Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 7 (12.2.1897)
- Date
- 1897-02-12
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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. i mi iii>iiiiiiiiiMBaaiihiiiiiPii fvaaneü^-iz Seite 152 Ränder sind zerfetzt. Er lautet in deutscher Uebersetzung wie folgt: Montfort am Vorabend des heiligen Samstages, des Wochenabschnittes Jaikez, 456 der kleinen Zahl (1696). jj Mit Hilfe und im Namen des Ewigen, sein Name sei gelobt. |j Zu Ehren meines väterlichen Freundes, Unterweisers und Wohlthäters, für den jedes Lob zu wenig ist, des Herrn Barnch Pollak, sein Licht möge leuchten,!j wohnhaft zu Warschau der Hauptstadt; der Herr richte unsere Stadt auf! j! Friede gebe Euch der Herr und Glück, auf allen Euer» Wegen, Auren! lj Da es mir wohlbekannt ist, daß es Euch angenehm sein wird, wegen des Antheils, den Ihr an mir nehmet, zu vernehmen, daß ich mich, dem Herrn sei Preis und Dank, gesund und wohl befinde, so mache ich mir die Gelegenheit zu Nutz, da Jemand von hier, dem von der Heimat so sehr entfernten Lande, nach Eurer Stadt geht, um ihm eine Nachricht an Euch mitzugeben. Es ist dies der Nichtjude, Herr Peter Stryczka, der Sohn eines Landmannes aus der Gegend neben Eurer Hauptstadt, den der Wojewode, weil er an ihm große Fähigkeiten wahrnahm, auf die hiesige Schule geschickt hat, um so wie ich, die göttliche Kunst der Heilkunde zu lernen. Mit dem Zeugnisse seiner erworbenen Kenntnisse, kehrt er nun in die Heimat zurück, um seinem Wohlthäter zu danken und seine Kunst zu verwerthen. Er will nämlich sich in der Hauptstadt als Arzt ansässig machen, zu Nutz und Frommen der leidenden Mitmenschen. Ich aber, da Ihr mein hochverehrter Beschützer, mir die Geldmittel in reichlichem Maße botet, will mich irr einigen Fächern unserer hohen Wissenschaft noch besonders ausbilden und zu diesem Zwecke bei einigen Koryphäen der Wissenschaft, unter denen auch manche unseres Glaubens sind, noch einige Zeit lernen. Das wird noch einige Monate, vielleicht ein Jahr dauern, dann aber will ich zu Euch, mit beschwingten Schritten eilen, um Euch als liebender Sohn für all' das Gute, das Ihr au mir thatet, zu danken. Jetzt zu Euch, mein väterlicher Freund, wie geht es Euch in Eurem Thun und Lassen? Habt Ihr Glück in Euren Geschäften? Befindet Ihr Euch körperlich und geistig wohl? Ich hoffe es, weil ich es wünsche. Wie befindet sich Eure hochehrsame Ehehälfte, die tugendhafte Frau, meine zukünftige Schwiegermutter? Und endlich, wie geht es meiner geliebten zukünftigen Verlobten, der ehrsamen Jungfrau Rösele? Ich bin über ihr Befinden ruhig, da ich sie in Euern sichern Händen und von Euch behütet weiß und auch Ihr könnt über mich ganz ruhig sein. Herr Peter Stryczka, der neue Arzt, wird Euch erzählen, wie ich hier bei Lehrer und Mitschüler beliebt und angesehen bin; von diesen letzteren werde ich scherzhaft „Simson der Gibor" genannt, oa ich in den letzten drei Jahren, seitdem ich Euch verlaffen, an Körpergröße und Kraft, da ich schon von Geburt stark gebaut bin, noch mehr zugenommen habe, so daß Ihr mich schwerlich erkennen würdet. Aber auch meine Lehrer, unter denen einige unseres Glaubens vorhanden sind, lieben mich, denn ich höre gern ihre Anweisungen und Ermahnungen und mache iit meinen Stuoien die besten Fortschritte. Auch schadet mir in den Augen der nichtjüdischen Mitschüler mein Glaubensbekenntniß keineswegs; denn dieses Land ist nicht wie unsere Heimat, hier genießen die Juden viele Rechte, die bei uns nur den Andersgläubigen zustehen. Aber unsere Brüder streben auch darnach, diese Rechte zu verdienen. Wenn ich mit Gottes Hilfe nach der Heimat zurückkehre und mein Haus gründe, habe ich mir vorgenommen, nach der Art und Weise unserer Brüder hierzulande zu leben. Eine Antwort, wenn Ihr sie anders gesonnen seid mir zu schreiben, könnt Ihr mir durch einen der Leute aus der Heimat, die ich hier oft ankommen sehe, leicht zukommen lassen. Dabei bitte ich Euch noch, mir eine kleine Summe von dem Gelde, das Ihr mir als Mitgift versprächet, mitzuschicken, da ich allerlei Merkwürdiges und Nützliches ftir Euch, Rösele und mich hier einkaufen möchte, jj Ich wünsche Euch und allen Euren Nächsten Friede, Glück und Segen von dem, der im Himmel thront und besonders für meine zukünftige Verlobte, Rösele, Gott erhalte sie. jj Euer Euch liebender Sohn und ewiger Knecht;; Simson, der Sohn Ahrons des Priesters, || Dann folgt ein Schreiben des Baruch Pollak, in einfachem hebräischem Styl, mit Jargon untermischt. Die Schriftzüge sind charakteristisch