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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-04-01 · 13 (1.4.1898) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
13 (1.4.1898)
Date
1898-04-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 13 Dk Vloch's WochrnptzrM ihre sonst so ernsten Züge erglänzten wie in Sonnenlicht getaucht. „Gottes reichster Segen auf Dein theures Haupt und aus den Mann Deiner Wahl! So ist der heißeste Wunsch mir erfüllt, ich sehe Dich als Braut eines edlen Mannes, welcher mir lieb und werth geworden ist", rief sie tief ergriffen. Sie reichte Dr. Seefeld ihre beiden Hände, welche er ehrfurchtsvoll küßte. „Machen Sie Cornelie so glücklich, wie sie es verdient! Sie haben einen Edelstein gewonnen und werden in ihr den Sonnenstrahl Ihres Lebens finden", sagte sie warm. „Ich habe also nicht zu viel von Ihrer Gunst und Güte zu hoffen gewagt, da ich mein Auge kühn .zu Ihrem holden Schützlinge erhob? Und ich darf auch hoffen, daß Sie, verehrteste Frau, einen Theil der Liebe und Freundschaft, die Ihr edles Herz für Cornelie hegt, mir zuwenden werden?" fragte Dr. Seefeld selbst tief bewegt. „Meine Freundschaft besitzen Sie schon lange, und da ich merkte, was Cornelie Ihnen werden solle, räumte ich Ihnen freudig und gern die Rechte eines Schwiegersohnes in meinem Herzen ein", sagte sie sanft und würdevoll. Dankbar führte er noch einmal die Hand der gütigen Frau an seine Lippen. Welch ein anregender angenehmer Abend! Heiter und glücklich saß der kleine Kreis beisammen um den zierlich geordneten Theetisch, Cornelie bereitete graziös den Thee, sein strahlender Blick folgte unablässig den ruhigen anmuthsvollen Bewegungen ihrer schlanken Gestalt; in der hausfraulichen Thätigkeit erschien sie ihm von eigenartig neuem Reize umflossen; als sie ihm den Thee einschenkte, Arac, Zucker und die feinen Butterbrötchen darbot, war es ihm unsagbar süß, sich von ihr umsorgt zu sehen, er hielt die kleine Hand fest und bedeckte sie mit heißen Küssen. Unter heiterem Lachen berichtete Frau Winter, wie sie voll froher Spannung von Tag zu Tag das gegenseitige Interesse des Paares sich steigern sah, jedoch durch kein Wort, keine noch so leise Bemerkung Cornelien ihre Beobachtungen verrathen. „Und was wird Ihr Freund, der Professor sagen?" fragte sie. ■—„Der sich nur aus dem Staube machte, um Dich nicht länger zu stören", ergänzte Cornelie lachend. „So glaubst Du, er habe gemerkt, daß nicht Wiesbadens Schönheiten allein mich so lauge gefangen hielten, daß Du der Magnet bist, der mich so unwiderstehlich anzog Jiagte er verwundert, erhobenen Hauptes das prachtvolle Hotel, in dessen Mauern er endlich die Erfüllung seiner Träume von Glück und Liebe gefunden hatte. „Natürlich! Und da Du in der That in Deinem „Hangen und Bangen in schwebender Pein" ein gar zu trübseliger Genosse für den lustigen Professor warst und er sich nothgedrungeu sehr langweilen mußte, war er gewiß froh, abreisen zu können", belehrte ihn Cornelie lachend. Die Stunden eilten dahin, weit vorgerückt mahnte die Uhr ihn endlich zum Abschiede von der Geliebten. „Ein Lied noch", bat er weich. Sie trat zum Flügel und sang nacheinander jene drei süßen Weisen, welche einst die ersten Vermittler ihres gegenseitigen Interesses geworden waren; dann jubelte sie hell auf: „Ich kann's nicht fassen, nicht glauben", daß Robert Schumann dem Dichter so warm nachempfunden, nachgesungen. Er zog den Trauring seiner Mutter, den er seit ihrer Todesstunde trug, vom Finger und steckte ihn an Corneliens weißen Goldfinger. „Du Ring an meinem Finger", klang es von ihren süßen Lippen. Als der letzte Ton verhallt war, umschlang er die zarte, biegsame Gestalt; seine Lippen ruhten in langem, heißen, nicht endenwollenden Kusse auf den ihren, seine Hand legte sich wie segnend auf ihren blonden Scheitel. „Gute Nacht, Geliebte, Gott beschütze Dich!" Er empfahl sich Frau Winter mit kurzen warmen Worten und verließ hoch Wer dem einsamen Wanderer noch in der dunkeln sternenhellen Nacht begegnete, konnte nicht ahnen, welcher Stern des Glückes ihm heute aufgegangeu, welche Fülle von Jugendmuth und Lebenslust