Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 12 (25.3.1898)
- Date
- 1898-03-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 236 Vr. Vloch's Wochrnfchrist Nr. 12 Briefkasten. Wien. Theodor Kl. Ihr Lieblingshumorist, der teutsch-volkische Narrentattel, H. von Pfister-Schwaighusen läßt sich in den „Unverfälschten" hören: „Man spricht jetzo wol öfters von einer National- Kirche; sage man also entweder völkische Kirche oder vielleicht: „Volkheits-Kirche". Möglich würde solche allerdings erst nach Festigung deutsches Volkstumes, sowie als hauptsächlichster Erfordernis: nach Schaffung eines wahrhaft germanischen Glaube n s t u m e s (Religion). Eine Kirche, deren Bekenntnis sich auf Unterlage des altjüdischen Bücher-Bundes aufbauet, dieser Einführung in alle nur denkbaren Laster und Verbrechen, dürfte niemals uns volkheitlich oder völkisch geheißen sein noch werden." M. K. Herrschastsdirection. R., Slavonien. Sie wünschen Anschluß an eine deutsch-jüdische Familie, um den jüdischen Cultus des Näheren kennen zu lernen, behufs Uebertrittes zum Judenthum. Wir bedauern, Ihnen die Hand dazu nicht bieten zu wollen. Das Judenthum hat den Proselytismus niemals begünstigt. David Kramer in Suczawa. Das Schreiben Sr. Majestät vom König „Paramindi Maha Miolalerg Heru" eignet sich zum Abdruck anderwärts und nicht in der „Oesterreichischen Wochenschrift". I. L. Nein. Chaskel R», Przemysl. Der Bericht über die hebräischen Declamationen des 6jährigen Knaben und des I2jährigen Gymnasiasten bei der Zionsfeier eignet sich nicht für unser Blatt. Z. M. F. »Rabb. u. Prof. d. Theologie, Tg. O. Wir bedauern, derlei Publikationen nicht veranlassen zu können. Conchet. Die Ablehnung der Subvention von fl. 12.000 für die Arbeiterkrankenkasse seftens der antisemitischen Majorität des Gemeinderathes ist ein um so drastischeres Zeugniß christlich-socialer Nächstenliebe, als diese Ablehnung anläßlich des Regierungsjubiläums unseres geliebten Monarchen erfolgte. So erfüllt die antisemitische Partei den wiederholt ausgesprochenen Wunsch des Kaisers, sein Jubiläum durch Werke der Menschlichkeit und Wohlthätigkeit gefeiert zu sehen. E. I., Wie«. Ihre Rechnung stimmt! Von 2043 Wahlberechtigten des HI. Wahlkörpers der Innern Stadt haben bei der jüngsten Ersatzwahl blos 1410 Wähler ihre Bürgerpflicht erfüllt. Hievon entfielen 569 Stimmen auf den liberalen, 823 Stimmen auf den antisemüischen Candidaten. Da aber dem III. Wahlkörper der Innern Stadt rund 600 jüdische Wähler angehören, so hat der liberale Kandidat fast ausschließlich nur die Stimmen der Juden auf sich vereinigt. Unsere Glaubensgenoffen sollten hieraus doch endlich die entsprechende Lehre ziehen und ihren Bedarf in allen Artikeln nicht immer noch bei unseren Gegnern decken. Es gibt jüdische Kaufleute, Handwerker und Gewerbetreibende genug, die lediglich auf die Unterstützung der jüdischen Kundschaft angewiesen sind. „Ein treuer Leser." Die Benützung des Rades am Samstag .st selbstverständlich — religionsgesetzlich untersagt. Die „Wiener Rundschau" (Herausgeber Gustav Schoeuaich, Felix Rappaport. Redaction und Administration: Wien, 1/1, Spiegelgaffe 11) bringt in der Nummer 9 des II. Jahrganges (15. März) einen biographischen Essay von Arne Garborg über den großen norwegischen Erzähler Jonas Lie, sehr interessante Stücke aus dem im Deutschen bisher unveröffentlichten Tagebuche des amerikanischen Philosophen R. W. Emerson. Unter den poetischen Beiträgen findet sich eiu lyrisch-antikes Bersspiel von Hugo v. Hofmannsthal, eine berauschende Naturskizze von Walt Whitman, eine lyrisch-philosophische Dichtung von Bruno Wille, ein entzückendes Lied von Ada Negri. Ferner enthältdas Hesteine Plauderei überVerlegerverhältniffe vonL. Wolff, ein kurzer aber inhaltsreicher Essay anläßlich des 70. Geburtstages Jbsen's von F. Schik, sowie eine politische ethische Studie von M. v. Egidy: „Ohne alle Opportunitäten", und eine philosophische Studie über den modernen Schicksalsroman von Th. I. Hartwig. Unter den zahlreichen Notizen fällt ein Angriff gegen eine neue Wiener Wochenschrift auf. An meine Freunde und Gönner! Bezüglich der Gerichtsverhandlung, die am vorigen Freitag den 19. März zwischen mir und dem Möbelhändler S. beim Bezirksgerichte in der Blumauergaffe ll., stattfand, theile ich auf viele Anfragen meiner