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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-04-02 · 14 (2.4.1897) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
14 (2.4.1897)
Date
1897-04-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 288 Vr Vloch's Wochrnfchrtfl Nr. 14 SecretLrs, Herrn Josef Hieldburgh ausser, Herr Maximilian Paul-Schiff als Secretär berufen. Der Vorstand fühlt sich verpflichtet, Herrn Josef Hieldburgh ausser, welcher eine lange Reihe von Jahren im Vereine mit seiner seligen Gattin, der früheren Bereinspräsidentin Frau Regine Hieldburghäusser, in mustergiltiger und aufopfernder Weise seines Amtes gewaltet hat, den tiefsten Dank auszusprechen. Wien. Die Wiener öffentliche israelitische Vereinsvolksschule „Talmud Thora", II., Malzgasse 16, hat bekanntlich den Zweck, die israelitische Jugend mit gründlichen Kenntnissen des Hebräischen auszustatten. Die Anstalt hat es sich aber auch zur Aufgabe gestellt, viele arme Zöglinge ihrer Schule mit Kleidern, Schuhen und Speisemarken zu versehen, dieselben unter der Aussicht der Lehrer in der Schule auch in der schulfreien Zeit zu Uebungen und Spielen zu belassen, damit dieselben nicht erst den oft sehr weiten Weg Mittags nach Hause machen müffen, wo sie in Folge der traurigen Erwerbsverhältniffe ihrer Eltern sehr häufig auch ohne Aufsicht sind. Umso bedauerlicher ist die Mittheilung des Jahresberichtes Pro 1896, daß dieses Jahr mit einem Deficit von fl. 315 abschließt, welches sowie der Bedarf für die erste Zeit des Jahres 189? nur durch ein Darlehen des für das Interesse des Vereines unermüdlich thätigen Präsidenten Herrn Heinrich B e r g e r per fl. 1000 gedeckt werden konnte. Mit Rücksicht auf die Erkrankung des bisherigen verdienten Oberlehrers Herrn Ignatz Low müßte eine neue Lehrkraft zur Leitung der Anstalt engagirt werden und wurde in der Person des neubestellten Oberlehrers Herrn Jakob K o h n eine sehr glückliche Wahl getroffen, doch hat dieses Engagement große Opfer auferlegt. Der Verein muß aber auch noch für die Erwerbung weiterer sunger neuer Lehrkräfte sorgen, an Ruhegehalte für die alten Lehrer denken. Die Ausgestaltung der Schule durch die Eröffnung einer fünften Classe ist durch die Zeitverhältnisse zur unabweislichen Nothwendigkeit geworden. Der Vorstand appellirt deshalb an die immer bewährte Hochherzigkeit unserer Glaubensgenossen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß eine große Zahl neuer Mitglieder aus den Reihen derselben erstehe, wie auch daß größere Spenden und Unterstützungen gewidmet werden. Sowohl die Religion, wie auch alle Disciplinen der Volksschule werden in dcr Schule zur vollsten Zufriedenheit der Schulbehörden gelehrt. Am Schluffe des abgelaufenen Jahres ist der Verein in Anbetracht der ungünstigen Verhältnisse bei dem löblichen Cnltusvorstande um Erhöhung der Subvention, sowie bei der Baron Hirsch'schen Schulstiftung, endlich auch bei der israelitischen Allianz um einen namhaften Jahresbeitrag eingeschritlen. Der Vorstand des Vereines besteht derzeit aus den Herren: Oberrabbiner Dr. M. G ii bemann, Ehrenpräses, Heinrich Berger, Präses, Dr. Josef Grünfeld, Bicepräses, Dr. Gustav K o h n, Cassaverwalter, und den Herren: Marcus Bond y, Sig. Kauders, D. Simon und Dr. Max Steiner. Wie». Geehrte Redaction! In Ihrem Berichte über die vom Verein „Z i o n" am 16. d. M. veranstaltete Versammlung, in dcr ich als Referent fungirte, sind einige meiner Aenßerungen unrichtig wiedergegeben worden, und ersuche ich Sie daher, folgender Berichtigung in Ihrem gesch. Blatte Raum geben zu wollen. Es