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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-10-23 · 43 (23.10.1896) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
43 (23.10.1896)
Date
1896-10-23
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 864 Nr. 43 Dr. Vloch's Wochenschrift Grobstock beschloß, sich ihre Zweisel zu Nützen zu machen. „Mein Kind", sagte er, „das ist Herr Da Costa." Manasse Bueno Barzillai Azeveda Da Costa", sagte der Schnorrer. Die Dame schien ein bischen überrascht und verblüfft zu sein. Sie verbeugte sich, aber die bewillkommenden Worte gefroren noch immer in ihrer Kehle. „Und das ist Jankele ben Jitzchok", fügte Manasse hinzu. „Es ist ein armer Freund von mir. Ich zweifle nicht, Frau Grobstock, daß Ihr als eine fromme Frau, als die Tochter von Moses Bernberg (sein Andenken sei gesegnet!) vorzieheu werdet, wenn Drei den Segensspruch sprechen." „Jeder Freund von Euch ist mir willkommen!" Sie hörte ihre Lippen die conventionellen Worte murmeln, ohne daß sie im Stande war, sie zurückzuhalten. „Auch daran habe ich nie gezweifelt", sagte Manasse liebeiiswürdig. „Ist denn nicht die Gastfreundschaft von Moses Bernberg's schöner Tochter etwas Sprichwörtliches?" Moses Bernberg's Tochter konnte das nicht leugnen; ihr Salon war das Stelldichein reicher Hairdlungsreisender, Makler und Bankiers, dann und wann gemischt mit jungem und altem Blut nichtjüdischen Glaubens (oder gar keines Glaubens). Aber noch nie war sie einer so großartig schäbigen Persönlichkeit begegnet, noch nie hatte sich ihre sprichwörtliche Gastfreundschaft auf einen so gediegen schmutzigen, polnischen Schnorrer ausgedehnt. Josef wagte nicht, ihrem Blick zu begegnen. „Setzt Euch dorthin, Jankele", sagte er eilig in geisterhaft heiterem Tone und wies ihm einen Stuhl so weit als möglich von der Wirthin an. Manasse placirte er neben dem polnischen Parasiten und ließ sich dann selbst als Puffer zwischen seinen Gästen und seiner Gattin nieder. Er brannte vor innerlicher Empörung über die vergebliche Plünderung seiner Garderobe, wagte aber nicht, in Gegenwart seiner Gattin etwas zu sagen. „Es ist eine schöne Sitte, die mit dem Sabbathgast, nicht wahr, Frau Grobstock?" begann Manasse, indem er seinen Sitz einncchm. „Ich vernachlässige sie nie — selbst wenn ich wie heute Abend mein Sabbathmal außer Haus nehme." Das frühere Fräulein Bernberg erinnerte sich plötzlich an die gute, alte Zeit; denn ihr Vater, der, wie sich ein Spaßvogel jener Periode ausgedrückt hatte, seine Zeit zwischen dem Gesetz und dem Prosit theilte, war ein Bewahrer der alten Tradition gewesen. Vielleicht hatten sich jene altmodischen Sitten, die für bessere Zeiten nicht paßten, unter den spanischen Granden länger erhallen. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Mahnrufer in Rio de Janeiro. Wir bestätigen den Empfang des Avonnementsbetrages vom 1. Juli bis 30. December 1896. M. K. in Trebitsch. Ist uns nicht bekannt; wenden Sie sich an die israelitische Cultusgemeinde in Lemberg. Herrn Samuel Schweinburg-Eibeuschitz in Wien. Unser geschätzter Mitarbeiter Herr Arthur Eibenschütz in Krakau, Schwager des Herrn Reichsrathsabgeordneten Dr. Arnold Rapoport v. Porada, ist Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse" und konnte blos von Leuten mit Ihnen identificirt werden, welche von Personen und Verhältnissen nicht die geringste Kenntniß haben. L. M. in Csakatyuru. Die Kanzlei von Dr. Mittler befindet sich I-, Wipplingerstraße 17. — Der Volkskalender ist von Gerson Bader, Verlag des jüdischen V'olkskalenders in Lemberg, zu beziehen. L. B. Ob Herr V e r g a n i selbst die Anklageschrift seines Vertreters abschreibt? Nun, er kann docb nicht Alles abschreiben. I. H. Dr. Lueger, der von dem niederen Clerus auf den Händen getragen wird, liebt es, von Zeit zu Zeit so ein Paar grobe Brocken gegen die Bischöfe zu schleudern. Er dient aber darum doch nur dem Clericalismus. H. Die Frage ist da: Welches ist das geringere Uebel? Gewisse Uebelstände sind wohl auf keinen Fall zu vermeiden. Ignaz B. Wenn man die Reden des Herrn Strobach liest, fo muß man bezweifeln, ob sein Lehrmittel-Verschleiß auch deutsche Grammatiken enthielt. Arthur W. Die Magistratsbeamten sollen curios überrascht sein durch die hochnäsige Behandlung Jener, denen sie zum Siege verholfen. Dr. H. M. Diese Nummer ist vergriffen. Anton S. Diese „Liberalen" waren es, welche der liberalen Partei ihren Stempel aufgedrückt hatten. Das erklärt Vieles, was einst unerklärlich schien. Dr. Karel Rix, Hermanestec. Der Aufsatz kam Donnerstag Früh, also für diese Nummer zu spät. Z. Die Leute, die den Juden niemals helfen wollten/ sind nun empört, daß sie endlich an Selbsthilfe denken. F. in B. Wenden Sie sich an das Secretariat der Baron Hirsch-Schulstiftung in Wien. I. M. in Wischau. Wir bitten um Geduld. Theologe, Saaz. Wenden Sie sich an den Secretär der „Jüdisch-theologischen Lehranstalt", Wien. E. W.. Brünn. Eine öffentliche Warnung vor solckem Schwindler wäre allerdings am Platze. D. D., Brünn. Für diese Nummer zu spät. Philipp Glaser, Budapest. Paris 40.000. Israelitisehe Cultusgemeinde Wien. Zahl 3513 ex 1896. An der vom hohen k. k. n.-ö. Landesschulrathe concessio* nirten Privat-Lehranstalt Claviersehule Horväth kommen für das Schuljahr 1896—1897 ein ganzer und ein halber Freiplatz für 2 Mädchen mosaischer Religion zur Besetzung. Seitens der Direction wurden folgende Bestimmungen festgesetzt: 1. Die Bewerberinnen müssen das 6. Lebensjahr vollendet haben und für das Clavierspiel erforderliche physische Beschaffenheit besitzen. 2. Die Bewerberinnen haben über ein Clavier zu verfügen. 3. Nur solche Bewerberinnen werden berücksichtigt, welche minder bemittelt sind und im Clavierspiele noch keinen Unterricht genossen haben. 4. Töchter der Volks- und Bürgerschullehrer und Religionslehrer werden bevorzugt. 5. Die Bewerberinnen haben die Unterrichtsstunden regelmässig zu besuchen, sich der Prüfungen zu unterwerfen und bei den Concerten mitzuwirken. 6. Für den halben Freiplatz ist ein jährliches Schulgeld von 32 fl. in 10 Monatsraten ä 3 fl. 20 kr. monatlich vorhinein zn entrichten. 7. Die Freiplätze gelangen am 1. November 1886 zur Besetzung. Bewerberinnen wollen sich im Schullocale VII., Mariahilferstrasse 100, 3. Stock, melden. 8. Die Anstalt behält sich vor, die Freiplätze zu entziehen: wenn das sittliche Betragen der Schülerin nicht entsprechend ist, oder wenn sie der Schulordnung nicht Folge leistet und wenn bei ihr eine völlige Taleutlosigkeit sich kund gibt. 9. Für besonders veranlagte Schülerinnen werden die Freiplätze auf 8 Jahre verliehen. Die entsprechend belegten Gesuche sind bis 1. November 1896 im Einreichungsprotokoll der israelitischen Cnltusgemeinde I., Se'tenstettengasse 4, 1. Stock, einznreichen und haben sich die Bewerberinnen ausserdem nach Funkt 7 in der Anstalt zu melden. Wien, am 15. October 1896. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Vorlesungen im Wiener Bet ha-. im Winter-Semester 1896—1897. Sonntag von 11—12 Uhr. Herr Lector Weiss: Talmud. Von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Friedmann: Die Könige und die zeitgenössischen Propheten. Montag von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Friedmann: Midrasch (Schmor Rabba). Dienstag von 9 — 10 Uhr Vormittags. Herr Lector Weiss: Talmud. Von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Weiss: (Berachot). Mittwoch von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Weiss: Talmud (Berachot). Donnerstag von 9—10 Uhr Vormittags. Herr Lector Weiss: Sefer Hamizwot. Von 6—V28 Uhr Abends. Rabb. Dr. 8. Gelbhaus: Die kl. Propheten exegetisch und didaktisch für Lehramtscandidaten für Volks- und Mittelschulen. Samstag von 11—12 Uhr Vormittags. Herr Lector Friedmann: Die lauf. Parascha. Von 6—l/a8 Uhr Abends. Rabb. Dr. 8. Gelbhaus: Die kl. Propheten exegetisch und didaktisch für Lehramtscandidaten für Volks- und Mittelschulen. Vorträge des Herrn Lector Friedmann für Gymnasialschüler, Bibel, Mischna, Talmud je 2 mal wöchentlich, erste und zweite Abtheilung in zu bestimmenden Stunden. Anmerkung: Zu den Vorlesungen des Herrn Dr. Gelbhaus am Donnerstag und Samstag sind auch nichttheologische Zuhörer zulässig. Die Bibliothek ist täglich (Samstag ausgenommen) von 10—12 Uhr dem allgemeinen Gebrauche geöffnet. Heimatspecht bei einer inländischen Gemeinde verschaffe ich sicher gegen entsprechendes Honorar für mich und Erlag einer Taxe an die Gemeinde. Anfragen mit Retourmarke unter M. N. au die Administration dieses Blattes. Herausgeber u. verantw. Redakteur: Dr. Josef E. Bloch. Druck — v. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lerckenselderstr. 46, 2961

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