Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-10-16 · 42 (16.10.1896) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
42 (16.10.1896)
Date
1896-10-16
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021115-3021158--06092-3030358
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 844 Dr. Vlvch's Wochenschrift Nr. 42 thums das Selbstbewußtsein der Juden zu wecken und zu heben. Wohlan denn! Die „Culturstudien" bieten das beste Mittel dazu. Ich glaube nicht, daß es je einem Juden einfallen wird, in dem Worte Jude eine Beschimpfung zu erblicken, sobald er dieses Buch gelesen hat. Biel inniger wird er vielmehr seinem Gotte danken, daß er ihn als Juden geschaffen. Die Verfasserin denkt viel bescheidener von ihrem Buche, wenn sie Seite 234 schreibt: „Wie reich würde ich mich belohnt sehen, wenn dieses Buch in einigen erkalteten Herzen neue Wärme für die Religion der Vorfahren anfachte! Hat sie doch auch mir, der Christin, durch das Studium ihrer Lehrer und Propheten unendlich geistigen Gewinn und Genuß gebracht." — Schon der eine Satz könnte uns stolzes Selbstbewußtsein einflößen: „Meines Wissens ist es zu keiner Zeit irgend einem Volke eingefallen, seinem Schöpfer für Empfang von Unterricht zu danken. Der Jude allein dankt Gott für seine Erziehung und Belehrung." Seite 3. Das ganze Capitel über die tägliche Andacht der Juden ist eine begeisterte und begeisternde Lobrede ans das Judenthum. Für den von Ignoranten viel geschmähten Talmud hat die Verfasserin folgende Worte: „Er ist eben eine Schatzkammer, die für Jeden, der ehrlich in ihr sucht, in Hülle und Fülle köstlichen Schmuck darbietet zur Verschönerung und Veredelung des inneren Lebens." Seite 241. — Der hebräischen Sprache ist ein ganzes Capitel gewidmet, welches ich am liebsten ganz wiedergeben möchte zur besonderen Beherzigung Aller, welche aus der: jüdischen Religionsunterricht irgend einen Einfluß ausüben. Aber ich hege die Hoffnung, daß diese Zeilen die Bekanntschaft mit dem ganzen trefflichen Buche bei gar Manchem vermitteln werden. Nur noch ein Wort eines hervorragenden christlichen Theologen, welches die Verfasserin aus „Semiten und I n d o g e r m a n e n" von Grau citirt, möchte ich hersetzen: „Alle anderen Völker, soweit sie nicht von Israel gelernt haben, sind so tief in die Sünde hineingerathen, daß sie aufhörten zu wissen, was Sünde i st." — Gewiß ein Judenknecht, dieser Herr Grau! Dr. 51 ah an, Rabbiner'in Waidhofen a. d. Th. Briefkasten. Anton Spieler, Graz. fl. 8 dankend erhalten. Herrn Lv. Pichler, Prag. Sie führen zur Widerlegung der von den Antisemiten gegen die jüdischen Fleischhauer erhobenen Verleumdungen die Thalsache an, daß die Gutsverwaltungen des Fürsten Windischgrätz und Malteser-Ordens, die Pfarren von Stekna und Kraßelau. sowie die meisten Gutsherrschaften und Pfarren derRakonitzer Umgebung lange Jahre ihr Fleisch von einem jüdischen Fleischhauer bezogen und daß dieser von seinen vornehmen Kunden das höchste Lob erntete. Aber begreifen Sie denn nicht, daß eben deshalb, weil die Solidität der jüdischen Fleischhauer außer Zweifel steht, die Hetze gegen sie betrieben wird? Die Geschäftsmoral der Herren Hutter und Consorten ist Ihnen ja bekannt. Je anständiger die jüdische Concurrenz, desto gefährlicher ist sie den braven Ariern und umso eher muß sie beseitigt werden. Herrn Dr. And. M— a, Prag. Die von Ihnen gewünschten Werke müßten erst geschrieben werden — Material über die angeführten Punkte sinden Sie in allen Jahrgängen der „Oesterreichischen Wochenschrift". Gliuiauy. Wir verzeichnen mit Vergnügen die Thatsache, daß der römisch-katholische Dechant Bernhard Wierzchowski in Gliniany am Tage vor dem Laubhütten^este 50 fl. für die armen jüdischen Abbrändler spendete. Es gibt also noch katholische Priester, die über christliche Nächstenliebe andere Begriffe haben als Pfarrer Deckert. Herrn E. Bl—d, Budapest. Wenn die israelitische