ist nicht richtig, daß ich gesagt habe, die Socialdemokratie belüge und betrüge. Ich sagte vielmehr, daß die Socialdemokratie nur die wirthschaftlichen Gegensätze beseitigen kann, aber nicht den Judenhaß. der, abgesehen von seiner Wiener Localfärbung, ein nationaler und Racenhaß ist. Ich wies weiter darauf hin, daß die Socialdemokratie zwar um die jüdischen Stimmen buhlt, daß sie aber eine Losung der Judenfrage nicht herbeiführen kann, weil sie eine Judenfrage nicht anerkennt und weil in ihren eigenen Reihen eine anti-jüdische Unterstromung besteht, die sie zwingen wird, wie in Deutschland, in ihren eigenen Reihen einen Entjudungsproceß vorzunehmen. Ich habe auch nicht gesagt, daß wir vor Allem unseren Brüdern im Osten Helsen müßten, denn meine Rede gipfelte in der Ausführung, daß es den Juden in Oesterreich durchaus nickt besser gehe, als denen in Rußland und daß daher alle Juden und überall an der Verwirklichung der zionistischen Idee Mitarbeiten sollten. Ich glaube, die Wahlexcesse in der Leopoldstadt, betrachtet neben den Judenplünderungen in Spola, hätten mir nicht ganz Unrecht gegeben. Hochachtungsvoll Dr. S. R. Landau. Wie». Die am Mittwoch, den 24. März 1897, stattgehabte Plenarversammlung der Verbindung österr.-schlesischer Hochschüler „Jvria" brachte ein Bild der Thatigkeit dieses Vereines. Dieselbe erstrecke sich sowohl auf die körperliche als auch geistige Ausbildung der Mitglieder. In erster Beziehung sei erwähnt, daß das Turnen, sowie insbesonders das Fechten eifrig gepflegt wurde und die erfreulichsten Resultate erzielt wurden. Der geistigen Ausbildung diente in erster Linie die Abhaltung von Vorträgen, bei denen nur solche Themen herangezogen wurden, die mit dem Judenthume in Beziehung stehen. Unter diesen seien hervorgehoben: „Ueber den Pessimismus und Ovtimismus der Juden" von stuck, jur. E. K r a s n y, „Ueber Juda Halevy" von stuck, jur. I. Ehrlich, ein Referat über das Werk: „Kalte und warme Herzen" von stuck, tecli. D. N a ch e r, „Das Programm der Socialpolitiker" von cauck. jur. Alf. Lanzer u. A. Ferner verdienen eine Hervorhebung, die unter der Leitung des stuck. tech. D. Nacher veranstalteten wöchentlichen Discussionsabende, deren Gegenstände der „Zionismus", die „Duellfrage" und andere wichtige Themen waren. Unter den geselligen Veranstaltungen ragen hervor: der Eröffnungscommers des Wintersemesters, welcher so wie die Makkabäerfeier, gemeinschaftlich mit den übrigen jüdisch-nationalen Verbindungen gegeben wurde, der Damenabend, der uns einen großen Erfolg brachte, und endlich die Promotionskneipen der Herren Felix Sternbach und Dr. Leo Sofer. Insbesondere die Letztere, bei welcher auch die Wiener, Berliner und polnischen Zionisten, wie Dr. Th. Herz!, Dr. N. B i r n b a u m, W. B a m b u s, D i m i d o f f, Dr. Salz, Dr. Thon u. A. theilnahmen, gestaltete sich zu einer glänzenden Kundgebung für den Gefeierten, sowie für die Verbindung. Die enorme Betheiligung nickt nur der Studentenkreise, sondern auch nicht akademischer Kreise, liefert den besten Beweis für den guten Ruf der Verbindung und die Verbreitung der durch sie vertretenen Ideen. Der Mitgliederstand hob sich von 18 auf 31 Mitglieder. Aus dem Verbände schieden die Herren Felix Stern b a ch, Dr. Julius K o h n und Dr. Leo Sofer, der zum Ehrenburschen der Verbindung ernannt wurde. Was schließlich die auswärtigen Angelegenheiten anbelangt, so sei hervorgehoben, daß der Verein die Bestrebungen der Jüdischen akademischen Lesehalle sowie insbesondere des Einzelvereines „Zion" eifrig unterstützt und vereint mit den übrigen jüdischnationalen