Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 23 (5.6.1896)
- Date
- 1896-06-05
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 468 Dr. Vloch's Wochenschrift. Nr. 23 „Rhetor." Schneidens Rath, die Studenten sollen die « Juden todtfchlagen, ist dieses Subjectes würdig. Er darf aber Gott danken, daß kein Jude Lust hat, diese Aufforderung damit zu beantworten, daß er seine Hand durch die Wangen Schneider's beschmutzt. Arthur G. Beruhigen Sie sich, Vergani wird noch einen literarischen Diebstahl nach dem anderen begehen und wenn die Eoncurrenz noch so groß würbe. In diesem Stehlen kommt ihm Niemand gleich. G. K. Wegen der armen jüdischen Hausirer werden auch die armen christlichen Hausirer erschlagen. Das soll wohl die ausgleichende Gerechtigkeit sein. „Arminius." Die Antisemiten können keinen Juden leiden, aber ihre Werke schreiben sie gerne ab. So hat neulich ein Feuilletonist Vergani's den jüdischen Dichter Moritz Hartmann in einer Weise geplündert, daß man schreien mußte: Halt's den Dieb! H. L. Daß Schneider und Lueger nach Krakau gefahren, ist keineswegs zu bedauern. Schade nur, daß sie nicht dort geblieben sind. Remo. Der gewesene Nuntius Agliardi soll Eardinalsehler begangen haben, bevor er zum Cardinal ernannt wurde. Ignatz B Als der Antisemit F ö r st e r im deutschen Reichstage Südwestafrika als Auswanderungsplotz für überflüssiges Menschenmaterial empfahl, rieth ihm Eugen Richter, er möge doch mit — seinen Parteigenossen dahin ziehen. Als besonderen Anziehungspunkt dezeichnete er den Umstand, daß das Land — judenrein sei, also dem Ideal der Antisemiten entspreche. G. L. Alle Ritualmord-Anklagen wurden noch bisher als Lügen entlarvt. Hat das etwas genutzt? Ob die verlogene Magd sich auf Rohlin g's Eide bezogen? Das war aus den Blättern nicht zu entnehmen. Z. Die arischen Studenten wollen sich mit den Juden nicht schlagen, da räth ihnen Schneider das Todtfchlagen. Und Sie nennen das entgegenkommend? I. L. Vorläufig beweist nur S1 r o b a ch dem Dr. Lueger die „schuldige Ehrfurcht". Lueger bleibt sie eben noch schuldig. j. Sie irren. Dr. Lueger war es, der vor Zeugen einmal der Vermuthung Ausdruck gab, Mechaniker Schneider könne nicht nur im Dienste der Clericalen, sondern zugleich auch im Dienste der Polizei stehen. Und heute ist er mit ihm freie et cochon. Sana Mens. Die Anarchie in der Universität ist nicht durch politische Zustände bedingt und äußert sich auch in nicht politischen Fragen. So hat sich der Professor der Augenheilkunde Dr. Fuchs, um Demonstrationen vorzubeugen, vor den Studenten entschuldigen zu muffen geglaubt, daß er seiner Pflicht als Examinator gewissenhaft nachkommt. Wien ist eben die verkehrte Welt — am verkehrtesten ist aber die autonome Wiener Universität. Außerhalb dieses Staates im Staate leistet die Tradition des österreichischen Beamtenthums zu weit gehenden Verrücktheiten manchmal Widerstand. S. M. Smyrna. Besten Dank/ K. in Wien. Ihre Anfrage, betreffend den verstorbenen durchlauchtigsten Erzherzog, können wir im Blatte nicht beantworten. Dr. <£., Troppau. Die Mittheilungen über die Vorgänge bei dem dortigen Parteitag der sogenannten deutsch-fortschrittlichen Partei Schlesiens scheinen uns unglaublich. Erklären die Herren die Judenfrage als für die Partei bedeutungslos, um sich mit den antisemitischen Jnstincten abzusinden, dann werden die jüdischen Wähler rn Mähren und Schlesien nicht verfehlen, für ihre eigene Haltung die Lehre daraus zu ziehen. Rokyea». Wir haben sämmtliche hierauf bezüglichen Berichte aus principiellen Gründen von der Pnblication ausgeschlossen. Die Gründe eignen sich nicht zur Erörterung Israelitischer Cultus Vorstand Gay a, Bisenz und Troppau. Wir haben alle hierauf bezüglichen Berichte bei Seite gelegt. Die Gründe unseres Verhaltens in dieser Angelegenheit eignen sich zur öffentlichen Darlegung nicht. Israelitische Cnltnsgemeinde Wien. Z. 2169 ex 1896. Kundmachung. Die Privatistenprüfungen aus israelitischer Eeligion für Schüler und Schülerinnen an Volks- und Bürgerschulen aus dem I., II. und XL Bezirk finden jeden Sonntag von 12—1 Uhr Mittags und jeden Oienstag von 3—4 Uhr Nachmittags, die Privatistenprüfungen für Schüler und Schülerinnen an Volks- und Bürgerschulen aus den Bezirken III. bis inclusive X. und XIX. an jedem Dienstag von 7,12—7,1 Uhr Mittags im Commissionszimmer der Öultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, I. Stock statt. Für die, die öffentliche Schule bis zum Schulschluss besuchenden Schüler und Schülerinnen