Landeskanzlei in ihrem Gutachten dem Ministerium empfohlen hat, das Wiener Seminar den ausländischen gleichzuachten und dessen Hörer von den Wohlthaten des Wehrgesetzes auszuschließen, so liegt darin allerdings ein entschiedenes Mißtrauensvotum gegen das Wiener Seminar. Denn die Landeskanzlei hätte es immerhin in der Hand gehabt, zwischen den Wiener und den ausländischen Seminarien einen Unterschied zu machen. L. H. In dem von den Antisemiten unbekannterweise so viel geschmähten Schulchan-Aruch wird es als religiöse Pflicht hi,«gestellt, der Leiche Andersgläubiger die letzte Ehre zu erweisen. Dr. B. (I. B.) Der Verblichene war jedenfalls ein ehrlicherer Gegner als Dr. Deckert. H. B. Wenn Wissen immer gleichbedeutend mit Macht wäre, dann würden die Antisemiten längst ohnmächtig sein. A. Wenn Bergani einmal seine gesammelten Werke herausgibt, dann werden es wirklich nur „gesammelte" sein. I. B. Der Mann würde am liebsten alle Einwohner Europas in die Klage mit einbeziehen. So gewinnt man nämlich Zeit. R. S. Was die jüdischen Officiere zu dieser Aeußernng eines Officiers sagen? Vorläufig wird wohl die Antwort eines anderen Forums abzuwarten sein. K. H. Das war von einem Mann zu erwarten, der nicht nur sozusagen Hausknechtdienste seiner Partei leistete und der dem Bürgermeister Prix „Kusch" zurief. —in— Ob sich die Antisemiten für ihren „Bürgermeister" schämen? Lächerlich, dann hätten sie ihn ja gar nicht zu wählen gebraucht. A—z. Im Auslande blickt man verächtlich auf diese Vorgänge. H. L. Wenn die Lehrer sich diese hochmüthige Behandlung von Lueger gefallen lassen, so ist sie ihnen nur zu gönnen. Josef H. (in M.) Ihre Ausführungen sind gewiß wohlgemeint, doch würden sie keineswegs den gewünschten Zweck erreichen. Auf die verschiedenen Anfragen hin, in welcher Weise edlen Wohlthätern oder deren Angehörigen in unserem zu gründenden Hospitale an heiliger Stätte ein Andenken für ewige Zeiten gestiftet werden könne, geben wir hierdurch unsere diesbezüglichen vorläufigen Beschlüsse bekannt: 1. Es soll Gelegenheit geboten werden, die Baukosten eines für sechs Betten Raum gewährenden Krankenzimmers zu erlegendes wird hierfür als Minimum der Betrag von Mark 10.000 festgesetzt, und soll zur Bekundung dieser Leistung eine Marmortalel über dem Eingai.ge des betreffenden Zimmers angebracht werden, auf welcher die Namen der edlen Wo'hlthäter für ewige Zeiten zu verzeichnen sind. 2. Gleicherweise kann die auf Mark 6000 berechnete Bausumme eines für zwei Betten Raum gewährenden Krankenzimmers gespendet werden und ist auch für diese Leistung der Name des Wohlthäters in vorstehend angegebener Weise zu verewigen. 3. Für die Stiftung eines Freibettes wird als Minimum der Betrag von Mark 5000 festgesetzt und ist der Name des Stifters über dem betreffenden Bette anzubringen. 4. Für die Einzeichnung auf einer Gedenktafel ist der Betrag von Mark 2000 zu erlegen. Bestimmungen über weitere derartige Zuwendungen behalten wir uns vor. Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann in Wien hat es freundlichst übernommen, für unser grosses Werk thätig zu sein, wohlthätige Spenden in Empfang zu nehmen und zu befördern. Auch können schriftliche Anfragen an unseren Schriftführer Herrn Dr. Israel Roos, Frankfurt a. M., schöne Aussicht 5, und Geldsendungen an unseren Cassier Herrn Michael Katzenstein (Firma Katzenstein & Benjamin) Frankfurt a. M., Börsenplatz 11, gerichtet werden. Centralcomite zur Errichtung eines jüdischen Krankenhauses in Jerusalem. Gänzlich steuerfreie pupillarsichere gesetzlich für Militär-Cautionen u. Waisengeldei* verwendbare 4percentige Galizische laiHltai verkaufen genau zum Tagescourse Nyitrai & Co. I.9 Kärntnerstrasse 23. 72 Herausgeber u. verantw. Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. Druck - v. L. Beck & Sohn, Wien. VIII., Lerchen seid erst r. 46.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.