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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-04-02 · 14 (2.4.1897) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
14 (2.4.1897)
Date
1897-04-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Lr. 14. Dr. Bloch’s Jahrgang XIV. 4 Centrslorgan für die gefammlrn Interessen des -+-.— Wien, 2. April 1897. --*^r >-«. - Erscheint jeden Freitag. Brief-Adresse: Wien, I., Hauptpostamt — Fach. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift Wien. .■■ ■■■ -TT-T^ X. ft. Poftsparrsfstn-Xmk LlraringverKrhr Nr. 610.976. KrLirNon und KdminiNrstwn: Xl> i * n i | .* »»Irre fcxjflartinptaße i* [ Telephon-Nr. 8535. | -- -—Al Judenthums. | »«MjMPvei» fite Srstsrrrfrtz: j Halbjtihrig 4 ff. 8 £r.! Einjelexemplare 15 ft. I Mr'» Ru»land: halS"<hri, »fl. — 10Kr. -RNzjährig 10 „ — 28 „ Vaieigett: Die 4mal gespaltet« j Petitjeile IS ft. j! Inhalt: Leitartikel: Resignation oder Organisation? — Anfang gut. Alles gut?? — Die Mittermayer-Fraktion. — Moritz Lazarus. — Laue Freunde.' — SBom Jahrmarkt des Lebens: „Ohne Unterschied der Confeffion". Aufruf an unsere Glaubensgenossen und an alle wahren Christen und Menschenfreunde. „Eine Flankenbewegung nach Rechts". Eduard Kulke. Jüdische Arbeiter. Der berüchtigte Antisemit Normann-Schumann. Die Insel Creta in der Bibel. „Kaust nur bei Gesinnungsgenossen." Bürgermeister Lueger. Juden in Indien. Rabbiner und Inspektor. Kaddisch. Der Convertit. — Corres pondenzen: Wien, Pest, Brünn» Aus Böhmen. Alttitschein, Prag, Lemberg, Przemysl, RoLnau, Croat.-Kreuz, Agram, Neusatz, München. Hamburg, Warschau, Mohilev, Petersburg, Paris, London, Stuttgart, Constantinopel, New-Aork. — Vermischtes: Wien, Floridsdorf, Budapest, Lemberg, Brünn, Neuhaus. Rokytzan, Rumburg, Nagy-Kanizsa, Prag, Saffin, Eibenschitz. — Feuilleton: David Blum. — Briefkasten. — Inserate. Wir ersuchen unsere geschätzten •Abonnenten um rechtzeitige Cinsendung der laufenden •Abonnemenfsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Resignation oder Organisation? Bor, Leo Herzberg-Frankel. Der Horizont verdüstert sich zusehends; dunkle Wolken und dunkle Gestalten ballen sich zusammen und nach und nach schwinden die letzten Strahlen der sonnigen Freiheit; nach und nach verglimmt die letzte Abendröthe am Himmel Cisleithaniens. Die Ideen und Principien, an welche nur noch das Monument der Märzgefallenen erinnert, sind verblaßt und verwischt; das Gerippe der Reaction grinst dort, wo einstens ein Lichteniels, ein Anastasius Grün, Mühlfeld, Schindler, Ungar, Herbst, Brestel, Kuranda und Berger glänzten. Immer tiefer sinkt das Niveau parlamentarischen Lebens, immer trüber geht die Fluth, welche die freiheitlichen Vermächtnisse und Schöpfungen lichterer Tage wegschwemmen und mitten in diesem Trubel und chaotischen Stürmen hin- und hergeworfen, hin- und hergezerrt von den Knochenarmen der Reaction, in Freiheit, Besitz, Erwerb und Leben bedroht, stehen wir hilf- und rathlos da, ein Spielball fremder Leidenschaften, Speculationen und Niederträchtigkeiten, als ob wir ganz rechtlos, als ob die Staatsgrundgesetze für uns abgeschafft, als ob wir an Patriotismus, Intelligenz und Beitragsleistung der übrigen Bevölkerung nachstehen würden; als ob wir nicht Träger von Handel und Industrie, als ob unsere Söhne nicht Glieder der Armee, Leuchten der Universitäten und auf dem Gebiete der Kunst wären. Während unsere Gegner uns eine Präponderanz auf materiellem und intellektuellem Gebiete vorwerfen und uns für einen Einfluß verantwortlich machen, den wir factifch nicht besitzen, bemächtigt sich unser eine Muthlofigkeit, die eines Volkes, das Jahrtausende der Verfolgung trotzte und widerstand, schon unwürdig ist. Sind denn mit Josef von Wertheimer, Dr. Kuranda, Dr. Fischhof, Baron Hirsch alle Männer ausgestorben, die vermöge Namen, Stellung und Reichthum berufen wären, für die schwer bedrohten Brüder einzutreten, und ist Niemand mehr zu einer kräftigen Initiative und wirksamen Abwehr da? Als vor einem halben Jahrhundert die Juden im fernen Damaskus mit dem Blutmärchen verfolgt wurden, da fanden sich ein Montefiore und ein Cremieux, welche die beschwerliche und gefährliche Reise nicht scheuten, die Intervention der Königin Victoria und des Czaren Nikolaus mit Erfolg anriefen und so der Verfolgung steuerten. Als später in Rumänien der Judenhaß emporzüngelte und die Pariser Allianz ihre Mission zum Schutze der nothleidenden Brüder ernst nahm, da spendete Baron Hirsch seine erste Million. Als in den Achtziger-Jahren der Pöbel im südwestlichen Theile Rußlands, unter dem Wohlwollen der Regierung, sich an den dortigen Juden vergriff, da streckten die Alliance israßlite universelle und Baron Hirsch in Paris, das Nansion lionse in London, die Israelitische Allianz und das Hilfscomite in Wien und Berlin so wie eine mächtige Association in New-Aork ihre Arme nach den Verfolgten aus, ein Schrei des Unwillens ging durch Europa und von allen Seiten kam Hilfe, so daß _ wohl hunderttausend aus ihrer Existenz verdrängte Menschen aus dem nordischen Mizraim einem glücklicheren und freieren Leben zugeführt werden konnten. Und nun, wo man uns in Oesterreich aus allen Positionen verdrängen, aller Rechte entkleiden, alle Erwerbsquellen verstopfen will; wo hoch- und niedergestellte Gassenbuben uns ungestraft beschimpfen und bedrohen dürfen — da regt sich keine Hand zur Hilfeleistung, wagt sich Niemand hervor, eine Vertheidigung der Bedrängten zu organifiren, läßt man ohne Abwehr die Liechtensteins, Luegers, Geßmanns und Schneiders Hausen, als ob sie die Allmacht in Oesterreich wären und als ob die Juden kein Anrecht auf die in der Verfassung gewährleisteten Menschenrechte hätten l

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