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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-10-29 · 44 (29.10.1897) · page 24

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
44 (29.10.1897)
Date
1897-10-29
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Seite 900 Vr. VlorVs Mochenfchrtst matische hebräische Fibel „Esebun lia-saollov", zur leichten und gründlichen Erlernung des hebräischen Lesens, mit rumänischen Anmerkungen und mit besonderer Berücksichtigung des Anschauungsunterrichtes, ferner ein hebräisches Gebetbuch für die israelitische Jugend „Mikro Kaudesch", mit gegenüberstehender rumänischer Uebersetzung und Aufklärung über Entstehung, Bedeutung, Geschichte und Inhalt der Gebete nach den bewährtesten alten und neuen Quellen aus der jüdischen Literatur; dann diesämintlichen Gebete der Israeliten für das ganze Jahr „Lecker da t’filos" mit rumänischer Uebersetzung und Erläuterung der wesentlichen Momente unseres Gottesdienstes (520 Seiten); weiters die Grundelemente der hebräischen Sprache „Mausde S’fas Ever", ein methodischer Lehrgang der hebräischen Sprache, bestimmt, auf eine leichtfaßliche Weise in kältester Zeit lesen, verstehen und schreiben zu lernerr, nebst einem Anhänge, enthaltend Erzählungen, Legenden, Fabeln, Gedichte, Briefe, Sprüche und Lebensregeln in hebräischer Sprache; endlich eine Schulausgabe der fünf Bücher M o s i s mit rumänischer Uebersetzung neben dem einzelnen Worte oder Satze und fortlaufender Erklärung in rumänischer Sprache. Die Bemühungen des trefflichen Schulmannes sind in seinem Vaterlande längst anerkannt und verdienen auch in weiteren Kreisen gewürdigt zu werden. Daniel Sanders. Ein Gedenkbuch. Herausgegeben von Anna Segert-Stein. Neustrelitz, Druck und Verlag der Barnewitz'schen Hofbuchhandlung. Verlagsconto (E. Freyse) 1897. 68 Seiten, Octav. Preis eleg. brosch. 2 Mark. Die glückliche Idee, aus der großen Menge von Anerkennungs- und Zustimmungs-Aeußerungen, die dem hochverdienten Forscher und Gelehrten Professor Sanders namentlich in Bezug auf seine der Erforschung und Reinigung der deutschen Sprache gewidmete Lebensarbeit theils nach und nach im Laufe seines langen, fruchtbaren Wirkens, theils zur Feier seines 80. Geburtstags im Jahr 1889 zuströmten oder nach seinem am 11. März d. I. eingetretenen Hinscheiden laut wurden, eine Anzahl der nach der Person ihrer Urheber, nach Form und Inhalt bemerkenswerthesten zu einem Gedenkbuch znsammenzustellen, hat die der Familie des Verstorbenen persönlich nahestehende, auch selbst literarisch nicht unbekannte Herausgeberin* in ansprechendster Weise verwirklicht. Das größte Interesse wendet sich natürlich den dem Nachlaß des Dahingegangenen entnommenen, hier zuerst bekannt werdenden Briefen zu, von deren Verfassern wir den früheren Cultus-- minister Falk, Jakob Grimm, Gutzkow, Alexander v. Humboldt, den Goethe-Biographen Lewes, Karl Schurz und den Generalpostmeister v. Stephan hervorheben, doch auch unter den übrigen Beiträgen finden sich Nanien guten Klanges genug, die der Hochachtung und Anerkennung für das Wirken und Streben des unermüdlich thätigen, als Mensch wie als Gelehrter gleich hochstehenden Mannes gewichtigen Ausdruck geben, als: Gaedertz, Rud. v. Gottschall, v. Gerhardt-Amyntor, Prof. Du