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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-05 · 10 (5.3.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
10 (5.3.1897)
Date
1897-03-05
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 312 Vr. VlmV» WochrnptzrM Nr. io Bisher aber vergebens, denn das pöbelhafteste Gebühren dieser Partei hat bis jetzt die meisten Erfolge." Gleichzeitig theile Ihnen mit, daß der hiesige (Amsterdamer) städtische Rath der israelitischen Armen-Unterstützungscasse eine Subvention von 70.000 holländischen Gulden jährlich bewilligt hat, also gegeu die Vorjahre um 5000 fl. mehr. Ich theile Ihnen dies als Gegenstück zu der famosen Streichung der Subvention für die Wiener israelitischen Waisenkinder seitens des antisemitischen Wiener Gemeinderathes mit. Arlon (Belgien). Samstag fand man den hiesigen Tempel" diener, M. G o l d s ch m i d t, sammt Frau und fünf Kindern erstickt in seiner Wohnung. Der Mann und drei Kinder waren schon todt, die beiden anderen Kinder und die Mutter wurden zwar wieder in's Leben zurückgerufen und in's Spital gebracht, sind aber in hoffnungslosem Zustande. Rom. Commandatore Vittorio O t t o l e n g h i ist zum Generalinspector der italienischen Eisenbahnen ernannt worden. Nachdem er seine Studien in Padua vollendet hatte, widmete er sich dem Eisenbahnbau in Mittelttalien und nahm hervorragenden Antheil an dem Durchstich des Mont Cenis-Tunnels. Einige Jahre später wurde Signore Ottolenghi Jnspector der Eisenbahnen in Oberitalien. Nun hat er die höchste Stellung imte, die es im Eisenbahnfache gibt. Jassy. Der neue Unterrichtsminister hat unsere Stadt besucht und die jüdische Gemeinde hat die Gelegenheit benützt, seine Auflnerksamkeit darauf zu lenken, wie die Juden geschädigt würden, wenn das Gesetz seines Vorgängers durchginge, welches Juden von den Mittelschulen ausschließen will, wie der Act von 1893 jüdische Kinder von Volks- und Gewerbeschulen ausgeschlossen hat. Der Minister gab der Deputation die Versicherung, daß er dieses Gesetz durchaus nicht billige. Er hatte es einer Commission überwiesen, die aus ehemaligen Generalsecretären des Ministeriums des Innern und aus Mittelschullehrern bestand, zu dem Zwecke, daß es in liberalem Sinne ausgearbeitet werde. Auch versicherte der Minister die Deputatton, daß der Paragraph, welcher sich auf die Zulassung von Schülern bezog, von der Mehrheit der Commission, wie man ihm aus Bukarest berichtete, bereits verworfen worden sei. Warschau. Baronin Clara de Hirsch hat behufs Errichtung eines jüdischen Hospitals 100.000 Rubel gespendet. London. Mr. Solomon van Praagh aus Johannesburg in Südafrika, der hiehergekommen war, um seine angegriffene Gesundheit wieder herzustellen, ist in der Fremde vom Tode ereilt worden. Der Verstorbene nahm den regsten Antheil an den Angelegenheiten der Juden in Johannesburg; es war die Gründung der dortigen neuen jüdischen Schule hauptsächlich sein Werk. London. (Organisation der Juden im Osten von England.) Welche segensreiche Thättgkeit der neue Verein entfaltet, läßt sich am besten aus Zahlen ersehen. In der vergangenen Woche wurden mehr als 900 Laib Brot, mehr als 500 Säcke Coaks verkauft. 428 schiedsgerichtliche Entscheidungen sind bereits erfloffen; nur zwei davon kamen vor das öffentliche Gericht. London. Die große Orgel, welche Mr. Alexander Joseph zur Erinnerung an die Verheiratung seiner Tochter für das jüdische Hospital und Waisenhaus (Jews Hospital and Orphan Asylum) gespendet hat, ist ferttg. Der berühmte Orgelspieler Mr. Walter Attersoll spielte zum ersten Male eine Auswahl höchst beifällig aufgenommener Stücke. London. Beim Empfang (Drawing-Room) Ihrer Majestät der Königin am vergangenen Mittwoch wurden folgende Damen vorgestellt: Bttß Grace Goldsmid und Mrs. Hoffnung- Goldsmid (von ihrer Schwester Lady Jessel); Miß Stella Faudel-Phillips (von ihrer Mutter, der Frau Bürgermeisterin von London). Es waren ferner anwesend: Mrs. Philipp Henriques (die Tochter des Bürgermeisters von London), Mrs. Montefiore, Mrs. Charles Van Raalte, Miß Goldsmid und Miß Faudel-Phillips. London. Dem neuen Baufond des jüdischen Heims für Unheilbcwe (Home and Hospital for Jewish Incurables) sind folgende reiche Spenden zugefloffen: David Lewis Fond 1000 Pf., die Familie des verstorbenen Henry Nathan 500 Pf., die Testamentsvollsttecker des verstorbenen Louis Benda 500 Pf., die Herren