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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-09-04 · 36 (4.9.1896) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
36 (4.9.1896)
Date
1896-09-04
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 724 Dr. Vloch's Wochenschrift Nr. 36 Dr. M. E. in D- „An die rabbinischen Studien" können wir uns nicht erinnern. Liberaler. Das führende Blatt der Partei sprach anläßlich der Memoiren des Grasen F-rankenberg von „Bismarck's meisterhaften Tänschungskünsten". Es darf Sie bei dieser Bewunderung von Täuschnngskünsten nicht wundern, daß das Blatt gegen die Idee eines Bündnisses mit den Deutschnationalen keine Bedenken hat. Weiur die Juden trotz alledem und alledein sogenannte Liberale wählen, geschieht, es ihnen schon recht. . R- Wenn Herr Dötz gegen die Clerisei donnert — wie reimt es sich zusammen, daß sein Parteiblatt, die »Egerer Nachrichten", mit den als Meineidigen überführten Rohling, dem schlechtesten Jnventarstück dieser Partei, krebsen geht? Sie sehen übrigens, wie schlecht wir bedient werden, die Rohlingepisode der „Egerer Nachrichten" hat schon Anfang Juli gespielt, und wir erhielten erst jetzt davon Mittheilung. Dr. Bloch hat 3000 fl. ausgesetzt, wenn Rohling nur eine Zeile im Talmud richtig zu lesen versteht, Rohling hat die Herausforderung aber nicht angenommen. Sein Preisanerbieten war Schwindel, Dutzende seiner Citale sind als Fälschungen nachgewiesen worden — aber der von ihm ausgesetzte Preis konnte nicht eingeklagt werden, weil Reclamen nicht klagbar sind. Sie werden täglich Inserate lesen: „Hundert Gulden zahle ich Demjenigen, der für X fl. eine ebenso gute Hose liefert, wie ich". Das gibt Demjenigen, der eine besiere Hose liefert, kein Recht, die fl. 100 einzuklagen, denn es handelt sich nur um eine R.clame und kein klagbares Anerbieten. Genau so, wie mit der Hose, verhält es sich mit Rohling's Preisanerbieten. L. in Wien. Dr. Lueger lügt, wenn er den Redakteur Hugo Kraus in Budweis einen Juden nennt. Derselbe ist längst wie Dr. Porzer, Dr. Max Anton Low und andere Genossen Lueger's, katholisch getauft. — Entweder hat das Taufwasser eine Bedeutung, dann ist Hugo Kraus ein Christ, oder das Taufwasser ist bedeutungslos, dann ist der Beschützer des Magistratsrathes Tachau ein „Judcngenosse und Judenknecht". Concurs. Bei der israel. Cultasgemeinde Eger gelangt die Stelle eines Rabbiners welchem auch die Ertheilung des remunerirten Religionsunterrichtes am k. k. Obergymnasium, der Bürgerschule und den höheren Classen der Volksschule obliegt, zur ehemöglicbsien Besetzung. Bewerber um diesen Posten, welche das 40 Lebensjahr nicht überschritten haben, ’österr. Staatsbürger sind, die theologische Ausbildung und den akademischen Grad nachzuweisen vermögen, wollen ihre ausführlich instruirten Gesuche mit Gehaltsanspruch bis 10. October I. J. bei dem Gefertigten einbringen. Es wird bemerkt, dass dem zukünftigen Rabbiner auch die Matrikenführung und die damit verbunden Taxen überwiesen werden und dass die üblichen Emolumente ansehnliche sind. Jedan zur Probepredigt berufenen Bewerber werden die baaren Reisespesen vergütet. EGER, 28. August 1896. Israelitische Cultusgemeinde Eger Der Vorsteher: Max Gottlieb. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Z. 3513 ex 1896. An der vom hohen k. k. nied -öst. Landesschulrathe coucessionirten Privat-Lebranstalt Clavierscbule Horvath kommen für das Schuljahr 1896—97 ein ganzer und ein halber Freiplatz für zwei Mädchen mosaischer Confession aus dem VII. Gemeindebezirke Wiens zur Besetzung Seitens der Dir'Ction wurden folgende Bestimmungen festgesetzt: 1 Die Bewerberinnen müssen das 8. Lebensjahr vollendet haben und für das Clavierspiel erforderliche physische Beschaffenheit besitzen. 2. Die Bewerberinnen haben über ein Clavier zu verfügen. 3. Nur solche Bewerberinnen werden berücksichtigt, welche minder bemittelt sind und im Clavierspiele noch keinen Unterricht genossen haben. 4. Töchter der Volks- und Bürgerschullehrer und Religionslehrer werden bevorzugt. 5. Die Bewerberinnen haben die Unterrichtsstunden regelmässig zu besuchen, sich den Prüfungen zu unterwerfen und bei den Concerten mitz wirken. 6. Für den halben Freiplatz ist ein jährliches Schulgeld von fl. 32.— in 10 Monatsraten ä fl. 3.20 monatlich im vorhinein zu entrichten. 7. Die Freiplätze gelangen am 15. September 1896 zur Besetzung. Bewerberinnen wollen sich im Schnllocale, VII , Mariahilferstrasse 100, III. Stock, melden. 