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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-26 · 9 (26.2.1897) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
9 (26.2.1897)
Date
1897-02-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Lr. 9. Jahrgang XIV. Dr. Bloch’s Centralorgan für die gelammten Interesten des Iudrnthunis. )»i. ■ -r- - j Ä. ft. Postsparragrn-Ilmr Elraringverketzr I Nr. 810.976.! »rdartton und Admintstratton: | W » rn :! j .. i vir« Vugarlrnprahr l* |J! Telephon-Nr. 6535. j! -' ■ - Wien, 26. Februar 1897. - - Erscheint jeden Freitag. Brief-Adresse: Wien, I., Hauptpostamt — Fach. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift Wien. «=—="^-" --M '! »rr»S»-rri» für Srstrrrrirl»:;! jj Halbjährig 4 fl. 8 Ät. ij Einzelexemplare 95 Ir. ji |i ASr'» Mailand: jj j! halb'^hrig 6 jl. ZOJtx.!| jj ganzjährig 10 „ JO „;; i; Sujet aew: Die 4moI gespaltet! ” Prtitzeile 12 hr. °> —___ Inhalt: 3lrtif cl: Der neue Präsident der Wiener Cultusgemeinde. — Zu den bevorstehenden Reichsraihswuhlen in Wien. — Fürstin Metternich gegen den Antisemitismus. — Die unbeschnittene Justiz. — In Hadersdorf. — Die Antisemiten im Landtage. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Eine dementirte kaiserliche Aeußerung. Die Rede des Bürgermeisters. Der gute Ton in der antisemitischen Presse. Deutsche Inden in der Bukowina. Christlich-sociales Caudidatendeutsch. Indische Aerzte. Der Zohar und Kopernikus. Eine Preisfrage. Der Einfluß des jüdischen Geistes auf die antike Welt. — An das Mädchen-Comite des „Ferienheim". — Zum Andenken an Julius Stern.'— Dem Gemeindebund in Mähren zur Erwägung. — Eine Militäreriunerung. — Correspond enzen: Wien, Baden, Prag, Neubistritz, Marienbad. Krakau, Graz, Budapest, Agram, Frankfurt a. M., Darmstadt, Breslau, Karlsruhe, Berlin, Thorn, Paris, Constantinopel, London. — Vermischtes: Wien, Floridsdorf, Romiau, Budapest, Szepes-Teplicz, Prag, Proßnitz, Berlin, Oldenburg, Krefeld, Paris, Algier. — Feuilleton: Simson der Gibor. — Literatur. — Brieskastm. — Inserate. Der neue Präsident der Wiener Cultusgemeiude. Kaiserlicher Rath Heinrich Klinger ist an Stelle des kürzlich verstorbenen Herrn Gustav S i m o n s. A. zum Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde in Wien gewählt worden. Der Mann, der durch das Vertrauen seiner Glaubensgenossen auf den hochragenden Posten gestellt wurde, wird zahllose Gratulationen von allen Seiten empfangen. Er ist aber in ernster trüber Zeit zur Führung der ersten österreichischen Cultusgemeinde berufen worden; möge der Segen der Vorsehung seine Schritte geleiten, mit Weisheit und Einsicht ihn erleuchten, daß aus seinen Thaten ein Heil ersprieße für das tiefgebeugte Wiener Jndenthum. Die Wahl des Herrn Heinrich Klinge r zum Präsidenten der Wiener Cultusgemeinde wird von Allen mit Genugthuung begrüßt, denen das Gedeihen und Blüben der Gemeinde am Herzen liegt, denn der Erwählte ist ein Mann, der alle Voraussetzungen und Vorbedingungen in sich vereinigt, uni die Interessen der Gemeinde nach jeder Richtung hin zu vertreten. Er nimmt eine hervorragende sociale Stellung ein, steht au der Spitze eines großen Hauses und hat in seiner beruflichen Thätigkeit nicht nur Auszeichnungen und Titel erlangt, sondern was noch mehr bedeutet, er hat sich eine solch achtunggebietende Position erworben, derart, daß sein Wort von Gewicht ist, sein Rath begehrt und befolgt wird. Herr Heinrich