Leopold, Adolf und Heinrich Hirsch 500 Pf., Mrs. Myer Salaman 500 Pf., Sir Samuel Montagu 500 Pf., Mrs. Edwin L. Samuel 500 Pf., die Familie des verstorbenen Mrs. Lewis Lazarus 500 Pf., Mr. Jsaac Davis 500 Pf., Mr. Stuart M- Samuel 500 Pf., zusammen 5500 Pf. (etwa 65.000 fl.) Kreta und die Juden. Die Krisis im Osten, in welcher Kreta eine so hervorragende Rolle spielt, hat die Aufmerksamkeit Aller auf diese schönste aller Inseln im Mittelmeer gelenkt. Es besteht ein alter historischer Zusammenhang zwischen den Juden und Kreta. Eine Zeitlang hielt man dafür, daß Caphtor, der ursprüngliche Wohnsitz der Philister, von welchen im Jeremiah die Rede ist, gleichbedeutend sei mit Kreta; allein dies wird nicht mit Unrecht bestritten, und es ist die Frage, ob Kreta überhaupt in den biblischen Schriften erwähnt wird. In der späteren Zeit der jüdischen Geschichte wird es jedoch mehr als einmal genannt, so z. B. im ersten Makkabäerbuch X, 67 und in den Alterthümern des Josephus Tacitus findet sich die merkwürdige Version, die Juden seien ursprünglich aus Kreta gekommen. Die Juden scheinen sich zuerst in der Zeit zwischen dem Tode Alexander des Großen und der letzten Zerstörung Jerusalems in Kreta niedergelassen zu haben, als es unter römischer Herrschaft stand. Philo läßt die jüdischen Gesandten dem Caligula sagen, daß alle bedeutenderen Inseln des Mittelmeeres, Kreta eingeschlossen, voll von Juden seien. London. Sonntag fand hier das Begräbniß des Tabakfabrikanten Mr. B a r n e t t S a l m o n statt, dessen Carriere eine so wunderbare war, daß wir Ihnen Einiges daraus berichten, als ein Beispiel, was unermüdliche Energie zu erreichen im Stande ist. > Mit 1'/, Jahren war er vater- und mutterlose Waise und wurde von der Gemeinde erzogen. Ein gewissenloser Vormund hatte ihm des kleinen, von seiner Mutter herstammenden Vermögens beraubt, und als er die Schule verließ, besaß er keinen Pfennig. Er trat zu einem Cigarrenfabrikanten in die Lehre, und von da schwang er sich langsam, aber stetig soweit empor, daß er Präsident einer Tabakfabriksgesellschaft wurde, die eine der größten der Welt ist: Salmon Gluckstein, Limited. Er hinterläßt eine Witwe, sieben Söhne und zwei Töchter. Mehr als 50 Wägen folgten seinem Sarge. New - Jork. (Das neue Einwanderungs- Gesetz.) Wenn nicht der Präsident seine Bestätigung verweigert, wird das neue Gesetz allen Jenen den Eintritt in die Vereinigten Staaten versagen, welche physisch gesund und älter äls 16 Jahre sind, die der englischen oder der Sprache ihres Landes nicht in Wort und Schrift mächtig sind. Der Act richtet sich natürlich gegen die russischen Juden. Da der „Jargon", den sie sprechen, nicht die Sprache Rußlands ist, so wird die Kenntniß desselben sie nicht zum Eintritt in das Land ermächtigen. Nun ist aber der Jargon die Sprache von Millionen, er hat eine ausgebreitete Literatur, er hat seine eigene Grammatik. Vor Kurzem dachte die »Clarendon Press« in London ernstlich daran, ein Wörterbuch dieser Sprache herauszugeben, und nur aus geschäftlichen Gründen wurde das Unternehmen verschoben. Das neue Gesetz ist ein schwerer Schlag für die Juden aus Rußland. Vermischtes. Wien. Der Präsident der Cultusgemeinde, Herr kaiserl. Rath Heinrich K l i n g e r, hat den bereits vor längerer Zeit in Aussicht genommenen Urlaub angetreten und sich zur Kräftigung seiner Gesundheit auf drei Wochen nach dem Süden begeben. Wien. (Oesterreichisch - Israelitische Union.) Montag den 8. März d. I. findet um halb 8 Uhr Abends im Restaurant Khuner eine Vereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes. 2. Besprechung der bevorstehenden Reichsrathswahlen. 3. Anhörung der Candidaten. 4. Anttäge und Interpellationen. Wien. (S p e n d e.) Für den armen Miederzuschneider sind uns vom Verein „Caritas" für Frau Luise von Portheim 10 fl. zugekommen. Wien. (Spenden für das Inserat: „Inständigste Bitte!") Eine arme Familie, deren Oberhaupt brustleidend ist und deshalb keinen Erwerb findet, um seine 9 Kinder zu ernähren, sind uns zu den bereits ausgewiesenen 79 fl. 90 kr. von I. T. 13, fl. 2.—, in Summa 81 fl. 90 kr. zugekommen, welche wir ihrer Bestimmung zugeführt haben. Wien. (Ausweis über eingegangene Spenden zum Baue eines Tempels in der Brigittenau.) Leop. Weiß 5 fl.; Cultusgemeinde Carlsbad 10 fl.; kais. Rath Fried. Vogel 25 fl.; PH. Torsch 100 fl.; Carl Kohn 25 fl.;

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