Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 50 (11.12.1896)
- Date
- 1896-12-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 996 Dr. Vloch's Wochrnsürrist Nr. 50 stammender Gelehrter, der emeritirte Prediger der West London Synagoge und Secretär der Aoglo Jewish Association, Reverend Dr. Albert L ö w y, seinen achtzigsten Geburtstag. L ö w y, der seit mehr als einem halben Jahrhundert in London lebt, aber bis zum heutigen Tage sein österreichisches Bürgerrecht nicht ausgegeben hat. erfreut sich in seinem Adoptivvaterlande großen Ansehens als Philantrop und Orientalist. Wegen seiner Verdienste um das Studium der semitischen Literatur wurde er von der altberühmten schottischen St. Andrews-Universität vor einiger Zeit zum Ehrendoctor ernannt — eine Auszeichnung, die auch Gladstone und Salisbury zu Theil ward. Wie rüstig und frisch Löwy noch in hohem Alter ist, beweist er durch seine letzten wissenschaftlichen Publicationen, unter denen namentlich sein „Catalogue of the Hebraica and Judafca“ der weltberühmten Guild- Hall-Bibliothek zu nennen ist. Die Verehrer des unermüdlichen Gelehrten und Menschenfreundes werden nächsten Sonntag in London eine Feier zu Ehren des Achtzigjährigen veranstalten. Berichtigung. Der heitere „Schriftsteller" Schweinburg-Eibenschitz verfaßte neuerdings folgende Berichtigung: An die Redaction der periodischen Druckschrift Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift", Wien, II., Untere Augartenstraße 1->, Thür 3. Im Sinne des § 19 des Preßgesetzes fordere ich Sie auf, nachfolgende Berichtigung in die nächste oder zweitnächste Nummer Ihrer periodischen Druckschrift Dr. Bloch's „Oesterreichischen Wochenschrift" auszunehmen. Es ist nicht richtig, daß ich entweder nicht lesen kann, oder nicht weiß, worin der Unterschied zwischen dem Bekämpfen und dem Propagiren einer Idee besteht. Richtig ist vielmehr, daß ich lesen kann und weiß, worin der Unterschied zwischen dem Bekämpfen und dem Propagiren einer Idee besteht. Es ist nicht richtig, daß mir der Richter so beiläufig mit der alten Anekdote sagte: „Wie Sie erzählen, haben Sie Unrecht!" und mich mit meiner Berichtigungsklage abwies. Richtig ist vielmehr, daß das löbliche k. k. Bezirksgericht Alsergrund mit Urtheil Zahl 9891 31587 vom 13. November 1896 den angeklagten Redacteur der periodischen Druckschrift Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" von der Anklage wegen der Uebertretung des § 20 P.-G. aus formellen Gründen fteisprach. Wien, am 30. November 1896. Samuel Schweinburg-Eibenschitz, Schriftsteller in Wien, ll., Wasnergasfe 13, II. Stock, Thür 15. Wien. (O e st e r r e i cb i i ch - I s r a e l i t i s ch e Union.) Samstag den 12. December 1896 um halb 8 Uhr Abends findet eine Vereinsversammlung der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Cultusvorstehers Dr. Maximilian Steiner: „Einiges über die Geschäftsthätigkeit des israelitischen Cultnsvorstandes 1890—1896". 2. Bortrag des Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Fr. Elbogen: „Die Aufgaben des neuen Cultusvorstandes". 3. Anträge und Interpellationen. Wien. (Leopold st ädter F r a u e n - W o h l t h ätigkeitsverei n.) Dienstag den 8. d. M. fand zum Zwecke der Conftituirung des Leopoldstädter Frauen-Wohlthätigkeitsvereines eine Sitzung statt. Als Präsidentin wurde Frau Dr. S. K o h n, k. k. Bezirksarztensgattin, als Schriftführerin Frau Dr. Leopold Weiß, Schriftführer-Stellvertreterin Frau Camilla Ster n, Controlorin Frau Käthe M e n s ch, Cassierin Frau Charlotte Kisch; als Vorstandsdamen wurden die Frauen: Dr. B r a t t, B. G a s l m a n n, A. G r ü n s p a n, H. H o f m a n n, A. H u p k a, Albert K o h n, I. Krau s, Prof. Singe r, Dr. I. W i n t e r u i tz und Dr. Wald gewählt. Beitrittserklärungen nimmt Frau Dr. S. K o h n, II., Stefaniestraße 2, entgegen. Wien. (Audienz.) Herr Dr. Emanuel Adler, welcher vorige Woche 8ub auspicns imperatoris promovirte, wurde von Seiner Majestät in Audienz empfangen, um für die hohe kaiserliche Auszeichnung zu danken. Der Kaiser empfing Dr. Adler, der als einfacher Infanterist erschien, da er gegenwärtig das Einjährig-Freiwilligenjahr absolvirt, in huldvollster Weise, drückte seine allerhöchste Beftiedigung aus, den ausgezeichneten Studienerfolg desselben belohnen zu können. Wien. Samstag den 19. December veranstaltet der „Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender" (Wien, II., Obere Donaustraße 81) im Ballsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße, ein Wohlthätigkeitskränzchen, dessen gesummter Reinertrag dem Unterstützungsfonde dieses Vereines znfüllt. Die für Ehrenkarten eingegangenen Spenden werden im Jahresberichte ausgewiesen. Cöncert- und Ballmusik von der Regiments- Capelle der k. u. k. Tiroler Kaiser-Jäger. Wien. (P e r s o n a l n a ch r i ch t e u.) Der Universitätsprofessor Dr. Zuckerkand! wurde am 7. d. M. von Seiner Majestät dem Kaiser in Audienz empfangen. — Herr Emil F i s ch l, Operateur an der deutschen chirurgischen Klinik in Prag, wird nächsten Montag sab auspiciis imperatoris promoviren. