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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-11 · 50 (11.12.1896) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
50 (11.12.1896)
Date
1896-12-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 998 Dr. Vlvrtz's Woctzenfchrist. Nr. 50 die Estrade und hielt eine auf das Doppelfest bezughabende Rede, welche die Zuhörer zur Begeisterung hinriß. Das weitere Programm war ein ausnehmend fröhliches. Sämmtliche Mitwirkende, Musiker, Coupletsänger, Komiker rc., brachten ihr Bestes unentgeltlich dem Bunde zuliebe. Auch die Frauen der Mitglieder des Vorstandes waren eifrigst bemüht, ihrer Männer in der Ausübung ihrer übernommenen so schönen Pflichten kräftigst zu unterstützen. Wien. (13. Ausweis über eingegangene Spenden zum Baue eines Temp els in d e r Br i gitt e n au.) Herr Adolf Spitzer,!., Lichtenfelsgaffe 1, 25 fl., Herr Dr. Adolf Hirschler 3 fl., Herr Gustav Heller 2 fl., Herr Dr. Gustav Kohn 3 fl., Herr Heinrich Klinger 25 fl., Israelitische Cultusgemeinde Auspitz 5 fl., Herr M. F. 5 fl., Herr Gottlieb Taußig 10 fl., Herr Hermann Neuhaus 2 fl., Herren Brill & Schreiber 1 fl., Herr Leopold Spitzer 1 fl., Herren Pollak & Gerstl 2 fl., Herren Brüder Cerf 2 fl., Frau Singer 2 fl., Durch die löbliche Redaction Herr Samuel Auspitz 2 fl., Herr Josef Hieldburghäusser 5 fl., Herr Osias Altmann 2 fl., Herr N. Großmann 50 kr., Herr- Ignaz Kohn 3 fl., Herr S. Friedländer 2 fl., Herr Moriz Hoffmann 5 fl., Herr Colo man Hirsch 1 fl., Herr A. Weiß 2 fl., Herr C. Weißmandel 2 fl., Herr Wilhelm Schlesinger 3 fl., Herr Uhrenfabrikant Löwy 2 fl., Herr A. Spielmann 5 fl., Herr Ph. Dorsch 100 fl. Raab. Zu einer erhebenden Feier gestaltete sich die diesmalige Kleidervertheilung, welche der Raab- und Raab-Szigeter israelitische Frauenverein angesichts des rauhen Winters an 120 Schulkindern bewerkstelligte. Es kostete viel Sorge, Mühe und Plage, bis die unermüdliche Bereinsleitung und der Ausschuß dieser Ausgabe gerecht werden konnte. Das gute Beispiel der Präsidentin Frau Sigmund Herzl-Keppich, welche mit weisem Rath und kräftiger That stets bei der Hand ist und wie alljährlich sich auch diesmal an der Kleideransertigung persönlich betheiligte, war es, welches auch diesmal überzeugend auf ihre von echtem Edelmuth beseligte Garde wirkte, in Folge dessen die Bekleidung zur bestimmten Zeit vorgenommen werden konnte. Mit meisterhaftem Schwünge legte Seine Ehrwürden Herr Dr. Julius Fischer, welcher an der Spitze des Gemeindevorstandes, der Schulcommission, des gesammten Lehrkörpers und den Vertretern der humanitären Vereine erschienen, den Kindern nahe, daß sie sowohl ihrer lebenden als auch bereits verstorbenen Wohlthäter in Liebe gedenken und ihre Dankbarkeit auf diese Weise bethätigen mögen, daß sie bestrebt sein sollen, fromm, gottesfürchtig, fleißig und rechtschaffen zu sein. Die dankbaren Gefühle der Betheiligten verdolmetschte ein Mädchen und ein Knabe in solch erhebender Weise, daß kein Auge der Anwesenden trocken blieb. Zum Schluffe wurde unter die Kinder Backwerk und Obst vertheilt, welches sie in Düten mit nach Hause nahmen. Gr.-Meseritsch. Hier fand am 1. December l. I. im dortigen Tempel die Trauung der Tochter des Herrn Rabbiners Dr. M. W e i n e r unter Anwesenheit des gesammten Cultusvorstandes und eines großen Theiles der dortigen jüdischen und christlichen Bevölkerung statt. Die ergreifenden Abschiedsworte, die der Vater der Braut als Seelsorger der Gemeinde an seine Tochter gerichtet, hatten nicht verfehlt, auf die gesammte Zuhörerschaft einen nachhaltigen Eindruck auszuüben. Lemberg. Unser langjähriger Abonnent Herr Ch. Stauber in Lemberg feierte am 5. d. M. seinen 50jährigen Geburtstag. Unter den vielen Glückwünschen, die dem sehr geachteten Jubilanten zugekommen, ist besonders die sehr schön ausgestattete Adresse seines Personales hervorzuheben, die darauf hinweist, welche Liebe und Anhänglichkeit sich der Chef durch sein humanes und freundliches Bestreben erworben hat. Kremfier, 6. December. Zur Feier des sechsten Jahrestages seiner Gründung trat der Verein für jüdische Geschichte unter zahlreicher Betheiligung der Gemeindemitglieder heute zusammen. Nachdem die eingelaufenen hochinteressanten Mittheilungen des ehemaligen hiesigen Rabbiners Pollak in Budapest, darunter ein sehr freisinnig gehaltenes Gutachten von Samson R. Hirsch über die Wahrung der Gewissensfreiheit in religiösen Dingen und die im Jahre 1857 verfaßten Statuten eines jüdischen Handwerkervereins von Herrn Ph. Grünfeld, sowie die Biographie des Oberlehrers und Schriftstellers G. Schwarz von V. Friedmann vorgelesen wurden, sprach Herr Dr. Frankl über das Thema: „Die Einwirkung des Kremsierer Reichsrathes auf die Entwicklung des Gemeindewesens", ferner „Die vormärzliche und moderne Schule". An