finden die Beligions-Privatprüfungen Dienstag den 30. Juni 1896 von 4—6 Uhr Nachmittags in der Central-Beligionsschule I, Seiteustetteugasse 4, statt. Die Prüfungstaxe ist an der Cassa der Öultusgemeinde während der Amtsstunden von 9—12 Uür zu erlegen. Wien, 1. Juni 1896. Der Vorstand der israelitischen Öultusgemeinde. Rosalia Pollak’sche Blindenstiftung. Der Vorstand der hiesigen israel. Öultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntnis, dass die Zinsen der vom Herrn Moriz Ritter v. Borkenau begründeten Rosalia Pollak'schen Blindenstiftung im Betrage von fl. 38 ö. W. an eine erblindete oder durch schwaches Sehvermögen erwerbsunfähige Frau oder Mädchen israel. Confession für das laufende Jahr zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre Gesuche um die genannten Stiftungszinsen mit einem Armuthsscheine und einem Zeugnisse des Verwalters des hiesigen israel. Spitales über ihre Erwerbsunfähigkeit zu versehen und bis 30. Juni d. J. im Einreichungsprotokoll der israel. Öultusgemeinde (Stadt, Seitenstettengasse 4, I. Stock) von 9—12 Uhr zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden unentgeltlich zu beheben sind. Salomon Altmann’sclie Waisenstiftung. Der Vorstand der hiesigen israel. Öultusgemeinde bringt zur Kenntnis*, dass am Sterbetage des seligen Herrn Salomon Altmann (21. des Monats Ab) 31. Juli 1896 die Zinsen obiger Stiftung per fl. 58 an zwei vater- und mutterlose Waisen ohne Unterschied des Geschlechtes, weiche das 15. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, zu gleichen Theilen zu verleihen sind. Zur Bewerbung zulässig sind Waisen, welche nebst glaubwürdigen Armuths- und Sittenzeugnissen auch solche über Schulbesuch mit gutem Erfolge, beibringen. Den Vorzug erhalten in erster Reihe Verwandte des seligen Herrn Salomon Altmann, in zweiter Reihe aus Oesterr.-Schlesien Stammende, endlich in deren Ermanglung jene, deren Eltern als Mitglieder der hiesigen Öultusgemeinde angehört haben. Die vollständig instruirten Gesuche sind im Einreichungsprotokoll der hiesigen israel. Öultusgemeinde (I. Bezirk, Seitenstettengasse Nr. 4, I. Stock) bis 30. Juni 1896 zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden (9—12 Uhr) unentgeltlich zu beheben sind. Ida und " Figdur’sche Wöchnerinnen-. .. Aus der Ida und Nathan Figdor’schen Wöchnerinnen-Widmuug gelangen am 28. August d. J. die Zinsen von 8 fl. an eine arme israelitische Wöchnerin zur Verleihung. Die Bewerberinnen wollen ihre mit. dem Armuthszeugnisse und dem Trauscheine belegten Gesuche bis zum 30. Juni d. J. .bei dem Einreichungsprotokoll der israel. Öultusgemeinde (I , Seitenstettengasse 4, I. Stock), woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags unentgeltlich zu beheben sind, überreichen. Andreas Feigl’sche. .. Am 30. August 1896 gelangen bei der hiesigen israel. Cultusgemeinde die jährlichen Zinsen der obigen Stiftung an acht arme Witwen jüdischer Religion zur Verkeilung. Die Bewerberinnen haben ihre diesfälligen, mit dem Nachweise ihrer Armuth und des Witwenstandes versehenen Gesuche bis 30. Juni 1896 im Einreichungsprotokoll der israel. Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, I. Stock) zu überreichen. Arme Anverwandte der Stifterin Frau Amalie Feigl oder ihres Gatten Andreas Feigl werden in erster Linie berücksichtigt. Marie Goldschmiedt’sche Stiftung für arme Wöchnerinnen Vom Vorstande der hiesigen israel. Öultusgemeinde wird hiemit zur Kenntniss gebracht, dass die Zinsen der obigen, für eine arme Wöchnerin der Wiener israel. Öultusgemeinde begründeten Stiftung im Betrage von fl. 18 zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen haben ihre Gesuche im Einreichungsprotokoll (Stadt, Seitenstettengasse Nr. 4, I. Stock) bis 30. Juni 1896 zu überreichen. Wien, 1. Juni 1896. Der Vorstand der israelitischen Öultusgemeinde. Gesuchsblanquette sind im Secretariate I., Seitenstettengasse Nr. 4, II. Stock während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben. Israel. Religionslehrer welcher auch als Vorbeter fungiren kann, wird zum Eintritte per 15. September d. J. für Innsbruck gesucht. Offerenten, weiche österreichische Staatsbürger sein müssen und die Qualification nach, weisen können, wollen ihre detaillirten Offerte sammt Photographie unter Angabe der etwaigen Gehaltsansprüche an den Obmann des Schulcomites in Innsbruck einsenden. Victor Schwarz. Herausgeber u. verantw. Redakteur: Dr. Joses E. Bloch. — Druck v. L. Beck & Sohn Wien, VHI., Lerchenfelderstr. 46. 3 9907 ^7663977