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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-01-01 · 1 (1.1.1897) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Dr. VLoch's Wochenfchrist Rr. 1 Infolge solcher Abweisungen erreichte die- Sammlung dieses Tages blos dreißig Pfund, einschließlich des Werches einiger herabgesetzter, portugiesischer Wechsel, die er gutmüthig für ai pari annahm. _ (Fortsetzung folgt.) Literatur. Herr A. S. G o r o d e z k y, Verfasser der Werke „Jmre Schefer" (Verschiedenes). „Schem Misch'muel" (Biographie Rabbi Samuel Edles) und des druckfertigen „Ner Lamaor" (Biographie des. Rabbi Jsak Abohab und zweier halachischen Werke — Aron hoöduth und Schulchan hapanim —) hat soeben durch seine psychologische Biographie des rühmlichst bekannten Rabbi Salomo Lurja unter dem Titel „Kerem Sch'lomo" der jüdischen Literatur einen schätzenswerthen Beitrag geliefert. Der junge, strebsame Gelehrte bekundet hier ebenso wie in seinen früheren Publicationen das richtige Verständmß seiner Aufgabe, indem er das äußere Leben Lurja's nur vorübergehend und einleitend (nach Grätz' Geschichte der Juden, Band IX, S. 436) behandelt und ün Werke selbst mit Belesenheit und Gründlichkeit dem inneren Leben des großen Rabbi die ganze Aufmerksamkeit zuwendet. So bespricht er (im 2. Cap.) nach einer kurzen Excursion über Philosophie und Mystik im Judenthum die Ansicht Lurja's über diese beiden Disciplinen, daß derselbe der jüdischen Religionsphilosophie abgeneigt war, aber auch der Mystik nur sehr geringen Werth beilegte (in seiner Correspondenz mit Rabbiner M.Jsserles) und dieLehrweise des Tossafisten derjenigen der Spanier im Talmud vorgezogen. Im dritten Capitel erscheint Lurja in seiner außerordentlichen Bescheidenheit, welche er nicht nur in seinen Werken öfter kundthut, sondern über seine Entscheidungen sich Gutachten geben läßt, sowie daß derselbe als Rabbiner sich einen Prediger bestellte, der ihm täglich eine Stunde ftomme Zurechtweisungen vortragen sollte. Bei all seiner Bescheidenheit zeigte Lurja seine Selbsterkenntniß und in seiner Lehre sein ganzes Selbstbewußtsein (Capitel 4 und 5). Der Biograph verbreitet sich auch (in Capitel 6, 7 und 8) über Lurja's Erfassung der Halacha, der Hagada, der Tanaiten und Amoräer, über den Volksbrauch (Minhag) dann über seinen kritischen Geist und seine Anschauungen über die Geonim, Raschi, Maimonides und Tossafisten (Capitel 9 und 10); seine Polemik gegen den Verfasser des „Migdol Os" (Comm. zu Maimunis Jad Hachasaka) und der G. A. des Benjamin Leeb, sowie gegen Rabbiner Josef Karo (Capitel 11 und 12), sein intimes Verhältniß zu Rabbi Moses Jsserles (Capitel 13). Von Lurja's scharfen Predigten, von seinem Eifer für das Judenthum spricht das Capitel 14—15. Im 16. Capitel werden die Werke Lurja's aufgezählt. Das 17. Capitel zählt Lurja's Nachkommen und Schüler auf, und zwar nach Mittheiürng des Herrn Josef Lewinstein, Rabbiner in Serazk. Ob und in welcher Weise der Biograph die Arbeit des seligen Rabbiners Klemperer (aus Tabor) in Paschele's Kalender vom Jahre 1863 benützt habe, kann der Referent nicht wissen, da ihm zur Zeit der genannte Kalender nicht zur Hand ist. Vorgedruckt ist dem Werkchen ein Brief des greisen Gelehrten A. H. Weiß in Wien und am Schluffe einige Bemerkung des rühmlichst bekannten Gelehrten S. H. Halberstam in Bielitz. Die Ausstattung des Buches ist sehr schön. R. D. K. Eine brennende Frage des gegenwärtigen Israels. Unter diesem Titel veröffentlicht Dr. Emil Hofmann, Rabbiner in Reichenberg (Verlag von Paul Sollors, Reichenberg) eine höchst beachtenswerthe Schrift, in welcher er in der That eine „brennende Frage" behandelt. Der Verfasser, der über eine reiche Belesenheit verfügt und fesselnd zu schreiben versteht, führt in seiner Schrift aus, daß das Judenthum zwar unendlich viel dadurch zu leiden hat. daß es von seinen Feinden verkannt wird, daß aber auch den Juden die Kenntniß und die Selbsterkenntniß fehle. „Oder können wir uns etwa von dieser schweren Schuld freisprechen?" fragt der Autor. „Kennen wir beim das Judenthum? Ist es mcht vielmehr uns schon ftemd geworden? Nehmen wir nicht selber gar Manches, was über dasselbe gesagt wird, auf Treu und Glauben