Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 15 (10.4.1896)
- Date
- 1896-04-10
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021115-3021132-3021131--05546-3029764- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 308 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 18 Scfer Ginfe Jerusalem, halachischen, geschichtlichen und poetischen Inhalts, Manuscripte der Gaonim rc. s. A., herausgegebeu mit Anmerkungen und Einleitung von Salomon Aron Werlheime r. Jerusalem 1896 (5656). — Wir wollen nicht etwa eine epochemachende Literaturerscheinung besprechen; das vorliegende Werk drückt uns vielmehr nur deshalb die Feder in die Hand, um unsere Zionsfreunde auf eine wohlangezeigte Mildthätigkeit aufmerksam zu machen. Das erste Blatt zeigt uns allsogleich den Verfasser nicht nur als wahren Anhänger, sondern auch als wahren Kenner des jüdischen Schriftthums. Responsen 1>es Hai Gaon u. A. Gaonim; Hilchot Tikan Seser Tora vom Rabbeuu Tam; Brief des R. Jehonatan aus Lunil an Maimonides; Antwort des Maimonides an den Genannten; ungedruckte Dichtungen von Jehuda Halevi; ebensolche von Jbn Jsra u. s. w. Diese Auswahl zeigt uns den ernsten redlichen Sammelfleitz Wertheimer's. Ob nicht diese „Schätze Jerusalems" unter Brodhunger des strebsame» Sammlers ausgesucht, kopirt, lesbar gemacht und erläutert wurden? Jedenfalls verdient er, wie irgend ein frommer Zionspilger, die milde Unterstützung aller Jerusalems¬ und Thorafreunde. _ Briefkasten. A—B. Der Director der „Export-Union-Commanditgesellschüft" Wilhelm Julius Schmidt hat sich das „allgemeine" Vertrauen dadurch zu sichern gewußt, daß er als Antisemit auftrat und auf die Juden schimpfte. Da er wegen verschiedener Betrügereien zu vier Jahren Kerkers verurtheilt wurde, wird sein Wunsch „nichts mit Juden zu thun zu haben" erfüllt sein. Er sitzt hoffentlich mit Gesinnungsgenossen. A—n. (Krems). Die Gymnasiasten, die relegirt wurden, und ihre Ellern sind zu bedauern. Das ist die Frucht der deutschnationalen Wirksamkeit, das ist die Schule Schönerer's. Hnngarieus. Warum sollen die Antisemiten just dann ihre gemeine Lügentactik aufgeben, wenn es sich um Ungarn handelt? Zum Glücke ist der nichtswürdige Plan noch rechtzeitig entlarvt worden. „Nero". Die Antisemiten dürfen Ausflüge machen >m Winter. Wenn die Liberalen im Sommer Badeorte aufsuchen, so ist es ein Verbrechen am Volke. Nur gerecht sein. G—o. Die Sch ö ner i an er wollen offenbar wieder den Wodan--Cultus einführen. Das wird nett werden. A. Z. Wir glauben kaum, daß die Revanche des Redaetionsdieners des Vergani-Blattes darin besteht, daß er für seinen Chef eine Collecte veranstalten wird. „Leo". In Ungarn wurde abermals ein Geistlicher, der Pfarrer Josef Badik, wegen seiner aufreizenden Predigten gegen die Juden vom Gerichte verurtheilt. Wird der Mann seinen Amtsbruder D e ck e r 1 in Wien beneiden. Aruo. Das sind nette Conttoversen unter den deutschen Antisemitenführern. Freiherr v. Langen erklärt, Paasch sei geisteskrank, und Paasch wieder spricht dem Freiherrn die Ehre ab. Was brauchen aber auch Antisemitenführer Verstand und Ehre? H. In der Thal hat das von Ahlwardt und Böckel gegründete „Deutsche Bolksrecht" zu erscheinen aufgehort. Ein Kläffer weniger! Anonymus. Herr Umgeher, der famose Gründer des „Christlichen Extrablattes", gleicht, wie Sie bemerken, jetzt auch darin Herrn Berg ani, daß er sich der Freiheit erfreut. Sttmmt. ^Rhäor". Das Wort Bismarck's: »La recherche de la confession est interdite«, was zu deutsch so viel besagt, daß man nach der Religion eines Menschen nicht fragen darf, ist für die Antisemiten ein Keulenhieb. Daran ändert die Thatsache nichts, daß Bismarck's Thaten nicht immer mit diesem Worte übereinstimmten. „Lerma". Warum sich V e r g a n i solche blutige Insulten ungestraft ins Gesicht schleudern läßt? Hm ... er wird schon wissen, warum. „Jocns". Nach Schönerer ist Lueger in nationaler Beziehung eine Nulle. Vielleicht erhebt Lueger gegen diese Beschuldigung — die Nullitätsklage. „Logiker". In der Thal schämen sich viele Antisemiten für den Mechaniker Schneider- — da er es selbst nicht thut. Aber Dr. Lueger ist noch immer sein Intimus. Kosmopolit. In Manchem haben Sie recht, aber nur in Manchem. A. F. (Brodh). Bei Antisemiten ist Alles möglich. Da sie den Dr. Geßmann für einen Juden halten, werden Sie vielleicht auch die jüdische Abstammung des Dr. Pattai emiren. A. M—k. Wir haben schon