Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 22 (29.5.1896)
- Date
- 1896-05-29
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 448 Dr. Vloch's Wochenschrift. Nr. 22 Der Schaffer erhielt die „höflichste Einladung", zur Polizei zu kommen. Dort erklärte man ihm, daß er auf die Heimreife „Begleitung" erhalten werde, und richtig folgten ihm nun zwei Trabanten in Form von Gendarmen, welche feinen Schlitten bestiegen. Diesen nmßte er genau die Stelle bezeichnen, wo ihm das Vieh abgenommen und der fragliche Zettel übergeben wurde. Die beiden Begleiter blieben ihm zur Seite, bis er zu Hause anlangte und feine von der Behörde bezweifelten Angaben vom Gutsherren bestätigt werden konnten. (Forts, folgt.) Briefkasten. R. A. in Merklin. Beim besten Willen konnten wir die genauen Adressen nicht erfahren. Wenden Sie sich an Herrn Dr. Schwarzfeld, Paris, 2 Rue de l’Elysöe. K in S. Für die Inserate ist der Einseirder verantwortlich. Nur die Einsender eines Artikels ober eines Berichtes haben auf Discretion, beziehungsweise auf Wahrung des Redactionsgeheimnisses Anspruch. Alexander Gutmann Wien, Blumauergafse18.Die Gründe unseres Verhaltens können wir in öffentlicher Discuffion nicht darlegen. F. M Abgeordneter Dr. Jaques war Jude und wurde beerdigt auf dem Ortsfriedhofe und in der Familiengruft beigesetzt. D. Loseaeld, Proßnitz. Wenden Sie sich an Herrn Dr. Schwarzseld, Paris, 2 Rue de 1'ElysLe. Ehrw. Rabbiner Dr. Felix Kanter in Neubydschow. Anstatt zu dementiren, wollen Sie lieber dahin wirken, daß aus Ihrer Gemeinde keine falschen Berichte an die Journale gesendet werden. A. B. 1000. Willkommen. Herrn Ch. L. H. (Krakau). Es war natürlich ein Druckfehler, die Tranerfeier fund Sonntag den 3. Mai statt. Arthur G. Ob sich unter den jüdischen Branntweinschankbesitzern welche finden, die dem Antisemiten Polzhofer ihre Stimmen geben? Wir wollen es bezweifeln. A. C Die Antisemiten behaupten in der Thal manche Lüge so oft, bis man irrthümlicher Weise sie für wahr Hält. Flora Gaß stammt, wie aus ihrem Taufzeugniß hervorgeht, von Christen ab und die Antisemiten wollten sie atoutprix zur Jüdin machen, damit wenigstens die moralische oder richtiger, die nichtmoralische Mitschuldige Hammerstein's, den Juden zugetheilt werden könne. Die Wahrheit aber ist: Hämmerst«in und Flora Gaß gehören zu den patentirren Besitzern arischer Moral. I. K—r. (Budapest). Uns überrascht es weniger, daß Dr. Geßmann mit einem Juden in der Budapester Ausstellung herumspazierte, als daß der Jude mit ihm ging. Aber man könnte Herrn Pa ch er nur Recht geben, wenn er in diesem Falle behauptet hätte. Jedermann hätte die B e i d e n für Juden gehalten. L. G. Es ist sehr unvorsichtig von Herrn v. Pacher, daß er die, die mit den Juden zusammen eine Partei bilden, für Dummköpfe, Schurken u. s. w. erklärt. Wenn man bedenkt, daß Pacher sechzig Jahre alt ist und feit zwei Jahren erst der antisemitischen Gesellschaft angehört, könnte man zu recht curiosen Schlüssen gelangen. R. Z. Rosegger schrieb im Jahre 1877 in einer seiner Dorfgeschichten buchstäblich: „Niemand hat wa^ dagegen (daß die Judenkinder in die Dorfkirche gingen, um von den Christgaben zu holen) denn Menschenkind ist Menschenkind, ob es nun um ein überflüffiges Stückchen Haut mehr hat oder weniger. Das Christkind wäre selbst ein Jude gewesen, sagte unser Caplan in der vorjährigen Weihnachtspredigt." Dr. B- H. Nach Z o l a's Auffassung theilen sich die Antisemiten in drei Kategorien: In Narren, Böswillige und Barbaren. H. B. Wenn der Zar wirklich die Verfolgung Andersgläubiger mißbilligt, müssen die Regierungsacte wohl bald dafür einen Beweis erbringen. 