Freunde und der mit mir seit vielen Jahren verehrenden Geschäftsleute Folgendes mit: Ich hatte die Absicht, in dem Neubau Taborstraße 11 ein Varißtß zu creiren, bestellte demzufolge bei dem Möbelhändler S. in der Kleinen Stadtgutgasie Tische, Sessel rc. im Betrage von circa 1200 fl. ö. W. und vereinbarte schriftlich, daß er sich im Falle behördlicher Nichtbewilligung mit einem Pönale von ein Hundert Gulden zufrieden geben müsse; derselbe gestand dies schriftlich zu. Da sich Herr S. wiederholt in Geldverlegenheit befand, leistete ich ihm a conto-Zahlungen bis zur Höhe von 300 fl. ö. W.; als nun das Project in Folge behördlichen Verbotes nicht realisirt werden konnte, klagte ich Herrn S. nach fünfmonatlicher Stundung auf Rückzahlung von 200 fl. Herr S. behauptete nun, ich hätte ihm nachträglich die 200 fl. zum Geschenk gemacht, und führte Frau und Tochter als Zeugen. Frau S. gab unter Eid an, daß ich in ihrer Gegenwart ihrem Manne die restirenden 200 fl. geschenkt habe. Auf Anrathen meines Vertreters verzichtete ich nun auf jede weitere Proceßführung und somit auch auf die Herrn S. geliehenen 200 fl. Dies der Sachverhalt. A. Hirsch, Singspielhallen-Director. Notix. Wir machen unsere Leser auftnerksain auf die Comniandit- Gesellschaft „Karmel", Import von Wein und Cognac aus Palästina, 1, Börseplatz 6, welche die Aufgabe übernommen hat. die Weine und Cognac aus den jüdischen Colonien in Palästina, resp. aus den Kellereien des Baron Rothschild in Jaffa hier einzuführen und zu verschleißen. Die hiesige Karmel- Gesellschaft ist durch den directen Bezug der Waaren aus Jaffa und die ihr eingeräumten günstigen Bedingungen in der angenehmen Lage, äußerst mäßige Preise zu machen, und das umsomehr, als sie kein auf Gewinn berechnetes Privatunternehmen ist, sondern die Gewinnung eines neuen Absatzmarktes für die Producte der jüdischen Colonisten erstrebt. Die Preise stellen sich deshalb auch nicht einmal halb so hoch als die ähnlichen französischen Sorten. _ Wien. (Wiener Bankverei n.) Die achtundzwanzigste ordentliche Generalversammlung sinder am 5. April 1898 um 11 Uhr Vormittags, in Wien, I., Herrengaffe 8, statt. Verhandlungs-Gegenstände: 1. Jahresbericht des Administrationsrathes. 2. Bericht der Censoren über deu Rechnungsabschluß pro 1897 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1897. (§ 58, Ht. c. der Statuten.) 4. Wahlen in den Administrationsrath. 5. Wahlen in das Censoren-Collegium und den Aufsichtsrath für die Filialen._ Anläßlich der herannahenden Peffach-Festtage werden in den meisten Familien Tafelgeräthe, hauptsächlich Eßbestecke nachgeschafft und es ist für Jedermann von Interesse, eine in diesen Artikeln leistungsfähige Bezugsquelle kennen zu lernen. Wir machen unsere geehrten Leser auf die bekannte Firma Brüder Goldmann „Zur Brillantenkönigin", Wien, I., Adlergasse 3, aufmerksam, woselbst eine reichere Auswahl von echt Silber, sowie Berndorfer Chinasilber-Eßbestecken, Tafelleuchtern, Seders ch ü s s e l n und allen zu Hochzeitsgeschenken geeigneten Artikeln in solider und phantasiereicher Ausführung preiswürdigzu haben ist. Rosa Allier geb. Alschech-Stiftung. Ans der obigen Stiftung gelangen am 24. Mai d. J. die Zinsen im Betrage von ö. W. fl. 8 an eine arme Witwe oder ein armes Waisenkind zur Verleihung. Witwen haben ihre, mit dem Todtenscheine des Gatten, Waisenkinder die mit dem Todtenscheine der Eltern und einem Armuthszeugnisse belegten Gesuche bis 31. März d. J. im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse Nr. 4, 1. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr Vormittags zu überreichen. Gesuchsblanquette sind im Einreichnngsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde unentgeltlich zu beheben. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Todtenmatriken der Wiener israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wolf Isak Nassau’sck Stiftung für Mediciner. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntniss, dass die Zinsen der Wolf Isak Nassau’schen Stiftung ä fl. 42 jährlich an einen an der hiesigen k. k. Universität studirenden Mediciner israelitischer Conlession auf die Dauer der ganzen Studien- und der Vorbereitungszeit zu den Rigorosen, welch letztere jedoch zwei Jahre nicht überschreiten darf, zu verleihen kommen. iiirBMnT'IHHBlMTIIlir ili In Inl "