofftraße Nr. 47, welches im Jahre 1886 die verewigte israelittsche Wohlthäterin Frau Racheline Goldberger seligen Andenkens der Gemeinde Wien hinterlaffen hat, bis vor einem Jahre noch eine deutlich aller Welt lesbare Widmungsaufichrist in schönen groben Buchstaben trug. Nunmehr ist diese entfernt und durch ein kleinwinziges, armseliges Täfelchen ersetzt worden, das man erst suchen muß und dann kaum entziffern kann. Die zahlreichen Passanten der belebten Verkehrsstraße sollen eben nicht in einemfort an die jüdische Philanthropie erinnert sein. Warum geben aber die antisemitischen Machthaber nicht lieber gleich das ganze Haus — der israelitischen Cultusgemeinde etwa — zurück?! Eine wohlaufzuwerfende Frage. Neugieriger vom Grund. „Ob das Bildniß des Herrn Stadt- und Gemeinderathes Purscht, auch Pensionatsinhaber und wirklicher Zwangsversteigerungstheilnehmer, im Rathhaus zu finden ist — Der scherzhaften Frage, die ernsthafte Antwort: „Ja" — und zwar im städtischen Museum auf dem Oelgemälde, welches die Beiräthe und den Vorsitz Friebeis darstellt; der letzte Herr links, an der Tischecke! Ein Zweifler. Die Richtigkeit der Nachricht wird bestätigt. Der Präsident des Wiener Neuphilologentages Professor Hofrath Dr. Schipper feierte thatsächlich Dr. L u e g e r als den ersten bedeutend st en Menschen in Oe st erreich, pries in überschwänglichen Worten deffen herrliche Eigenschaften, , die er den Congreßmitgliedern als nachahmenswerth hinstellte. Die Neuphilologen sind wirklich den Christlich-Socialen verpflichtet, da diese Partei tagtäglich das Deutsche Schimvfwörterlexikon durch neue Wortbildungen bereichert. Graphologie. Fräulein Dolphine Poppee, beeidete Schriftsachverständige beim k. k. Wiener Landesgericht, weilt derzeit in Tabor Böhmen. Das Honorar beträgt: für eine Skizze der markantesten Eigenschaften 1 fl., für eine ausführlichere Charakterschilderung 2 fl., für ein detaillirtes Charakterporträt mit Angabe des passenden Umganges und der entsprechenden Behandlung der Person 5 fl. Kundmachung. Die Religionsprüfungen für Schüler der Mittelschulen findet im II. Semester dieses Schuljahres Montag den 20. Juni d. J. um 5 Uhr Nachmittags durch Herrn Dr. Heinrich P o 11 a k in der Religionsschule der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 4. Stock) statt. WIEN, im Juni 1898. DER VORSTAND der israel. Cultusgemeinde. An p. t. Eltern! Suche zum Austausche der Pension je eines oder für zwei Knaben (IV. II. Realschule, 15 und 14 Jahre) in einer Provinzstadt mit deutscher Oberrealschule, vom September 1898 ab, je ein oder 2 Knaben oder Mädchen (Techniker, Handelsschüler, Praktikanten oder Musiketc. Ausbildende) aus besserem Hause. Julius Zerkowitz, Baumeister, Wien, V., Griesg. 29. Concurs. In der israelitischen Cultusgemeinde Frerau gelangt mit 1. August 1898 die erledigte Stelle eines musikalisch gebildeten Cantors, Koreh, Schochet und Bodek zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 1200 Kronen, sowie freie Wohnung und die üblichen Emolnmente verbunden, welch letztere sieb, die Erträgnisse aus der Schechita eingerechnet, auf circa 1200 Kronen belaufen dürften. Bewerber um diese Stelle, welche österreichische Staatsbürger und auch belähigt sein müssen, das Secretariat zu versehen, haben ihre eigenhändig geschriebenen, mit Qualificationszengniss, sowie mit Alters- und Familienstaudnachweis belegten Gesuche bis I. Juli 1898 beim Cultusvorstande einznreichen. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Prerau, 1. Juni 1898. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Prerau. Coneurs Bsi der israelitischen Cultusgemeinde zu Essek-Oberstadt gelangt mit 1. August 1. J. die Stelle eines Schochetubodek-wekoreh zur Besetzung. Mit diesem Posten ist ein Jahresgehalt von 1C00 Kronen nebst freier Wohnung und den üblichen Nebenemolumenten verbunden. Bewerber, unter welchen solche, die über musikalische Kenntnisse und über hebräisches Wissen verfügen, bevorzugt werden, wollen ihre mit ihren Docamenten über Alter, Familienstand, Befähigung und bisherige Verwendung versehenen Gesuche bis spätestens 15. Juli 1. J. an den gefertigten Cultusvorstand einsenden. Essek-Oberstadt, am 1. Juni 1898. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde zu Essek-Oberstadt: Der Secretär: Der Vorsteher: N. Schwarz.: Dr. Hugo Spitzer. Kundmachung. Der Vorstand der israelitischen Coltüsgemeinde in Wien verlautbart hiemit, dass die Erträgnisse der Nathan und Ida Figdor’schen Widmung am [23. August 1898 im Betrage von ö. W. fl. 10 an eine arme israelitische Wöchnerin zur Verleihung gelangen. Die mit dem Trauungsscheine und einem Armuthszengnisse belegten Gesuche sind. bis 30. Juni 1898 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst Gesuchsblanquette unentgeltlich ausgefolgt werden, während der Amtsstunden von 9-^12 Uhr Vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Gebnrts-, Traunngs- und Todtennaatriken der Wiener israelitischen Cultusgemeinde . sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genace Angabe der betreffenden Daten. Wien, am 1. Juni 1898. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Hochzeits-Geschenke H . fn echt Silber und Chinasilber Service, Tafelaufsätze, Jardinieres, Girandols, Essbestecke, Pokale, Thorabehänge etc. etc. in prachtvoller phantasiereicher Ausführung m reellen Fabrikspreisen. Brüder Goldmänn „ Zur Brillantenkönigin “ Wien, I., Adlergasse Nr. 3. Ir Herausgeber u. veraalw. Redacteur: Dr. Josef «. Bloch. - Druck v. L. Beck & Sohn. Wien. VIII., Lerchenfelderstr. 46.