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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-01-22 · 4 (22.1.1897) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
4 (22.1.1897)
Date
1897-01-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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WKUWWMWW m. 4. Dr. Bloch’s Z-hrs-ns xiv. Crnkrslorgan tr-g--—r: ■■=-■-=-= - --W R. h. Poysp«rrastrn-Amf Elsaringverkrhr Nr. 810.976. R»d«rNon und Administration: » ir n »nlrrr Vuosrirnprskr i»! Telephon-Nr. 6535. für dir gesammlen Interessen des Iudenthums. Wien, 22. Jänner 1897. Erscheint jeden Freitag. Brief-Adresse: Wien. 1., Hauptpostamt — Fach. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift Wien. *=^~- - »rprg»prri» für Srstrrrriri»:!! Halbjährig 4 fl. --- S Stt.;; Einzelexemplare 16 Ir. j FLr'm Mwalsmd: halb^hrig 6 fl. lOJtr. ganzjährig 10 „ — 20 „ Sn) ei gen: Die 4mal gespaltete z! Petitzeile 12 Ir. Ml Inhalt: Artikel: Der pcmschalirte Cato, oder: Die bezahlte Objectivitär. — Die Moral des Processes Fock-Basch. — Zum Nachruf auf den verewigten Präsidcuteu der israelitischen Cultnsgemeinde in Wien, Herrn Gustav Simon. — Der Emsiup des jüdischen Geistes auf die antike Welt. — Zur Erinnerung an Annette v. Droste-Hülshofs. — Correspond enzen: Wien, Charles Gordon, Ein antisemitischer Bettler, Wegen der Confession abgrwiesen, Budweis, NeLnau, Diakovar. Katkowitz, London. — Vermischtes: Wien, Budapest, Horazdiowitz, Kuttenbcrg, Brünn, Holleschau, Bntschowitz, Nadnitz, Wischan, Jaroslan, Nizza, Nordbausen, Odessa, Paris, Frankfurt, London, Brüssel. Manchester, Birmingham. — Feuilleton: Ephraim. — Literatur. — Brieffach». — An meine Glaubensgenossen. — Inserate. — Inhalt der Beilage: Juden und Puritaner. — LB o m Jahrmarkt des Lebens: Ein sehr wichtiges und hochinteressantes Gutachten über die Blutbeschuldigung. Zur Geschichte d:s Blutmärchens. Von. Schächtverbot in Sachsen. Merkwürdige Duellgeschichten. Ein Bekehrter. Der Pfarrer der Bedrückung, lleler die Katastrophe von Sodom und Gomorrha. Verschiedene Wohlthäter. Der pauschalirte Calo, oder: Die bezahlte Objertivitat. Der Gerichtssaal ist demr doch eine der kostbarsten und werthoollsten Institutionen. Im Gerichtssaale erfahrt man Dinge, über welche sonst der Schleier des Geheimnisses gebreitet bliebe, und die Enthüllungen, welche der Ehreubeleidigungsproceß des Stadtrathes Dr. W ä h u e r, Herausgebers der „Deutschen Zeitung", gegen den Herausgeber der „Ostdeutschen Rundschau", K. H. Wolf, zu Tage forderte, riefen heitere Sensation in allen Kreisen hervor, in welchen man den antisemitischen Kampf gegen die Corruption nach seinem wahren sittlichen Inhalte zu würdigen versteht. Der hervorragendste Bekämpfer der Corruption ist bekanntlich ein gediegener Pauschaliennehmer, nämlich Ernst V e r g a n i, bekannt als Ehrenbürger von Mühldorf und viel bewundert deshalb, weil er die in seiner Verwahrung befindlich gewesenen Obligationen dieser Gemeinde rechtzeitig zurückgestellt hat. „Schulter an Schulter" mit ihm bekämpft der Stadtrath Dr. W äh n er die Corruption, für den es natürlich eine schwere Beleidigung involvirte, daß K. H. W o l f ihn selbst als „Pestbeule der Corruption" hinstellte. So klagte denn Herr Dr. W ä h n e r den K. H. Wolf wegen Ehrenbeleidigung beim Bezirksgerichte und erlebte den Triumph, daß K. H. Wolf zu einer Woche Arrests verurthent wurde, indem der Richter der Ansicht war, daß der geführte Wahrheitsbeweis mißlungen sei. Der Herr Stadlrath Wähn er hätte aber trotz dieses scheinbaren äußeren Erfolges doch besser daran gethan, der öffentlichen Discussion seines Catonismus vorsichtig aus dem Wege zu gehen, anstatt ihn in die Helle Beleuchtung des Gerichtssaales zu rücken. Wer als Drachentödter der Corruption auftritt, muß selbst in seinem Gebühren vollständig einwandfrei sein und darf nicht in die Situation gerathen, sich hinsichtlich bedenklicher und einer verschiedenartigen Definition unterliegenden Einnahmen aufseinen „Compagnon" ansreden zu müssen. Wenn Herr Dr. W ä h n e r erklärt, er habe die Pauschalieuwirthschaft bei der „Deutschen Zeitung" abschaffen wollen, aber diese edle Absicht sei an dem Widerstande seines Compagnons Kreisel gescheitert, so gleicht diese Erklärung einem S ch u l d b e k e n u t n i s s e, insoferne hiedurch die Bedenklichkeit jener Einnahmen seitens des Herrn Dr. W ä h n e r zugegeben erscheint. Für einen so eisernen Cato wie Dr. W ä h n e r Einer ist, darf es eben derartige moralische Zwangslagen nicht geben; da hieß es, entweder seine puritanischen Grundsätze bei dem Blatte, als dessen Herausgeber er signrirt, zur Geltung bringen oder zurücktreten. Wie in der Verhandlung nachgewiesen wurde, bezog Dr. Wähn er unter Anderem folgende Pauschalien.- von der Tramway. . . . 1000 st. von der Gasgesellschaft 1000 „ vomZuckercartell . . . 2000 „ Das von dem antisemitischen Stadtrath Dr. W ä h n e r geleitete antisemitische Zeitungsunternehmen ist also, wie man sieht, hinsichtlich seiner Rentabilität neben anderen Momenten auch auf „jüdische" Actiengesellschafteu angewiesen. Dr. W ä h n e r fungirte im Stadtrathe als Referent über dieselbe Tramwaygesellschaft, die eine große Jnseraten- oder sagen wir Einschaltungs-Kundschaft seines Blattes ist, und wir wollen daraus gar keine andere Folgerung ableiten, als daß dies unschicklich und incompatibel ist. Noch unschicklicher und incompatibler für einen Stadtrath ist es, von der G a s g e s e l l s ch a f t ein Pauschale zu beziehen, mag dasselbe auch nur für durchaus correcte Leistungen bezahlt werden. Tausend Gulden sind viel Geld für ein so wenig gelesenes Blatt wie die „Deutsche Zeitung", und wenn ausgerechnet wird, daß bei diesen! Pauschale die von der „Deutschen Zeitung" gebrachten Ausweise der Tramway mit fünf Gulden per Zeile bezahlt erscheinen, so erklären wir und machen uns anheischig, es durch Sachverständige zu beweisen, daß es keinem zurechnungsfähigen Menschen einfallen wird, für Veröffentlichungen in der „Deutschen

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