Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 49 (3.12.1897)
- Date
- 1897-12-03
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 1000 Dr. Vloch's Wortzrnfttzrist Nr. 49 „Cafä Rother Adler" in Prag, die fast ausschließlich von Juden > erhalten werden, trotz wiederholter Aufforderung sich nicht entschließe» können, ein so gemeines Hetzblatt wie der „K i k e r i k i" aufzulassen. Aber unbegreiflich ist es, warum unter solchen Umständen unsere Prager Glaubensgenossen diese Kaffeehäuser noch besuchen. Louis Flamm, Wien, I.. Schlickplatz 4. Die Ziehungsliste des Stanislauer Tcmpelvereines muß Ihnen der dortige Vorstand über Ihr Verlangen gratis zusenden; dazu ist der Tempelverein verpflichtet. Wollen Sie sich neuerdings an den Teinpellverein schriftlich wenden. B—d. G—m. Wien. Die absichtlich verbreitete Nachricht, daß Dr. Lueger vom Kaiser empfangen worden sei, ist absolut u n wahr. Dr. Lueger hat allerdings um eine Audienz angesucht, dieselbe wurde ihm jedoch nicht bewilligt. Als er die Demission Badeni's erfuhr, warf er sich eiligst in Frack und führte die große Komödie vor der Parlamentsrampe auf. Die ausgebrachten Hochrufe galten doch nicht ihn:, sondern der Freiheit. G. W. Wien. Während ganz Oesterreich in seinen Grundvesten erbebte, hatte dieser Gaukler nichts Besseres zu thun, als die Situation für seine kindische Eitelkeit zu sructificiren. I. St—r. Wien. An der Katzenmusik, die dem Abgeordneten Schneider gebracht wurde, hat kein einziger Jude theilgeirommen. Wozu auch? Dieser Mensch ist nicht einmal die Pfiffe werth, die vor seinem Fenster ertönten. H—r. Ob die Deutschen aus dem letzten Ereignisse die Lehre ziehen werden, daß nicht die Majorität rücksichtslos über eine Minorität herfahren dürfe? Lieber Herr, die Völker haben ein kurzes Gedächtniß! Sie werden sich sehr bald davon überzeugen. Notiz. Ei» wahrhaft humanitäres Unternehmen ist die Staatswohlthätigkeitslotterie, weil der Reinertrag Kranken, Bedürftigen und Waisen tbatsächlich zugute konnnt. Das Reinerträgniß der XIX. Staatslotterie, deren Ziehung am 16. December stattfindet, ist zufolge Anordnung des Kaisers zur Unterstützung von bedürfttgen Witwen und Waisen nach Militärpersonen bestimmt. Der Haupttreffer ist diesmal noch höher als im Juni, nämlich 160.000 Kronen und enthält das Spielprogramm 7278 namhafte Treffer, sämmlliche in barem Gelde, in Abstufungen von Tausenden und Hunderten, im Gesammtbettage von 341.684 Kronen. Es erklärt sich daher anch die große Beliebtheit der Lose im Publicum, weil man mit 2 fl. (so viel kostet ein Los) ein gutes Weck verrichtet und zugleich Aussicht hat, eine bedeutende Summe zu gewinnen. Ignaz Baum'sche Armenstiftung. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntniss, dass am 20. Februar 1898 aus den jährlichen Interessen der Ignaz Baum’schen Armenstiftung zehn Plätze, jeder im Betrage von fl. 20 ö. W. an arme Personen jüdischer Religion zur Verleihung gelangen. Bei der Vertheilung der Stiftung wird vor Allen auf Verwandte des Herrn Ignaz Baum von väterlicher oder mütterlicher Seite, sodann auf diejenigen, welche zwar in Wien wohnhaft, aber aus der Vaterstadt der Stifters (Bielitz) gebürtig sind, endlich auch verheiratete und mit zahlreichen Hindern Gesegnete, Rücksicht genommen. Die mit einem Armuthszeugnisse und Geburtsscheine belegten Gesuche sind in dem Einreichungsprotokolle der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde I, Seitenstettengasse 3, 1. Stock, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr Vormittags unentgeltlich ausgefolgt werden, bis längstens 31, Decemher 1897 d. J. zu überreichen. Auf nicht mit den nöthigen Beilagen versehene oder auf verspätet überreichte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Josef Spitzer'sche Stiftung. Der Unterzeichnete Vorstand verlautbart hiemit, dass aus den Zinsen der Josef Spitzer’schen Stiftung ein Betrag von fl. 126 an 3 oder 4 in Wien wohnhafte, des Ernährers beraubte jüdische Familien zur Vertheilung gelangt. Die Bewerber beziehungsweise Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise darüber, dass der Ernährer, sei es durch Tod oder durch Krankheit oder durch sonstige Umstände der Familie entzogen ist, sowiemit einem Armuthszeugnisse versehenen Gesuche bis 31. December d. J. im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr zu überreichen. Gesuchsblanquette sind im Einreichungsprotokolle unentgeltlich zu beheben Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Todesmatriken der israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbeilagen nicht erforderlich und genügt die genaue Ausgabe der betreffenden Daten. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Das Unterzeichnete Curatorium verlautbart hiemit, dass die jährlichen Erträgnisse der Jacob Fischel’schen Stiftung im Betrage von fl. 200 ö. W. an bedürftige und würdige Personen israelitischer Oonfession, welche mit dem am 18. Mai 1893 verstorbenen Herrn Jacob Fischei oder mit einem Bruder oder mit einer Schwester derselben in absteigender Linie blutsverwandt sind, zur Verleihung gelangen. Die Bewerber haben ihre mit Docamenten über diese Verwandtschaft und mit einem legalen Armuthszeugnisse belegten Gesuche bis 31. December 1897 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, I Stock, woselbst während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Gesuchsblanquette unentgeltlich ausgefolgt werden, zu überreichen. Bewerber, welche ihre Verwandtschaft und ihre Bedürftigkeit nicht entsprechend naehweisen können oder verspätet einschreiten, werden nicht berücksichtigt. Wien, am 1. December 1897. Das Curatorium der Jacol) Fischersclieu Stiftung. David Neuraann’scbe Stiftung. Am 7. Adar d. i. 1. März 1898 als am Sterbetage des sei. Herrn David Neumann, gelangen die Zinsen aus der David Neumann’schen Stiftung im Betrage von fl. 190 ö. W. an Verwandte des Stifters oder seiner Gattin Helene zui Vertheilung. Die mit den legalen Verwandtschafts- und Armuthszeugnissfen belegten Gesuche sind bis 31. December 1897 im Einreichungs-Protokoll der Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr zu überreichen. Auf später einlangende oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Dr. Adolf Sacks’sche Stiftung für Techniker. Der Unterzeichnete Vorstand verlautbart hiemit, dass aus den Erträgnissen des Stiftungscapitales drei Stipendien, jedes im Betrage von ö. W. fl. 300 jährlich, an Studirende der technischen Hochschulen der im fieichsrathe vertretenen Königreiche und Länder zur Verleihung gelangen. Competenzberechtigt sind, ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses, solche Studirende der Technik, welche ihre Vermögenslosigkeit und die Armuth ihrer Eltern nachzuweisen vermögen. Die ungestempelten Gesuche sind bis 31. December im Einreichungs-Protokolle der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittag zu überreichen und müssen mit nachstehenden Beilagen versehen sein: 1. Mit Geburts- und Zuständigkeits-Documenten; 2. mit einem glaubhaften Nachweis der Armuth der Eltern und der Vermögenslosigkeit des Bewerbers; hiebei ist auch der etwaige Genuss eines Stipendiums anzuführen; 3. mit einem Frequentations-Zeugnisse und den Studien- Zeugnissen. Die Stipendien werden für die gesetzlich vorgeschriebenen Studienjahre des Bewerbers verliehen. Aufruf. Eine arme, würdige Familienmutter, die seit 2 Jahren in Folge einer schweren Gelenksentzündung an den Beinen gelähmt ist, bittet flehentlichst um einen übertragenen Fahrstuhl; eventuell wird ein solcher zu kaufen gesucht. Auskunft ertheilt: Verein „Frauenhort“, IX., Müllnergasse 21. Verein „Frauenhort“, IX., Müllnergasse 21, empfiehlt bestens Fräulein Anna Silberfeld, II., Kleine Schiffgasse 4,3. Stiege, 2. Stock, Thür 41. Fräulein Anna Silberfeld übernimmt alle Arten Maschinstrickereien zu mässigem Preise und führt dieselben aufs Beste aus. Für zwei Mädchen auf dem Lande, im Alter von 10 und 12 Jahren wird ein Fräulein gesucht, welches nebst französisch auch im Hebräischen unterrichten kann. Adresse in der Redaction. Brieflicher, dreisprachiger Unterricht in Buchführung (einfach, doppelt und amerikanisch) Uorrespondenz und Sehnellrechnen für Deutsche, Engländer und Franzosen von Professor Edward P. Cornback, Wien, I., Himmelpfortgasse 10. Prospect und Probebrief gratis. Herausgeber «. verautv. «edaeteurr Br. Asses G. Bisch. — Druck v. L. Beck ft Sohn, Wien, YIU„ Lerchrufelderstr. 46.