Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 48 (26.11.1897)
- Date
- 1897-11-26
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 980 Vr. Blortz's WochrnptzrM Nr. 48 höchste Gut. „Die beste Szechaure (Waare) is Taureh (lernen)" und „Wo Taureh is, is Chochmeh", oder ,,E' Amhorez (Unwissender) is e Schekez (Abscheu)." Wie meine Mutter hat gewiß jede unserer Mütter an der Bildung des jüdischen Sprüchwortschatzes theilgenommen, und es stünde um Vieles besser im gegenwärtigen Judenthum, wenn wir Alle befolgt hätten, wozu uns die Einleitung zu den Sprüchen Salomonis ermahnt: „Verlaß nicht die Lehren Deiner Mutter . . . . sie sind ein Geschmeide an Deinem Hals e", wonach wahrscheinlich das schöne französische Sprüchwort gebildet worden ist: »Les moeurs sont un Collier de perles, ötez le noeud, tout ddfile.« Wir haben den Knoten dieses Geschmeides entfernt, die Pietät für die Tradition, und Alles löste sich ab. Literatur. Neue Bücher. Max Kaufmann, „Heine's Liebesleben", zum 100jährigen Geburtstag Heine's, 13. December 1797—1897. Zürich, Albert Müller's Verlag. I. Raffen, „Neue Heine-Funde". Leipzig, Verlag von H. Barnsdorf, 1898. A. v. d. Linden, „Das Heine-Grab" auf dem Montmartre. Leipzig, Verlag von H. Barnsdorf, 1898. ,,Monatsschrift" für Geschichte und Wissenschaft des Judeuthums. November 1897. Inhalt: Dr. M. Rahmer, „Die hebräischen Tradittonen in den Werken des Hieronymus"; Dr. M. Weinberg, „Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit" (Fortsetzung); Professor Dr. David Kaufmann, „Zu den Gedichten R. Jsac Bar Schesche's und R. Simeon b. Zcmach Durun's"; Dr. M. Grünwald, „Die hebräischen Franenmunen"; Bibliographische Uebersicht über die im Jahre 1894 erschienenen Einzelschristen (Schluß). Berlin, N. W. 6, S. Calvary & Co. „Hebräische Travestien" von Ad. Gestetner, Budapest 1897, Druck von Sam. Markus. Preis 30 kr. „Alumim I." 50 patriotische Festreden (und 7 Gebete)- mit Zugrundelegung der Geschichte des Vaterlandes von Rabbiner Schwarz, Kladno. Diese Arbeit darf Berufsrednern, Lehrern, Cultusvorstehern, insbesondere aber Rabbinats-Candidaten bestens empfohlen werden. Geehrter HerrRedactenr! Berichte über die neuesten Erscheinungen der jüdischen Literatur dürsten den Lesern Ihrer Zeitung nicht unwillkommen sein. Vor uns liegt das soeben erschienene Supplement IV. zur „Real-Encyklopädie des Judenthums, respective Bibel und Talmud" von Dr. I. Hamburger, Landesrabbiner in Strelitz (Mecklenburg), das rühmlichst hervorgehoben zu werden verdient. Unermüdlich arbeitet der Verfasser an der Vervollständigung seines verdienstvollen Werkes. Von den vielen Artikeln desselben nennen wir als sehr lehrreich: „Angeberei", „Denk-, Lehr- und Redefreiheit", „Gesetzesstudium", „Gottesreich", „Erwählung", „Jesus von Nazareth", „Karäer", „Parsismus und Judenthum". „Massore", „Messianisches im Gebet", „Rabbiner", „Religion", „Religionspfleger", „Religion im Dienste der Menschheit", „Schulchan-Aruch", „Secten", „Symbolik" und Andere mehr. Die Supplemente, sagt der Verfasser in seiner Vorrede, bringen die in Abtheilung I. und Abtheilung II. dieses Werkes vermißten Artikel, aber auch die aus dem Schriftthum der nachtalmudischen Zeit bis zur Gegenwart, so daß diese Real-Encyklopädie, die erst für die Artikel aus Bibel und Talmud angelegt war, zu einer „Real-Encyklopädie des Judenthums erweitert wird. Mögen diese Arbeiten die weiteste Verbreitung finden. Briefkasten. W. L. in G. Wie das „Volk" am 13. November mittheilt, ist der Chef des Bankhauses Rothschild erst der neunte im Reiche der reichsten Männer der Erde. Zuerst kommt Li Hung Tschang, nach ihm Rockefeller, Vanderbilt, W. W. Astor, Krupp, Gould, Herzog von Westminster, I. I. Astor. Karlsbad. Prof. Nothnagl ist christlich-deutscher Abstammung. „Treuer Abonnent?» Wer im Auslände den Doctor-Titel erwirbt, kann denselben rechtsgiltig in Oesterreich machen, das heißt „nostrificiren" lassen durch