der Debatte üetheiligten sich die Herren Dr. Pollak, Brauchbar, Werner und Schmeichler. In der Erinnerung der anwesenden alten Männer stieg die geschilderte Jugendzeit noch einmal lebhaft empor und es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß solche anregende Zusammenkünfte noch öfters stattfinden mögen. Brünn. (Vortrags- und Unterhaltungsabend des „Jüdischen Vereine s".) Samstag den 5. December trat der „Jüdische Verein in Brünn" abermals mit einem Vortrags- und Unterhaltungsabend vor die Oeffentlichkeit. Der Besuch dieser Veranstaltung war ein so zahlreicher, daß sich die Räume' fast als zu klein erwiesen. Mit größter Spannung und Aufmerksamkeit folgte das Publicum den überaus interessanten Darbietungen, die einander in schier unerschöpflicher Reihensolge ablösten. Eingeleitet wurde der Abend durch eine Begrüßung seitens des Obmannes Dr. S t r a ch, worauf Ingenieur T i n t n e r das Wort zur T e n d e n z r e d e ergriff, in welcher er mit kräftigen Strichen ein Bild der heutigen gesellschaftlichen und culturellen Zustände der Juden mit besonderer Betonung des Verhältnisses zu den einzelnen sie vertretenden Körperschaften entwarf. Zum Schluffe gab er die Mittel an die Hand zur Besserung und Kräftigung ihrer Lage, sowie zur Heranziehung eines starken, st a m m e s b e w u ß t e n, aus der H ö h e modernster Bildung stehenden Judenthums, das sich den gewaltigen Anforderungen der Jetztzeit in jeder Hinsicht gewachsen zeigen solle. Reichlicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners. Der folgende Redner, Professor Dr. Max G r ü n f e l d, mit stürmischem Beifall begrüßt, wies in einem lichtvollen und gehaltreichen historischen Rückblick auf die NothWendigkeit hin, neben der Wahrung des Stammesbewußtseins und der Stammesznsammengehörigkeit nie darauf zu vergessen, daß ein wahrhaft modernes gesundes Judenthum nicht dem übertrieben chauvinistischen Standpunkte huldigen dürfe, alles Nichtjüdische als minderwerthig zu verwerfen, sondern darauf bedacht sein solle, sich im e i g e n st e n I n t e r e s s e des I u d e n t h u m s auch die Errungenschaften der anderen Culturvö lker zu eigen zu machen. Reicher Beifall folgte diesen Ausführungen. Im Namen der Jüdisch-nationalen Akademiker gab hieraus Ingenieur Tintner Herrn Professor Dr. Grünfeld, seinem einstigen Lehrer, die theoretisch nachgewiesene Versicherung, daß gerade die jüdische Studentenschaft sich in hervorragendem Maße diese Tugend zu eigen gemacht habe und in deren Bethätigung ihr Ideal erblickt. (Lebhafter Beifall.) Als dritter Redner ergriff Herr I. II. C. Feiwel das Wort zu einem mit vielein Fleiße und literarisch feinem Verständniß durchgearbeiteten Vortrage über das Thema: „Die Juden in der deutschen Literatur". Herauf wechselten ernste und heitere declamatorische Darbietungen mit sorgfältig gewählten urusikalischen Piecen, wobei sich insbesondere die Herren Pick, S ch m e i ch l e r, W e i s e l, S o n d e r l i u g und Fried mann um den Erfolg des äußerst animirt verlaufenen Abends verdient machten. Protznitz (I u b i l ä u m). Eine unserer besten Mitbürgerinnen, Frau Johanna L a s u s, beging am 6. d. M. das siebzigste Wiegenfest irr bescheidener Zurückgezogenheit und Demuth, durch welche sich ihr Lebenslauf charakterisirt. Die Jubilarin, eine frommgläubige, wahrhaft gottessürchtige Frau, wirkt nahezu ein halbes Jahrhundert in den öffentlichen Institutionen der Cultusgemeinde mit aller Hingebung und Opfersrendigkeit als Vorsteherin der Frauenabtheilung des Tempels und des wohlthätigen Frauenvereiues, deren Leitung sie als Präsidentin lange Jahre innehatte. Es gibt wohl keine humarritäre Institution der Gemeinde, in welcher die greise Frau rricht eine ersprießliche Thätigkeit entfalten würde, und die Armen und Kranken betrachten sie mit Recht als Wohlthäterin und Helferin in Noth und Krankheit. Möge es der Jubilarin gegönnt sein, noch ungezählte Jahre in körperlicher Kraft und geistiger Frische ihre wohlthätige Wirksamkeit sortzusetzen zum Wohle unserer Gemeinde und zur Freude ihrer achtbaren Familie, deren liebevolle und geliebte Patriarchin sie ist. Der Frauenverein in corpore, geführt von Herrn Bürgermeister Dr. T r i s ch e t, überreichte der Jubilarin ein kostbares Ehrengeschenk. Unter den vielen persönlich erschienenen Gratulanten fft auch unser verehrter Rabbiner, Herr Dr. Emil Hoff, zu erwähnen, ebenso der verdienstvolle Cultusvorsteher Herr Josef Singer, der namens der Gemeinde der Gefeierten die wärmsten Glückwünsche zum Ausdruck brachte. Protznitz, am 6. December. Vorgestern am Sabbath- Chanuka hielt Herr Rabbinats-Candidat Dr. Josef Hoff, auf Wunsch unseres löblichen Cultusvorstandes, in Vertretung unseres ehrwürdigen Herrn Rabbiners, eine wohldurchdachte und besonders

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