Bois-Reymond, v. Bodenstedt, der weil, griech. Gesandte Rangabe, Jul. Rodenberg, I. Trojan, Georg Ebers, Ernst Ziel u. v. A. Literarische Voranzeige. In jüdischen Gelehrtenkreisen wird die Mittheilung gewiß mit lebhafter Befriedigung ausgenommen werden, daß demnächst die Presse ein Werk verläßt, welches den bedeutenden jüdischen Gekehrten, Herrn A. S. B r a u d e s zum Verfasser hat und unter dem Gesammttitel „mpn ipnfc" höchst interessante neue Aufschlüsse' und kritische Untersuchungen über verschiedene Themen in Bibel. Talmud und Midrasch enthalten wird. Bereits sind 3 Bogen — das Ganze wird etwa 10 Bogen umfassen — erschienen, welche äußerst überraschende Aufklärungen über die „F a r b e n b c d e n t u n g bei den Prophet e n", über die „Apotheose M os e s" und über „Richtigstellung von T e x t v e r s en" im Canon enthalten, welche alle von des Verfassers tiefem Eindringen in den Gegenstand und seinen seltenen Scharfsinne Zeugniß geben. Bedauerlich ist es nur, daß ein solches Werk wegen unzureichender materieller Mittel des in finanzieller Nothlage lebenden Verfassers, der in Wien, II., Obere Donaustraße Nr. 63 wohnt, nur bogenweise und nicht auf einmal complet erscheinen kann, was Gönner und Freunde jüdischer Wissenschaft vielleicht zur Hilfeleistung veranlassen wird. I. Beruh. St r a ß e r. Jüdischer Dolkskalender. Dritter Jahrgang. Herausgegeben vom Executiv-Comitä der zionistischen Partei in Galizien. Redacteur Gustav Bader. Lemberg 1898. Ein merkwürdiges Buch ist dieser Volkskalender. Er versteht es, Perlen der Volkslyrik und Brillanten der Erzählungskunst in ein simples Gewand des jüdischen Jargons zu kleiden und sie den Lesern vom Volke zu bringen. Eine werthvolle Neujahrsgabe für die Tausende elender, geistig und körperlich verkommener galizischer Ghetto-Juden. terov»v«bkr u. ötnmtto. Nedacteur: Dr Ilses G. Block. Ne. 44 Dieser Kalender ist für sie Alles. Was er bringt, das heißt Leben, ein Stück culturellen Lebens aus weiter Ferne, wo gelebt und für die Auferstehung des jüdischen Geistes gearbeitet wird. Abramowier, Brainin, Frug, Jaffe und Perer, mit allen ihren Eigenschaften und Sonder-Eigenschaften treten mit dem Kalender ins Haus der Kinder des jüdischen Volkes. Was sie mit sich führen, das ist ein Stück nationaler Volkspoesie. Einzig in ihrer Art. — Der politische Theil des Kalenders bat zu Mitarbeitern: Gustav Bader, Dr. S. 9t. Landau, D. Schreiber; vom jüdischen Volkstheater erzählt drollig - interessante Sachen L. Koffler und über Volks-Medicin schreibt Arzt Kormann. Der Volkskalender hat eine Auflage von 2000 Exemplaren und kostet, trotz seiner 225 Seiten, blos 20 kr. Er ist eben fürs Volk bestimmt. W. CH. „Wiener illuftrirte Frauen-Zeitung". Soeben wurde die erste Nummer der „Wiener illustrirten Frauen- Zeitung" ausgegeben, die im Verlage von M. Bre it e n st e i n in Wien erscheint und sich vor allen ähnlichen Unternehmungen dadurch auszeichnet, daß es zugleich Familien- und Modejournal ist. Sowohl Inhalt wie Ausstattung entsprechen vornehmen literarischen und künstlerischen Anforderungen. „Wiener Rundschau." (Herausgeber Rudolf Strauß. Redaction und Administration: Wien, VIll./l, Lenaugasse 5.) Die vorliegende 23. Nummer dieser literarischen Halbmonatsschrift bringt stimmungsvolle