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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-12-17 · 51 (17.12.1897) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
51 (17.12.1897)
Date
1897-12-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 1018 Vr Vlortz's WmtzrnfchrM Nr. 51 der Prager Excesse hat sie vollends um den Anspruch gebracht, noch als die geistigen Führer ihres Volkes oder gar als ein Grundpfeiler der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung zu gelten. Die Thatsachen werden sie bald hierj über belehren, denn in einem Staate, der auf Recht und! Gesetz gegründet ist, macht man nur einmal das verhäng-! nißvolle Experiment, die zügellose Demagogie zu Macht und Einstuß zu erheben und auch dieses eine Mal nicht ohne schweren und dauernden Schaden. Die Erfahrungen, die man mit Herrn Lueger gemacht hat, ermuthigen keineswegs zu dem Versuche, auch mit den Herren P o d l i p n y und Genossen zu pactiren. Bei den Prsgrr Excesien ist auch noch etwas Anderes vernichtet worden als das Eigeuthum der Juden: der gute Name der jungczechischen Partei. Berichtigungen. An den verantwortlichen Redacteur von Dr. Bloch's „O esterreich i s ch e Wochenschrift" Wien, Untere Augartenstraße. Unter Bezugnahme auf den in Nummer 48 von Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" unter der Ueberfchrift „Karlsbader Sprudelfalz" erschienenen Artikel fordere ich Sie auf Grund des § 19 des Preßgesetzes auf, in der nächsten Nummer Ihres Blattes nachstehende Berichtigung zu bringen: 1. Es ist nicht wahr, daß ich bereits Bürgermeister war, als die Erbauung des Kaiserbades beschlossen wurde, wahr ist dagegen, daß die Erbauung des Kaiserbades in der Sitzung des Stadtverordneten-Collegiums vom 27. April 1893 unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Karl Zörkendürfer nach dem Referate des Stadtrathes Dr. Karl Becher beschlossen wurde, wahr ist weiters, daß ich erst am 10. Mai 1894 zum Bürgermeister gewählt wurde. 2. Es ist nicht wahr, daß ich mich an keinen Karlsbader Architekten wegen Anfertigung von Plänen für meine Villa gewendet habe, wahr ist dagegen, daß ich zuerst Skizzen von dem Architekten Herrn Alfred Bayer aus Karlsbad und dann erst von den Architekten Herren Fellner und Helmer aus Wien anfertigen ließ, welch letzteren tvegen der Originalität der vorgelegten Skizzen der Auftrag zur Aufertiguug der Detailpläue ertheilt wurde, wofür dieselben ein nach Percenten vom Kostenvoranschlage berechnetes Honorar bezogen. 3. Es ist nicht wahr, daß der Bau meiner Villa durch dieselben Werkleute aus geführt wurde wie der Bau des Kaiserbades, wahr ist dagegen, daß der Bau des Kaiserbades auf Grundlage öffentlicher Ausschreibung in der Sitzung des Stadtverordneten-Collegiums vom 22. Juni 1893 unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Karl Zö rkendürfer und über Referat des Oberingenieurs Eduard Oertl an den Baumeister Josef W a l d e r t hier übertragen wurde, während der Bau meiner Villa im April 1894 an die hier bestandene Baumeisterfirma Prihoda und Nemecek gegen einen Pauschalbetrag für die Herstellung der Maurer-, Zimmermanns-, Dachdecker-, Spängler-, Steinmetz-, Tischler-, Schlosser-, Glaser-, Anstreicher- und andere einschlägige Arbeit vergeben wurde. 4. Es nicht wahr, daß die Firma Gebrüder S ch l i m p in Wien, welche die Tischler- und Schlosserarbeiten für das Kaiserbad lieferte, auch gleichzeitig Arbeiten für meine Villa geliefert hätte, wahr ist dagegen, daß diese nach dem Bauverträge von der Firma Prihoda und Nemecek zu liefernden Arbetten bezüglich der Tischlerarbeiten an Georg Krieg! und I. W. Mülle r in Wien, bezüglich der Schlosserarbeiten an Mathias T o m a n und Anton F e i s ch l in Wien und Hermann Ern st, Eger, vergeben wurden, von der Firma Gebrüder S ch l i m p wurde weder direct noch indirect irgend etwas für den Bau meiner Villa geliefert. 