Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 37 (10.9.1897)
- Date
- 1897-09-10
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Sette 760 Dr. KLmtz m MmtzenptzrW Nr. 37 Krendel ersetzte auch deu Jnseratentheil eines Blattes. Sie war Dienstvermittleriu, Wohnmrgsanzeigerin und Schadchente, ohne jedes persönliche Interesse, das letztere rein aus Frömmigkeit, arme Mädchen unter die Haube zu bringen, und wenn sie eine Partie glücklich zu Stande gebracht hatte, legte sie bei der Hochzeit ihren schönsten Staat an und freute sich, als ob sie ein eigenes Kind verheiratet hätte. Krendel Hohn erwarb sich bedeutende Verdienste um das gesellschaftliche Leben B.. .'s. Sie bildete die Brücke zwischen Juden und Christen. Sie saß „bei der Mölk" auch nicht stumm und so erfuhren die Letzteren auch die Verhältnisse und Zustände der Juden. Aus gegenseitigem Kennen beruht aber der confessionelle Friede. Und wenn einmal doch ein Wölkchen diesen Frieden zu stören geeignet war, so zerstreute es Krendel durch ihre Vermittlung. Sie galt etwas beim Pfarrer und Stuhlrichter, etwas? nein, viel, mehr als der ganze Cultusvorstand zusammen, denn in ihrer Anrede: „Geistlicher Herrleben" oder „Gnädiger Herrleben" lag so viel Rührendes, daß es den Haß entwaffnete. Sie genoß auch die Ächtung von Hoch und Niedrig und es schämte sich Niemand, sich mit ihr auf der Gasse in ein Gespräch einzulassen, wenn sie gerade mit den Milchkübeln in beiden Händen auf ihrem Geschäftsgänge war. und nicht selten wurde sie in dieser Erscheinung einem Fremden vorgestellt: „Unsere liebe Frau Krendel Hahn!" Literatur. S. Paschele's illustrirter israelitischer Volkskalender ist im Verlage der Buchhandlung Samuel W. Pas ch e l e s in Prag für das Jahr der Welt 5658 (1897/98) erschienen. Derselbe bietet auch in diesem, dem 45. Jahrgange ein übersichtlich geordnetes, reichhaltiges Material für den Synagogen- und Geschäfts-Gebrauch nebst gediegenen unterhaltenden Beiträgen. Dem Kalendarium schließen sich die wichtigsten Gebetordnungen und Synagogenvorschriften, die Eintheilung der israelitischen Fest- und Fasttage mit den für dieselben giltigen rituellen Vorschriften und eine deutsche Uebertragung der Minhagim (Ritualvorschriften für den öffentlichen Gottesdienst) von Marcus Redisch. Sodann folgt der Geschäftstheil mit dem Verzeichniß der Jahrmärkte in Böhmen, Mähren, Schlesien, Oesterreich und den Alpenländern, Galizien und Bukowina, Siebenbürgen und Ungarn, sodann ein Verlosungskalender, Post- und Telegraphenbestimmungen rc. Unter den literarischen Beigaben sind hervorzuheben eine Biographie mit Porträt des Lordmayors von London und eine überaus fesselnde historische Erzählung „Kanonisirt" von Mathias Kisch. Hieran schließt sich ein „Verzeichniß jüdischer Hotels und Restaurants", welches eine ebenso angenehme als praktische Beigabe dieses so beliebten israelitischen Volkskalenders bildet. Briefkasten. Kannuerrath Löwin! Sie haben recht: Die Thora-Rolle sollte man zu derlei Empfangsfeierlichkeiten anständiger Weise nicht verwenden. M. B. Wir nehmen hiemit von den antisemitischen Neigungen des Leinen- und Baumwollwaaren-Erzeugers Carl Jankowsky in Zwittau, dessen Kundschaft zum größten Theile aus Juden besteht, Notiz. Ta es in Zwittau noch 60—70 andere Erzeuger solcher Waare gibt, werden unsere Glaubensgenossen aus der Gesinnung des Herrn Jankowsky wohl die entsprechende Eonsequenz zu ziehen wissen. K. N., Prag. Der Ottakringer Rabbinerposten wird direcs durch den Vorstand der Wiener israelitischen Cultusgemeinde vergeben. Emil D—b, Brünn. Die Thatsache, daß zu einer von Schönerer einberufenen Versammlung, bei welcher auch deutschliberale Abgeordnete sprechen werden, den Juden schon auf der Einladung der Zutritt untersagt