Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 8 (19.2.1897)
- Date
- 1897-02-19
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021169-3021177--06483-3030766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 168 Dr. Vlortz's Wochrnsttzrtst. Nr. 8 Wien. (S y n a g o g e n b a u - V e r e i n für Wieden und Margarethen in Wie n.) Donnerstag den 4. März 1897, Abends 7 Uhr, findet in S. I e l l i n e k's Restaurations-Localitäten, V., Margarethenplatz Nr. 7, die erste ordentliche General-Versammlung statt. Wien. (Todesfall.) Am 14. d. M. starb in Ungarn Frau Lea K a n i tz aus Komorn im 75. Lebensjahre. An der Bahre trauern 5 Kinder (3 Söhne, 2 Töchter). Einer der Söhne ist der verdienstvolle Schulinspector für den israelitischen Religionsunterricht in Wien, Herr Pros. M. K a n i tz, ein zweiter Sohn ist der in weiten Kreisen bestbekannte Schriftsteller Herr Dr. D. K a n i tz, der dritte Sohn lebt als geachteter Kaufmann in Pest. Die Verblichene, eine wahrhafte Esches chajil, wurde ob ihrer edlen, hochherzigen Gesinnung, ob ihrer strenggläubigen, ftommen Lebensweise, wie auch ihrer gediegenen Bildung und ihres klugen Sinnes wegen allgemein verehrt. Sie stammte aus einer alten jüdischen Patrizierfamilie, die stets darin ihre heiligste Ausgabe suchte und fand, ihren Kindern eine wahrhaft edle Herzensbildung, streng religiöse Grundsätze und allgemeine Menschenliebe zu lehren. Und so war es auch das unablässige Bemühen der Verblichenen, bei ihren Kindern den edlen Ehrgeiz zu wecken, sie bei jeder Gelegenheit aus die unvergänglichen Wahrheiten der jüdischen Religion aufmerksam zu machen und die jugendlichen Herzen derselben für all das Schöne, Hehre und Edle unserer heiligen Thora empfänglich zu machen. So hinterläßt die Verblichene thatsächlich keinen Feind. Allgemein ist die Trauer bei Allen, die im Leben mit der edlen Frau in Berührung kamen. Ehre ihrem Andenken! Wie». (Spenden für das Inserat: „Inständigste Bitte!") Eine arme Familie, deren Oberhaupt brustleidend ist und deshalb keinen Erwerb findet, um seine 9 Kinder zu ernähren, sind uns zu den bereits ausgewiesenen 72 st. 90 kr. von Herrn Adolf Bergmann, Netschetin, 1 fl., in Summa 73 fl. 90 kr. zugekommen, welche wir ihrer Bestimmung zugesührt haben. Wien. Der Kranken-Unterstützungs-Verein „Liwias Chen" hält am Sonntag den 21. Februar um 2 Uhr Nachmittags im Vereins-Locale, II., Obere Donaustraße 89 seine X. General- Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Verlesung des Jahresberichtes pro 1896. 2. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl der Vereinsleitung. 4. Neuwahl von 6 Ersatzmännern. 5. Neuwahl von 2 Revisoren pro 1897. 6. Anträge und Interpellationen. Wien-Hernals. Am 2. d. M. hielt der Verein „Gemilus Chesed" eine Prüfung der Talmud-Thora-Schüler ab. Als Ehrengäste waren erschienen: Herr Landesschulrath Dr. Gustav K o h n, Cultusvorsteher Herr Salomon R o s n e r, die Schnlinspectoren Herren Dr. L a n g s e l d e r, Dr. K a n i tz, die Herren Lehrer E p st e i n, und P a s ch k e s. Nachdem der Obnlann Herr Heinrich Korn m e h l dem Dank für das zahlreiche Erscheinen in beredten Worten Ausdruck gab, ergriff der Leiter der Schule Dr. N. I. Weinstein das Wort und erklärte seine neue Uuterrichtsmethode. Nach Absingung des Liedes die Thora Gottes lobet uns, dirigirt vom Ober-Cantor S ch lesin g e r, begann die Prüfung. Ueberraschung malte sich aus den Gesichtern _ sämmtlicher Gäste, als etwa 9jährige Knaben aus einem Seser-Thora mit Vollendung lasen und übersetzten, sowie auch die wöchentlichen Gebete vortrugen. Die Fragen ° aus der biblischen Geschichte und den zehn Geboten beantworteten die Kinder prompt und wacker. Herr Landesschulrath Dr. Gustav K o h n drückte sowohl in seinem wie auch im. Namen seiner Collegen im Cultusvorstande in anerkennenden Worten seine Freude aus, besonders dem Obmanne Herrn Heinrich Kor nmehl für die Mühe, die er sich gab, dieses so gute Werk zu schaffen. Auch den Herren Lehrern Dr. N. I. W e i n ft e i n, Dr. S. Rubin und I. Meis ler wurde für die redlichen und unablässigen Bemühungen in warmen Ausdrücken der beste Dank zu theil. Herr Cultusvorsteher Salomon R o s n e r, welcher sich um das Wohl und Gedeihen des Vereines große Verdienste erworben, richtete einen warmen Appell an den Vorstand der Cultusgemeinde von Wien, den Verein in seinen opferwilligen Bestrebungen zu unterstützen. Nach Absingen der Bolkshymne schloß diese würdige Feier. Wie», 15. Februar. An den Friedhof-Verwalter der Wiener Cultusgemeinde, Herrn I. Bäcker gelangte