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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-26 · 13 (26.3.1897) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
13 (26.3.1897)
Date
1897-03-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Lr. 13. I«-rgsmg XI V Dr. Bloch’s 1 Centralorgan für dir gefsmmten Interessen de» ck- X. k. Poftfv«rrsWm-Xmr Llrsringv erkehr Nr. 810.976. »rd«rNon und XdminiRraUon: Wien ■ niste Vri-sUntJitaf,! 1* Telephon fir. 6535. -- ^- Men. 26. Mär; 1897. --«- Er scheint jeden Freitag. Brief-Adresse: Wien. I.. Hauptpostamt — Fach. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift Wien. Judenthums. - - - =»»!| Xe|na*pcei» für Srstrrrrtrd:!| J Halbjährig 4 fl. 8 Jfr. Einzelexemplare 16 kr. j>! Für'» 3Ru»Ianb: j|! halbIhriL 4 fl. —!0Kr. >! >! ganzjährig 10 „ 20 „ || ji»nie!gen: Die »mal gespaltete^!> Petitzeile II kr. ji Inhalt: Leitartikel: Das schwarze Parlament. — Kreta in Wien. — Der interviewte Mittermayer. — Ursache des Zusammengehens der Inden mit den Socialdemokraten während der Reichsrathswahlen. — Stimmen in Betreff des Vorschlages Oswald I. Simon's. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Zwei Vorträge des Professors Lazarus und seiner Gemalin. Eine Niedertracht des „Deutschen Volksblatt". Geistliche Erziehung. Sanft hinausgeleitet. — Der Antisemitismus in Croatien. — Einige Bemerkungen über Koscher und Trefa. — Correspondenzen: Wien, Wiener-Neustadt, Budapest, Agram, Kolin, Deutschbrod, Hohenau, RoLnau, Goltsch-Jenikau, Tachau, Leipzig, Frankfurt a. M.. Berlin, Strelitz. Stettin, Nowgorod, Tschigrin, Aus Bessarabien, Medule, Rehobhoth, New-Iork, Die Juden in Kreta. — Vermischtes: Wien, Brünn, Stanislau, Lemberg, Meran, Abbazia, Jaffa, Halle a. S. — Feuilleton: Simson der Gibor. — Caduc. — Briefkasten. — Inserate. Das schwarze Parlament. Morgen tritt das neugewählte Abgeordnetenhaus zusammen. Der Charakter dieses Parlaments ist mit wenigen Strichen gezeichnet. In demselben werden 28 christlich-sociale und 42 deutsch-nationale Antisemiten, ferner 48 mit den Christlich-Socialen eng verbundene Clericale sitzen. Wie viele Judenfeinde sich überdies unter den Jungczechen. Polen und feudalen Großgrundbesitzern befinden, muß abgewartet werden. Aber schon jetzt muß man in Rechnung ziehen, daß die Polen und vielleicht auch die Jungczechen zusammen mit den Christlich-Socialen und Clericalen die neue Regierungsmehrheit bilden werden, daß also Vorstöße gegen die gesetzliche Gleichberechtigung der Juden von Seiten dieser parlamentarischen Gruppen zumindest eine passive Förderung erfahren werden. Vor Kurzem hat der neue Abgeordnete des IV. Wiener Bezirkes, Dr. M a y r e d e r, in einer Wählerversammlung die Einbringung eines Judengesetzes angekündigt. Ob es wirklich schon jetzt dazu kommen wird, die Juden zu Staatsbürgern zweiter Classe hinabzudrücken, bleibe dahingestellt, gewiß aber ist das Eine, daß unsere Glaubensgenossen von dem neuen Reichsrathe nichts Gutes zu erwarten haben. Wenn schon bisher ihre Existenzfähigkeit durch Gesetze, wie jenes über den Ratenhandel, das Hausirgesetz rc. erheblich beschränkt wurde, so wird dies nunmehr noch in erhöhtem Maße versucht werden. Daß es an Beschimpfungen und Verleumdungen der Jr^>en durch Abgeordnete vom Kaliber eines Schneider, Gregorig?Mittermayer 6 tutti quanti nicht fehlen wird, versteht sich von selbst. Angesichts dieser Struktur des neuen Hauses beanspruchen gewisse Wahlvorgänge in Galizien, bei denen einzelne unserer Glaubensgenossen eine keineswegs rühmliche Rolle spielten, besondere Beachtung. Die antisemitische Drachensaat beginnt bekanntlich auch schon in Galizien aufzugehen, und sie wird umso üppiger in die Halme schießen, je mehr daselbst die sogenannte „jüdische Intelligenz" sich beflissen zeigt, die Geschäfte der Schlacht« zu besorgen. Denn wie die Juden in Wien, in Niederösterreich und in Mähren für die Sünden der liberalen Partei büßen mußten, so werden in Galizien unsere Glaubensgenossen für die Sünden der Schlachta büßen müssen, deren Alleinherrschaft bereits erschüttert ist. Aller Haß, welcher sich im polnischen Kleinbürgerthum, unter den polnischen Bauern und unter den Ruthenen gegen die Schlachta angesammelt hat, wird sich auf die Juden entladen, deren Führer sich zu dienstwilligen Werkzeugen der polnischen Adelspartei hergegeben und mit derselben auch bei den jüngsten Wahlen wieder eine Reihe nicht sehr reinlicher Geschäfte abgeschlossen haben. Da ist zunächst die Lemberger Städtewahl, die in innigem Zusammenhänge mit der Brodyer Städtewahl steht. In Lemberg trat als Regierungscandidat der Hofrath P i et a k, ein Mann von ausgesprochen antisemitischer Gesinnung, auf. Sein Gegencandidat war der frühere demokratische Abgeordnete Dr. Lewakowski. Unsere Lemberger Glaubensgenossen widerstrebten selbstverständlich ganz entschieden der Wahl des Herrn P i e t a k. Da ttat Herr Dr. Emil B y k, der im dortigen Cultusvorstande eine dominirende Stellung einnimmt, als Retter in der Noth hervor. Er, seine Collegen und Freunde übernahmen es, die Lemberger jüdischen Wähler für Herrn Pietak zur Urne zu führen, unter der Bedingung, daß Herrn Dr. Byk das gefährdete Mandat von Brody, wo sich eine starke Volksbewegung für die Wahl Dr. B l o ch's geltend machte, gesichert werde. Und so geschah es. Unter Aufgebot von Gendarmerie und Militär, mit Mitteln, über welche noch gesprochen werden wird, wurde die Wahl B y ks in Brody durchgeführt, wofür Herr Dr. Byk pünktlich sein Versprechen einlöste und die Wahl P i e t a k's in Lemberg ermöglichte. Unter ähnlichen Voraussetzungen vollzog sich die Wahl des antisemitisch angehauchten Dr. Rutowski in Tarnow. Hier ist Herr Dr. Goldhammer maßgebend. Er unterstützte Herrn Rutowski gegen die Zusicherung, daß das polnische Eentral-Wahlcomitb, resp. die Regierung ihn als Candidaten sür den Städtewahlbezirk Kolomea-Buczacz- Snyatin aufstellen werde. Nur war hier Herr Goldhammer der Dupirte, denn trotz seiner officiellen Candidatur ging in Kolomea der famose Dr. Trachte uberg

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