5. Es ist nicht wahr, daß ich mein Geschäft an zwei Verwandte abgegeben habe, wahr ist dagegen, daß ich dasselbe meinen langjährigen, treuen Mitarbeitern Herren Otto Kies aus Dreihacken und Josef Krebs aus Schlaggenwald bereits im Jahre 1892 käuflich überlassen habe, zu welchen Herren ich in absolut keinem verwandtschaftlichen Verhältnisse stehe. 6. Ist es nicht wahr, daß ich die Lieferung von Desinfectionsstoffen durch meine Geschäftsnachfolger, die Herren Kies und Krebs, besorgen lasse, wahr ist dagegen, daß Desinfectionsmittel durch das städtische Materialamt von der Firma Kind und Herglotz in Aussig direct bezogen werden. Der Firma Kies und Krebs wurde die Lieferung von Färb- und Materialwaaren auf Grund ihrer in öffentlicher Ausschreibung gestellten billigsten Offerte über Antrag des städtischen Materialamtes auf 3 Jahre, bis 31. December 1897, durch S tadtrathsbeschluß übertragen. Karlsbad, am 13. December 1897. ^Ludwig Schäffler, Bürgermeister. 4- * 4- An den verantivörtlichen Redacteur von Dr. Bloch's „Oesterreichisch e Wochenschrift"! Wien, II., Untere Augarten st raße 1a Mit Bezug auf den in Nummer 48 Ihres Blattes unter der Ueberfchrift „Karlsbader Sprudelsalz" erschienenen Artikel ersuchen wir auf Grund des § 19 des Preßgesetzes um die Aufnahme folgender Berichtigung in die nächste Nummer Ihres Blattes. „Es ist unwahr, daß unsere Firma für den Bau der „Villa Schäffler" in Karlsbad die Schlosser- und Tischlerarbeiten lieferte; unserer Firma wurden zwar die Schlosser- und Tischlerarbeiten für das Kaiserbad übertragen, für den Bau der „Villa Schäffler" jedoch haben wir weder direct noch indirect eine Lieferung übernommen oder ausgeführt." Hochachtend Brüder S ch l i m p. Wir werden auf diese Berichtigungen in der nächsten Nummer znrückkommen. Die Vürgermeifler-Gasanlehenwahl. (Tragikomödie in einem bedauerlichen Act.) Nicht von Direclor Burkyardt. Nathsdiener (ins Bürgermeisterzimmer tretend, verschüchtert): Herr Bürgermeister, i, i . . . trau mi' nöt', i schäm im'. Lueger: Nur aussa mit die tiefen Tön', nöt g'schamig sein, sind a paar christliche Jungfrauen draußen? Nathsdiener: Na, dös nöt; aber ... es ist grauslich! Lueger: Jst's am End' der Ernst Schneider? Heraus mit der Sprach! Nathsdiener (stockend): A Jud, a Jud will Sie sprechen, Herr Bürgermeister. Lueger (vor Wuth hochdeutsch): Hinausschmeißen! Hetz' den Strobach auf ihn, lass' den Jedliczka von der Ketten! Nathsdiener: Das hätt' i eh than, wenn's a Zuständigkeitsschnorer war', oder so a Jud, der Lernmittel für seine Bankerts macht'; aber es ist ein — Geldjud! Lueger (im veränderten Ton): Dummer Kerl! Neumayr, führ' meinen verehrten Freund zu mir! Bei allen Scholet-Erinnerungen vergangener Jahre, ich sehne mich nach ihm, wie dereinst nach jüdischen Clienten! (Director Nechnitzer von der Escompte-Gesellschaft tritt ein.) Lueger (ihm entgegen): Verehrter Freund, das ist schön von Ihnen, welch' reizende Abwechslung, wenn man wochenlang vor Barrierestöcken den Wald nicht sieht. Mein Herz hiipft bei Ihrem Anblick wie eine Gas . . . anleihe! Director Nechnitzer (düster ä la Nathan): Sultan von Wien, ich bin ein Jude! Lueger (den Klosterbruder parodirend): Thut nichts, der Jude wird geschröpft! Director Nechnitzer: Wie gerne würden wir die Gasanleihe übernehmen, ivenn Sie mit Juden Geschäfte machen würden! Lueger (schmollend): Und Sie, der Sie dem anerkannt klügsten Volke angehören, fallen auf das Vergani'sche „Kauft nur bei Christen" hinein! Aber Verehrter, in Geldsachen hört sich doch die Ge—sinnnng auf. Her mit dem jüdischen Geld! Xvu scholet! Director Nechnitzer: Aber denken Sie, großer Manu, nicht daran, in welche Verlegenheiten Sie diese Herablassung, diese Conni-

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