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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-04-29 · 17 (29.4.1898) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
17 (29.4.1898)
Date
1898-04-29
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 340 Vr. VloH». WochrnfchrNt Nr. 17 Simon Sonnenschein, Juwelier, I. Bresnitz, H. Schifmann. Zu E h r c n b e i r a t h c n: die Herren Nathan Lustig und Hermann Beck. Nachahmeuswerth. Am letzten Sonntag trug man Frau Elise Pacifico Stern zu Grabe. Die selig Entschlafene hat es nicht nur bei Lebzeiten als ihre Aufgabe betrachtet, dem verschämten Armen zu helfen, so weit es in ihren Kräften stand, das Leben zu erleichtern, sondern hat auch testamentarisch verfügt, daß außer den noch an ihrem Begräbnißtage an verschämte Arme jüdischer Confession zur Bertheilung gelangten 1000 fl., und zwar zu gleichen Theilen hier und in ihrer Geburisstadt Triest, folgende Wohlthätigkeitsanstalten Legate erhalten sollen. In Wien der Humanitätsverein „G o m l e C h e f e d" 1500 fl , das „Ferien hei m" 500 fl.; in Triest der Verein „Confraternitä-Israelitica di Misericordia* 1000 fl., der Verein .,Commissione-Israelitica di Beneficencia“ 1000 fl.; für drei arme Bräute jüdischer Confession 3000 fl. Der Obmann des Gomle-Chesed-Vereines, welcher auch Mitglied des Ferienheims ist, dankte der Verewigten am offenen Grade im Namen dieser Institutionen und bemerkte, daß durch diese humanen Stiftungen der Name Elise Pacifico Stern nicht nur in den Gedenkblättern dieser Vereine unverlöschlich verzeichnet bleiben wird, sondern daß auch die Spuren dieser edlen Gesinnung für alle Zukunft erhalten bleiben werden. Schreiber dieser Zeilen, welcher von ganzem Herzen allen unseren Frauen wünscht, daß sie ein viel höheres Lebensalter als die leider viel zu früh Verstorbene erreichen mögen, richtet an diese die eben so höfliche als mahnende Bitte, stets der verschämten Armen zu gedenken und daß sie niemals müde werden niögen, Gutes zu thun. B. K. Wien, an« 26. April 1898. Wie». Die Generalversammlung des Krankcmmtcrstützungsunb Humanitäts-Vereines «Gomle Ehescd", hat verflossenen Sonntag den 24. d. M.. Vormittags, im kleinen Saale der niedcrösterrcichischen Handels- und Gewerbekammer stattgefunden. In Abwesenheit des Vcreinspräsidenten Herrn B. Kanitz, der beim Beginn der Versammlung wegen Theilnahme an dem Begräbnisse der verstorbenen Frau Elise Pacistco-Stern nicht zugegen war, übernahm den Vorsitz Herr Vicepräses Michael Jokl, der die Versammlung begrüßte und eröffnete. Hierauf erstattete das Vorstandsmitglied Schriftführer Herr Bernhard Fischer den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1897, welcher ein anschauliches Bild von der segensreichen Wirksamkeit des Vereines „Gomle Ehesed" bietet und daßim Jahre 1897 Krankengcbührcn -052 fl., Witwen- und Waisengebühren 836 fl., Eurbeiträge 210 fl., Unterstützungen au unbemittelte Mitglieder vom außerordentlichen Unterstützungsfonde 325 JL verabfolgt wurden und daß der Saldo pro 1898 2677 fl. 7 kr. beträgt. Hernach erstattete Herr Revisor Ignaz Winternitz den Bericht, daß er so wie sein College Herr Revisor Dr. Marc. Blumenthal die Bücher, Caffa und Belege aus das Sorgfältigste geprüft und Alles in Ordnung befunden habe und beantragt, dem Vorstand das Absolutorium zu ertheilen und die statutenmäßig zum Austritte gelangenden 7 Vorstandsmitglieder per Acclamation wiederzuwählen. Dieser Antrag wird einhellig angenommen. Es erscheinen daher die bisherigen Vorstandsmitglieder, die Herren B. Kanitz, Leopold Baumwald, Dr. Leo Ehrentheil, Docent Dr. Josef Grünfeld, Hermann Haber, I. Jaiteles, Siegfried Oscr wiedergewählt. Nachdem noch auf Antrag des inzwischen eingetroffenen Präsidenten die Herren Heinnch Paschkes, Communallehrcr und Adolf Bauer zu Revisoren und die Herren Dr. Marc. Blumenthal und Ignaz Winternitz zu Ersatz-Revisoren getoählt und Herr Adler dem Vorstande den Dank der Versammlung für dessen segensreiche Wirksamkeit erstattete, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden um 12V4 Uhr geschlossen. Nach Schluß der Versammlung erhielt der Präses Herr B. Kanitz ein Schreiben, worin der nicht anwesende zweite Revisor Herr Dr. Marc. Blumenthal der Leitung, respective dem Präses des Vereines, die stets der verschämten Armuth hilfreich beigestanden, seine vollste Anerkennung ausspricht. H. L—r. Bräun. Herr Isaak L ö w Beer hat testamentarisch gewidmet: 8000 fl. der Stadt gemeinde Brünn für Wohlthätigkeitszwecke, insbesondere für die B e s p e i s u n g armer Schulkinder; ferner 8000 fl. der israelitische Cultusgemeinde zu Wohlthätigkeitszwecken, schließlich mehrei Beträge für Seelenheilstiftungen, für die