hin, nur weil wir selbst nicht im Stande sind, den Offenbarungen des Judenthums zu lauschen, seine Züge zu ergründen, seinem Gange durch die Geschichte von Spur zu Spur zu folgen, kurz: sein Wesen zu ergründen." Was dem Judenthum vor Allem Noth sei? Selbsterkenntniß, jüdisches Bewußtsein, würdige Haltung nach Außen und innerer Halt. Der Verfasser hat in aller Kürze eine Fülle des Materials zusammengetragen, um zu zeigen, wie reich der Antheil sei, den der jüdische Geist an der kulturellen Entwicklung der Menschheit habe, und er macht höchst vortreffliche Vorschläge, die dazu führen sollen, die Kenntniß der Juden über ihre Literatur und ihre Geschichte zu verbreiten. Vor Allem empfiehlt er die Gründung von Vereinen für jüdische Geschichte u n d Literatur. So lesenswerth die Schrift Dr. H o f m a n n's ist, so beherzigenswerth sind auch die in ihr gemachten Vorschläge. Briefkasten. Nich. L. (Teplitz.) Der Schrifsteller Eckstein ist kein Jude. B. (Bifay.) Acht Tage blos. Katharine Schlesinger. (Agram.) Die wohlthätigen Mitglieder der Gemeinde Agram, werden Ihnen gewiß zu Hilfe kommen, wenn Ihre Lage ihnen bekannt wird. G—n. Ihre erste Bemerkung ist zu kindisch, als daß wir sie ernst nehmen sollten. Im Uebrigen aber würdigen wir Ihre gute Absicht. B. Nag. Besten Dank; aber aus gewissen Gründen nicht für uns geeignet. G Sch. Wir denken, die Sache ist nunmehr erledigt. A. L. Die „Kreuzzeitung" empfiehlt nach einer kleinen Abrechnung Herrn v. Lieb er mann, „künftighin den Mund doch etwas weniger voll zrr nehmen". Das Blatt vergißt, daß man so etwas von keinem Antisemiten verlangen dürfe. M. N. Die Antisemiten wollen B r ü s e w i tz zu einem Judenstämmling machen. Vielleicht werden sie entdecken, daß das deutsche Officierscorps überhaupt „verjudet" sei — da doch Alles verjudet ist. M. N. Herr Berga ui meint eben, es sei wichtiger für einen Deutschnationalen, daß er „jüdeln", als daß er correct deutsch schreiben könne. A. Wenn Herr S t r o b a ch sich mit „Unkenntniß" entschuldigt, dann hat er gewiß nicht ausgeschnitten. —tmt—. Wer kann wissen, was noch Alles aus dem „Schatten" Lueger's wird? Dr. 33. Ä. Getrennt marschiren, vereint geschlagen werden — das scheint die Losung der Herren zu sein. Josef Königsberger, Budapest. Abonnement bis 30. Juni 1897 dankend erhalten. Besten Gruß. Dr. Alex. R. Alexandria, La U. S. A. Abonnement bis 30. October 1897 richtig erhalten. Besten Dank. Professor W. Bacher, Budapest. Dankend erhalten. Besten Gruß! Jacob H., Krasna. Abonnement bis 30. März 1897 eingetragen. I. A. Lustgarten, Csakathurn. Besten Dank für Ihre Liebenswürdigkeit. I. O. aus Baiern. Sie thäten gut, mit Ihrem Briefe sich an den Herrn Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, I., Heinrichsgasse 3, zu wenden. Dr. C. Berlin. In RoLnou wird nicht für einen Tempel sondern für einen Friedhof gesammelt. Wischau. Zu spät. Fasees. Alle Passanten und Spaziergänger, welche den neu verbreiterten Theil der Rothenthurmstraße ftequentiren, werden in erhöhtem Maße durch das herrliche Arrangement in den Schaufenstern der Productivgenoffenschaft der Wiener Wäscheerzeuger (Rothenthurmstraße Nr. 19) gefesselt. Die mannigfaltigen Erzeugnisse dieser Branche sind hier in vollendetster und geschmackvollster Weise zu sehen, wie sie nicht bald von einem zweiten Etablissement dieses Faches geboten werden können. Der außerordentlichen Beliebtheit, welcher sich der Leiter dieses großen Unternehmens, Herr Leo Brand t, seit vielen Jahren erfreut, ist es auch zu danken, daß das Publicum die Verkaufshallen der Genossenschaft in großen Massen aufsucht, um daselbst den Bedarf an Wäsche — in den gegenwärtigen Tagen besonders für Neujahrsgeschenke — zu decken. Gründung-sjalir 1827 IIäIiaI Ml id pliiirl [fl IIII CI APsP/Ultiß Ausstattungen, Hotels, Villen und Landhäuser U dl dlulu in bester Qualität aus trockenem,gutem Materiale. Binder & Co., Tischlermeister ®ur Wien, VII., Breitegasse 27 (nächst dem Deutschen Volkstheater). Möbel-Album mit 700 Illustrationen gegen 20 kr. Marken. HerauSge er u. verantw. Redacteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck v. L. Beck & Sohn, Wien. VIII., Lerckenfelderstr. 46.

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