Klinger, der seit vielen Jahren dem Cultusvorstande angehört, erscheint geradezu prädestinirt zur Leitung und Führung der Gemeinde. Eine wohlwollende Natur, entspricht er in seltenem Maße den wahrlich nicht geringen Anforderungen, die mit Recht an die Persönlichkeit gestellt werden müssen, welche diese Stelle einnimmt. Die Integrität des Charakters, die Fähigkeit, zu repräsentiren. Redegewandtheit, Sach- und Geschäftskenntniß, parlamentarischer Tact, alle diese Fähigkeiten und Eigenschaften müssen den Präsidenten der Wiener israelitischen Cultusgemeinde auszeichnen. Eine schwere, verantwortungsreiche Aufgabe ist es, die Herr Heinrich Klinger ans sich nimmt, indem er dem Rufe, der an ihn erging, Folge leistet. Und diese Aufgabe war vielleicht, was keinem Kenner unserer öffentlichen Angelegenheiten erst auseinandergesetzt lverdeu nmß, niemals eine größere, als gerade in unseren Tagen. Heinrich Klinger, dem bereits vor sechs Jahren dieses Mandat angeboten wurde, hat, wie er mit überzeugungsvollen Worten anseinandersetzte, gerade in dem Bewußtsein, eine schwere heilige Pflicht zu erfüllen, der ehrenvollen Mission sich unterzogen. Pflichtgefühl, Liebe für die Gemeinde, Begeisterung für das Judenthum sind es, die ihn nöthigen, heute den hochragenden Posten anzunehmen, den er vor sechs Jahren ablehnte. Möge es ihm vergönnt sein, all' die guten und edlen Intentionen, von denen er geleitet ist, zu verwirklichen, zum Wohle der Gemeinde und zur Ehre des jüdischen Namens. Am 21. October 1832 zu Preßburg geboren, studirte Heinrich Klinger in den Jahren 1845 bis 1848 an der Polytechnik in Wien und die großen Ereignisse der Freiheitsjahre haben frühzeitig seinen Geist gereift, seinen Charakter gestählt; den fortschrittlichen Idealen des Jahres 1848 hat er stets Treue bewahrt. Ende 1857 gründete Klinger die gleichnamige in Wien und Budapest bestehende Firma, an deren Leitung nunmehr sein ältester Sohn, der Schwiegersohn, und ein Neffe betheiligt sind. Die Firma errichtete im Laufe der Jahre mehrere Fabriken und Filialen und erfreut sich eines hohen Rufes weit über die Grenzen Oesterreichs. Klinger ist seit 40 Jahren in Wien zuständig und seit 30 Jahren Bürger der Stadt Wien. Im Jahre 1874 wur:e er von dem Wiener Handelsstande mit großer Stimmenanzahl in die Handelskammer entsendet, welcher Corporation er noch derzeit angehört und von welcher er zu wiederholten Malen zu Vertrauensmiffionen, sowie mit der Wahl zum Sections-Obmann, mit der Delegirung zu Congreffen, wie beispielsweise im Jahre 1878 zu dem Patentcongresse in Paris rc. berufen wurde. Klinger gehört dem im Handelsministerium bestehenden Zollbeirathe, sowie der Permanenz-Commission für die Handels werthe seit der Errichtung dieser Corporation an und erhielt für seine Thätigkeit in dieser Stellung den Ausdruck der Allerhöchsten Anerkennung. Er bekleidet seit nahezu 20 Jahren als kaiserlicher Rath das Amt eines Beisitzers bei dem Handelsgerichte in Wien. Im Jahre 1879 wurde er von Sr. Majestät dem Kaiser durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone und vor mehreren Jahren mit dem Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens ausgezeichnet; er besitzt überdies mehrere höhere ausländische Ordensauszeichnungen, die er ans Anlaß verschiedener Ansstellngen, bei welchen er als Juror und im Präsidium der Commission fungirte, erhalten. Ueber

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