21. Wenn Dr. Lueger wirklich die „schuldige Ehrfurcht" dem Bürgermeister S t r o b a ch zollen wollte, hätte er von ihm nicht verlangen dürfen, daß er jede seiner bisherigen ofiiciellen Reden mit einer — Selbsterniedrigung und einer Verherrlichung des Vicebürgermeisters Lueger beginne. I. N. Wenn der Vicebürgermeister Dr. N e u m a y e r, versichert, die Antisemiten stünden auf dem „sicheren Boden der Staatsgrundgesetze" so hat jener Feuilletonist ganz Recht, den dies an den Dr. L ö w erinnert, der die Racentheorie vertritt. Nemo. Vergani hat jetzt bereits so viel Geld, daß er das „Schnorren" bald ausgeben dürfte. G. Wenn Lueger sagt, in Ungarn herrschen die Judäo- Magyaren, so will er wohl sagen, daß die Mitglieder des Cabinets B L n f f y — den Chef nicht ausgenommen — durchaus Juden sind. Wenn er aber ferner behauptet, daß nur Juden diesen „Fetzenmarkt" besuchen, so dürfte er doch in Anbetracht dessen, daß auch der Hof unten war, eine kleine Ausnahme gelten lassen. H. L. Der Antisemit Theodor Fritsch erzählt in einer Broschüre, der Antisemit Paasch habe ein Buch über die talmudischen Geheimlehren ausgearbeitet, welches dann der Antisemit Herr v. Langen unter seinem Namen erscheinen ließ. Ob Langen das Vorbild Vergani's ist, oder umgekehrt er an Vergani sich gebildet hat, wissen wir nicht. > „Heilo . Die antisemitischen Radfahrer sollten naturgemäß es vermeiden — vorwärts zu streben. Anton S. Das Blutmärchen in M.-Trü Bau hat natürlich mit der Entlarvung der lügnerischen Anklägerin geendet. Ob und wann Mechaniker Schneider in M.-Trübau war, können wir Ihnen nicht mittheilen. Nemo. Stöcker opponirt jetzt entschieden Wilhelm II Getreu der Losung : Und der König absolut, wenn er unseren Willen thut. a. Dr. Geßmann sieht in der That so semitisch aus, daß er nur solche antisemitische Versammlungen besuchen darf, wo er persönlich bekannt ist. Robert G. Vielleicht. D. L. Daß die freisinnigen Studenten bei Herrn Rector Kick gewesen sind, ist zwar nichts Unanständiges oder Unerlaubtes, 'gefällt uns aber auch nicht. Die Politik hat innerhalb der Universität nichts zu suchen. Je politischer ein Volk ist, umso weniger tritt die Studentenschaft in den politischen Kämpfen hervor. So ist die politische Studentenschaft namentlich in England und Amerika eine unbekannte Größe. „National." Wenn derAbgeordneteHauckwegender Maßregelung der„Verhafteten"interpellirt, wäre auch für andere Parteien Gelegenheit gegeben, über die Mißbräuche an der Universität sich zu äußern. Die Partei Ebeuhoch könnte die Zurücksetzung der katholischen Studenten rügen, die deutsch-liberale Partei einmal über die Nothnagel'sche Affaire, die gewaltsame Befreiung der verhafteten Studenten rc., ein Wörtlein reden. Daß es geschehen wird, bezweifeln wir allerdings, denn der Rector ist ja selbst deutsch-liberal und Herr Ebenhoch muß die Juden angreifen statt der Deutschnationalen, die seinen Gesinnungsgenossen Schimpf angethan haben. Gute Bücher zu billigen Preisen. 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