Skizzen von Sigbjörn O b stf e l d e r und Jiri K a r a s e k, einen Essay Vilma R o b i 1s e k's über München und anläßlich des 70. Geburtstages Arnold Böcklin's eine erschöpfende Würdigung dieses Meisters aus der Feder H. E. K r o m e r's. Dr. F. S ch i k schreibt über Josef Kainz, M. E. de V o g ü e über den Dichter-Abgeordneten Gabriele d'Annunzio, und Arthur D i x resumirt die Ergebnisse der modernen Völkerrechtsbewegung. Ausführliche Theater-, Kunst, und Buchbesprechungen beschließen das Heft. Briefkasten. Peczenizyn, Holleschau. Für diese Woche zu spät. Lemberg. Für diese Woche zu spat. C. in B. Daß die türkische Regierung mit Hinweis auf die traurigen Verhältnisse im österreichischen Parlament die Einführung constitutioneller Einrichtungen in Kreta ablehnt, ist doch nicht unbegreiflich. — Die Ansätze zur Bildung einer jüdischen Partei in Oesterreich sind wohl vorhanden, doch müssen erst gewaltige Gegnerschaften im eigenen Lager überwunden werden. Rabb. Dr. Wieser in B.-Leipa. Ihre Mittheilung, daß auch schon zur Zeit als Dr. Ignaz Kuranda als einziger jüdischer Abgeordneter im 9teichsrathe saß, am Versöhnungstage keine Plenarsitzung abgehalten worden sei, war uns bekannt. Dr. B. N. in G. In dem eben erschienenen Werke von Ednwnd Demolins »A qui tient la superiorite des Anglo-Saxons« (Paris, Didot) wird ausgeführt, daß der» deutsche Colonist Städter ist und zu ländlicher Colonisation in fremden Ländern untauglich. Ebenso der Franzose. Die Schrift wird mit den Worten eingeleitet^: „Die Ueberlegenheit der Angelsachsen! Wenn man sie nicht offen bekennt, so duldet oder fürchtet man sie. Die Furcht, das Mißtrauen, ja der Haß, welche der Engländer erweckt, legen Zeugniß dafür ab." Fr. Reg. R., Breslau. O. B. und B. P. getaufte Jüdinnen. Jassy. Am 30. Juli 1858 war der 19. Ab. W. I. in Gl. Das Stöcker'sche „Volk" schreibt: „Zum Proceß Dreyfus macht uns ein christlicher, in England lebender, zufällig hier anwesender Leser in Anlaß unserer Bemerkung, daß Niemand an die Unschuld des Verurtheilten glaube, die Mittheilung, daß er dennoch dieses Glaubens sei und daß der Glaube auch sonst getheilt werde. Wie weit sachliche Gründe dazu vorliegen, entzieht sich unserer Kenntniß." L. K. in Turdofsin. Ihr Abonnement ist am 30. Oktober zu Ende. Herrn I. R., Warschau. Die Wahrheiten, die Ihr Schreiben von Dr. Lueger enthält, sind demselben schon hundertmal öffentlich gesagt worden. Herrn H. N., Wien. Es ist wohl zu beachten, daß sich der Weinhändler Johann Faselt in Vöslau, Hochstraße, Ecke der Hügelgasse, als christlich-socialer Kandidat aufstellen ließ, obßleich dieser Herr im Sommer nur jüdische Miethparteien und wahrscheinlich auch viele jüdische Abnehmer seines Weines hat. M. M. in Kuttenberg. Auch uns erscheint diese geringe Spende nicht angemessen in diesem Falle. PH. Schwarzthal. Eine gesammte Statistik können wir an dieser Stelle nicht bieten. Acetylengas-Actiengesellschaft. Die zur Subscription aufgelegten 4000 Actien ä 100 fl. Nominale der Acetylengas- Actiengesellschaft wurden bedeutend überzeichnet, so daß für die größeren Zeichner eine Reduction der subscribirten Stücke eintreten muß. Druck v. L. Beck ck Sohn, Wien, VIII., 8erch»o»e'eerbr 46

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