wiederholt über dieses Buch geschrieben. I. F. Die Ungarn wissen, was sie von Dr. L u e g er zu halten haben. Dr. S. N. K. Ihr Vorschlag kommt verfrüht. Moritz I. Das ist eine persönliche Angelegenheit, die nicht in die Oeffentlichkeit gehört. Geselligkeits-Club Sarnbor. Der Chef der uns genannten Firma ist ein antisemitischer Agitator. Wiuniö. Spenden für den Verein zur Berpflegung der Kranken in Kierlmg sind zu senden an Herrn Dr. A. Hoffmann Wien, I., Ankerhof. I H. Sch. Die Schrift hat leider kein actuelles Interesse. Herausgeber u. vexantw. Redakteur: Dr. Josef E. Bloch. lui Kuffler’scfie Mädchenstiftung. Es wird hiemit zur Kenntuiss gebracht, dass die Zinsen der ohengenannten Stiftung zur Ausheiratung zweier armer, würdiger Mädchen israelitischer Confession in Wien, im Betrage von je 215 fl. zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen haben nachzuweisen, dass sie: 1. der israelitischen Confession angehören, 2. streng sittlich und arm sind, 3. sich im Brautstände befinden. Verwandte des seligen Stifters, unter diesen aber insbesondere die Kinder seiner Nichte Regine Wichs, verehelichte Dr. Rohn, erhalten den Vorzug und muss der diesfällige Nachweis dem Gesuche beiliegen. Bewerberinnen, die sich vor der Verleihung verehelichen, verlieren den Anspruch auf die Verleihung. Die Gesuche sind bis 30. April 1896 im Einreichungsprotokoll der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, I. Stock) einzureichen. Moriz Todesco-Stiftung für Maler, Bildhauer oder Operateur-Zöglinge. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntuiss, dass die Zinsen der Moriz Todesco- Stiftung per 500 fl. jährlich zu verleihen kommen. Die Bewerber haben nebst ihrem Wohlverhalten und ihrer Mittellosigkeit nachzuweisen: 1. dass sie in einem Lande des Kaiserthums Oesterreich geboren wurden, 2. dass sie Israeliten sh.d und 3. dass sie sich für die Maler- oder Bildhauerkunst heranbilden oder Operateurzöglinge sind. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Die Gesuche sind im Einreichungsprotokoll der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, I. Stock) bis 31. April 1896 zu überreichen. WIEN, am 1. April 1896. Der Vorstand _der israelitischen Cultusgemeinde. An die geehrten Mitglieder des Vereines der „Mährisch-Ausseer in Wien*1 und sonstigen Gönner und Wohlthäter der Mähr.-Ausseer Armen. Da es nachweislich zu wiederholten Malen vorkam, dass Gelder, die von Auswärtigen unter der Adresse : »8. A. Pollak“, zum Zwecke der Vertheilung an die hiesigen Armen eingesandt, von demselben nicht vertheilt wurden, werden die P. T. Gönner ersucht, künftighin etwaige Unterstützungen an den Cassier „Gerson Kollman in Mahr.-Aussee" oder an »das Cassenamt der Mahr.-Ausseer israelitischen Cultusgemeinde Mähr.- Schönberg“ einsenden zu wollen. Mähr.-Aussee, 27. März 1896. SaiMiel WüSSerVOgel Beirath des Cultusvorstandes. Kundmachung. Im L. D. Königsberg Mädchen-Erziehungs-Institut sind einige Stiftsplätze zu besetzen. - Aufnahme finden mittellose Mädchen (auch Waisen mosaischer Religion im Alter von 10—12 Jahren. Gesuche, belegt mit Geburtsschein, Mittellosigkeitzeugniss, Gesundbeitszeugniss, Impfschein und Schulausweis, sind bis längstens 15. Mai 1896 in der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, bei der Buchhaltung einzubringen. Wien, im April 1896. Das Curatorium ___der L. D. Königsberg-Stiftung. Die bei uns vacante I. Cantorstelle soll baldmöglichst besetzt werden. Das Einkommen besteht ausser den Nebeneinkünften in einem festen Jahresgehalt von zunächst 3000 Mark, welcher sich bei zufriedenstellenden Leistungen nach 2 Jahren um 300 Mark und nach ferneren 2 Jahren um weitere 300 Mark, also im Ganzen auf 3600 Mark erhöht. Bewerber, welche die Eigenschaften eines guten Vorbeters mit besseren musikalischen und gesanglichen Fähigkeiten verbinden, wollen sich unter. Angabe des Lebenslaufes, der Staatsangehörigkeit und Nationalität, sowie Beifügung der Zeugnisabschriften bis zum 25. April d. J. melden. Der Vorstand der Synagogen-£pmeinde __^_in Beulhen, Oberschlesien. Eine israel. Erzieherin zum Unterrichte eines Knaben in der III. Volksschulclasse wird für ein sehr feines israelitisches Haus per sofort gesucht. Vollständige freie Station und 30 fl. monatliches Honorar. Auskunft ertheilt von 8—10 Uhr Vormittags die Redaction der „Oesterr. Wochenschrift“. Druck v. L Äeck Sohn, Wien, VIII., Lerchmselderstr. 46,