Dienerschaft, für Bei wandte u. f. w. Brürrv. Beim Begräbnisse des verstorbenen Gros industriellen Isidor S t r a k o s ch. hatten sich im Trauerhauß wo der Landes-Rabbiner die Trauerrede hielt, u. A. eingefun den: Vice-Bürgermeister R o h r e r, der Vorstand-Stellvertrete Cultusgemeinde-Jnspector E p l e r mit mehreren Mitglieder des Ausschusses, viele Großindustrielle, Bankdirectoreu, viel Advocaten mit dem Präsidenten der Advocatenkammer Dr. K l o b die Beamten der Hobenauer Zuckerfabrik und die Beamten der hiesigen Fabrik der Brüder S t r a k o s ch. lieber 300 Arbeiter mit Kerzen bildeten zu beiden Seiten der Straße Spalier. Austerlitz. Am 10. April ist der allverehrte Bürgermeister unserer israelitischen Gemeinde Herr Jacob Jelinek im Alter von 69 Jahren plötzlich verschieden, für unsere Gemeinde ein unersetzlicher Verlust. Seiner Amtsthätigkeit verdanken wir die Eintracht in der Gemeinde und das friedliche Einvernehmen mit unserer Stadtgenieinde. Die Leichenfeier fand unter zahlreicher Betheiligung statt. Im Trauerhause wurde vom Cantor Schön unter Chorbegleitung ein Trauerpsalm gesungen, und Herr Rabbiner Dr. Weiß hielt einen ergreifenden Nachruf. Die Schuljugend unter Führung des Oberlehrers voran, zu den beiden Seiten des Leichenwagens die Mitglieder der Chewra-Kadischa, sowie die Ortsfeuerwehr. Dem Zuge folgten der Gesammtvorstand der Gemeinde, die löbliche Gerichtsbehörde, an deren Spitze der k. k. Landesgerichtsrath, der Bürgermeister mit dem ganzen Ausschüsse der christlichen Stadtgemeinde und einige Dorfgemeinden. — -Es sei bemerkt, daß Jacob Jelinek die Gemeinde mit einem großen Legate bedacht hat. — Gesegnet sei sein Andenken. Mistlitz. Am 16. April starb, 86 Jahre alt, Frau Regina Brüll. Sie war die Tochter des sel. Landesrabbiners von Mähren, Nehemias Trebitsch, die Witwe nach dem verstorbenen gelehrten Rabbiner Jacob Brüll und die Mutter des sel. Rabbiners Dr. Nehemias Brüll in Frankfurt am Main. Eine edle, mit seltenen Tugenden ausgestattete Frau, genoß sie im weitesten Kreise Liebe und Verehrung. Bei ihrer Beerdigung gab ihr Sohn, Herr Dr. Adolf Brüll aus Frankfurt am Main, der an den Feiertagen um sie war, den Gefühlen des Schmerzes in einer Leichenrede tiefempfundenen Ausdruck. Am offenen Grabe sprach ihr Schwiegersohn, Herr Dr. Müller, in dessem Hause sie die letzten neun Jahre in Glück und Zufriedenheit lebte, rührende Worte des Abschiedes und Dankes. Göding. Herr Obercantor Karl H. Grünwald in Göding feierte am 27. April d. I. mit seiner trefflichen Gattin das schöne Fest der silbernen Hochzeit im engsten Familienkreise. Durch cin- Rcihe von Jahren als Obercantor in Linz thätig, hat Herr Grüne Wald anch als Mitglied des Mämiergcsangvercines Guteiibergbuiid und auf dem Gebiete der Couipositiou sich bewährt; seine hebräischen Gesänge sind in vielen Gemeinden mit besonderer Vorliebe vorgetragen worden. Möge das Jubelpaar in Glück und Wohlergehen auch die goldene Hochzeit erleben l Prag. (Ein antisemitischer Kohlenhändler.) Der Kohlenhändler Josef Titera hatte an den Eingangsthüren zu seinem Kohlendepot antisemitische Aufschriften anbringen lassen. Dieselben wurden über polizeilichen Auftrag herabgenommen. Die Strafamtshandlung wurde gegen ihn eingeleitet. Prag. Hier ist Herr Heinrich Frankl nach langem Leiden im 79. Lebensjahre gestorben. Der Dahingeschiedene war der Vater des Universitätsprofessors Dr. Otto Frankl. Franzensbad, 21. April 1898. Die bekannte hochherzige Philanthropin Frau Baronin Hirsch hat abermals fl. 2000 dem Israelitischen Franz Josef-Jubiläums-Spital zur Eröffnung dieser humanen Anstalt gespendet. Den Bemühungen des Vorstehers H. B. Kraus ist es in überraschend kurzer Zeit gelungen, die zu diesem Baue erforderlichen Geldmittel zur Gänze durch Sammlungen aufzutreiben, so daß dieses humanitäre Institut, das den hohen Intentionen Sr. Majestät entspricht und auch gewürdigt wurde, den Namen Sr. Majestät zum Wohle der Leidenden tragen zu dürfen, seinem humanen Zwecke voll und ganz entsprechen kann. Czernowitz, 15. April. Dem Vorsitzenden des Vorstandes unserer Cultusgemeinde. Herrn Naphtali. T i t t i n g e r, ist der Charakter als kaiserlicher Rath verliehen worden. Preßburg. (Israelitische R e l i g i o n s gemein d e.) In der Vorstandswahl wurden Josef Fischer sen. zum Präses, Wilhelm Eisen st ädter zum Präses- Stellvertreter, Ludwig T r e u s ch zum Vorstandsmitgliede wiedergewählt, während die Herren Moriz B a r a ch (Advocat) und Marcus S ch i a als neugewählte Vorstandsmitglieder aus der Urne hervorgingen. Auf dem Gebiete der Gemeindeleitung sind übrigens sämmtliche Herren altbewährte Kräfte und kann dahea

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