Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 8 (19.2.1897)
- Date
- 1897-02-19
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 172 Vr. VLorh's Wochenschrift Nr. 8 -J-v:r Tf n i ii ii n nnn aiimi1 jji. ii „Sechs hebräische Gesänge? Soeben sind (Edition Präger u. Meier, Bremen) von dem bekannten Hamburger Cantor Herrn M. Heule, die sechs hebräischen Gesänge von Lord Byron, nach jüdischen Melodien sür 1 Singstimme und Pianofortebegleitung herausgegeben worden. Wir glauben ben Werth der trefflichen Arbeit am besten zu charakterisiren, indem wir den folgenden Brief des Prof. Ignaz Brüll an den Compositeur veröffentlichen! „Hochgeehrter Herr!" Ich danke Ihnen für die freundliche Zusendung Ihrer „hebräischen Gesänge". Es ist zu verwundern, wie vortrefflich Sie den Texten die altjüdischen Weisen anpassen. Die Gesänge machen ganz den Eindruck von Original- Compositionen, so sehr decken sich Text und Musik, und zwar von herrlichen Original-Compositionen. Wie tief und schön sind diese Weisen! Ihre Begleitung stets charakteristisch, interessant, die Melodie hebend und sie nie überwuchernd. Merkwürdig ist die Verwandtschaft einiger Melodien — dem Charakter nach — mit deutschen und schottischen Volksliedern. So könnte man Nr. 5 (das sich so schön zum Canon formt) für ein schottisches, Nr. 3 für ein (sehr schönes) deutsches Volkslied halten. Ist das eine Folge Ihrer Bearbeitung? Am specifisch-jüdischesten erscheinen mir die herrlichen Gesänge 1 und 4. Mir war von Melodien nur der Anfang von Nr. 1 — die wunderbare Kol Nidre-Weise — bekannt, alles andere neu — fo alt es auch ist. Ich bin Ihnen daher für Ihre Publication sehr verbunden und wünsche ihr weiteste Verbreitung. Ankläger und Bertheidrger des Talmud von Dr. H. Goitein, Rabbiner in Nachod. (Frankfurt a. M., Kaufmann, 1897.) Wenn auch der Verfasser im Wesentlichen wenig Neues zu sagen weiß und wissen kann, ist doch das Schriftchen, welches sich an das große Publicum wendet, recht empfehlenswertst. Erstellt übersichtlich und geschmackvoll dar und weiß den Leser gut zu unterrichten. Das Laienpublicum geräth ja noch immer in Verlegenheit gegenüber der Verlogenheit, mit welcher vom Talmud und von den Talmudjuden gesprochen wird. Dieses kann sich das Rüstzeug aus Goitein's gut geschriebener Abhandlung holen. Der Verfasser verfolgt den Gegenstand bis in die allerneueste Zeit und hat die beste Aussicht, seine Betrachtung noch wesentlich erweitern zu können; denn mit der Verminderung der berufenen und cingeweihten Bertheidiger wächst die Zahl der Ankläger des Talmud. F Hochverehrte Redaction! In Ihrem gesch. Referat über meinen in Wien gehaltenen Akibavortrag fehlen viele wichtige Stellen, wie die Sentenzen über die „Todesstrafe" und die Halachot, in denen sich Akiba von seinen Vorgängern unterscheidet, ferner meine Erklärungen über „Pardes" und die Meinung Joels, sodann über das Monstrum Gutzkow's bei „Ben Akiba". Ich möchte hiermit nur sagen, daß das Referat nur einen Auszug meines Vortrages enthält. Auch haben sich in Wort- und Satzconstructionen manche Fehler eingefchlichen, die einer Berichtigung bedürfen Am unverständlichsten aber ist der Schlußabsatz wiedergegeben, der richtig also lautet: »Ja, jung und modern muß die Thora werden, begeistert müffet Ihr eintreten für Euere Religion und Wissenschaft! Das ist der Zweck dessen, daß w i r Dich geweckt aus dem Grabesscklummer, daß wir heute hier ein Auserstehungsmerk zu vollbringen wähntrn, indem wir, Deines Genies gedenkend, uns ins Gedächtniß zurückriefen die weisen Lehren der Religion, Pietät und Menschenliebe, unsterblicher Heros der Rabbinen, Akiba ben Josef l" Hamburg, 14. Februar 1897. Dr. D. Leimdörser. Biicher-Einlauf: Der Tochter Zions Liebe und Leben, bearbeitet nach „Chamrsso's Frauenliebe" und Leben von Esther Carlebach, geb. Adler. Lübeck 1897. Verlag von Dirksen und Wichlein, Bremen. Dr. Felix Coblenz: Ueber das betende Ich in den Psalmen. Ein Beitrag zur Erklärung des Psalters. Frankfurt a. M. 1897 bei I. Kauffmanm dö bs mmn 'therm 'b'z'z fDViptfrrp. rrciro Glossen zum babyl. und jerus. Talmud, 2. Theil. Tractat Kethuboth, Kiduschin und Gitin, von Oberrabbiner Dr. I. H. Dünne r. Preis fl. 2.40. Tholdot Jsak, Biographie des Rabbiners Jsak Elchanon aus Kowno, von Jacob Lippmann, Lipschitz aus Kowno. Salamon