groß. Es lautet also: „Mein lieber und geehrter zukünftiger Eidam, jung an Jcchren, aber reich an Verstand,!j Herr Simson K o h n, s. L. l. (sein Licht leuchte) jj der Herr sei mit Dir wie er mit Simson ito. 7 gewesen, Amen! II Dein angenehmer Brief, welchen uns Dein Freund, der neue Arzt erst zum Purimseste überbrachte, hat uns sehr erfreut und dankt Dir sowohl ich, als auch meine Frau, Gott erhalte sie und Deine zukünftige Verlobte, meine Tochter Rösele, für die Nachfrage über unserem Befinden und für die Segenswünsche, die Du uns gespendet welche Gott Dir vielfach wieder erstatten möge. Nehme es uns aber nicht übel, daß wir Dir nicht früher antworteten, denn wir hatten wohl schon lange einen Brief an Dich vorbereitet, jedoch keine Gelegenheit gefunden, ihn Dir zu übersenden. Jetzt trifft sich es gnt, daß unser Chambellan nach Italien geht, und sein Kammerdiener uns versprochen, für eine Belohnung, die ich ihm zugesagt, Dich aufzusuchen und den Brief zu übergeben. Er reist aber schon morgen ab und wir haben es erst heute erfahren, darum schreiben wir so kurz. Er wird Dir auch fünfzig Goldgulden überbringen, die ich ihm mitgegeben und für welche sein Herr haftete. Dieselben schickte ich Dir außer deiner versprochenen Mitgift und Du' sollst dafür für Dich, Rösele und meine Frau, was Dir gut dünkt, einkaufen. Für mich kaufe nichts, außer wenn Du einen echten wollenen Gebetmantel, mit einer hübschen breiten Belegborte bekommen kannst, deren Arbeit nach Deiner Meinung mir gefallen wird, so bringe ihn mir mit; ich will ihn Dir extra bezahlen. Lebe in Gesundheit und Frieden, wie es Dir wünscht, 1 Dein väterlicher Freund von ganzem Herzen ü Baruch Pollak!; Warschau der Hauptstadt mit Halbfeiertage des Osterfestes des Jahres 456 der Schöpfung. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. A. N. Wir bedauern, Ihre Uebersetzungen in unserem Blatte nicht veröffentlichen zu können. S. S.» R. B. Es ist absolut überflüssig, daß auch dieser Name an der Gedenktafel erwähnt werde. Das hat mit der Loyalität gar nichts zu schaffen. E. I» Ihre Zuschrift wird veröffentlicht. L. G. Wir haben ja bereits erwähnt, daß die Juden gerade nicht übermäßig stolz darauf find, daß Lueger auch ein Judenstämmling ist. L. H. Derselbige Herr F. H rab a wurde einsteus von Dr. Lueger in sehr böser Weise vor Gericht mitgenommen. Heute sind sie intime Freunde. A. H. Die 200 fl. die den armen Waisenkindern entzogen wurden, tragen gute Zinsen. So schaffen die Antisemiten manchmal Gutes, indem sie Böses wollen. H. F. Diese Woche hat Schneider nichts von seiner Sehnsucht nach dem Stricke verlauten lassen. I. L. Herr Schönerer muß sich jetzt selbst von V e rg an i an Schmul Leb Kohn erinnern lassen. Antonie H. Sie haben vollkommen Recht. Es wäre zu wünschen, daß alle jüdischen Frauen so dächten. Dr. Friedlander Skoler Die genaue Adresse lautet: Wien, I., Schottenring 23. — „Graz": Das erklärt Vieles, erwiderte der Erfinder des Augenspiegels; in einem Lande, wo der Cretinismus endemisch vorkommt, muß man auf solche Dinge gefaßt sein. — Ich habe, sagte Billroth, viel steirische Kröpfe operirt, aber die Köpfe scheinen leider bis heute noch unoperirt gelassen worden zu sein. Auch meine Enkel werden Judenstämmlinge sein. Hoffentlich werden sie nicht mehr in die Lage kommen, als akademische Lehrer das leere Stroh steirischer Studeutengehirne dreschen zu müssen. E. I.» Wolkshymne. Wir sind nicht einverstanden. M. G. in Lobostts. lieber den bezahlten Missionär Liechtenstein aus Budapest, der sich fälschlich Rabbiner nennt, haben wir wiederholt in der „Oesterreichischen Wochenschrift" berichtet. Es ist keine Gefahr, daß dieser Mann Schaden stiftet. Er ist zu gut bekannt. Dr. Landesberger in Lemberg. Wir leben in einer bösen Zeit, die große Vorsicht heischt: Der Rest bleibt „schweigen". Lin Lehrling mit guten Schulzenguissen, der deutschen und böhmischen Sprache mächtig, wird per sofort in dem Manufactur- und Confections-Geschäfte des Hermann Munk in Stockerau aufgenommeu. Heiratsgesuch. Für ein junges Mädchen (Tochter eines Eabbiners) von angenehmen Aeussern und heiterem Wesen, gebildet und wirthschaftlich, bereit, im Geschäfte behilflich zu sein, mit etwas Vermögen, wird passende Partie gesucht. Kinderloser Witwer nicht ausgeschlossen. Ernstgemeinte Offerte richte man an die Expedition dieses Blattes unter Chiffre „Breslau G. H.“ Vr Vloch's Wochenschrift Herausgeber u. verantw. Redacteur: Dr. Josef 6. Bloch. - Druck v. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lerchenselderstr. 46.