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 13. December um 2 Uhr Nachmittags findet die Trauung von Fräulein Camilla Berger mit Herrn Josef G r ü n w a l d im israelitischen Tempel zu Fünfhaus, Turnergasse 18, statt. Wien. (V e r l o b u n g.) Fräulein Melanie S ch a l e k hat sich mit Herrn Professor Dr. G ä r t n e r verlobt. Wien. (M a k k a b ä e r f e i e r im X. G e m e i n d e bezirk e.) Eilt erhebendes Fest fand am 1. d. M. im X. Bezirke statt. Zur Würdigung der Heldenthaten der Makkabäer hatten die jüdischakademischen Vereine ihre besten Redner in den Bezirk gesandt, welche es meisterhaft verstanden, das überaus zahlreich erschienene Publicum zu fesseln und für dieses glorreiche Capitel der jüdischen Geschichte anfriditige Begeisterung zu erwecken. Herr Mediciner Löb l aus der „llnitas" gab eine historische Darstellung; Herr Dr. Schalit, Ehrenbursch der „Kadimah", schilderte in formvollendeter Beredtsamkeit die traurige Lage der gegenwärtigen Juden, die, in „zappelnder Politik" befangen, sich herumschlagen, ob man liberal oder socialpolitisch wählen solle und gar nicht an eine „Organisation des Judenthums" denken. Zur Lösung des Judenelends wies er auf die Colonialpolitik des „Zionismus" hin, der im heiligen Lande auf dem classischen Boden der Bibel für die Verfolgten und Elenden unter den Juden eine Heimatstätte schassen wolle. Besonderen Glanz erhielt das Fest durch die Anwesenheit des berühmten Schriftstellers und Redakteurs der „Neuen Freien Presse" Herrn Doctor Theodor Herzl. Auch Herr Paul Löbl, Obmann des Vereines „Zion", wurde unter den Festgästen bemerkt. Nach Schluß des ernsten Theiles der Makkabäerfeier folgten heitere und musikalische Vorträge. Lebhaften Beifall fanden die Violinvirtuosin Frl. Kris;, Herr Prof Nasche, Herr Obercantor Schlesinger und Herr Sigi Lippa, die alle in hervorragender Weise zum Gelingen des Festes ihr Bestes thaten. Sonntag den 28. v. M. nach Abhaltung eines Festgottesdienstes im neuerbauten Tempel aus Anlaß des Chanukafestes, bei welchem Herr Prediger D. Löwy in erhebender Weise die Festpredigt hielt und Herr Obercantor Schlesinger mit seinem Chore die Festgesänge leitete, fand die Bekleidung einer beträchtlichen Zahl armer jüdischer Sckmlkinder statt. Das rührige Festcomite, dem die Herren S. P'.sk, B. Klein, Weiß, Lampl, L. Polatschek, M. Goldschlägcr angehörten, verdient vollste Anerkennung. Wien. (Spenden für das Inserat „Inst ä n d i g st e Bitte": Eine arme Familie, dessen Oberhaupt brustleidend ist, und deshalb keinen Erlverb findet, nm seine 9 Kinder zu ernähren), sind eingegangen: M. M u n k suu. 2 fl., Marie Kann 2 fl., Irene, Clara, Frida, Halls in Welko 1 fl. Cäcilie Adler, IX., Wasagasse Nr. 8. Wien. (Das neue W aarenhaus der Wiener Wäsche-Erzeuger.) Die Genossenschaft der Wiener W ä s ch e e r z e u g e r hat am 8. d. M. ihr reichlich allsgestattetes, neues Waarenhaus im I. Bezirke, Rothenthllrmstraße Nr. 19 eröffnet. Die hervorragendsten Firmeil dieser Branche stellten es sich zur Aufgabe, auf gemeinsaute Rechnung eine permanente Ausstellung und Verkauf von Kleidern, Jndnstrieartikeln, von Cravatten, Kinderconsectioll, Mieder rc. zu arrangiren, und gründeten das Waarenhaus. Jnsbesonders ist zu erwähnen, daß die Productiv-Genossenschast unter persönlicher Aufsicht des Directors Brandt im Etablissement selbst eine eigene Erzeugung von Wäschewaareil, namentlich von Brautausstattungen, etablirt. Es sollen diesern Unternehmeil, an dessen Prosperität man nicht zweifelt, späterhill kleinere Geschäftsleute mit beigezogen werden und diesen ein besonderer Vortheil eingeräumt werden. Die weiten Räumlichkeiten im Parterre und Mezzanin sind mit Atlsstellungsobjectelt gefüllt und bieteil viel Sehenswerthes. In der Rothgasse befindet sich eine eigene Abtheilung für billige Maaren, und es ist sowohl dem besser fituirten, wie den minder bemittelten Publicum Gelegenheit geboten, in dem neuen Waarenhause für seine Einkällfe eine Auswahl zu treffen. An der Spitze des Unternehmens steht Director Lev Brandt. Die gestrige Eröffnung des Hauses wurde mit einem