Prüfung an einer österreichischen Universität. Dr. C. in Berlin. Die Statistik der Wiener Judenschaft in dem betreffenden Blatte war aus einem Leitartikel der „Oesterreichischen Wochenschrift" zusammengestellt. D. G. Alles wahr und richtig, gehört jedoch in eine pädagogische Zeitschrift. Manuscript steht zur Verfügung. Verein Boryslov. Die Nummern 1—18 können Sie blos gegen Einsendung des Betrages erhalten Rabbiner Dr. Kaufmann in Virovitica. Die Eröffnung einer solchen Discussion in einem österreichischen Blatte erscheint uns nicht thunlich. Ueber O. sind Sie im Jrrthum Rabbiner Dr. G. Sch. Wir können nur unsere volle Uebereinstiinmung Ihnen bekannt geben. Schriftsteller Arthur Eibenschütz in Krakau. Wir bestätigen über Ihren Wuusch, daß die Mittheilungen von Krakau nicht von Ihnen herrühren. H. M. St. Nach dem Gesetze konnte und durfte der Tempel nicht verkauft werden und die Besitzer der Sitze haben einen Rechtsanspruch auf Entschädigung. I. Weiß, Gr.-Tapolcsan. Ihre Einwendung ist sehr berechtigt, doch haben wir für unsere Entscheidung gute Gründe- Die halachische Auseinandersetzung an dieser Stelle zu bringen ist unmöglich. K. L. Schopenhauers „Aphorismen zur Lebenswahrheit", . Cap. IV: „Die wohlfeilste Art des Stolzes ist der Nationalstolz, denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht' zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder ärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, worauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er angehört, stolz zu sein; hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Thorheiten, die ihr eigen sind, mit Hand und Fuß zu vertheidigen. Dem Nationalcharakter wird, da er von der Menge redet, nie ein Gutes ehrlicherweise nachzurühmen sein. Vielmehr erscheint die menschliche Beschränktheit, Verkehrtheit und Schlechtigkeit in jedem Lande in einer anderen Form, und diese nennt man den Nationalcharakter. Jede Nation spottet über die andere, und alle haben Recht." E. F—r, Wien. Warum Graf B a d e n i den Abgeordneten Wolf nicht getroffen hat? Der Ministerpräsident schießt keine Wölfe, sondern blos Böcke. Th. M«, Wien. Es zeigt sich immer klarer, daß die Affaire Dreyfus ein ungeheures antisemitische s B u b e n st ü ck war. Verfolgen Sie nur die Haltung der anttsemitischen Blätter. Während sie früher ganze Spalten voll Schmähungen und Verleumdungen über Dreyfus brachten, werden nun in dem Maße, als sich die Unschuld des verurtheilten Capitäns immer deutlicher herausstellt, die Berichte in diesen Blättern immer kürzer und schmäler. Spectator. Ja wohl, dieserEszterh azy war das Werkzeug D r u m o n t's und Mores. Indem man den Makel des Vaterlandsverrathes einem Juden anheftete, wollte man den Nationalhaß gegen das ganze Judenthum aufstacheln.' Ein wahrhaft teuflischer Plan, der nun hoffentlich gründlich zu Schanden gemacht wird. .H. W—sch» Wien. Nein! Solche Dinge kommen überall vor, aber die Freiheit der öffentlichen Meinung in Frankreich ermöglicht es eben, solche Schurkenstreiche aufzudecken, während sie anderwärts verborgen bleiben. Dr. C. Die Mittheilung aus Bozen und Innsbruck entspricht leider der Wahrheit. Anna H., Teschen. Brief postlagernd. »a&eeeeooeeooeooooo&c Junger israelitischer Commis der Gemischtwaarenbranche, der keine Arbeit scheut, wird bei Sam. Schiller in Gänserndorf a. d. Nordbahn ausgenommen. Derselbe erhält ganze. jVerpflegung, Gebalt nach Verwendbarkeit. - Nur junge 17- bis 18jährige Gvwmis von der Provinz mit gutem' Zeugnisse und Prima-Beferenzen versehen, können sieb gegen frühere Aufrage vorstel’en. Heiraten nur in vornehmen nnd reichen israelitischen Kreisen vermittelt eine gebildete vertrauenswürdige Persönlichkeit. Israelit. Unbedingte Verschwiegenheit verbürgt. Nichtanonyme directe Zuschriften unter F. 0. 775 hauptpostlagernd Wien. feroitigc&cr tt. vrrantw. «edacterrr r »r. Zofrs G. «lack. — Druck v. L. »eck * Sohn. Wien. VIII., Lerchinttwerstr 46.