wird, sollte wohl Jenen unserer Glaubensgenossen, die in dem deutsch-böhmischen Sprachenstreite sich noch immer für die eine oder andere Partei erhitzen, zu denken geben. Wir verweisen übrigens auf unseren heutigen Leitartikel. Gottlieb T—g, Wien. Die Wiener „antisemitischen Barricaden", wie Sie die aus Anlaß der Gasrohrlegung ausgehobenen Erdwälle bezeichnen, fangen an, auch dem antisemitischen Parteipapste unbequem zu werden. Die arischen Geschäftsleute werden schon unzufrieden. Im Auslande lacht man übrigens schon darüber, daß die Stadt Wien angesichts der rapiden Entwicklung der Elektrotechnik eine neue städtische Gasanstalt baut. Das Lustigste an der Sache aber ist, daß das Gasanlehen, mit welchem man die Engländer vertreiben will, bei — englischen Eapitalisten contrahirt werden soll. Das Wiener „christliche Volk" wird also dennoch wieder den Engländern tributpflichtig. Die Frage, ob Dr. Lueger und die Seinen ans dieser Transaction mit reinen Händen hervorgehen werden, wird erst die Zukunft beantworten. S . . . « . Preßburg Eorrespondenz-Karten mit Ansichten von Jerusalem mit hebräischem Neujahrswunsche erhalten Sie in der Papier- und Wuuschkarten-Niederlage Marens Silberstcin, Wen, II., Hammcr-Pnrgstaltgasse l. Auch die andern verlangten Neujahrskarten. CONCURS. In der Cultnsgemeinde Horn, N.-Oe., ist die Stelle eines Religionslehrers, der zugleich Vorbeter und Schächter ist, mit dem Sitze in Horn, vom 1. December 1897 an mit einem Jabresgehalte von 1060 Kronen nebst Nebeneinkommen zn besetzen; Diejenigen, welche ausserdem befähigt sind, rabbinische Functionen zu verrichten, erhalten einen Jahresgehalt von 1200 Kronen. Beansprucht wird die Ertheilung des Religionsunterrichtes an der Volks- und Bürgerschule und im Gymnasium zu Horn. Bewerber haben ihre Gesuche mit den gesetzlich erforderlichen Nachweisen nebst Bekanntgabe ihres Familienstandes an deu gefertigten Vorstand bis längstens 15. October d. J. zu richten. Die Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Horn, im September 1897. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Horn. jW-fl.-ttMTi. Postkarten mit Ansichten der Wiener Tempel für NeujahrswOnsche geeignet. Zu haben beim Verleger 0>ai*l IPiolf, Papieru. Schreibwaarenhandlung Wien, 11/1, Taborstrasse 8 neben der Produktenbörse. 20 Stück 6. W. fl. 1. — franco jeder Poststation gegen vorherige Einsendung des Betrages. AM" Wiederverkäufer Rabatt. -MW m Nikolsbnrger Küchel aea und sonstige Bäckereien. Ich erlaube mir den P. T. Kunden und insbesondere jene, welche Nikolsburg aus irgend einem Anlasse besuchen, aufmerksam zu machen, dass meine Erzeugnisse einzig und allein nur bei meinem Nachfolger Herrn JULIUS FELDSBERG, Hauptstrasse Nr. 42 in Nikolsburg im Original zu haben sind. Alle anderen derartigen Erzeugnisse sind nur Nachahmungen. Da es mir sehr daran gelegen ist, dass meine geehrten P. T. Kunden auch fernerhin vollkommen zufrieden gestellt werden, bitte bei etwaigen Einkäufen und Bestallungen die oben erwähnte Adresse meines Nachfolgers genau zu beachten. Bestellungen zu Anlässen, als: Beschneidungen, Hochzeiten etc., werden bestens und promptest ausgeführt. Referenzen Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang, Nikolsburg, im September 1897. Hochachtungsvoll G. L. Zuckerbäcker Zuckerbäcker. * ♦ Im Verlage der Buchhandlung M. Breiten stein, Wien, ♦ d IX., Währingerstrasse 5, ist erschienen und daselbst sowie J q durch jede Buchhandlung zu beziehen: G Acten und Gutachten $ O im Processe Rohlillg-Bloch.. Dieses Werk ist eine Fund- O grübe für alle auf das Gebiet des Talmuds bezughabenden £ 4 Fragen. Preis 3 fl. 4 Herrmlgeber «. verantw. Redacteurr 9*. Joses G. Bloch. — Druck v. L. Beck Jt Sohn, Wien, VJU., Lerchenftlöerstr. 46.