Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-04-03 · 14 (3.4.1896) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
14 (3.4.1896)
Date
1896-04-03
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021115-3021130--05504-3029742
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 288 Dr. Blortz's Wochenschrift Nr. 14 verzierten Perrücke geschmückt, legte ihrem Herrn und Gebieter ein ^Stück stark mit Gewürzen zubereiteten Fisches auf den Teller. Und dieser Herr und Gebieter, das Haupt der Familie, dachte, wie schön doch die Welt, wie gut das Essen, wie reich an,Freuden das Leben sei, wie gesegnet der heilige Sabbath!!! Judka wurde nicht krank; er blieb von dem Nervenfieber, das nach solch übermäßiger Anstrengung zu erwarten war, glücklicherweise verschont. Es geschieht ja manchmal, daß Uebermüdung, Kopfschmerzen und Schüttelfrost ohne weitere Folgen vorübergehen, insbesondere bei Leuten, die an alle Genüsse des Lebens gewöhnt sind. Briefkasten. M—n. Die Tollhäusler, die da behaupten, Juden dürften keine Irrenärzte sein, werden wie eine Ohrfeige es empfinden, wenn sie lesen, daß von den Alexianern in Marienberg drei wegen ihres bestialischen Benehmens gegen Kranke zu Kerkerstrafen verurtheilt wurden. Curirt werden sie aber doch nicht werden. Sie sind unheilbar. Anonymus. Welches Buch Schneider einem Abgeordneten an den Kopf werfen wollte? Der Knigge wird es kaum gewesen sein. Alex. Lassen Sie es gut sein, bald werden die Abgeordneten aller Parteien darüber einig sein, daß dieses Subject nur in's Zucht¬ oder in's Irrenhaus gehört. H. B. Die Herren schweifwedeln unausgesetzt in der ekelerregendsten Weise vor Bismarck, obgleich er sie bei verschiedenen Gelegenheiten mit Fußtritten regalirte. Auch bei seiner jüngsten Anwesenheit in Wien ließ er die Deutschnationalen antichambriren und empfing den Chefredacteur der „Neuen Freien Presse". Arthur S. Für wen Berg ani nächstens eine Collecte veranstalten wird? Kennen Sie die Anekdote von vem berühmten G—eistreichen, der die Leute für einen Armen, der sich nichts Gutes gönnen darf, anschnorrte und dann für das Ergebniß der Collecte sich eine Flasche Champagner kaufte? Ego. Wenn die Antisemiten stolz darauf sind, daß ein Pferd den Namen „Lueger" führt, so gönnen sie ihnen doch diese Freude. Jetzt sitzen sie auf dem Roß, vielleicht kommen sie bald auch auf den Hund. Argus. Seien Sie beruhigt, es waren gewiß nur leere Bierkrügel, welche die Deutschnationaleu Lueger an den Kopf werfen wollten. Aber sie können Recht haben, daß die Zeit naht> wo Lueger auf die Schulter gehoben wird — um vor die Thür gesetzt zu werden. Leo. Ahlwardt findet in New - Aork mit schwerer Mühe nur ein Local. Der Mann wird am Ende doch nur dort einen Platz finden, wohin er von Gott- und Rechtswegen gehört. II. Das antisemitische „Deutsche Blatt" jammert darüber, daß die conservative Partei „ganz verjudet" sei. Die Klage ist schon eine recht alte. Sie bezieht sich, wenn man Dühring hört, mit Recht auf das ganze Christenthum. llangarioos. Sie sehen, der Redacteur des „Magyar Allam" selbst, der den famosen ungarischen Geistlichen Fuß vertheidigte, der für das „Blutrituale" schwärmt, begann mit der Erklärung, e r glaube nicht an dieseBeschuldigung derJuden. Wenn so der Bertheidiger spricht, was soll dann der Ankläger sagen? Dr. B. S. Herr v. Pacher hetzt gegen die „Judenstämmlinge", die Richter werden. Herr Schönerer wird sich diese «Frozzelei seiner Kinder kaum gefallen lasten. Er wird an einem — Pacher blutige Revanche nehmen. H. E—liÖ. Wenn die deutschen Antisemiten jetzt auch schon die Racenreinheit B L ck e l's und L a n g e's bezweifeln, dann — kann der antisemitische Krach nicht mehr ausbleiben. „Heilo". Dr. G e ß m a n n sieht entschieden einem Semiten ähnlich. Vielleicht wissen die Deutschnationalen Näheres über ihn. Victor. Wer wieBerganiHungerlöh ne zahlt, kann sich leicht selbst mästen. I? Wieso käme der Mann s ch v n j e tz t zu der