Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 5 (4.2.1898)
- Date
- 1898-02-04
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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«Lite 100 Sr. Vlortz's Wochenlchrtf Nr. 5 ergriffen haben; jedoch ich zählte nicht zu den Glücksjägern, ich war nicht der Mann, welcher dem Reichthum seiner einstigen Frau ein Leben des Genusses danken wollte, ich zog ein bescheidenes Loos vor, wollte selbst, aus eigener Kraft der Ernährer meines Weibes, der Gründer meines Hauses sein! Nicht eine strahlende Schönheit, eine junonische Erscheinung hatte meinem geistigen Auge vorgeschwcbt, wenn ich an meine dereinstige Lebensgefährtin dachte; ich hatte ja keineswegs zum Cölibate geschworen, sondern das Bild eines minnigen, sinnigen, lieblichen, anmuthigen Wesens, welches mit geistiger Befähigung, die mir unerläßlich schien, um die mir ebenbürtige Gefährtin im wahren Sinne des Wortes zu werden, eine wohlthuude, herzerfrischend einfache Art verbinden müsse! Die Art so mancher Professorsfrau, in deren Hause ich oft und gerne verkehrte, hatte mich stets unsagbar angezogen, ja entzückt, so ähnlich malte ich mir mein Weib! Besaß Blanca auch so ausgezeichnete Eigenschaften des Herzens wie des Geistes? Diese Frage hatte ich mir wohl oft schon gestellt, allerdings nie so ernst, wie in diesem Augenblicke! Ich vermochte mir dieselbe nicht zu beantworten. Ungeachtet sie im Schoße des Reichthumes ausgewachsen war, zeigte sich mir Blanca doch als ein bescheidenes Mädchen; sie sagte mir oft, Flitter und Tand sei wenig nach ihrem Geschmacke und nur die Güte des Vaters überschütte sie mit Allem, was nur ein Mädchenherz erfreuen könne. So wenig Verständniß ich für Frauentoilette hatte, Du weißt, ich hatte nie viel in der Frauen Nähe gelebt, nie der Frauen Umgang gesucht, die Frauen der Professoren waren auch zumeist schon in reiferem Alter, die sich in schlichtes Schwarz oder Grau hüllten, ich bemerkte, daß Blanca den heißen Tagen entsprechend, stets Helle luftige Kleider trug, deren Verzierung allerdings feine, gewiß kostbare Spitzen bildeten, die aber ungemein anspruchslos aussahen. Blanca besaß hohe geistige und körperliche Vorzüge, sie war noch jung, also bildungsfähig; was an der Ausbildung ihres Geuiüthes vielleicht theils verabsäumt, theils vergessen worden war, ließ sich jedenfalls noch nachholen. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Abonnent Gersthof. Adressenangaben sind doch nicht unsere Sache! Schlagen Sie im Lehmann nach oder fragen Sie bei der Polizei an. Lemberg. „Cafe Bellevue". Ist nicht Mitglied der Wiener israelitische» Cultusgcmeinde. Klartau. U. „Wir Juden lernen leider nichts zu und vergessen nichts. Freilich geht es uns mit den Czcchcn nicht besser. Das sehen wir deutlich hier. Ein Theil, sagen wir fast alle hiesigen Juden wollen durchaus national sein, möchten am liebsten die israelitische Schule, die die Voreltern unter großen Opfern gegründet und erhalten haben und aus der manch' tüchtiger Mann hervorgegangeu, aufgeben, sie möchten den Gottesdienst czechisiren und dennoch — mag man sie nicht, weder bei Unterhaltungen noch in Gesellschaft, nur wenn man sie braucht. Ein obscures Wochenblättchen, das an Mangel an Abonnenten krankt, begann seine Laufbahn mit antisemitischen Artikeln und schwimmt in diesem Fahrwasser fort und die Juden — nun, wie überall — lesen es und annonciren." Lehrer M. Kohn in Karlsdorf. Besten Dank für die Mittheilung und erbitten weitere Aufklärung. Berus. Sie haben eine Mittheilung, welche wir auszunehmen ablehnten, dem „Deutschen Volksblatt" zugeschickt. Dort gehören Sie und Ihre Notiz hin. Kasch au, „Samuel." Ueber das Renegatenthum äußerte sich Koloman Tisza in einer Bankettrcde folgendermaßen: „Wir müssen dahin wirken, daß Derjenige, der seiner Confession untreu wird, sich gesellschaftlich schämen müsse." Humpoletz, I. W Eine Strophe aus dem Gedicht soll an dieser Stelle zum Abdruck gelangen: „Auf felsigen Höh'n erheben sich Altäre, Es steiget Weihrauch zu dem Himmel auf, Daß man