Buber: Agadische Abhandlungen zum Buche „Esther", nach einer Handschrift aus Jemen mit Vergleichungen einer zweiten Jemener Handschrift, aus der Oxforder Bibliothek, cock, e 57. Krakau 1897, bei Joses Fischer, Grodgasse Nr. 62. ' A. D e u t s : „Henle", hebräische Gesänge nach jüdischen Melodien. Bremen, Leipzig, Paris, New-Iork Nr. 3062. Edition: Präger & Meier. Was heißt Q e st e r r e i ch i s ch? Eilt Warnungsruf an Volk und Reich, Preis 30 kr. Wien 1895. Verlag der Th. Dorfmeister'schen Buchhandlung, IX., Porzellangaffe 28. Leopold Schwarz: „Zur Judenfrage", drei Aufsätze: I. „Börne und die Jndenfrage", 1l. „Eine Osterbetrachtung". III. „Ein Wort zum Judenstaat". Preis 12 kr. --- 20 Pf. Brünn 1897. Im Selbsterlage des Verfassers, Haberlergasse 17. Briefkasten. B. L. Warten Sie nur, bald wird Berg an i selbst zugcben, daß er seinen Schulantrag — abgeschrieben hat. L. H. Dr. Lu eget verzeiht seinen Beleidigern so weit, daß er ihnen weder — mit Pistole noch Degen entgegentreten will. N. Sie haben Recht. Dr. Roser hieß, so lange er Jude war: Os er. Er hat aber vielleicht schon, wie vieles Andere, auch das vergessen. H. N. Je infamer sich Schneider geberdet, umsomehr wird — Lueger für ihn verantwortlich, der bekanntlich dieses Individuum zu seinen intimsten Freunden zählt. a. War bereits besprochen. Dr. G. K. Dieses kabbalistische Werk ist auch in lateinischer Uebersetzung zu finden. tt— tt. Sie haben den Namen des Autors richtig errathen. H. B. Professor Kick wird von den Antisemiten als „Jude" verhöhnt, weil er für Wahrheit und Gerechtigkeit eintritt. Die Antisemiten ahnen offenbar nicht, welche Huldigung sie damit den Juden darbringen. I. M. in I. Der Jrrthum ist bedauerlich. Ihren Vorschlag werden wir in Erwägung ziehen. Für die freundliche Anerkennung herzlichen Dank. D. G. N. Daß Dr. Roser eigentlich blos Chirurg und sein Doctordiplom aus Italien stammt, ist gewiß interessant. Seine Abstammung haben wir bereits constatirt. K. in Weißkirchen. Das sogenannte „Deutsche Blatt" in Brünn, welches sich beb allem deutschnationaleu Antisemitismus durch brutale Mißhandlung des deutschen Styles auszeichnet, beklagt sich, daß im Brünner Musentempel nahezu gar keine Christen und zu viele Juden zu sehen sind. Die arisch-germanischen Stammesgenossen sind vom Biertrinken nicht wegznbringen. Samuel Menzl in Zalesic bei Monasterzhska. Den Vortrag über Rabbi Akiba zu ändern oder zu ergänzen, stand der Redaction nicht zu. N. in Wien. Der Aerger Vergani's, daß unsere Enthüllung über die Abstammung Lueger's durch die gesammte ungarische Presse wandelt, ist doch verzeihlich und dürfen Sie ihm nicht verübeln. De. W. in I. „Salter", Wien, I., Vorlanfstraße. A. B., Jamnitz. Wenden Sie sich an das Wohlthätigkeits- Bureau der Baron Hirsch-Stiftung, Wien, IV., Wohllebengvsse 5. — Als Beilage ist blos ein glaubwürdiger Nachweis der Dürftigkeit nöthig. Sig. I«, Mahrisch-Weißkirchen. Senden Sie ein Gesuch mit nöthigen Beilagen an die Präsidentin des „Ferienheim", Frau Dr. Sofie Grünfeld, Wien, I., Schottenring 2. E. F. in Hradisch. E. S. stammt aus Napagedl. Flehentliche Bitte um Arbeit! Ein Familienvater, der 5 Jahre in einem Speditionshause, 13 Jahre in einer grossen Fabrik als Miederzuschneider beschäftigt war und sich mit den besten Zeugnissen ausweisen kann, bittet inständigst um eine Anstelilung, sei es als Miederzuschneider, sei es als Magazineur, Geshäftsdiener oder dergleichen. Jede Arbeit ist ihm willkommen, die ihm die Mittel verschafft, seine Familie erhalten za können. Die Frau betreibt ein kleines Geschäft, dessen Ertrag aber kaum für Brot reicht; gelingt es dem Manne, einen Posten zu erhalten, dann ist eine brave, anständige Familie vom Untergange gerettet. Nähere Auskünfte durch den Verein „Frauenhort“ , IX., Müllnergasse, 21 und Hof- und Gerichtsadvocaten Herrn Dr. Michael Mandelbaum, I., Wipplingerstrasse 15. Suche meine Tochter, 23 Jahre alt, hübsch, gebildet, sehr musikalisch, aus hochachtbarer israel. Familie, sehr sparsam und häuslich erzogen, mit 20.000 fl. Mitgift an einen Rabbiner za verehelichen. Discretion Ehrensache. Anträge erbeten unter „Göttliche Fügung B. K. 2712“ an Haasenstein & Vogler, Wien, I. Herausgeber u. verantw. Redakteur: Dr. Josef E. Bloch. — Druck v. L. Beck Sr Sohn, Wien, VIII., Lerchenfelderstr. 4«.