Auszeichnung, „Ehrenpräsident des Vereines entlassener Sträflinge" zu werden? Er wird dieser Ehre wohl einmal würdig sein, aber heute leider ist er es noch nicht. I. L. P. Ihr Vorschlag soll gelegentlich angeregt werden. Dr. S. Unseres Wissens ist die Entscheidung im Verordnungsblatt nicht erschienen. Concurs. Infolge Hintrittes des langjährigen Seelsorgers der israel. Cultusgemeinde zu. Djakovar (Slavonien) gelangt daselbst mit 1. August a. c. beziehungsweise blbtf N""> die Stelle eines Rabbiners und Predigers mit einem Jahresgehalte von fl. 1000 nebst freier Wohnung und den üblichen Rabbinats- und Matrikengebühren zur Besetzung. Hierauf Beflectirende wollen ihren Befähigungsnachweis nebst Angabe des Alters und Familienstandes bis längstens 1. Mai a. c. an den gefertigten Vorstand einsenden und werden nur Berufene zum Probevortrage zugelassen und dem Acceptirten die Eeisespesen vergütet. Bewerber, welche der kroatischen oder sonst einer slavischen Sprache mächtig, erhalten den Vorzug. Djakovar, den 15. März 1896. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde zu Djakovar Adolf Kohn. Leerstehende Besitzung auf dem Lande, welche sich zur Unterbringung einer Feriencolonie besonders eignet, wird zu miethen gesucht und bei Convenienz eventuell angekauft. Offerte sind zu adressiren an den Vorstand des »Ferienheim«, Wien, I., Schottenring Nr. 23. Lehrer und Lehrerin wird für die Ferialmonate zur Begleitung und Beaufsichtigung einer Feriencolonie engagirt. Offerte,; sind zu adressiren unter »F. G.« an die Administration dieses Blattes. Fräulein gesetzteu Alters, perfect in allen praktischen sowie künstlichen Handarbeiten und sonst mit vorzüglichen Eigenschalten, wünscht an Seite der Hausfrau Verwendung. Gefl. Zuschriften erbeten unter R. K., IX., Hahngasse 28, Thür 5. Retz. (Entgegnung.) Die Berichtigung des Vorstandes der Cultusgemeinde Horn fordert nachstehende Entgegnung heraus. Der löbliche Vorstand hebt hervor, daß die Lehrerstelle in Folge Beschlusses des Ausschusses und der zwei Retzer Delegirten (die sich durch ihr Votum in Widerspruch mit ihren Wählern setzten, sich aber dennoch an ihr Mandat klammern) ausgeschrieben wurde, verschweigt I aber, daß in der von fast lämmilichen Retzer Mitgliedern gefertigten Eingabe vom 28. Jänner d. I. um Rücknahne der Kündigung unseres Lehrers ersucht wurde. Das Recht, Lehrer anzustellen, wurde dem löblichen Ausschüsse nie bestritten, doch sollte dieser die berechtigten Wünsche der Mitglieder berücksichtigen. — Es ist richtig, daß die Besoldung des Lehrers durch den Vorstand erfolgt, ebenso richtig ist es, daß die Cultusbeiträge der Steuerträger des Retzer Bezirkes den Gehalt ihres Lehrers um weit mehr als 100 fl. übersteigen. Der löbliche Vorstand stellt die in Nummer 12 erschienene „Warnung" als von Seite eines Einsenders ausgehend, der, ohne sich informirt zu haben, daß die Bitte an die löbliche Redaction um Aufnahme der „Warnung" von zehn Mitgliedern gefertigt war. In der Eingabe vom 24. März d. I. ersuchten 20 Gemeindemitglieder den löblichen Vorstand um Wiederaufnahme unseres Lehrers. Rch, am 30. März 1896' Eröffnung« - Anzeige. Ich erlaube mir einem P. T. Publicum höflichst bekannt zu geben, dass ich die Saal-Localitäten im ersten Stockwerke meines Restaurants, mit allem Comfort und aufs Eleganteste ausgestattet, eröffnet habe. Dieselben sind zur Veranstaltung von Hochzeiten und für Vergnügungs-Abende geselliger Vereine eigens adaptirt worden und hiezu besonders geeignet. Der Gefertigte ladet zu deren Besuch ergebenst ein und wird sich bemühen, seine P. T. Gäste wie bisher durch Verabreichung vorzüglicher Speisen und Getränke bestens zufrieden zu stellen. Hochachtungsvoll M. GUTH, Restaurant, II. Bezirk, Stefaniestrasse Nr. 6 und 8. Herausgeber u. verantw. Redacteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck o. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lerchmselderstr. 46.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.