den Gott, den Einzigen verehre, Und treu ihm bleibe in der Zeiten Lauf. Der Stamm ergrünt in wunderbarer Schöne, Es bergen Könige in seinem Schatten sich, Die Frucht ist köstlich für des Landes Söhne, Voll Muth das Volk, treu hält es seine Pflicht." Wir wünschen nichts sehnlicher, als daß die letzten Worte nicht blos poetische Licenz wären! Wien, Albert L. Jawohl, Vergani läßt sich aus Paris schreiben, — unter dem 25. d. M. — daß der Aufenthalt auf der Teufels-Insel überaus angenehm ist und schildert den Scjour Drehfus' daselbst geradezu als einen idyllischen. Der Gefangene fiihrt daselbst rin so behagliches Dasein, als ob er Ehefredacteur eines großen -Pauschalienblattes wäre. Passen Sie auf, unser lieber Vergani kaust sich bald dort auch noch ein Haus! Uscieryki. I. Sinnreich. Die Buchhandlung Eh. D. Lippe, Wien, II., Praterstraße 13 wird bereitwillig alle Ihre Anftagen beantworten, wenn Sie sich an dieselbe wenden. Proßnitz, A. P. Wir constatiren auf Ihren Wunsch, daß der Name Joachim Sallek in der Notiz über die dortige Chewra-Feier richtig Joachim P o l l a k heißen soll.'. Leopold B. Ihre Anftagen, den Zionismus betreffend, sind berechtigt, aber nicht kurzweg mit Ja und Nein zu beantworte». Es wird sich Gelegenheit finden, darauf eingehend zurückzukommen. Wien, Anton L. II. Von Ihren Sprüchen drucken wir nur einen: „Warum heißt er der gute Ort? Weil Niemand von ihm mehr will fort!" Wien, Isidor N. Also sprach Confusius!! — Sie schreiben immer „Compot" — vermuthlich meinen Sie — „Complott". Letzteres ist ganz etwas Anderes und viel ungenießbarer. Uebrigens sind Sie für „Confeß ßions loß Erkleren". Auch beabsichtigen Sie, eine nagelneue Religion zu stiften: „Wansinn" und „lächelnde Jntrugie". Lassen Sie sich nur nicht „zurückdrenken!!" „Freund des Blattes in E." Besten Dank für die Zusendung der Zeitung. „Gramgebeugt bringe ich hiemit das Ableben meiner unglücklichen Gattin Antonia Lorenz zur Kenntniß, die nach langjährigem, qualvollem, für mich schrecklich gewesenen Leiden und nach langem, furchtbarem Todeskampfe ohne Trost und ohne Gott im 59. Lebensjahre am 14. d. M. verschied, bis an ihr Lebensende von b ö s e m W a h n gequält. Die Beerdigung findet am 16. d. M. um >/,10 Uhr in Liebenstcin statt. Eichelbcrg, an: 14. Jänner 1898. Adalb. Lorenz, Oberlehrer." — Dieser interessante Beitrag zur arischen Pietät ist wortwörtlich zu lesen in den „Egerer Nachrichten". Greenfpan, London. Abonnement für zwei und einhalb Jahre erhalten. Wir ersuchen um die versprochene Mittheilung über L. An mehrere Leser. Sie haben ganz richtig selbst sinngemäß c o r r i g i r t. In Nr. 4 soll es auf Seite 66, 2. Spalte selbstverständlich heißen: „unbedenklich" anstatt bedenkli ch." Wir bitten die geehrten Leser, bei Zusehriften an die in unserem Biatte inseriFP.ndp.ii Firmpn sinh st.pf.s anf Dr. Rloch’s „Oesterreichische Wochenschrift“ zu beziehen; ferner in Uötels, Restaurants, Caf6s, Pensionen, an Bahnhöfen, in Lesezimmern immer wieder nachdrücklichst Dr. ßloch’s Wochenschrift verlangen oder eventuell wohlwollend empfehlen zu wollen. Ein Teehniker des ersten Jahrganges, Stenograph, musikalisch ertheilt Beal- oder Volks- und Bürgerschülern TJ nterrieht in sämmtlichen Schulgegenständen. Offerent hat sich durch mehrjährige Unterrichtsertheilung an seinem früheren Studienorte methodische Gewandheit angeeignet. Geneigte Anträge erbeten unter Josef Hirsch, III., Marokkanergasse 7, 2. Stock, Thür 12. Techniker (I. Jhrg.) gewissenhafter Correpetitor mit erprobtem Unterrichtstalente, mit vorzüglichen Zeugnissen empfiehlt sich zum Unterrichte von Volks-, Bürger- und Realschülern. Besonders tüchtig in Mathematik, Physik und darstellende Geometrie. Auch Hofmeisterposten. Gefällige Zuschriften unter „Erfolg“ IV., Wohllebengasse 15, Thür 15. Julius Stern hervorragende Bezugsquelle für Musikinstrumente, Bestandteile und Saiten aller Art. Preisliste umsonst. Herausgeber u. verantw. Redacteur: Dr. Zosef S. Bloch. — Druck d. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lerchenfelderstr. 46.