8. Die Anstalt behält sich vor, die Freiplätze zu entziehen: wenn das sittliche Betragen der Schülerin nicht entsprechend ist, oder wenn sie der Schulordnung nicht Folge leistet und wenn bei ihr eiue völlige Taleutlosigkeit sich kund gibt. 9. Für besonders veranlagte Schülerinnen werden die Freiplätze auf 8 Jahre verliehen. Die entsprechend belegten Gesuche sind bis zum 15. September 1. J. im Einreichungsprotokolle der israelit. Cultusgemeinde I, Seitenstettengasse 4, I. Stock, einzureichen und haben sich die Bewerberinnen ausserdem nach Punkt 7 in der Anstalt zu melden. WIEN, am 1. September 1896. Der Vorstand der israelit. Cultusgemeinde. Aufruf! Aus unserem in diesen Blättern jüngst gebrachten Aufrufe nebst Gutachten wiederholen wir: Die Gründung eines grossen, den Fortschritten der modernen Hygiene entsprechenden, jüdischen Krankenhauses in Jerusalem hat sich bereits vor Jahren als eines der dringendsten Bedürfnisse zur Linderung des dortigen Elends erwiesen. Mittlerweile ist die jüdische Einwohnerzahl bei einer Gesammtbevölkernng von circa 45 600 Seelen von 10.000 auf c rca 30.000 Seelen angewachsen, welcher Zuwachs insbesondere auf die Massen-Eimvauderungen der russischen Flüchtlinge zurückzuführen ist. Was bis jetzt durch die dort vorhandenen Kräfte für die Krankenpflege geschehen konnte und in anerkennungswerthfr Weise geschieht, reicht nicht im Entferntesten ‘aus, dem vorhandenen Nothstaude zu begegnen. Bei einer durch allerlei Entbehrungen geschwächten Armenbevölkerung von circa 27.000 Seelen stehen in den drei bestehenden jüdischen Krankenhäusern insgesammt 90 Betten zur Verfügung, eine nach dem Urtheil sämmtlichercompetentenPersönlichkeiten durchausunzulängliche Zahl. Eine ausreichende Vergrösserung der drei Spitäler ist ausgeschlossen, die Aufnahme Infectionskranker durchaus unmöglich. In dem jüdischen verlassenen Elend erblickt die Mission ein willkommenes Feld für ihre Bestrebungen. Es ist nunmehr so weit gekommen, dass die Gesammt- Judenheit es als Ehrenpflicht erachten muss, einem himmelschreienden Elende Abhilfe zu verschaffen und soll dieser Zweck durch das allgemeinste Zusammenwirken aller jüdischen Kräfte als ein Werk der edelsten Menschenfreundlichkeit und als ein Denkmal der allweiten jüdischen Bruderliebe verwirklicht werden. Edle Menschenfieunde, geehrte Mitbrüder, öffnet Eure Herzen, es steuere ein Jeder nach seinen Kräften bei, ein grosses, der Judenheit zur Zierde gereichendes Werk zu gründen und zu erhalten. Die eingegangenen Spenden werden veröffentlicht. Geldsendungen sind an unseren Cassirer, Herrn Michael Katzenstein (Firma Katzenstein & Benjamin), Frankfurt a. M., Börsenplatz 11, zu senden. Auch sind sämmtliche Mitglieder des Centrai-Comites bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und zu befördern. Sämmtliche Briefseudungen sind an unseren Schriftführer Herrn Dr Israel Roos, Schöne Aussicht 5, Frankfurt a. M. za adressireo, an den man sich auch wegen Drucksachen zu Sammelzwecken wenden wolle. Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann in Wien hat es freundlich st übernommen, gleichfalls für diesen Zweck zu wirken, woklthätige Spenden entgegenzunehmen und zu befördern. Das Central-Comitö für die Errichtung eines "" ' Krankenhauses in Jerusalem. ♦p'-sb cnon uböjni »S tavro entbietet hiemit. der ehrerbiet-igst Unterzeichnete Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. D. Feucbtwang anlässlich des Jahreswechsels zugleich für die vielfachen Wohlthaten, die derselbe seinem Sohne während des dreijährigen Gymnasialstudiums in Nikolsbnrg in munificenter, hochherziger Weise erwiesen hat, innigsten Dank anssprechend Möge es ihm der Allgütige reichlich lohnen! Bernh. Simonowits Wien, II., Lessinggasse Nr. 18. Bei kinderlosem Ehepaar, das viele Jahre im Unterrichts- und Erziehnngsfache thätig war (die Frau geprüfte Lehrerin), werden Schulkinder aus besseren Häusern in ganze Verpflegung genommen. Wohnung wird je nach Bedarf der Schüler aufgenommen. Gefällige Anträge wollen an H. J. Czescher, Papierhandlung, XVI., Ottakringerstrasse 49, gerichtet werden. Bei einer feinen israel. Familie finden 2 Knaben liebevolle Pension, Nachhilfe in allen Unterrichtsgegenständen, sowie Clavierbenütznng. Demberger, II., Malzgasse 10, II St., Th. 8. Herausgeber u. Verantw. Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck v. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lerchenfelderstr. 46. 20

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