Verbindungen zu allen wichtigen Fragen Stellung nimmt. Auf Grund dieses Rechenschaftsberichtes wurde den Chargirten das Absolutorium erlheilt und zu den Neuwahlen geschritten. Diese ergaben nach einer kurzen Wahlbesprechung folgendes Resultat: gewählt wurden zum Präses stuck, tecsi. D. Nascher; zum Bicepräses stuck, lech. L. Al 1 m ann; zum Schriftführer canck. med. A. Kolb. Nach einer kurzen Erklärung des neuen Seniors wurde die Versammlung geschlossen. Pest. Koloman Thaly, ein christlicher Reichstagsabgeordncter, hat den Honved-Minister Baron FelMvary wegen der Anomalie, daß die jüdischen Soldaten bei kirchlichen Anlässen k n i e e n müssen, interpellirt und in seiner Rede besonders betont, daß diese Verordnung für die Israeliten eine Beleidigung ist, umsomehr, da die mohammedanischen Soldaten, die bei dem bosnischen Regimente dienen, von diesen! Zwange befreit sind. Der Landesvertheidignngsminister nahm die Interpellation nicht zur Kenntniß, somit bleibt Alles beim Alten. Colossales Aufsehen erregt die neueste Verordnung des Handelsministers Baron Ernst Daniel, daß in Zukunft die Zöglinge der Jndustrie-Schnle am S a b b a t h vom Unterricht n i ch t m e h r befreit werden. In >>em Erlaß heißt es : Die israelitischen Schüler können vonr Unterricht befreit werden: Roschhaschono, I o m K i p p u r, Sukkot h, jedoch nur am 1., II. und VIII. Tag Vormittag, Pesach I., II., VII. und VIII. Vormittag und I. und II. Tag Schovnos. Brünn. (M ä h r i s ch - j ü d i s ch e r W a i s e n - H i l f s-, v e r e i n.) Am 25. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz des kais. Rathes M a n d l statt. Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes über die Vereinsthätigkeit im Jahre 1896 gedenkt vor Allem der großartigen Vermehrung des Fondes, die dieser durch die Zuwendung aus dem für mährische Wohlthätigkeitsanstalten bestimmten Legate des allzu früh verstorbenen Philantropen Baron Hirsch-Gereuth per 110.000 fl. erfahren, und gibt der tiefen, unauslöschlichen Dankbarkeit des Vereines für diese außerordentliche Berücksichtigung sowohl gegen die Manen dieses Wvhlthäters als auch gegenüber seiner hochsinnigen Gemahlin beredten Ausdruck. Die Versammlung gab ihrer Pietät durch Erheben von den Sitzen Ausdruck. Das Hirsch'sche Legat wird die Wirksamkeit des Vereines auf eine breitere und tiefere Grundlage stellen. Es wird von nun an möglich sein, sowohl die den Waisen gewidmeten Erziehungsbeiträge ergiebiger zu bemessen, als auch eine größere Anzahl solcher in die Obsorge des Vereines aufzunehmen. In Erwartung dieser außerordentlichen Vermehrung der Bereinsmittel wurden schon im vorigen Jahre größere B iträge für die Waisenpflege verwendet als bisher und die gesammten Eingänge bis auf 674 fl. hiefür verausgabt. Die Jahresbeiträge betrugeil 823 fl., darunter je 200 fl. von der hiesigen israelitischen Gemeinde und dem mähr.-jüd. Landesmassafonde. Die tief gesunkene Zahl der Mitglieder wurde Dank den Bemühungen des Cassiers L. L ö w Beer auf 90 gehoben und hofft der Vorstand, daß es nur der Kenntniß von der segensreichen, Humanitären Wirksamkeit des Vereines bedürfen wird, um ihm neue zahlreiche Mitglieder und Gönner zu gewinnen. Die Spenden per 260 fl. blieben gegen das Vorjahr stark zurück, während von den Stiftungen 892 fl. eingingen, da das Sal. K ö n i g'sche Stiftungshaus diesmal 361 fl. abwarf. Aus der Heinrich G o m p e r z'schen Stiftung wurden drei entlassene Waisen mit je 70 fl. unterstützt. Es standen in der Bereinsobhnt im Sommercurs 32 hiesige und

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