die untenstehend verzeichnete ehrenvolle Zuschrift des Sohnes unseres verewigten Präsidenten Herrn Leopold Simon: Leopold Simon sendet Ihnen, sehr geehrter Herr Bäcker, mitfolgend ein Bild seines theuren Vaters, sowie den Spazierstock, welchen derselbe stets benützte, zur freundlichen Erinnerung an den Verblichenen, der Ihnen stets so sehr geneigt war. Wien, 12. Februar 1897. An Herrn I. Bäcker, II., Ferdinandstraße 23. (Eine ungarische Ausstellung in Wien.) In den schönen Räumen des Waarenhauses der Productiv-Genossenschast der Wiener Wäsche-Erzeuger, I., Rothenthurmstraße 19, hat das ungarische Handelsmuseum seit einigen Tagen eine permanente Ausstellung von Erzeugnissen der ungarischen Hausindustrie eröffnet, die sich bereits eines lebhaften Besuches erfreut. Die Ausstellung zeigt Textil-, Holz-, Flecht- und keramische Arbeiten in reicher Auswahl und von gediegenster Ausführung. Sämmtliche Arbeiten sind unter Aussicht des Ungarischen Handelsmuseums ausgeführt, und sie zeigen den bemerkenswertsten Fortschritt, den nicht nur die ungarische Industrie im Großen, sondern auch die Hausindustrie unter der stetigen und ausgiebigen Förderung der ungarischen Regierung auszuweisen haben. Besonderes Interesse der Damenwelt dürste eine soeben in der Ausstellung befindliche Brautausstattung Wachrusen, die au Eleganz und Geschmack nichts zu wünschen übrig läßt. Die Ausstellung, die unter der fachmännischen Leitung des Directors der Productiv-Genoffenschast der Wiener Wäsche-Erzeuger, Herrn Leo Brandt, steht, ist täglich der freien Besichtigung zugänglich. Außerordentliches Interesse erregt ein reizendes, ungarisches Speisezimmer, welches Ihre Majestät die Kaiserin für eines ihrer Schlösser angekauft hat. Bozen, 15. Februar. Vielleicht hat es Interesse für Ihre Leser, wenn ich Ihnen mittheile, daß am 13. d. in Bozen ein Duell zwischen einem Oberlieutenant und einem Juden stattgefunden, weil der Erstere Letzteren „Saujud" nannte. Der Officier erhielt einen Hieb über's ganze Gesicht, der Jude blieb unverletzt. Stanislau. (Baronin Clara Hirsch Frauen-Wohlth ätigkeits-Verein.) Der unter diesem Namen hier gegründete Verein hat zum Zweck, unbemittelte Mädchen in ihrer Ausbildung zu unterstützen oder für einen praktischen Erwerbszweig vorzuoereiten. Znr Präsidentin wurde Frau Mina Halpern; zu Vicepräsidentinnen Frau Kiesler und Frau Schipper gewählt. Fräulein Seinseld hat die Agenden des Secretariates sreundlichst übernommen. Unter Leitung der obenerwähnten, den besten Kreisen angehörenden Damen ist das beste Gedeihen dieses humanitären Vereines bestimmt zu erwarten. Snezawa, 9. Februar. Ain 6.d. M. hat die Constituirung des Cultusrathes stattgesundeu. Es wurden gewählt: 1. Als Vorsteher Herr Dr. Adolf Finkler; 2. als Vorsteher-Stellvertreter Herr Samuel H e l l m a n n; 3. als Vorstands-Mitglieder die Herren Pinkas T r o p p, Hermann B e i n e r, Dr. Sigmund Dische und Schaje Langer. Budapest. (Todesfall.) Der Nestor der ungarischen Rabbinen H. T a n n e n b a u m, Rabbiner zu M e z ö-C s a t h im Borsoder Comitat, ist Samstag Nachmittags gestorben. Der Verblichene, der ein Alter von 72 Jahren erreichte, zählte zu den talmudischen Koryphäen der Gegenwart. Marienbad. Dr. Philipp Goldberger vom jüdischtheologischen Seminare zu Breslau, Erzieher am israelitischen Waisenhause daselbst, ist zum Rabbiner von Marienbad gewählt worden. Hohenau, 15. Februar. Zum Bau eines israelitischen Bethauses in Hohenau sind an Spenden bisher eingelausen: Von den Hohenauer Israeliten 1200 sl.; M. Geber, Brünn 50 kr.; Jgn. Eisinger, Poisdors 3 fl.; Joses Meininger, Wien 5 fl., denen wir unseren besten Dank abstatten. Wir bitten edelherzige Glaubensgenossen um weitere Spenden zum Tenipelbau, an Herrn Dr. L. Leimdörser in Hohenau zu senden und zeichnen ergebenst das Tempelbau-Comits C. F ü r st, Dr. Leimdörser, A. Sonne n rn a r k. NoZnau. (Siebentes S p e n d e n - V e r z e i ch n i ß.) Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und eines Asylhauses für lungenkranke arme Glaubensgenossen im Curorte RoLnau (siehe Ausruf in der Nummer 50 der „Oesterreich i s ch e n Wochenschrift" vom Jahre 1896) sind weiters nachstehende Spenden eingegangen von: Bnai Brith Bohemia, Prag 50 sl.; S. Heit, Wien 10 fl.; Ottilie Kohn, Prag 2 fl.; Menschenfreund, Troppan 5 fl.; Heinrich Frankl, Lemberg 5 sl.; F. Hahn, Poisdors 2 fl.; Isidor Neumann, Bleie 5 fl.; B. Kornfeld, Tarnow 5 sl.; Alex. Streißinger, B-Gyarmath 5 fl.; Drd. Sam. Aronsohn, Podgorcze 5 sl.; Chewra-Kadischa, Jungbunzlau 10 fl.; Chewra-Kadischa Grän