seine Brust schwellte; der Schlaf floh ihn in dieser Nacht, seine leuchtenden Augen sahen fortwährend das liebliche Bild der Geliebten. Die Stunden des Zusammenseins des liebenden Paares sollten gezählt sein; schon am nächsten Tage wurde Dr. Seeseld in dringender Berufsangelegenheit nach P. zurückberufen. „Auf baldiges Wiedersehen", rief ihm Cornelie unter Thränen lächelnd zu, als er sie endlich aus langer, inniger, letzter Umarmung freigab. Bald nach^ seiner Heimkehr weihte er die Freunde in sein Herzensgeheimniß ein; obgleich er selbst grausam sein Glück verzögert und eine Prüfungszeit über Cornelie verhängt hatte, er trug die feste Zuversicht in sich, sie würde in kürzester Zeit ihr Wort einlösen und kommen. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. L. in Wie,,. Das Herrenhaus hat u. A. R i t t e r von G o m p e r z und Freiherrn vonOppenheimindieDelegation gewählt. Sch in Staritz: Die gewünschte Adresse ist: Paris Rue de P Elyssee 2. L. in Brünn. ' Wenn das so' fortgeht, wird die deutsche Gemeinbür gschaft noch zur Gemeinheitsbürgschaft werden. Ungarischer Patriot.'' V e r g a n i hat das dringendste Interesse daran. Ludwig K o s i u t h und anderen historischen Lichtgestalten den Diebstahl silberner Löffel nachzusagen. Wenn er ehrliche Männer zu Dieben und Defraudanten stempelt, hofft er, daß" seine eigene Mühldorfer Vergangenheit in milderem Lichte erscheinen wird. Corruptionstädter. Nichts ist lästiger, als die Behandlung der A f f a i r e L e h o f e r in der antisemitischen Presse. Man schreit immerfort, daß Jantsch ein Haderlump ist, als ob dadurch Lehofer ein Ehrenmann werden könnte. Ob die Briefe gestohlen wurden oder nicht, die Frage ist nur, ob sie echt sind, und das hat der Günstling der Kehricht-Partei selbst zugestanden. W. G—r. Wien. Ja wohl, H a r t w i ch ist getauft und hieß ftüher Hirsch. Br—g. Das ist ja nur der Anfang! Gas- und Kehrichtgeschichte sind nicht das Einzige, was zum Himmel stinkt! Die antisemitische Gemeindewirthschaft ist eine Geißel für das „christliche Volk von Wien", das von den christlich-socialen Vampyren erbarmungslos ausgesaugt wird. I. H. D. in Troppau. Für uns ungeeignet. Ein treuer Anhänger seines Glaubens. Ihre Anfrage eignet sich nicht zur öffentlichen Beantwortung. Rosa Stein. Wir bestätigen Ihnen, daß der betreffende Herr Fried! und nicht Triedl heißt. E. W. in Eibenschütz. Am bestei^Sie wenden sich an den betreffenden Vorstand. M. S., Religionslehrer'in L. Uebersetzte . Formulare erhalten Sie bei jüdischen Buchhändlern in Deutschland. Lei der israelitischen Cultnsgemeinde Zwittaa (Mähren) wird ab 1. Mai a. c. die Stelle eines Rabbiners vacant. Derselbe bat nebst den Rabbinatsfunctjonen, hauptsächlich den Religionsunterricht an den hiesigen öffentlichen Schulen zu versehen. Bewerber um diese Stelle, mit welcher ein fixer Jahresgehalt von 201)0 Kronen nebst üblichen Emolumenten verbunden ist, wollen ihre Gesuche mit den im Gesetze de dato 21. März 1890 bedingten Nachweisen bis 30. April a. c. bei dem gefertigten Cultusvorstande einbringen. Jose! Stein Zwitiau, am 20. März 1898. Cultnsvorsteher. Behördlich concessionirte Lehranstalt für Schnittzeichnen, Zuschneiden und Kleidermachen Henriette Altmana, I , Fleischmarkt Nr. 8. früher Karmelitergasse 6. Erprobtes Renommee. Gründlicher Unterricht. Toiletten werden billigst angefertigt. Schnellcurse, Pension für auswärtige Damen. Honorar 4 fl. Zeugniss und Arbeitsbuch. Die Cultusgemeinde Mähr. - Aussee schreibt die Stelle eines Religionslehrers, Cantors, Koreh und Schochet mit dem Sitze in Mähr.-Schönberg aus. Bewerber (österreichischer Staatsangehörigkeit) laben den Nachweis der Befähigung zum Religionsunterrichte an einem Obergymnasium zu erbringen und haben ihre Studien nnd bisherigen Verwendnngszengnisse bis zum 5. April 1898 an den gefertigten Cnltusvorstand nach Schönberg zu richten. Gehalt 750 fl. nebst üblichen Emolumenten. Jacob Stara. Jn Kadett oder Vöslau sucht während der Sommersaison Lehrerin Stunden. Gütige Anträge unter nVolks« und Bürger» schule“ au die Administration.

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