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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-05-27 · 21 (27.5.1898) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
21 (27.5.1898)
Date
1898-05-27
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 420 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 21 Briefkasten. .Herrn Osias Horowitz Zurawno. Sie weisen scharfsinnig nach, daß Luftschiffe schon im Talmud, Tracrat obagiga Polio 15 b und in ^alkut Lcbz'rnoni Proverb. Lap. 30, Abs. DLSSShXIV erwähnt werden. Bezüglich der Entdeckung des Kopernikus ziehen Sie die Stelle des Sidur Beth Jacob von Rabbi I. Emden in seinem Commentar zu Maamadoth Tag II heran — Sie wissen aber auch Alles! — schon 1700 Jahre früher Erwähnung in der Tosesta Sabbath, Abschnitt VII. — Die Thatsachen genügen! Die Schlußfolgerungen daraus ergeben sich ganz zwanglos von selbst. Daher müssen wir den Aufsatz dankend ablehnen, jedoch nicht ohne der Gelehrsamkeit des Verfassers unser Kompliment zu machen. Frau Dr. Emilie R—tt, Wien. Sie haben vollkommen Recht, wenn Sie den dem Schützenpreis ursprünglich zugedachten Betrag lieber einem jüdischen Wohlthätigkeitsinstitute zuweisen. Sie handeln so patriotischer und mehr den Intentionen des Monarchen gemäß, welcher sein Jubiläum ausschließlich durch Acte der Nächstenliebe und Humanität gefeiert wissen will. Ein paar reiche jüdische Frauen lassen sich von den Aristokratinnen ins Schlepptau nehmen und fühlen sich hoch geehrt, wenn — auf den jüdischen Geldbeutel speculirt wird! Herrn Eduard 8., Lemberg, (k. k. Landesgericht, Strafsachen.) Sie haben also eine Broschüre „von zehn Bogen Schreibpapier fertig gemacht" und suchen einen Abnehmer. Leider haben Sie ganz vergessen, uns zu sagen, ob Sie das von Ihnen geheftete Papier auch beschrieben haben — und wenn, wömit? — oder ob es sich hier einzig und allein um eine buchbinderische Arbeit handelt. In dem letzteren Falle wäre es allerdings viel leichter, einen Liebhaber dafür zu finden. Dr. L. S. in Berlin. Recht köstlich sind die in Stöcker's „Deutsch-Evangelischer Kirchenzeitung" enthaltenen Proben von Byzantinismus in Predigten protestantischer Pastoren. Ein Prediger sagte in der Leichenrede für eine Krämersfrau: „Die Verstorbene hat zwei große Gnaden von Gott empfangen: die eine große Gnade war, daß sie am Jahrestage des Todes des hochseligen Kaisers Friedrich bettlägerig wurde; die andere große Gnade war, daß sie am Geburtstage Ihrer Majestät der Kaiserin aus dem Leben schied." — Vergleichen Sie gefälligst die betreffende Recension in „Pastor Bonus", Zeitschrift für kirchliche Wissenschaft und Praxis und das „Vaterland" vom 22. d. M., Seite 3. I. S. iu Sadzka. Den uns übermittelten Betrag von 20 fl. haben wir im Einvernehmen mit der Präsidentin des Leopoldstädter Frauen-Wohlthätigkeitsvereines einer sehr nothleidenden armen Wöchnerin übermittelt. Herr« Antori K—r, Budapest. Wir sind nicht sofort in der Lage, Ihnen zu sagen, ob die Nachricht der „Ostdeutschen Rundschau" Nummer 137, Seite 5, richtig ist. Vielleicht ist einer unserer Leser in Troppau so gütig, entweder die Unwahrheit festzustellen oder andernfalls die schleunige Entfernung der aufreizenden Darstellung zu veranlaffen. Die Notiz lautete: „ZurAngelegenheitderRitual morde. Im städtischen Museum zu Troppau befindet sich eine bildliche Darstellung der für rituale Zwecke stattfindenden Abschlachtung eines Kindes. Auf der Rückseite dieses Bildes findet sich wortgetreu folgende Beschreibung: Den 6. März anno 1520 den Donnerstag vor Jubilate ist dieses Ehristenkind von den Kijowitzer Hirten Nicolaus Lukesch denen Troppauer und Leobschützer Juden um 20 fl. verkauftet und in das Markel's Haus Nr. 64 allhier auf der Judengasse, nachdeme Sie solches den Mund mit einer Kugel verstopfften, in die Stadt gebracht, auf hier abgemachte Weise getödtet und das Blut in ein zinnernes Gefäs aufgefangen worden, worauf Sie das Kind wieder auf die Kijowitzer Felder ins Gesträuche gelegt, dessentwegen dann der Hirt und die Interessenten gerichtet und damalige Juden von der Stadt Troppau auf ewig abgeschafst werden. Rachel Angel, Isaak, Maises, Samuel, Mars, Jakob." „Kunstfreund" Wien. Sie finden unser Urtheil über die entsetzlichen Bürgermeisterbilder zu hart. Nicht einmal das „Deutsche Volksblatt" lobt sie: „Das Antlitz Srrobach's verräth hier einen herrischen, trotzigen Charakter, was durch die zu starke Betonung der aufrecht stehenden Stirnfalten an der Nasenwurzel hervorgerufen wird. Auch die ganze Stellung und der Mantelüberwurf trägt dazu bei, in dem Manne ehereinen Despoten, als einen wackeren, christlichen Bürgermeister, wie es der Wirklichkeit entspricht, zu vermuthen. Trotz alledem hat dieses Porträt mehr Berechtigung, unter den vorerwähnten Meisterwerken zu hängen, als das Lueger-Bild von Krämer." Aufmerksamer Leser, Wien. Sie ergänzen unseren Ausstellungsbericht über Lueger's und Strobach's Bildnisse dahin, daß an der Außenseite des Pavillons der Stadt Wien ein riesiges Huldigungs-Relief angebracht ist, welches als dominirende Hauptfigur Lueger's Gestalt in natürlicher Größe, beinahe vollrund heraustretend zeigt, während S t r o b a ch vom Bildhauer mehr als Flachkopf behandelt erscheint. Ihren Ausführungen über derlei lächerliche Selbstverhimmelungs-Gelüste schließen wir uns rückhaltslos an, doch ist die Sache bereits behandelt worden und somit für uns erledigt. Kundmachung. Die Privatisfceuprüfungeh aus israelitischer Keligion für Volks- und Bürgerschulschüler und Schülerinnen aus dem II. und XL Bezirke finden |eden Sonntag von 12 bis I Uhr Mittags, die Privatistenprüfungen lür Schüler und Schülerinnen an Volks- und Bürgerschulen aus den Bezirken III bis inclusive X und XIX an jedem Montag von 2 bis 3 Uhr Nachmittags in der Central-Religionsschule I., Seitenstettengasse 4, statt. Wien, am 17. Mai 1898. ■ Del? Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Um allen auf Irreführung des Fublicums berechneten Reclamen zu begegnen, wird darauf aufmerksam gemacht, dass von Franzensbad an andere Curorte wie Bippoldsau, Pyrawarth, Buziäs etc. kein Mineralmoor abgegeben wird. Franzensbad, im Mai 1898. 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